Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 10 › Seite 314
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — October 1863, Seite 314
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314 Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches.
und Platz gefaßt habe, gehört das Land mir auch in religiöser Beziehung mit Ausschluß des Rechts jedes andern) somit Ernst gemacht.“ Wie nennt man solche Berichte? — Auf gut deutsch: Verleumdung!
Tod. Am 1. Sept. starb Pastor Dr. C. R. Demme zu Philadelphia, Pa. Es war derselbe aus Sachsen gebürtig, hatte daselbst Jura studirt und war, nachdem er in den deutschen Befreiungskriegen als Freiwilliger gedient hatte, im Jahre 1816 nach Amerika gekommen. Hier wendete er sich theologischen Studien zu und war, nach Verwaltung eines Pastorats bei Hummelstown, Dauphin Co., Pa., seit dem 29. Sept. 1822 Pastor an der Michaelis⸗ und Zionskirche in Philadelphia.
„Päbstliche Intervention.“ Unter dieser Ueberschrift theilt der Apologet mit, daß der gegenwärtige Pabst jüngst ein Sendschreiben an die Erzbischöfe von New York und New Orleans erlassen habe, welches eine Art Intervention in unsere gegenwärtigen Staatswirren in sich fasse. Und in der That lautet es in dem Sendschreiben also, daß ohne Uebertreibung der Versuch einer indirecten Intervention darin wohl gesucht werden darf. Der Pabst schreibt nehmlich an die bezeichneten Würdenträger der römischen Kirche in den Vereinigten Staaten: „Vergesset auch nicht, in unserem Namen das Volk und seine obersten Regenten zu erinnern und zu ermahnen, daß sie mit versöhnlichem Gemüth Frieden annehmen und einander mit ununterbrochener Liebe lieben. Denn wir sind der Zuversicht, daß sie in unsere väterlichen Ermahnungen einwilligen und unseren Worten desto bereitwilliger Gehör schenken werden, als sie von selbst klar und deutlich erkennen, daß keine politischen noch weltlichen Rücksichten uns beeinflussen und wir einzig und allein von väterlicher Liebe bewogen werden, sie zur Liebe und zum Frieden zu ermahnen.“ Man sieht hieraus, der alte Geist des Pabstthums, der immer mit Lammesmiene den in Nöthen befindlichen Staaten seine Vermittlung anbot, um so Einfluß auf die Politik dieser Staaten zu gewinnen und die Ausführung seiner Wolfs⸗Absichten vorzubereiten, ist noch nicht aus Rom gewichen. In dem gegenwärtigen Falle dürfte aber weniger dieses, als vielmehr die Folge zu fürchten sein, daß ein vom Pabste befürworteter Friede gerade um'dieser Befürwortung willen nur um so unpopulärer werden dürfte; obwohl der kriegsbegeisterte, vom Abolitionsschwindel umgetriebene Apologet von dem Briefe des Pabstes sagt, daß derselbe „besonders in diesem Augenblicke gefährlich“ sei, „wo unsere Erfolge Versuchungen (!) zu einem Friedensschluß mit Compromissen bieten.“ Das Blatt geht also in seinem wahnsinnigen Fanatismus so weit, daß es die Gelegenheit zu einem Friedensschluß, der mit irgend einem Compromiß erkauft wird, für eine Versuchung ansieht! Wenn nur sein Ziel, die Abschaffung der Sclaverei, erreicht wird, dann mögen immerhin noch Hunderttausende unserer Mitbürger hingeschlachtet werden, ebenso viele Neger in ihrem Elende verkommen, der moralische und leibliche Ruin im Lande für jedes Christenherz immer grauenerregender werden — der Apologet segnet dann die „glorreichen“ Zeiten, in die sein Dasein gefallen ist, und er hat nur eine Sorge, unsere Gewalthaber möchten von dem unaussprechlichen Jammer dieses Krieges gerührt werden und einen christlichen Frieden machen.
Der „Lutheran und Missionary“ über Kirchenregiment und Autorität der Synoden. Es ist eine Thatsache, die sich einem jeden unbefangenen Beobachter der Ereignisse auf dem hiesigen kirchlichen Gebiet von selbst aufdrängt, daß die s. g. „brennenden Fragen,“ die in unserem alten Vaterland auftauchen und die Kirchen verunruhigen, nach einiger, oft geraumer Zeit in den specifisch amerikanischen Kirchen ihr Echo finden, freilich meist ein sehr schwaches, und nicht selten ein durch die jeweilige politische Zeitströmung modulirtes. So ging's weiland mit der Frage von Kirche und Amt, so geht es jetzt mit der Frage von Kirchenregiment, Kirchenordnungen und Gehorsam. Während der Streit über diese Frage, hervorgerufen zumal durch die Behauptungen des Breslauer Ober⸗Kirchen⸗Collegiums, in Deutschland längst im Gange ist, erhebt endlich auch das obengenannte Blatt in der Nummer vom 16ten Juli l. J. seine Stimme, um in das Kirchenregiments⸗Geschrei nachträglich mit einzufallen. Natürlich, es ist ja jetzt hier die Zeit des strong government, und die amerikanische Kirche, auch die sich „amerikanisch⸗lutherisch“ nennende, die Generalsynode, schreitet mit der Zeit fort. Darum muß denn
English translation AI translation
314 Contemporary Church History.
and taken my place, the land belongs to me also in a religious respect, to the exclusion of the right of every other) — thus it has been made serious." What does one call such reports? — In plain German: slander!
Death. On Sept. 1 died Pastor Dr. C. R. Demme of Philadelphia, Pa. He was a native of Saxony, had studied law there, and, after having served as a volunteer in the German Wars of Liberation, had come to America in the year 1816. Here he turned to theological studies, and was, after administering a pastorate near Hummelstown, Dauphin Co., Pa., pastor since Sept. 29, 1822, at St. Michael's and Zion's Church in Philadelphia.
„Papal Intervention.“ Under this heading the Apologete reports that the present Pope has recently issued a letter to the archbishops of New York and New Orleans, which contains a kind of intervention in our present national troubles. And indeed the letter reads in such a way that, without exaggeration, an attempt at indirect intervention may well be sought in it. The Pope writes, namely, to the designated dignitaries of the Roman Church in the United States: "Forget not, in our name, to remind and exhort the people and their supreme rulers that with a conciliatory spirit they accept peace and love one another with uninterrupted love. For we are confident that they will yield to our fatherly exhortations and will lend so much the more willing an ear to our words, as they themselves clearly and plainly perceive that no political or worldly considerations influence us, and that we are moved solely and alone by fatherly love to exhort them to love and to peace." One sees from this that the old spirit of the Papacy, which has always, with a lamb's countenance, offered its mediation to states in distress, so as thereby to gain influence over the politics of these states and to prepare the execution of its wolf's designs, has not yet departed from Rome. In the present case, however, less this is to be feared than rather the consequence that a peace advocated by the Pope would, precisely for the sake of this advocacy, become only the more unpopular; although the war-enthusiastic Apologete, driven about by abolitionist mania, says of the Pope's letter that it is "especially dangerous at this moment," "when our successes offer temptations (!) to a peace settlement involving compromises." The paper thus goes so far in its mad fanaticism that it regards the opportunity for a peace settlement, purchased by any compromise whatsoever, as a temptation! If only its goal, the abolition of slavery, is attained, then hundreds of thousands of our fellow citizens may go on being slaughtered, just as many Negroes may perish in their misery, the moral and bodily ruin in the land may become ever more horrifying to every Christian heart — the Apologete then blesses the "glorious" times into which its existence has fallen, and has but one concern: that our rulers might be moved by the unspeakable misery of this war and make a Christian peace.
The "Lutheran and Missionary" on Church Government and the Authority of Synods. It is a fact that forces itself upon every unbiased observer of events in the ecclesiastical field here, that the so-called "burning questions" which arise in our old fatherland and disturb the churches find, after some time, often a considerable time, their echo in the specifically American churches — an echo which is, to be sure, mostly very faint, and not seldom one modulated by the political current of the moment. So it once went with the question of church and ministry; so it now goes with the question of church government, church orders, and obedience. While the dispute over this question, called forth especially by the claims of the Breslau Supreme Church Council, has long been under way in Germany, at last the above-named paper also, in its number of the 16th of July of this year, raises its voice, to join belatedly in the outcry over church government. Naturally — it is, after all, now here the time of strong government, and the American church, even the one calling itself "American Lutheran," the General Synod, marches with the times. Therefore