Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 3, Nummer 10 › Seite 300
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — October 1857, Seite 300
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300 Der Chiliasmus etlicher angesehener Kirchenväter in den ersten Jahrhunderten.
sollen nicht mehr da sein Kinder, die ihre Tage nicht erreichen, oder Alte, die ihre Jahre nicht erfüllen. Denn ein Hundertjähriger wird ein Jüngling sein, sterben aber wird der hundertjährige Sünder und verflucht sein. Und sie werden Häuser bauen und selbst bewohnen, und werden Weinberge pflanzen und selbst die Früchte derselben essen und den Wein trinken: sie werden nicht bauen, daß andere bewohnen, sie werden nicht pflanzen, daß andere essen. Denn die Tage meines Volks werden sein wie die Tage eines Baums. Die Werke ihrer Arbeiten werden sich vervielfachen. Meine Auserwählten werden nicht vergeblich arbeiten, noch werden sie Kinder zeugen zum Fluche, denn sie werden ein gerechter und vom Herrn gesegneter Same sein, und ihre Enkel mit ihnen. Und es soll geschehen, ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich sagen: was ist? Dann werden Wölfe und Lämmer weiden zugleich, und der Löwe wird Spreu essen, wie ein Rind, die Schlange aber Erde, wie Brod. Sie werden nicht gottlos handeln, noch Schaden leiden auf dem heiligen Berge, sagt der Herr.“ — In diesen Worten, sage ich, sehen wir die tausend Jahre mystisch bezeichnet, weil darin gesagt ist: „Denn die Tage meines Volks werden sein wie die Tage eines Baums, die Werke ihrer Arbeiten werden sich vervielfachen.“ Denn als dem Adam gesagt worden, an welchem Tage er von dem Baume esse, würde er auch sterben, wissen wir, daß er tausend Jahre nicht erfüllt hat. Wir wissen auch, daß jenes Wort, der Tag des Herrn sei wie tausend Jahre, hieher gehört. Und ein gewisser Mann bei uns, welcher Johannes hieß, einer von den zwölf Aposteln Christi, hat in der Offenbarung, welche ihm gezeigt wurde, vorhergesagt, daß die, welche an unsern Christus glauben, tausend Jahre in Jerusalem zubringen würden, und danach würde die allgemeine und ewige Auferstehung aller zugleich und das Gericht statt haben. Dies hat auch unser Herr gesagt, daß sie weder freien werden, noch sich freien lassen, sondern gleich sein den Engeln, als Kinder Gottes der Auferstehung.“
Es ist leicht zu ersehen, daß Justin biblische Stellen, welche von dem regnum gloriæ handeln, fälschlich auf sein tausendjähriges Reich bezieht.
(Den Chiliasmus des Irenäus, der besonders sinnlich ist, können wir leider nicht mit dessen Worten darstellen, was allein unserm Zweck entspräche, da dessen Werke in unserer Bibliothek noch nicht vorhanden sind.)
Tertullian († 120, war vormals Redner und Advocat, nach seiner Bekehrung Presbyter zu Carthago, trat aber um 201 zum Montanismus über) sagt adv. Marc. III, 24: Wir bekennen ein uns auf Erden wieder verheißenes Reich, aber vor dem Himmel, in einem andern Zustande, nämlich nach der Auferstehung auf tausend Jahre in der von Gott zubereiteten und vom Himmel herab gekommenen Stadt Jerusalem, welche auch der Apostel als unsere Mutter, die droben ist, bezeichnet, und indem er erklärt, daß unser politeuma, d. i. unser Bürgerrecht, im Himmel sei, rechnet er dies zu einer durchaus himmlischen Stadt. Diese hat auch Ezechiel gekannt und Johannes gesehen und für sie legt auch das Wort der neuen Prophetin, welche bei unserm Glauben (dem montanistischen) ist, Zeugniß ab.“
English translation AI translation
300 The Chiliasm of Certain Distinguished Church Fathers in the First Centuries.
shall no more be there children who do not attain their days, or old men who do not fulfill their years. For a hundred-year-old shall be a youth, but the hundred-year-old sinner shall die and be accursed. And they shall build houses and dwell in them themselves, and shall plant vineyards and themselves eat the fruits thereof and drink the wine: they shall not build that others may dwell, they shall not plant that others may eat. For the days of my people shall be as the days of a tree. The works of their labors shall be multiplied. My chosen ones shall not labor in vain, nor shall they beget children for a curse, for they shall be a righteous seed blessed of the Lord, and their grandchildren with them. And it shall come to pass, before they call I will answer; while they are yet speaking I will say: what is it? Then wolves and lambs shall feed together, and the lion shall eat chaff like an ox, but the serpent earth like bread. They shall not act wickedly, nor suffer harm on my holy mountain, says the Lord." — In these words, I say, we see the thousand years mystically indicated, because it is said therein: "For the days of my people shall be as the days of a tree, the works of their labors shall be multiplied." For since it was said to Adam that on the day he ate of the tree he would also die, we know that he did not complete a thousand years. We also know that that saying, the day of the Lord is as a thousand years, belongs here. And a certain man among us, whose name was John, one of the twelve apostles of Christ, foretold in the Revelation which was shown him that those who believe in our Christ would spend a thousand years in Jerusalem, and that thereafter the general and eternal resurrection of all together and the judgment would take place. This our Lord also said, that they shall neither marry nor be given in marriage, but shall be like the angels, as children of God of the resurrection."
It is easy to see that Justin wrongly applies to his thousand-year kingdom biblical passages that treat of the regnum gloriæ.
(The chiliasm of Irenaeus, which is especially sensual, we unfortunately cannot present in his own words, which alone would suit our purpose, since his works are not yet in our library.)
Tertullian († 120; he was formerly an orator and advocate, after his conversion a presbyter at Carthage, but went over to Montanism about 201) says adv. Marc. III, 24: We confess a kingdom promised to us again on earth, but before heaven, in another condition, namely after the resurrection, for a thousand years, in the city of Jerusalem prepared by God and come down from heaven, which the apostle also designates as our mother that is above; and in declaring that our politeuma, that is, our citizenship, is in heaven, he reckons this to be an altogether heavenly city. Ezekiel also knew this city and John saw it, and the word of the new prophetess, who belongs to our faith (the Montanist), also bears witness to it."