Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 2, Nummer 2 › Seite 57
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — Februar 1856, Seite 57
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(Aus dem Preußisch-Luth. Kirchenblatt.)
Ein Besuch in Amsterdam.*)
In Betracht der innigen Theilnahme, welche wir Lutheraner in Baden
von den holländischen Brüdern in Amsterdam seit Jahren erfahren durften,
konnte und durfte ich einer wiederholten Einladung, einen Besuch bei den
Brüdern in Amsterdam zu machen, nicht widerstehen. Der Besuch der
Cölner lutherischen Conferenz in den Tagen des 12. und 13. September d. J.
hatte mich den holländischen Brüdern auf halbem Wege genähert, und ich benutzte
das Rheindampfboot von Cöln bis nach Arnheim, und von da die Eisenbahn
, um nach Amsterdam zu gelangen. Dort empfing mich die innigste
brüderliche Liebe und ich genoß derselben in den fünf Tagen meines dortigen
Aufenthaltes, Tagen reicher Erquickung nach langer Einsamkeit und Entbehrung
. Pastor Lenz wirkt an der großen lutherischen Gemeinde in Amsterdam
, welche 25,000 Seelen zählte, neben welcher eine Gemeinde von 8000
Seelen der s. g. hergestellten lutherischen Kirche, welche sich vor mehreren Jahrzehnten
von der Landeskirche getrennt hat, sich befindet. Die Trennung ist
nicht um des Bekenntnisses willen geschehen, denn das letztere besteht in der
holländischen lutherischen Kirche zu Recht; eine gründliche Erneuerung des
Glaubenslebens, auf dem Grunde des Bekenntnisses wird aber neuerlich von
den beiden genannten Gemeinden als dringendstes Bedürfniß erkannt. Dafür
zeugt die Gründung eines niederländischen kirchlichen Vereins für die evangelisch
⸗lutherische Mission, welche im Anfange des Jahres 1852 geschah und
an welchem sich Glieder der beiden Gemeinden betheiligen. Ich theile zuerst
einen Auszug aus den Statuten dieses Vereins mit. In demselben heißt es:
„Wer einen bestimmten Glauben hat, der wird und muß ihn auch bekennen;
und kein billig Denkender kann es ihm verargen, wenn er denselben, so weit
es ohne Beeinträchtigung der Rechte Anderer geschehen kann, auszubreiten
sucht. Die Unterzeichneten nun haben ihr Heil und ihren Frieden gefunden
in dem Glauben der evangelisch⸗lutherischen Kirche, wie derselbe, übereinstimmend
mit Gottes heiligem Worte, in den Bekenntnißschriften dieser Kirche,
(wovon Luthers kleiner Katechismus und die Augsburgische Confession als
allgemein bekannt vorausgesetzt werden dürfen) enthalten ist. Sie fühlen sich
deshalb gedrungen, von diesem ihrem Glauben auch ein thatsächliches Zeugniß
abzulegen, und sind daher am heutigen Tage zusammen getreten zur
Gründung eines Vereins, welcher den Namen „Niederländischer Verein für
die evangelisch⸗lutherische Mission“ tragen und seinen Sitz zu Amsterdam
haben wird. Man hat sich über folgende Bestimmungen vereinigt:
1. Der allgemeine Zweck des Vereins ist: der Mission der evangelischlutherischen
Kirche dienend zu helfen. Daher betrachtet er als seine beson⸗
*) Obwohl die nachstehende Mittheilung den Lesern des Kirchenbl. erst lange nachdem
sie niedergeschrieben war zu Gesicht kommt, so wird sie doch gewiß nicht zu spät kommen, um
gern gelesen zu werden. D. H.
English translation AI translation
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(From the Prussian-Lutheran Church Gazette.)
A Visit in Amsterdam.*
In view of the heartfelt fellowship which we Lutherans in Baden have for years been permitted to experience from the Dutch brethren in Amsterdam, I could not, and ought not, resist a repeated invitation to pay a visit to the brethren in Amsterdam. The visit to the Cologne Lutheran Conference on the 12th and 13th of September of this year had brought me halfway toward the Dutch brethren, and I made use of the Rhine steamboat from Cologne to Arnhem, and from there the railway, in order to reach Amsterdam. There the most heartfelt brotherly love received me, and I enjoyed it during the five days of my stay there — days of rich refreshment after long solitude and privation. Pastor Lenz labors at the great Lutheran congregation in Amsterdam, which numbered 25,000 souls, alongside which there is found a congregation of 8,000 souls of the so-called Restored Lutheran Church, which some decades ago separated from the territorial church. The separation did not take place for the sake of the confession, for the latter stands as valid law in the Dutch Lutheran Church as well; but a thorough renewal of the life of faith, on the ground of the confession, has of late been recognized by both named congregations as their most pressing need. Witness to this is the founding of a Netherlands ecclesiastical association for the Evangelical-Lutheran mission, which took place at the beginning of the year 1852, and in which members of both congregations take part. I shall first share an extract from the statutes of this association. It reads there: "Whoever holds a definite faith must and will also confess it; and no fair-minded person can hold it against him if he seeks to spread it, so far as this can be done without infringing on the rights of others. The undersigned have now found their salvation and their peace in the faith of the Evangelical-Lutheran Church, as it, in agreement with God's holy Word, is contained in the confessional writings of this Church (of which Luther's Small Catechism and the Augsburg Confession may be presumed generally known). They feel compelled, therefore, also to give factual testimony to this their faith, and have accordingly come together this day for the founding of an association, which shall bear the name 'Netherlands Association for the Evangelical-Lutheran Mission' and shall have its seat at Amsterdam. Agreement has been reached on the following provisions:
1. The general purpose of the association is: to render helping service to the mission of the Evangelical-Lutheran Church. It therefore regards as its special
* Although the following communication reaches the readers of the Kirchenblatt only long after it was written down, it will certainly not come too late to be read with pleasure. — Ed.