Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 7 › Seite 206
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — Juli 1861, Seite 206
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Predigtamt. 45⁵5⁷ · Rechtfertigung
206 Einiges den Zwiespalt innerhalb der Leipziger Mission Betreffende.
Versuche damit an der Kirche machen, wie die vielen und täglich neuauf⸗
schießenden Sekten zeigen. Und wenn wir bei uns erst völlig freie Hand in
solchen Dingen haben werden, wird der Schwarmgeist schon dazu thun, daß
wir hinter Amerika nicht zurückbleiben.
Einiges den Zwiespalt innerhalb der Leipziger Mission
Betreffende.
Noch immer brennt der Streit, den Missionar Ochs zuerst wegen der
Behandlung der Kasten⸗Verhältnisse in Ostindien angerichtet, Pastor
Moraht in Mölln im Lauenburgischen gefördert und der Lehrer Schüß
in Dresden nach Sachsen verpflanzt hat. In dem Leipziger Ev.⸗Luth.
Missionsblatt vom 1. April finden wir folgende von Dr. A. von Harleß am
18. März unterzeichnete „Erklärung“ des Collegiums der Ev.⸗Luth. Mission:
„Damit nicht unser Schweigen zu den Wühlereien, die innerhalb unsrer
Mission hie und da noch immer im Schwange gehen und in letzter Zeit sich
auf's Höchste gesteigert haben, von irgend einer Seite her gemißdeutet werde,
so glauben wir die Erklärung nicht unterlassen zu dürfen, daß die von unsern
Gegnern angenommene und je länger je widerwärtiger hervortretende Kam⸗
pfesweise uns hindert, uns in eine öffentliche Verhandlung mit ihnen einzu⸗
lassen. Denn nicht nur sucht jene Partei durch Verdrehungen, Ausbreitung
grundloser Gerüchte, falsche, im Partei⸗Interesse gemünzte Stich⸗ und
Schlagwörter (wie z. B. Mission „mit“ und „ohne“ Kaste; Union zwischen
Heidenthum und Christenthum; Rechtgläubigkeit ohne Gottseligkeit u. s. w.)
und durch ähnliche in der Welt jetzt viel gebrauchte Mittel die eigentliche
Sachlage völlig zu verrücken; sondern sie scheuet sich zum Theil auch nicht,
in öffentlich und heimlich verbreiteten Schriftstücken durch offenbare Unwahr⸗
heiten und niedrige Verleumdungen die von einer Seite her schon länger
kundgegebene Absicht einer Zertrennung unsrer Mission zu verfolgen. Gern
wollen wir, wo immer es angeht, eine Verblendung durch einen äußersten
Grad von Parteileidenschaft annehmen; das aber ist gewiß, daß ein solch
zuchtloses Treiben in der Geschichte der Mission bisher ohne Beispiel war.
Obgleich wir nun diese fortgesetzten Schmähungen für unsre Person
wohl hinnehmen könnten, so werden wir doch — genöthigt durch die Natur
des uns übertragnen Amts, das wesentlich auf Vertrauen beruht — der
nächsten General⸗Versammlung (22. Mai), als dem Organ der Gesammt⸗
vertretung aller mit uns verbundnen Vereine, die ganze Sache übergeben.
Auf die demnächstige Erklärung dieser Versammlung müssen wir daher ver⸗
weisen, wenn etwa Jemandem, nach der traurigen Weise unsrer Zeit, die
Keckheit gegnerischer Lüge, besonders wo sie sich mit einem frommen Scheine
schmückt, zu imponiren im Stande sein sollte.
„So schwer die Stürme sind, die gegenwärtig über uns ergehen, so hoffen
wir doch zu Gott, daß sie auf unsre Mission reinigend und kräftigend wirken
und so doch endlich ihr zum Heil gereichen werden. Das walte Gott!“
English translation AI translation
206 Some Matters Concerning the Division within the Leipzig Mission.
make experiments with it on the Church, as the many and daily newly
sprouting sects show. And once we come to have entirely free rein among us in
such things, the fanatical spirit will see to it that we do not lag behind
America.
Some Matters Concerning the Division within the Leipzig Mission.
The conflict still burns which Missionary Ochs first stirred up over the
handling of caste relations in East India, which Pastor Moraht in Mölln in
the Lauenburg territory furthered, and which the teacher Schüß in Dresden
transplanted to Saxony. In the Leipzig Ev.-Luth. Missionsblatt of April 1 we
find the following "Declaration" of the Collegium of the Ev.-Luth. Mission,
signed by Dr. A. von Harless on March 18:
"Lest our silence toward the agitations which here and there are still rife
within our mission, and which of late have risen to the utmost pitch, be
misconstrued from any quarter, we believe we must not omit the declaration
that the manner of warfare adopted by our opponents, and emerging the more
repellently the longer it lasts, prevents us from entering into a public
negotiation with them. For not only does that party seek, by distortions, by
the spreading of groundless rumors, by false catchwords and slogans coined in
the party interest (such as, e.g., mission 'with' and 'without' caste; union
between heathenism and Christianity; orthodoxy without godliness, etc.), and
by similar means much used in the world at present, to displace the real
state of the case entirely; but it also in part does not shrink from
pursuing, in documents circulated publicly and secretly, by manifest untruths
and base slanders, the intention of tearing our mission apart, an intention
made known from one quarter some time ago. We are ready, wherever it is
possible, to assume a blindness caused by an extreme degree of party passion;
but this much is certain, that such an undisciplined course of action has
hitherto been without example in the history of the mission.
"Although we could well put up with these continued revilings so far as our
own persons are concerned, yet — compelled by the nature of the office
entrusted to us, which rests essentially upon confidence — we shall hand the
whole matter over to the next general assembly (May 22), as the organ of the
collective representation of all the societies associated with us. To the
declaration of that assembly, shortly to come, we must therefore refer, if
perchance the effrontery of an opponent's lie, after the sad manner of our
time, should be in a position to impose upon anyone, especially where it
adorns itself with a pious appearance.
"Hard as are the storms that at present pass over us, we yet hope in God that
they will work purifyingly and strengtheningly upon our mission and so at
last redound to its welfare. God grant it!"