Collection › Lehre und Wehre (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 5, Nummer 8 › Seite 246

Lehre und Wehre St. Louis, Missouri — August 1859, Seite 246

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246 Die lutherische Eintheilung der zehen Gebote.

bote“ trennt, der mache nur wenigstens mit seiner Unterscheidung vollen Ernst und hinke nicht auf beiden Seiten, so wird eine Verständigung mit ihm wohl noch möglich sein. 11) Weil wir Exod. 20, 3—5 in Eins zusammenfassen, so nehmen wir Maß, Sinn und Umfang des „Bilderverbotes“ aus dem „Götzenverbote“, statuiren also nicht zwei grundverschiedene Arten von Abgöttern, sondern halten die Bilder für „Götzen“ von Menschenhänden gemacht. Ein Götze ist aber nicht schon an und für sich, seiner Natur und Wesen nach, ein Abgott, sondern wird es erst, wenn man ihn anbetet, ihm dient, und hört auf es zu sein und wird wieder, was er ursprünglich war (ein Geschöpf und Gabe Gottes, wie die Sap. 13, 2 erwähnten: Feuer, Luft, Wasser, Sterne, — oder ein Werk menschlicher Kunst, wie 2 Reg. 18, 4), sobald die Verehrung unterbleibt. Darum halten wir für sündlich und verboten, irgend ein Bild anzubeten, zu verehren, ihm zu dienen; aber auch: zum Zweck der Anbetung, Verehrung und Dienstes irgend ein Bild, von welcher Form, für welchen Bestimmungsort, zu wessen Versinnlichung und Darstellung es immer sei, zu machen und aufzustellen. Aber abgesehen vom Götzendienst halten wir die Bilder nicht für verboten. 12) Ein vom „Götzenverbote“ wesentlich unterschiedenes „Bilderverbot“ darf seinen Inhalt und Umfang nicht anders woher als aus sich selbst schöpfen. Dann ergibt sich Folgendes. Zuerst trifft das Verbot alle Bilder ohne Unterschied. Sodann erklärt es, im Unterschiede von den Götzen, die Bilder schon an und für sich, ihrem Wesen und Natur nach, ganz abgesehen von aller Verehrung, für Abgötter, die es sind, ehe sie noch angebetet werden, die es bleiben, wenn ihr Dienst längst eingestellt worden ist, oder überhaupt niemals stattgefunden hat. Darum wird nicht blos, wie bei den Götzen, zweierlei Cultus, sondern dreierlei Bilderabgötterei verboten: a) Du sollst kein Bildniß machen; b) Du sollst sie nicht anbeten; c) Du sollst ihnen nicht dienen. Dies und nichts anderes ist der Sinn und Gehalt des vom ersten Gebote materiell getrennten mosaischen Bilderverbotes. 13) Man beschuldigt uns, wir hätten das „zweite“ sinaitische Gebot abgethan, und Stier (a. a. O. S. 22) darf dreist schreiben: „Darum fordere ich für den Dekalog den urtextlichen Bestand, folglich auch das Bilderverbot als zweites Gebot im Namen des biblischen Principes und im Widerspruch mit der lutherischen Ueberlieferung zurück.“ Nun wohl! so mögen denn die frommen Hüter der heiligen zehn Gebote zuvörderst uns unfrommen Schriftverfälschern einen schlagenden, unzweideutigen Beweis geben, daß jener Vorwurf und diese Forderung wirklich aus tiefer Ehrfurcht vor dem göttlichen Worte, nicht aus Heuchelei, Lutheranerhaß, Rechthaberei oder anderer Unlauterkeit hervorgegangen ist. Unter dem schlagenden Beweise verstehen wir nicht etwa irgend ein großes, schweres Werk, wohl gar ein Wunder; o nein, nur ein höchst geringes, für unsere überheiligen Eiferer um Gottes Ehre sich ganz von selbst verstehendes Stücklein; wir begehren bloß, daß sie rund und unumwunden alle Malerei, Bildhauerei, Zeichnen und Bildmachen verdammen, als eben so sündlich und verboten, wie Mord, Ehebruch, Diebstahl und Meineid. Denn das fordert der klare Wort⸗

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246 The Lutheran Division of the Ten Commandments.

...idols" separates the "prohibition of images" — let him at least make his distinction with full seriousness and not limp on both sides, and an understanding with him should still be possible. 11) Because we combine Exodus 20:3–5 into one, we take the measure, sense, and scope of the "prohibition of images" from the "prohibition of idols," and thus do not posit two fundamentally different kinds of false gods, but hold images to be "idols" made by human hands. But an idol is not already, in and of itself, by its nature and essence, a false god; rather it only becomes one when it is worshipped and served, and it ceases to be one and becomes again what it originally was (a creature and gift of God, such as the fire, air, water, and stars mentioned in Wisdom 13:2 — or a work of human art, as in 2 Kings 18:4), as soon as veneration of it ceases. We therefore hold it to be sinful and forbidden to worship any image, to venerate it, to serve it; but also to make and set up any image whatsoever — of whatever form, for whatever intended place, for whatever representation or depiction — for the purpose of worship, veneration, and service. But apart from idol-worship, we do not hold images to be forbidden. 12) A "prohibition of images" essentially distinct from the "prohibition of idols" may draw its content and scope from nothing else but itself. From this the following results. First, the prohibition would strike all images without distinction. Second, it would declare, unlike the case of idols, that images are already, in and of themselves, by their essence and nature — quite apart from any veneration — false gods, which they are before they are even worshipped, and which they remain even when their worship has long since ceased, or indeed never took place at all. Therefore not merely two kinds of worship, as with idols, but three kinds of image-idolatry would be forbidden: a) You shall make no image; b) You shall not worship them; c) You shall not serve them. This, and nothing else, is the sense and content of a Mosaic prohibition of images separated in substance from the first commandment. 13) We are accused of having done away with the "second" Sinaitic commandment, and Stier (op. cit., p. 22) dares to write: "I therefore demand back for the Decalogue its original textual state, and consequently also the prohibition of images as the second commandment, in the name of the biblical principle and in contradiction to Lutheran tradition." Very well then! Let the pious guardians of the holy Ten Commandments first give us, the impious falsifiers of Scripture, a striking, unambiguous proof that this reproach and this demand truly proceed from deep reverence for the divine Word, and not from hypocrisy, hatred of Lutherans, contentiousness, or some other impurity of motive. By a striking proof we do not mean some great, difficult work, perhaps even a miracle; oh no, only a most trifling thing, one that ought to be entirely self-evident to our over-holy zealots for God's honor: we ask merely that they roundly and unreservedly condemn all painting, sculpture, drawing, and image-making as being just as sinful and forbidden as murder, adultery, theft, and perjury. For that is what the clear letter