Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 7 › Seite 207
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — Juli 1861, Seite 207
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Predigtamt. 45⁵5⁷ · Rechtfertigung
Einiges den Zwiespalt innerhalb der Leipziger Mission Betreffende. 207
Auf diese Erklärung läßt Herr Director Hardeland, der jetzige Re⸗
dacteur des Leipziger Missionsblattes, ein Nachwort folgen, worin es vor⸗
erst, wie folgt, heißt:
„Es wird dem Herausgeber des Missionsblattes nicht leicht, der vorste⸗
henden Collegial⸗Erklärung noch irgend etwas hinzuzufügen; aus einem be⸗
sonderen Grunde glaubt er jedoch dazu gewissermaßen verpflichtet zu sein.
Am Schlusse meines in Nr. 15 des vorigen Jahrgangs veröffentlichten
Briefes an Pastor Moraht in Mölln habe ich nämlich eine weitere Be⸗
sprechung namentlich der von Letzterem herausgegebenen Schrift über „„die
lutherische Mission und die Kaste in Ostindien““ in Aussicht gestellt. Ich
hoffte damals, durch eine ruhige, genau aus den Acten geschöpfte Erörterung
der Sache vielleicht selbst den Schreiber jener Broschüre und seine Freunde
noch überzeugen zu können, wie völlig unbegründet und haltlos die ganze in
derselben gegebene Darstellung sei. Leider kann ich gegenwärtig diese Hoff⸗
nung nicht mehr festhalten, habe vielmehr aus den Entgegnungen, welche
sowohl mein Brief, als die spätere Ansprache der drei Pastoren Ahlfeld,
Closter und Meurer (vgl. Miss.⸗Blatt 1860, Nr. 21.) gefunden hat, zu
meinem Schmerze erkennen müssen, daß für jetzt selbst die ersten Bedingun⸗
gen zu einer aufrichtigen Verständigung zwischen uns fehlen. Ich sehe mich
daher veranlaßt, meinerseits die Verhandlung hiermit abzubrechen. Denn
wo man sich auf solche Weise, wie in diesen Entgegnungen geschieht, zum
Theil durch neue gänzlich aus der Luft gegriffene Verdächtigungen dem Ge⸗
wichte der angeführten und aus den Acten belegten Thatsachen zu entziehen
sucht; wo man sich nicht scheut, diese Acten, auf welche man sich doch, so
lange sie für die eigene Sache zu sprechen schienen, selbst ausdrücklich berufen
hatte, nun auf einmal, da ihr Zeugniß unbequem zu werden anfängt, „„be⸗
stäubte““ zu nennen, aus denen nicht „„Alles hervorgesucht werden““
dürfe; wo man sogar das über sich gewinnen kann, die groben, in der An⸗
sprache der drei Pastoren für Alle hell und klar aufgedeckten Unwahrheiten
entweder geradezu in Schutz zu nehmen oder doch zu „„einigen harten und
verletzenden Ausdrücken““ umzustempeln: da liegen in der That die Begriffe
von Wahrheit und Ehrlichkeit auf beiden Seiten allzu weit aus einander,
als daß eine Widerlegung der gegen meinen Brief vorgebrachten Einzeln⸗
heiten oder überhaupt eine Fortsetzung des Streits noch irgendwie frommen
könnte. — Bis zu welchem Grade der Verirrung die Ochs'sche Partei neuer⸗
dings theilweise fortgeschritten ist, zeigt so recht die letzte in dieser Sache er⸗
schienene Schrift des Lehrers S. in Dresden, den Ochs in einem seiner
Briefe ausdrücklich als einen „„Zeugen und Mitkämpfer für seine Sache““
anerkennt. Wer noch nicht alles sittlichen Urtheils verlustig gegangen ist,
wird sich von dem darin wehenden Geiste mit Ekel abwenden, sollte er auch
mit der eigentlichen Sachlage zu wenig vertraut sein, um die durchgehende
Unwahrheit jener Schrift im Ganzen und Einzelnen durchschauen zu können.
Zur Kennzeichnung dieses Geistes hier nur eine Stelle aus einem an mich
gerichteten Schreiben des Verfassers, in welchem derselbe, unter Gewährung
English translation AI translation
Some Matters Concerning the Division within the Leipzig Mission. 207
To this declaration Director Hardeland, the present editor of the Leipzig
Missionsblatt, appends an afterword, in which it first reads as follows:
"It is not easy for the publisher of the Missionsblatt to add anything
further to the foregoing collegial declaration; for one particular reason,
however, he believes himself to be in a manner obliged to do so.
At the close of my letter to Pastor Moraht in Mölln, published in No. 15 of
last year's volume, I held out the prospect of a further discussion,
especially of the writing issued by the latter on 'the Lutheran mission and
caste in East India.' I hoped at that time, by a calm discussion of the
matter drawn strictly from the records, perhaps to be able to convince even
the writer of that pamphlet and his friends how completely groundless and
untenable the whole presentation given in it is. Unfortunately I can no
longer hold fast to this hope; rather, from the replies which both my letter
and the later address of the three pastors Ahlfeld, Closter and Meurer (cf.
Miss.-Blatt 1860, No. 21) have met with, I have had to recognize to my sorrow
that for the present even the first conditions for a sincere understanding
between us are lacking. I therefore see myself moved to break off the
negotiation on my part herewith. For where a man seeks in such a way as
happens in these replies, in part by new suspicions wholly plucked out of the
air, to evade the weight of the facts adduced and documented from the
records; where a man does not shrink from suddenly calling those records —
which he himself had expressly appealed to as long as they seemed to speak
for his own cause — 'dusty' records, out of which not 'everything is to be
hunted up'; where a man can even bring himself either downright to defend the
gross untruths laid bare brightly and clearly for all in the address of the
three pastors, or at least to restamp them as 'some hard and wounding
expressions': there the conceptions of truth and honesty on the two sides do
indeed lie far too far apart for a refutation of the particulars brought
forward against my letter, or a continuation of the quarrel at all, to be of
any use whatever. — To what a degree of aberration the Ochs party has in part
lately advanced is shown very plainly by the latest writing published in this
matter by the teacher S. in Dresden, whom Ochs in one of his letters
expressly acknowledges as a 'witness and fellow combatant for his cause.'
Whoever has not yet lost all moral judgment will turn away with disgust from
the spirit that breathes in it, even should he be too little acquainted with
the actual state of affairs to see through the pervasive untruth of that
writing in whole and in detail. To characterize this spirit, here only one
passage from a letter of the author addressed to me, in which the same, while
granting