Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 5, Nummer 11 › Seite 332

Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — November 1859, Seite 332

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332 Die Buffaloer noch einmal über unsern Katechismus.

im großen Dietrich einmal erscheinenden Wortes von der ganzen Kirche, untergebracht sei.“ Ueber dieses Zeugniß können wir uns nur herzlich freuen; denn kann man durch Bibelstellen und durch Aussprüche der Symbole unsere Lehre einschmuggeln und unterbringen, so muß unsere Lehre eben biblisch und symbolisch sein. Zwar redet Hr. H. auch von Mißdeutung, allein wir haben gar nichts gedeutet, sondern die bloßen Worte unverändert wieder gegeben, daher ist die Beschuldigung ungereimt. An einer anderen Stelle redet zwar Hr. H. ferner davon, daß die Stellen „abgerissen“ und nur „im Zusammenhange“ „rechte Stücke der Symbole“ seien. Allein, obgleich wir herzlich gern zugeben, daß Stellen zuweilen so aus dem Zusammenhang gerissen werden, daß man ihren wahren Sinn nicht mehr erkennen und sie leicht verdrehen kann; wir dürfen aber billig den Beweis verlangen, daß wir in dieser Weise verfahren sind. Leere unbewiesene Anklagen und Behauptungen fallen auf den zurück, der sie macht, und beweisen nur seine verlorne Sache.

Eine andere Beschuldigung ist, daß wir die Antwort Dietrich's auf die 527. Frage: Was ist der Bann? in zwei Absätzen gegeben und dieselben mit 1. und 2. bezeichnet haben! Hr. H. nennt das sogar eine Verfälschung! Wir bekennen nun hierbei, daß wir nicht nur in dieser Stelle, sondern sehr häufig, wenn eine Antwort mehrere Glieder enthielt, dieselben in Absätzen gegeben und diese numerirt haben. Es ist dies geschehen, damit die Kinder, und auch unerfahrene Lehrer, die verschiedenen Bestandtheile der Antwort leichter übersehen könnten. Dies aber eine Verfälschung zu nennen, ist ebenso lächerlich, als wenn einer den Luther'schen Katechismus der Verfälschung zeihen wollte, weil darin von der ersten, zweiten ꝛc. Bitte des Vaterunsers steht. Daß die Beschuldigung so lächerlich war, das war denn auch lediglich die Ursache, daß wir auf dieselbe vor einem Jahre gar keine Rücksicht nahmen. Hr. H. triumphirt nun über unser Schweigen als ein offenbares Eingeständniß unserer großen Schuld! Wir lassen ihm diesen Triumph sehr gern. — Ebenso spaßhaft ist übrigens die Anklage, daß wir eine Frage „frei fabricirt“ hätten.*) Der alte Dietrich schreibt nehmlich in seinem ausführlichen Katechismus: „Das Recht und die Macht die Prediger zu berufen ist der ganzen Kirche.“ Da nun in

*) Nicht nur vor einem Jahre erklärte Hr. H. die aus dem kleinen Katechismus Dietrich's von uns aufgenommenen Einleitungsfragen, weil sie nicht in dem großen stehen, für unser eigenes Fabricat, sondern auch in dem neuesten Aufsatz schreibt er: „Da ferner die Zusätze, durch welche sich der große Dietrich vom kleinern unterscheidet, besonders in andern Lehren, z. B. von der Person und Amt Christi, sehr häufig sind, so war es gar nicht möglich, das missourische Buch, ohne den großen Katechismus in der Hand zu haben, zu beurtheilen.“ Müßten wir nicht hiernach und nach einer Menge anderer es verrathenden Bemerkungen nicht annehmen, daß Hr. H. bei seiner Kritik unseres Katechismus den kleinen Katechismus Dietrich's, um den sich's zunächst handelt, wenn von Auslassungen, Veränderungen und Zusätzen die Rede ist, nie gesehen hat, so würden wir mit dem Hrn. Diakonus noch ganz anders reden. Wiewohl es leichtfertig und gewissenlos genug ist, über ein Buch herzufahren und demselben Auslassungen, Zusätze und Fälschungen beizumessen, dessen Original man gar nicht einmal kennt und gesehen hat!

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332 The Buffalonians Once More on Our Catechism.

is once accommodated, in the large Dietrich, by a word appearing there of 'the whole Church.'" Over this testimony we can only rejoice heartily; for if our doctrine can be smuggled in and accommodated by means of Bible passages and by statements of the Symbolical Books, then our doctrine must indeed be biblical and symbolical. It is true Mr. H. also speaks of misconstruction, but we have construed nothing at all — we have simply reproduced the bare words unchanged — so the charge is absurd. In another place, Mr. H. further says that the passages [we cite] are "torn out" and are "genuine pieces of the Symbolical Books" only "in context." But although we readily grant that passages are sometimes torn from their context in such a way that their true sense can no longer be recognized and they can easily be twisted, we may fairly demand proof that we have proceeded in this manner. Empty, unproven accusations and assertions fall back upon the one who makes them, and prove only that his case is lost.

Another accusation is that we gave Dietrich's answer to question 527, "What is the ban?" in two paragraphs and marked them 1 and 2! Mr. H. even calls this a falsification! We confess herewith that not only in this passage but very frequently, when an answer contained several parts, we have given them in paragraphs and numbered them. This was done so that children, and also inexperienced teachers, might more easily survey the various components of the answer. To call this a falsification is just as ridiculous as if someone wished to accuse Luther's catechism of falsification because it speaks of the first, second, etc., petition of the Lord's Prayer. That the accusation was so ridiculous was, indeed, the sole reason why we paid no attention to it a year ago. Mr. H. now triumphs over our silence as a manifest confession of our great guilt! We gladly leave him this triumph. — Equally comical, moreover, is the charge that we "freely fabricated" a question.*) The old Dietrich writes, namely, in his extensive catechism: "The right and the power to call preachers belongs to the whole Church." Since now, in

*) Not only did Mr. H. declare a year ago that the introductory questions we took over from Dietrich's small catechism, because they do not stand in the large one, were our own fabrication; he also writes in his latest essay: "Since, further, the additions by which the large Dietrich differs from the smaller one — especially in other doctrines, e.g. concerning the person and office of Christ — are very frequent, it was simply not possible to judge the Missourian book without having the large catechism in hand." Were we not compelled, by this and by a host of other telling remarks, to conclude that Mr. H., in his critique of our catechism, has never even seen the small catechism of Dietrich — which is, after all, the one chiefly at issue whenever omissions, alterations, and additions are being discussed — we would speak with the deacon in quite another tone. Although it is reckless and unconscionable enough to fall upon a book and charge it with omissions, additions, and falsifications when one does not even know or has never seen its original!