Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 6, Nummer 5 › Seite 156

Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — Mai 1860, Seite 156

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Chriſtus

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156 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches.

fächer, im Missionshaus und durch seinen fortgesetzten Beirath als Glied des Collegiums und als Stellvertreter des Vorsitzenden, daneben aber auch durch Uebernahme von Reisen und in literarischer Weise der Sache der Mission mit seinen Kräften und seiner Erfahrung noch ferner zu dienen. Da nun unsere Wünsche seinen Entschluß, vom Directorium zurückzutreten, nicht zu ändern vermochten, so mußte uns die Aussicht, wenigstens seine Thätigkeit dem Collegium und dem Missionshaus, wenn auch in anderer Stellung, erhalten zu können, als ein Gewinn erscheinen, auf dessen möglichste Sicherung mit allen Kräften Bedacht genommen werden müsse. In diesem Sinne wurden die Verhandlungen zwischen dem Collegium und Dr. Graul zum Abschluß gebracht.

Wir suchten sogleich einen neuen Director für unsere Missionsanstalt zu gewinnen. Man hatte von mehreren Seiten unsre Aufmerksamkeit auf den aus dem Königreich Hannover stammenden Herrn Pastor Hardeland zu Lassahn im Lauenburgischen (Bruder des gegenwärtigen Superintendenten im Dienste der Hermannsburger Mission) gelenkt, und wir gewannen nach allem, was wir von demselben gehört und gesehen, die volle Freudigkeit, an ihn die Frage zu richten, ob er einem dahin zielenden Rufe zu folgen bereit sein würde. Da die Antwort auf unsere vorläufige Anfrage zu unserer großen Freude bejahend lautete, so thaten wir, nachdem wir die allseitige Zustimmung unserer Vereine eingeholt hatten, sogleich die nöthigen Schritte, um die Genehmigung unserer Wahl seitens der kirchlichen Behörde zu erlangen. Diese ist, nach Erfüllung der nöthigen Vorbedingungen, vor einigen Tagen bei uns eingegangen, und es steht nun der öffentlichen Mittheilung dieser für unsere Mission so wichtigen Angelegenheit ein Hinderniß nicht mehr im Wege. Der Amtsantritt des neuen Directors wird um Ostern erfolgen.

Wir fordern nun die theuern Missionsfreunde in der Nähe und in der Ferne auf, ihr herzliches und ernstliches Gebet mit dem unsrigen zu vereinen, daß der Herr, dem wir zu dienen begehren, dieses ganze Vornehmen Seiner Knechte, wie es in Seinem Namen und im Aufblick zu Ihm begonnen ist, hinausführen wolle zu Seines Namens Ehre und zum Frommen Seiner heiligen Sache.

Das Collegium der Evangelisch⸗Lutherischen Mission zu Leipzig.

Baden. Mit dem neuen Jahre sind auf einmal wieder in Baden zwei kirchliche Zeitblätter aufgetaucht, ein rationalistisches von Zittel, Schenkel und Häußer redigirtes unter dem Titel: „Süddeutsches Wochenblatt.“ welches besonders den Kampf gegen die Uebereinkunft des Großherzogs mit dem Pabste sich zur Aufgabe machen, nebenbei auch der unirten Kirche eine freiere Verfassung erkämpfen will; dann ein mehr positives, zu dessen Herausgabe 23 Landesgeistliche aus den pietistischen und Vermittlungskreisen sich vereinigt haben. Dieses trägt den Namen: Evangelisches Kirchen⸗ und Volksblatt für das Großherzogthum Baden; und als Mitarbeiter finden wir neben den Pietisten Stern, Zimmermann, Ledderhose die mehr kirchlich Gesinnten: Eberlin, Frommel und den Vermittlungsmann Hofprediger Beyschlag. (Freimund.)

Die Erlanger Ausgabe der lateinischen Werke Luthers. Die Verlagshandlung von Heyder und Zimmer in Frankfurt a. M. macht bei Anzeige des soeben erschienenen 22. Bandes (Scholia in Esajam prophetam) Folgendes bekannt: „Die geringe Theilnahme für unsere Ausgabe von Luthers lateinischen Schriften, obwohl sie die erste seit 250 Jahren ist, welche diese in der Originalsprache wiedergibt, läßt uns Anstand nehmen, dieselbe fortzusetzen. Nur dann, wenn sich ein regeres Interesse auch für eine vollständige Ausgabe von Luthers lateinischen Schriften zeigt, was zunächst in der Anschaffung der bereits erschienenen Bände geschehen müßte, wird sich die Verlagshandlung zum Druck der noch fehlenden (circa 12—14) Bände entschließen. Sobald die Subscribentenzahl sich so vermehrt hat, daß die Kosten gedeckt werden, wird sie den Druck dann beginnen und ohne weitere Unterbrechung fortsetzen und vollenden, sowie dieses bei den

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156 Church News of the Times.

subjects, in the Mission House, and through his continued counsel as a member of the Collegium and deputy chairman, and besides also by undertaking journeys and serving the cause of the Mission in a literary way with his powers and his experience still further. Since now our wishes could not alter his resolve to retire from the directorship, the prospect of being able to retain at least his activity for the Collegium and the Mission House, even if in another position, had to appear to us a gain, upon whose securing as far as possible we had to bend every effort. In this sense the negotiations between the Collegium and Dr. Graul were brought to a close.

We at once sought to win a new director for our Mission Institute. From several quarters our attention was drawn to Pastor Hardeland, a native of the Kingdom of Hanover, at Lassahn in Lauenburg (brother of the present superintendent in the service of the Hermannsburg Mission), and after all that we heard and saw of him we gained the full confidence to put to him the question whether he would be willing to follow a call directed to that end. Since the answer to our preliminary inquiry was, to our great joy, affirmative, we, after having obtained the unanimous consent of our societies, at once took the necessary steps to obtain the approval of our choice from the church authorities. This has, after fulfillment of the necessary preconditions, reached us a few days ago, and no obstacle now stands in the way of the public announcement of this matter, so important for our Mission. The new director will take up his office about Easter.

We now call upon the dear friends of the Mission near and far to unite their heartfelt and earnest prayer with our own, that the Lord, whom we desire to serve, would carry through this whole undertaking of His servants, as it has been begun in His name and with a look up to Him, to the honor of His name and for the benefit of His holy cause.

The Collegium of the Evangelical Lutheran Mission at Leipzig.

Baden. With the new year two church periodicals have suddenly reappeared at once in Baden: a rationalist one, edited by Zittel, Schenkel, and Häußer, under the title "Süddeutsches Wochenblatt," which sets itself the task especially of fighting against the agreement of the Grand Duke with the Pope, and besides also of winning a freer constitution for the united church; then a more positive one, for whose publication 23 clergy of the land from pietist and mediating circles have joined together. This bears the name: Evangelisches Kirchen- und Volksblatt für das Großherzogthum Baden; and as contributors we find, alongside the pietists Stern, Zimmermann, Ledderhose, the more church-minded men: Eberlin, Frommel, and the mediating man, court preacher Beyschlag. (Freimund.)

The Erlangen Edition of Luther's Latin Works. The publishing house of Heyder and Zimmer in Frankfurt am Main, on announcing the just-published 22nd volume (Scholia in Esajam prophetam), makes the following known: "The slight interest in our edition of Luther's Latin writings, although it is the first in 250 years to reproduce these in the original language, makes us hesitate to continue it. Only if a livelier interest is shown also for a complete edition of Luther's Latin writings — which would first have to be shown in the purchase of the volumes already published — will the publishing house resolve to print the still-missing (about 12–14) volumes. As soon as the number of subscribers has increased so far that the costs are covered, it will then begin the printing and continue and complete it without further interruption, just as was done with the