Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 4, Nummer 11 › Seite 351

Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — November 1858, Seite 351

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Beichte 2

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Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches. 351

Kirchlich⸗Zeitgeschichtliches.

I. Amerika.

Herr Pastor J. Weinmann fand, wie wir mit tiefem Leidwesen aus dem „Missionary" ersehen, bei dem Untergang des Dampfschiffes Austria, auf welchem er von einem Besuche seiner in Deutschland lebenden greisen Mutter zurückkehrte, seinen Tod. Eine mit dem Seligen gepflogene Correspondenz hat uns denselben besonders werth und theuer gemacht. Bei derselben Katastrophe verlor auch die Gemeinde Hrn. P. Brohm's in New York ein besonders theures, eifriges Glied an Herrn Wieland, der Vielen von der Versammlung der allgemeinen Synode in Fort Wayne und der allgemeinen Conferenz in Pittsburg, daran er als Deputirter thätigen Antheil nahm, in freundlicher Erinnerung sein wird.

Die ostpennsylvanische Synode war, wie wir aus dem Missionary ersehen, am 30. Sept. und die folg. Tage in Bloomsberg, Columbia Co., Pa., versammelt. „Der Präsident, heißt es, verlas seinen Jahresbericht, indem er auf die finanziellen Veränderungen, auf Legung des atlantischen Cabels und insonderheit auf das ungewöhnliche Interesse in der religiösen Welt, als auf Ereignisse Rücksicht nahm, die das vergangene Jahr immer merkwürdig machen werden." Es wurde beschlossen, daß dieselbe Person nicht für zwei auf einander folgende Jahre in dasselbe Amt wählbar sei. Zu diesem Beschlusse kam man erst nach einer lebhaften Discussion, in welcher die eine Parthei behauptete, daß alle Brüder der Synode darauf Anspruch hätten (were competent) Präsidenten zu werden und daß, wenn das Drei⸗Jahr⸗System beibehalten werden sollte, es 120 Jahre nehmen würde, ehe jedes Glied die Ehre gehabt haben würde über diesen Körper zu präsidiren. Hätten diese Herrn am Sonntag vorher (Dom. XVII. p. Trin.) über das Evangelium gepredigt, nehmlich Luc. 14, 1—11., namentlich V. 7—11., so würden sie sich hoffentlich geschämt haben.

Die englische Synode von Ohio und den benachb. St. erklärt, daß ihre früher im „Standard" veröffentlichte Constitution mit dem Original nicht völlig stimme; darin müsse es heißen, daß alle Glieder sich zu der Lehre des Wortes Gottes bekennen, „wie solche in der Ungeänderten Augsb. Conf. und Luthers kleinem Katech. niedergelegt ist und zwar im Sinne und Geist der anderen symbol. Bücher." (Vgl. L. und W. Decemberheft v. J. S. 381.) In dem Bericht des Ministeriums dieser Synode finden wir die amerikanische Seltenheit, daß ein zum Examen pro ministerio Zugelassener den Repuls erhielt.

Die Verwaltungsbehörde des s. g. Missions⸗Instituts, dessen Errichtung hauptsächlich durch Dr. Benj. Kurtz betrieben worden ist, behufs mehr praktischer Ausbildung von Predigern, hat am 31. Aug. u. a. folgenden Beschluß gefaßt: „Beschlossen, daß wir die beiden Departements, welche die Missions⸗Anstalt bilden, als getrennt und unabhängig von allen andern Schulen unserer Kirche betrachten, indem wir nicht Willens sind, daß sie als einer besonderen Secte angehörend, oder als das Interesse irgend eines theologischen oder College⸗Instituts unserer Kirche besonders beförderend und ähnliche Anstalten anderer Kirchen ausschließend angesehen werden sollen." (Luth. Kirchenb.) Man sieht hieraus, Herr Dr. Kurtz und die Verwaltungsbehörde sind consequente Generalsynoden⸗Leute.

II. Ausland.

Löhe und die Privatbeichte. In dem Correspondenzblatt der Gesellschaft für innere Mission nach dem Sinne der lutherischen Kirche finden sich „Neuendettelsauer Briefe von W. Löhe," worin der Briefsteller den ihm gemachten Vorwurf, als habe er die römische Ohrenbeichte in seiner Gemeine eingeführt, von sich zurückweist. In diesen Briefen heißt es: „Es lüstet mich übrigens, Dir aus einem Dictate, welches ich den heurigen Confirmanden gegeben habe, ein kurzes Stück hier abzuschreiben, damit Du recht genau wissest, wie ich es mit der Privatbeichte halte und von ihr denke. Die Privatbeichte, heißt es da, geschieht zu einem verschiedenen Zweck: 1) Entweder beichtet man blos deshalb privatim, weil man die besondere Absolution empfangen will; dann ist es hinreichend, mit einer Formel zu beichten. 2) Oder man beichtet in der Absicht, besonders drückende Sünden vorzubringen und sich dafür absolviren zu lassen; dann lehrt einem der kleine Katechismus Luthers, wie man das Bekenntniß der besonderen Sünden in eine allgemeine Formel einfügen kann, wenn man sich nicht durchweg der freien Rede bedienen will. 3) Oder man beichtet, um Seelenrath für besondere Sünden zu bekommen, an deren Vergebung man nicht zweifelt, zu denen man aber immer neue Versuchungen hat, ohne sie überwinden zu können; dann wird man sich am besten des Beichtgespräches bedienen. 4) Oder man beichtet, um sich zu demüthigen; dann sagt man das Demüthigende, so viel oder wenig es ist. 5) Oder endlich, man beichtet, um sich einem Seelsorger recht offen zu erkennen zu geben und ihm die Seelsorge desto leichter zu machen; dann wird die Beichte zum Lebenslauf oder zu dem, was die Römischen Generalbeichte nennen.

Von diesen verschiedenen Arten zu beichten wähle dir jederzeit diejenige, welche du bedarfst; (!) die Wahl ist deine eigene Verantwortung. Auch ist es ganz gleich, ob du schriftlich

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Church and Contemporary Notices. 351

Church and Contemporary Notices.

I. America.

The Rev. Pastor J. Weinmann, as we learn with deep sorrow from the "Missionary," met his death in the sinking of the steamship Austria, on which he was returning from a visit to his aged mother living in Germany. A correspondence carried on with the departed has made him especially dear and precious to us. In the same catastrophe the congregation of the Rev. P. Brohm in New York also lost an especially dear and zealous member in Mr. Wieland, who will be remembered fondly by many from the meeting of the General Synod at Fort Wayne and the general conference at Pittsburg, in which he took an active part as a deputy.

The Eastern Pennsylvania Synod met, as we learn from the Missionary, on September 30th and the following days at Bloomsberg, Columbia Co., Pa. "The president," it states, "read his annual report, in which he gave attention to the financial changes, to the laying of the Atlantic cable, and especially to the unusual interest in the religious world — events which will always make the past year notable." It was resolved that the same person should not be eligible for the same office for two years in succession. This resolution was reached only after a lively discussion, in which the one party maintained that all the brethren of the synod had a claim (were competent) to become president, and that if the three-year system were retained, it would take 120 years before every member would have had the honor of presiding over this body. Had these gentlemen preached on the Gospel the Sunday before (Dom. XVII. p. Trin.), namely Luke 14:1–11, particularly verses 7–11, they would presumably have been ashamed of themselves.

The English Synod of Ohio and the neighboring states declares that the Constitution it earlier published in the "Standard" does not fully agree with the original; it must read there that all members confess the doctrine of the Word of God "as it is laid down in the Unaltered Augsburg Confession and Luther's Small Catechism, and indeed in the sense and spirit of the other symbolical books." (Cf. L. u. W., December issue of last year, p. 381.) In the report of the ministerium of this synod we find the American rarity of a candidate admitted to the examination pro ministerio being rejected.

The administrative board of the so-called Mission Institute, whose establishment was chiefly promoted by Dr. Benj. Kurtz for the purpose of the more practical training of preachers, passed the following resolution among others on August 31: "Resolved, that we regard the two departments which make up the Mission Institute as separate and independent of all other schools of our Church, inasmuch as we are unwilling that they be viewed as belonging to any particular sect, or as especially promoting the interest of any theological or college institute of our Church, and thereby excluding similar institutions of other churches." (Luth. Church paper.) One sees from this that Dr. Kurtz and the administrative board are consistent General Synod men.

II. Abroad.

Löhe and Private Confession. In the correspondence bulletin of the Society for Home Missions in the spirit of the Lutheran Church there appear "Neuendettelsau Letters by W. Löhe," in which the writer rejects the charge made against him of having introduced Roman auricular confession into his congregation. In these letters it says: "It occurs to me, by the way, to copy out here for you a short passage from a dictation which I gave this year's confirmands, so that you may know quite precisely how I regard and practice private confession. Private confession, it states there, serves a variety of purposes: 1) Either one confesses privately simply because one wishes to receive the particular absolution; then it is sufficient to confess using a formula. 2) Or one confesses with the intention of bringing forward particularly oppressive sins and having them absolved; then Luther's Small Catechism teaches one how to fit the confession of one's particular sins into a general formula, if one does not wish to make use throughout of free speech. 3) Or one confesses in order to obtain counsel for the soul concerning particular sins, of whose forgiveness one has no doubt but against which one is continually tempted anew without being able to overcome them; then one will do best to make use of the confessional conversation. 4) Or one confesses in order to humble oneself; then one states whatever is humbling, whether much or little. 5) Or finally, one confesses in order to make oneself quite openly known to a confessor and thereby make the cure of souls easier for him; then confession becomes a kind of life-history, or what the Roman Catholics call general confession.

Of these various kinds of confessing, choose for yourself at any time the one you need; (!) the choice is your own responsibility. It is likewise entirely immaterial whether you confess in writing