Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 5, Nummer 11 › Seite 338

Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — November 1859, Seite 338

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338	Aus der General⸗Synode.

wir in dieser oder irgend einer andern Sache einem Theile der Synode nachgeben.

Der Committeebericht über die vorgeschlagene Errichtung einer deutschen Professur an der Anstalt in Springfield wurde fast einstimmig angenommen; so daß Sie sehen, meine Herren Herausgeber, wenn Professoren aus verschiedenen Klima's — von verschiedenen Mundarten und verschiedenen theologischen Ansichten das Gedeihen einer Anstalt zu Wege bringen können, so muß die Illinois State University reüssiren!“

Vorstehendes Document zeigt, mit wie traurigen Mitteln man in der Generalsynode die Einigkeit zu erhalten sucht. Die sogenannten „Symbolgläubigen“ sind den Wisconsinern zu lieb orthodox und stehen auf der unveränderten Augsburgischen Confession, den „Amerikanern mit dem '76er Geist“ gegenüber sind sie liberal und schieben das Bekenntniß bei Seite, um ihnen auf dem allgemeinen Tummelplatze der Gewissens⸗ und Redefreiheit die Bruderhand zu reichen. Sie bekennen sich zur Augsburgischen Confession und verleugnen sie in einem Athem, wie es die expediency fordert. Denn was sind jene „geringern Puncte“, in denen sie keine Uebereinstimmung zum Behuf kirchlicher Gemeinschaft für nöthig erachten? Es sind die Lehren von der Taufe, vom Abendmahl, von der Gnadenwahl, vom Sabbath, lauter für Glauben und Leben hochwichtiger Stücke, in denen man nicht falsch lehren kann, ohne zugleich in allen übrigen Artikeln falsch zu lehren. Unsere Väter — dieselben, die zu Augsburg bekannt haben — hielten sie für so groß, daß sie namentlich auch um ihretwillen den Anhängern Zwingli's und Calvin's die kirchliche Gemeinschaft versagten, und in der Augsburgischen Confession verwerfen sie die entgegenstehenden Lehren ausdrücklich. Die „Symbolgläubigen“ der nördlichen Illinoissynode dagegen gestatten „die vollkommenste und vollste Freiheit“ in der Lehre und halten Irrthümer in den genannten Stücken für zu unbedeutend, als daß dadurch die „brüderliche Eintracht“ in der Generalsynode gestört werden könnte. Machen sie damit nicht selbst ihre Aussage, daß sie auf der unveränderten Augsburgischen Confession stünden, zur Lüge? Da erscheinen doch die Liberalen in der Generalsynode weit achtungswerther. Diese sind wenigstens ehrlich und sagen frei heraus, daß von lutherischem Glauben und Bekenntniß nichts wissen wollen, und gestehen es also ein, daß sie den Namen Luther's nur aus traditionellen Gründen tragen. Man weiß nun doch, wie man mit ihnen daran ist. Denn jene für „symbolgläubig“ gelten wollenden Glieder der nördlichen Illinois⸗Synode werden uns nach solchen Vorgängen nicht mehr im Ernste zumuthen, sie dafür zu halten.

Wer sollte aber glauben können, daß Mühlhäuser und seine Synode nicht merken, welches Spiel man mit ihnen treibt? Muß man nicht vielmehr an das Sprüchwort denken: gleich und gleich gesellt sich gern? Wären sie aufrichtig, so müßte sie ihr Gewissen schlagen, daß sie sich einen solchen Compromiß gefallen ließen; ja, sie würden sich davor entsetzen, die Bildung der

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338	From the General Synod.

we, in this or any other matter, should give way to a portion of the synod.

The committee's report on the proposed establishment of a German professorship at the institution in Springfield was adopted almost unanimously; so that you may see, gentlemen editors, that when professors from different climates — of different dialects and different theological views — can bring about the prosperity of an institution, then the Illinois State University must succeed!

The foregoing document shows with what sorry means people in the General Synod seek to preserve unity. The so-called "confessional believers" are, to please our Wisconsin friends, orthodox and stand on the unaltered Augsburg Confession; toward the "Americans with the spirit of '76" they are liberal and push the confession aside, in order to extend the hand of brotherhood to them on the general playground of freedom of conscience and of speech. They confess the Augsburg Confession and deny it in the same breath, as expediency demands. For what are those "lesser points" in which they consider no agreement necessary for the sake of church fellowship? They are the doctrines of baptism, of the Lord's Supper, of the election of grace, of the Sabbath — all matters of the highest importance for faith and life, in which one cannot teach falsely without at the same time teaching falsely in every other article. Our fathers — the very ones who made confession at Augsburg — held these to be so weighty that on their account in particular they refused church fellowship to the followers of Zwingli and Calvin, and in the Augsburg Confession they expressly reject the opposing doctrines. The "confessional believers" of the Northern Illinois Synod, on the other hand, grant "the most complete and fullest freedom" in doctrine, and consider errors in the matters named too insignificant for the "brotherly harmony" in the General Synod to be disturbed by them. Do they not thereby make their own claim, that they stand on the unaltered Augsburg Confession, a lie? Here the liberals in the General Synod certainly appear far more respectable. These are at least honest and say outright that they will have nothing to do with Lutheran faith and confession, and so confess that they bear the name of Luther only for traditional reasons. One knows, at any rate, where one stands with them. For those members of the Northern Illinois Synod who wish to pass for "confessional" will, after such proceedings, no longer in earnest expect us to take them for that.

Who could believe that Mühlhäuser and his synod do not notice what game is being played with them? Must one not rather think of the proverb: birds of a feather flock together? Were they sincere, their conscience would have to smite them for putting up with such a compromise; indeed, they would recoil in horror at the formation of the