Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 2, Nummer 1 › Seite 5
Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — Januar 1856, Seite 5
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Einige Glossen zu Bunsen's Aphorismen und dessen „Stellung und Aufgabe ꝛc. 5
als heilsam sein und würde derselbe gewiß vor allem den unvergleichlichen Segen bringen, daß der freilich noch fort und fort auch innerhalb unserer Kirche nöthige Kampf das Gepräge eines gegenseitigen Wetteifers von Brüdern für die treue Bewahrung des köstlichen Kleinodes der Lehrreinheit und Einheit bekäme und behielte.
Wir unterlassen es, um den Brüdern nicht vorzugreifen, uns weiter über den gemachten Vorschlag auszusprechen. Dem unsichtbaren HErrn und Oberhaupte der Kirche die Sache befehlend, warten wir nun darauf, sei es in Privatbriefen, sei es vermittelst unserer kirchlichen Zeitschriften, über die Gegenstände, Form, Zeit, Ort ꝛc. solcher gemeinsamen Berathungen die Meinung derjenigen zu vernehmen, die die Sache ihrer Ueberlegung und Besprechung werth achten. Wir bemerken nur noch nachträglich, daß die Zusammenkünfte und Berathungen bei aller Oeffentlichkeit natürlich nur privaten Characters sein und alle Gegenwärtigen, ohne dabei eine Vertretung ihrer resp. Synoden zu beabsichtigen, nur für ihre Person Theil nehmen sollten.
(Eingesandt.)
Einige Glossen zu Bunsen's Aphorismen und dessen
„Stellung und Aufgabe der deutschen Nation und
Theologie." *)
Wir Buschpastoren im Westen sehen leider nur selten Etwas von den außerordentlichen Geistesstrahlen der bedeutenden, neuesten, theologischen Literatur; die kostspielige Beschaffung des dazu nothwendigen Materials, die vielen, täglichen Berufsarbeiten und Kämpfe setzen uns Etwas außer Cours. Die Zeit mit ihrem Lichte geht uns voran und wir bleiben im Halbdunkel sitzen, geht dann wieder eine neue theologische Rakete auf, so kann man sich in den Glanz erst nicht recht finden, man weiß nicht, ist es ein Noth= oder Freudensignal. — Hin und wieder bringt der „Kirchenfreund" so Etwas vom Neuesten und Besten und davon profitirt dann unser einer auch. Im Juniheft 1853 zeigt Professor Schaff Dr. Bunsen's (des preußischen Gesandten zu London) „Hippolyt und seine Zeit" an, er nennt es „eine der bedeutendsten Erscheinungen der neuesten theologischen Literatur" und bringt dann dessen „Aphorismen aus der Philosophie der Geschichte" und in den folgenden Heften einen Auszug aus „der äußerst interessanten" Vorrede der deutschen Ausgabe desselben Werkes, nämlich „die Stellung und Aufgabe der deutschen Nation und Theologie." — Es geht mir nun sonderbar, so Etwas von der alten Ehr=
*) Schon vor mehr als Jahresfrist war dieser Aufsatz in unseren Händen. Aus Versehen ist er bis jetzt zurückgeblieben. Er dürfte auch jetzt noch nicht ohne Interesse und Nutzen für unsere Leser sein. Möchte der verehrte Verfasser uns unsere Nachlässigkeit verzeihen und dieselbe nicht durch Entziehung fernerer Mitarbeit an unserer Zeitschrift rächen!
Red. d. L. u. W.
English translation AI translation
Some Glosses on Bunsen's Aphorisms and His "Position and Task," etc. 5
salutary, and would surely, above all, bring the incomparable blessing that the struggle — still necessary, to be sure, again and again even within our own church — would take on the character of a mutual rivalry among brethren for the faithful preservation of the precious treasure of purity of doctrine and unity, and would keep that character.
We forbear, so as not to anticipate the brethren, from expressing ourselves further on the proposal here made. Commending the matter to the unseen Lord and Head of the church, we now wait to hear — whether in private letters or by means of our church papers — the opinion of those who deem the matter worthy of their consideration and discussion, as to the subjects, form, time, place, etc., of such joint deliberations. We remark only, further, that the meetings and deliberations, however public, would of course be only of a private character, and that all present, without thereby intending any representation of their respective synods, should take part only in their own persons.
(Contributed.)
Some Glosses on Bunsen's Aphorisms and His
"Position and Task of the German Nation and
Theology." *)
We bush-pastors out west unfortunately see only rarely anything of the extraordinary flashes of intellect from the important, newest theological literature; the costly procurement of the material necessary for that, the many daily labors and struggles of our calling, keep us somewhat out of the current. Time, with its light, goes on ahead of us, and we remain sitting in the half-dark; and when a new theological rocket then goes up, one cannot quite find one's bearings in the glare at first — one does not know whether it is a distress signal or a signal of joy. — Now and then the "Kirchenfreund" brings us something of the newest and best, and from it one of us out here profits as well. In the June number of 1853, Professor Schaff reviews Dr. Bunsen's (the Prussian envoy to London's) "Hippolytus and His Age," calling it "one of the most significant productions of the newest theological literature," and then gives his "Aphorisms from the Philosophy of History," and in the following numbers an excerpt from the "extremely interesting" preface to the German edition of the same work, namely "The Position and Task of the German Nation and Theology." — Now, it strikes me as odd, to see something of the old rev-
*) This article had already been in our hands for more than a year. Through an oversight it has remained unpublished until now. It is probably still not without interest and profit for our readers, even now. May the esteemed author forgive us our negligence, and not avenge it by withholding further contributions to our journal!
— The Editors of Lehre und Wehre.