Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 8 › Seite 244

Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — August 1861, Seite 244

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Predigtamt. 45⁵5⁷ · Rechtfertigung

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244 Union und lutherische Kirche in Bremerhaven.

antwortete der Senat am 25. Oct. 1854: „Daß durch die eingeführte Kirchenordnung und die kirchlichen Verhältnisse, wie sie sich in Gemäßheit derselben in Bremerhaven gestalten würden, die Glaubens⸗ und Gewissensfreiheit der Gemeindegenossen in keiner Weise beschränkt werde, vielmehr mit
Zuversicht erwartet werden könne, daß durch die zufolge dieser Kirchenordnung
getroffenen und noch weiter zu treffenden Einrichtungen den Bedürfnissen
aller Gemeindegenossen volle Befriedigung werde gewährt werden; daß daher
zu den Besorgnissen der Bittsteller kein Grund sich finde, und der Senat zu
ihnen das Vertrauen hege, daß sie selbst bei unbefangener Prüfung der Verhältnisse zu der Ansicht gelangen würden, daß ihrem Gesuche keine Folge
gegeben werden könne.“

Das war die Antwort auf obigen Protest, die weiter keiner Beleuchtung
bedarf. Die Lutheraner merkten wohl, daß ihrem guten Rechte ein eiserner
Arm entgegenstand, der sich nicht leicht biegen ließ. Sie schwiegen vorläufig.

Es folgte nun die Predigerwahl der unirten Gemeinde, welche ebenfalls
durch allerlei gewaltsame Mittel nicht nur dem Rechte, sondern selbst der
widerrechtlichen Kirchenordnung ins Gesicht schlug, wie das des näheren in
einer kleinen Broschüre des Pastor Hasenkamp in Lehe zu lesen ist. Der
Senat hatte sich aber verrechnet, wenn er meinte, daß seine Einrichtungen
allen Gemeindegenossen volle Befriedigung gewähren würden. Es entstand
eine Bewegung, die zunächst zur Einrichtung eines besonderen Gottesdienstes
in der Kapelle des Auswandererhauses führte, aus welcher aber nun schließlich das klare Bewußtsein sich hervorgearbeitet hat, daß nur durch Wiedereinsetzung der lutherischen Kirche in ihr altes, volles Recht, und durch eine
in sich und nach außen fest geschlossene Kirche lutherischen Bekenntnisses in
der allgemeinen Gährung fester Boden unter den Füßen gewonnen werden
könne.

Deshalb nahmen am 6. Dec. 1860 46 hiesige lutherische Bürger den
alten Protest von 1854 wieder auf, erklärten dem Senate ihre völlige Lossagung von der unirten Kirche und baten um Bestätigung ihres verfassungsmäßigen Rechtes, mit eigenen Hülfsmitteln eine lutherische Gemeinde zu
gründen. Als Antwort darauf erschien zunächst die Aufforderung, daß eine
Deputation der Lutheraner nach Bremen kommen möge, damit die Commission des Senats derselben einmal die Schwierigkeiten der Sache vorhalten
könnte. Zwei Deputirte machten sich denn nun auf den Weg, hatten eine
Stunde lang eine Unterredung mit den Commissären des Senats und verfochten ehrlich ihr gutes Recht. Sie kamen mit dem Eindrucke zurück, als
sei es unmöglich, daß der Senat geradezu das Gesuch abweisen werde. Aber
so kam es dennoch. Bald erfolgte die schriftliche Antwort des Senats, welche
den Austritt der Lutheraner aus der unirten Kirche für unbefugt erklärte, da
sie nach den in Bremerhaven geltenden kirchenrechtlichen Verhältnissen auch
als Lutheraner dem dort für das Kirchen⸗ und Schulwesen errichteten Gemeindeverbande unterworfen seien.

Es verstand sich von selbst, daß man sich bei dieser Entscheidung des Se⸗

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244 The Union and the Lutheran Church in Bremerhaven.

the senate replied on October 25, 1854: "That by the church order introduced
and by the churchly conditions as they would take shape in accordance with it
in Bremerhaven, the freedom of faith and of conscience
of the members of the congregation is in no way restricted; that rather it may
confidently be expected that by the arrangements made, and still to be made, in consequence of this church order,
full satisfaction will be granted to the needs
of all members of the congregation; that therefore
no ground is found for the petitioners' apprehensions, and that the senate has
the confidence in them that they themselves, upon an unprejudiced examination of the
circumstances, would come to the view that their petition could not be
granted."

That was the answer to the above protest, and it needs no further
illumination. The Lutherans well perceived that an iron arm stood against their good right,
one not easily bent. For the time being they kept silence.

There now followed the election of a preacher by the united congregation, which likewise,
by all sorts of violent means, flew in the face not only of law but even of the
unlawful church order, as may be read in more detail in
a small pamphlet by Pastor Hasenkamp in Lehe. But the
senate had miscalculated if it thought that its arrangements
would grant full satisfaction to all members of the congregation. A movement arose
which led first to the setting up of a separate service
in the chapel of the emigrant house, but out of which there has now at last
worked itself into clear consciousness the conviction that only through the reinstatement
of the Lutheran church in her old, full right, and through a
church of the Lutheran confession firmly closed within and without, can
firm ground be won under one's feet in the general ferment.

Therefore on December 6, 1860, 46 Lutheran citizens here took up again the
old protest of 1854, declared to the senate their complete renunciation
of the united church, and asked for confirmation of their constitutional
right to found a Lutheran congregation with their own means.
As an answer to this there came first the summons that a
deputation of the Lutherans should come to Bremen, so that the commission
of the senate might once set before them the difficulties of the matter.
Two deputies accordingly set out, had an
hour's conference with the senate's commissioners, and honestly
defended their good right. They came back with the impression that
it was impossible the senate should flatly reject the petition. But
so it turned out nonetheless. Soon there followed the senate's written answer, which
declared the Lutherans' withdrawal from the united church unauthorized, since
according to the canonical circumstances obtaining in Bremerhaven they were, even
as Lutherans, subject to the congregational body established there for church and school affairs.

It went without saying that no one could rest content with this decision of the