Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 2, Nummer 2 › Seite 46

Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — Februar 1856, Seite 46

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46 Das kirchliche Informatorium.

Jedermann.“ Das ist nach dem Zeugniß des heil. Geistes nun die missourische
Zukunft.“

Was das für ein Gott, und der wie vielste heil. Geist es sein mag, der
mitten in den Koth der Verläumdung und des rohen Spottes das Heiligthum
solcher Rede geworfen hat! der ist's gewiß nicht, welcher uns verbietet, die
Perle vor die Säue zu werfen. Der Schreiber dieser Lästerung aber möge
doch, wenn er eine so gute Zuversicht zu der Wahrheit seiner grausenerregenden
Weissagung hat, wie er in diesen Worten zu erkennen gibt, die Zeit abwarten
. Der Fluch, den er uns einmal zusandte, wäre ja genug gewesen.
Ist er so ungeduldig, daß Sein Gott noch gar keine Anstalten macht, seinem
Propheten das Siegel auf die Stirn zu drücken, das ihn in den Augen der
missourischen Prediger furchtbar machen könnte?

Wir müssen in der That erst Zeichen und Wunder sehen und auch das
genügt uns nicht: die Lehre muß erst rein sein. Anders dürfen wir nach
Luthers Lehre keinen Propheten hören, der uns ohne Beruf die Hölle heiß
machen will.

Unser liebevoller Rath ist daher daß der Redacteur des Informatoriums
nebst seinen Mitarbeitern, statt unnützer Weise in dieser kriegerischen Zeit
Pulver zu verschießen, die Lehre vom Beruf ein wenig treiben und sich der
Mühe unterziehen mögen, das zweite und achte Gebot in die Uebung zu
bringen.

Wir beten und hoffen, so lange es heute heißt, daß Gott des Satans
List in der Ehrw. Synode von Buffalo zu Schanden machen und ihren Gliedern
die Augen über das Elend öffnen möge, in das sie sich muthwillig stürzen
, wenn sie vor einem Geiste, wie er das Informatorium durchweht, nicht
ablassen wollen, die Kniee ihres Herzens zu beugen. Aber unter den gegenwärtigen
Umständen wehrt uns die Gemeinschaft mit solchen Leuten, bis sie
gründliche Beweise davon liefern, daß sie aus des Teufels Strick nüchtern geworden
sind, der, welcher gesagt hat:

„Doch wenn ein Prophet vermessen ist zu reden in meinem Namen, das
„ich ihm nicht geboten habe zu reden, und welcher redet in dem Namen an⸗
„derer Götter, derselbe Prophet soll sterben.“

„Ob du aber in deinem Herzen sagen würdest: Wie kann ich merken,
„welches Wort der HErr nicht geredet hat?“

„Wenn der Prophet redet in dem Namen des HErrn, und wird nichts
„daraus, und kommt nicht, das ist das Wort, das der HErr nicht geredet hat,
„der Prophet hats aus Vermessenheit geredet, darum scheue dich nicht vor
„ihm.“ 5 Mos. 18, 20.—22.

R. Röbbelen.

English translation AI translation

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46 The Church Informatorium.

...everyone." That is, according to the testimony of the Holy Spirit, now the Missourian future."

What sort of a god, and which numbered "holy spirit," this may be that has flung the sanctity of such speech into the mud of slander and of crude mockery — he is certainly not the one who forbids us to cast pearls before swine. Let the writer of this blasphemy, however, if he has such good confidence in the truth of his dread-inspiring prophecy as he gives us to understand in these words, wait for the time to come. The curse he once sent our way would truly have been enough. Is he so impatient that his god still makes no preparations at all to press the seal upon his prophet's forehead — the seal that might make him terrible in the eyes of the Missourian preachers?

We indeed must first see signs and wonders, and even that does not satisfy us: the doctrine must first be pure. Otherwise, according to Luther's teaching, we may listen to no prophet who, without a call, wishes to make hell hot for us.

Our loving counsel, therefore, is that the editor of the Informatorium, together with his co-workers, instead of uselessly burning powder in this belligerent season, might practice the doctrine of the call a little and take upon themselves the trouble of putting the second and eighth commandments into practice.

We pray and hope, so long as it is called today, that God may put the devil's cunning to shame in the Reverend Synod of Buffalo, and may open the eyes of its members to the misery into which they willfully plunge themselves if, before a spirit such as pervades the Informatorium, they will not cease to bow the knees of their hearts. But under the present circumstances, fellowship with such people is forbidden us, until they furnish thorough proof that they have become sober, free of the devil's snare — of him who has said:

"But if a prophet presumes to speak in my name anything I have not commanded him to speak, or who speaks in the name of other gods, that same prophet shall die."

"And if thou shalt say in thine heart: How shall we know the word which the LORD hath not spoken?"

"When a prophet speaketh in the name of the LORD, and the thing does not follow, nor come to pass, that is the word which the LORD hath not spoken; the prophet hath spoken it presumptuously: thou shalt not be afraid of him." Deut. 18:20–22.

R. Röbbelen.