Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 4, Nummer 6 › Seite 53

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1847-11-16, Seite 53

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Abendmahl · Ehe 8 · Kirchenzucht 5 · Zeremonien 2

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2

ö

hat; was aber entweder ganz unverbürgt und mit
andern glaubhaften Berichten unvereinbar oder
doch verdächtig ſchien, das hat der Verfaſſer ohne
Weiteres weggelaſſen. Um ſo mehr kann ſich der
Leſer auf das Uebrige verlaſſen, denn wo etwa
noch eine Dunkelheit oder ein ungelöster Wider⸗
ſpruch vorhanden ſein ſollte, wird er in den An⸗
merkungen von dem Verfaſſer meiſt ſelbſt darauf
aufmerkſam gemacht.

d.) Der Verfaſſer hat es nicht verſchmäht, wo
die Quellen ihm dazu Gelegenheit boten, manchen
minder wichtigen Vorgang in Luthers Leben mit
großer Ausführlichkeit bis ins kleinſte Detail zu
ſchildern, in der Hoffnung, daß ſolche Lebens⸗
bilder die Anſchaulichkeit des Ganzen erhöhen
würden. Hierher gehört z. B. ſein Zuſammen⸗
treffen mit den beiden Schweizern im Gaſthof
zum Bär in Jena, mehrere ſeiner Krankheits⸗
und Reiſegeſchichten u. a. m.

e.) Die letzten Lebenstage Luthers, ſein Tod
und Begräbniß ſind vielleicht im Verhältniß zum
Ganzen etwas zu ausführlich geſchildert worden;
es wäre dieß wohl nicht geſchehen, wenn nicht
gerade die Vollendung des Werkes mit der drei⸗
hundertjährigen Gedächtnißfeier von Luthers To⸗
destag zuſammengetroffen wäre. Dieſe erheiſchte
Berückſichtigung.

Außerdem wäre noch zu erinnern:

3.) Wo die Quellen dem Verfaſſer in latei⸗
niſcher Sprache zugänglich waren, hat er ſich nie
mit den vorhandenen Ueberſetzungen
begnügt, ſondern ſelbſtſtändig überſetzt und ſich
dabei befleißigt, das alterthümliche Colorit der
Sprache zu treffen. Oft genug wird es ihm nicht
gelungen ſein, doch einigemal hat er die Freude
gehabt, daß auch Kenner die Ueberſetzung für das
Original gehalten haben.

Um ſich in dem Buche zurecht finden zu
können, dafür iſt durch die Inhaltsanzeigen und
chronologiſchen Ueberſichten bei jedem Buche und
das (von Dr. Paſig mit großer Genauigkeit be⸗
ſorgte) doppelte Regiſter am Schluſſe des Werks
nach Möglichkeit geſorgt.“

Anm. der Redaction. Wer wünſchen
ſollte, das Werk des Paſtor Meurer in deutſcher
Sprache zu beſitzen, dem erbieten wir uns, ihm
dasſelbe von Deutſchland auf möglichſt billigem
Wege kommen zu laſſen. Die gewöhnliche Aus⸗
gabe mit einem Stahlſtich koſtet 14 Thaler Preuß.
Cour., die Prachtausgabe mit vierzig Bildern
22 Thaler.

(Eingeſandt.)
Bericht von der Fairfield Diſtricts⸗Prediger⸗

Conferenz der deutſchen ev. ⸗lutheriſchen Synode
von Miſſouri, Ohio und anderen Staaten.

Obenbezeichnete Conferenz wurde vom 11—13.
October 1847 auf dem Hocking Hill, Fairfield
Co., O., bei Paſtor Richmann abgehalten. —
Zugegen waren Paſtor Richmann, Paſtor
Schneider aus Marion, O., Paſtor Schür⸗
mann von Huntersville, Franklin Co., Ind.,
Hilfsprediger Seidel aus Neudettelsau, Union
Co., O., und Paſtor Ernſt von demſelben Orte.

53

Zum Vorſitzer wurde Paſtor Richmann, zum
Schreiber der Unterzeichnete gewählt.

Die Verhandlungen dieſer Conferenz dürften
vielleicht Vielen nicht wichtig genug erſcheinen,
um der Oeffentlichkeit übergeben zu werden; all⸗
ein aus guten Gründen, ſo wie um Rechenſchaft
darüber abzulegen, ſoll es doch geſchehen.

Schon am Sonnabend zuvor verſammelten ſich
die Glieder der Conferenz und feierten mit einer
großen Anzahl von Gliedern der dortigen Ge⸗
meinde Sonntags darauf das heilige Abendmahl.
Es wurde mehrere Male in den drei Gemeinden
des Paſtor Richmann gepredigt. In einer der⸗
ſelben wohnten wir der Einweihung einer neuen
Framekirche bei, welche den Namen deutſche ev.⸗
lutheriſche St. Peters-Kirche erhielt. In Bezug
auf die in Zukunft während der Conferenz zu hal⸗
tenden Predigten wurde feſtgeſetzt, daß der Paſtor
des Orts den betreffenden Gliedern der Conferenz
ſechs Wochen vor Abhaltung derſelben anzeigen
müſſe, daß und wann von ihnen zu predigen
gewünſcht wird. Nach dem Beiſpiele der Brüder
in Miſſouri, hielt die Conferenz bei ihren Ver⸗
handlungen dieſelbe Weiſe, daß nämlich die Brü⸗
der dem Amtsalter nach, die jüngern zuerſt, ihr
Urtheil über den Gegenſtand der Beſprechung ab⸗
geben ſollten. Die Sitzungen wurden mit Ge⸗
ſang und Gebet eröffnet und beſchloſſen. Beim
Anfange derſelben theilte der Vorſitzer ſeine An⸗
ſicht über den Zweck der Conferenzen mit. Fol⸗
gendes waren die Verhandlungen:

Da die Conferenz, im völligen Einverſtändniß
mit der ganzen Synode, die Nothwendigkeit der
Einführung der bisher gänzlich vernachläſſigten
und doch ſo heilſamen Anſtalt der Privatbeichte
einſieht, ſo war dieſes der erſte Gegenſtand in
der Berathung. Weil es nicht zu leugnen iſt, daß
ſelbſt viele Prediger mit ihren Gemeinden der
hohen Sache fremd geworden ſind, ſo handelte
ſich's insbeſondere darum, auf welche Weiſe man
am leichteſten hier ſeinen Zweck erreichen könne,
und, wenn er einigermaßen erreicht wäre, wie
man bei Abhaltung der Privatbeichte zu verfahren
habe. Man kam einſtimmig dahin, daß vor
allem die gründliche Belehrung über das Weſen
und den Nutzen der Privatbeichte bei den Ge⸗
meinden zu üben ſei, und beſonders bei der Ju⸗
gend in dem Confirmandenunterrichte. Wären
die Confirmanden für die Pridatbeichte gewonnen,
ſo wäre dieſes ein ſchöner Anfang auch für die
Erwachſenen in den Gemeinden. Nie aber ſollte
es dahin kommen, daß Gemeinden ihren Predi⸗
gern gänzlich die Freiheit zu Abhaltung der Pri⸗
vatbeichte rauben dürften. Denn ſolches wäre
ganz unlutheriſch, laut der kräftigen Zeugniſſe
Luthers, welche von Herrn Paſtor Keyl im „Lu⸗
theraner“ No. 2 und 3 angeführt ſind. Wäre
einmal ein Anfang gemacht, ſo hielt die Confe⸗
renz dafür, daß es nicht genug ſei, blos einzeln zu
beichten und zu abſolviren, wie ſo manche viel⸗
leicht denken möchten, ſondern daß dabei der nö⸗
thige Unterricht nicht zu verſäumen ſei, um wel⸗
ches willen die Privatbeichte erſt ihren eigentlichen
Nutzen erhält. Der Ort zu dieſer Handlung

müßte nothwendig in einer Kirche ſo gewählt ſein,

daß der Beichtende mit ſeinem Beichtvater wohl
geſehen, aber nicht verſtanden werden könnte.
Erſteres würde die möglich böſen Urtheile der
Weltkinder, Letzteres die falſche Scham bei den
Beichtkindern verdrängen.

Ein anderer Gegenſtand der Conferenz war die

Ausübung der Kirchenzucht. Es iſt nicht ganz
ohne Grund, wenn manche ſogenannte lutheriſche
Prediger und Gemeinden von Secten beſchuldigt
werden, daß ſie offenbare Sünder, als Ehe⸗
brecher, Trunkenbolde, Spötter des göttlichen

Wortes u. a., in ihren Gemeinden unangetaſtet

laſſen und ihnen ein um das andere Mal das hei⸗
lige Abendmahl ohne weiteres reichen. Dieſes iſt
leider zu beklagen und zeugt von dem traurigen
Zuſtand ſo mancher lutheriſchen Gemeinde und
ihrer Prediger, die als Miethlinge nur falſchen
Frieden zu erhalten ſuchen. Die Glieder der
Conferenz aber wollen durch Gottes Gnade die⸗
ſem Uebel widerſtreben und ſtärkten ſich durch

Mittheilung von mancherlei Erfahrungen darin,

daß ſie im Vertrauen auf den HErrn und nach
Seinem heiligen Worte, wie es Matth. 18,
15—18. und 1 Cor. 5, 1. ff. zu leſen iſt, ihr
Amt ausrichten wollen, wie ſich's gebührt.

Da die Glieder der Conferenz ſo vielfältig an⸗
gefochten werden wegen Einführung von luthe⸗
riſchen Kirchengebräuchen (Ceremonien), ſo un⸗
terhielten ſie ſich auch darüber. Es fallen häufig
die Beſchuldigungen, ſelbſt von Seiten ſogenann⸗
ter lutheriſcher Prediger, daß wir den Gemeinden
ſolche Gebräuche aufdringen und auf dieſelben
einen zu großen Werth legen, deswegen nichts

anders können, als nur die Gemeinden zerſtören.

Die Conferenz ſah ſich darum genöthigt, wieder⸗
holt auszuſprechen, was der Beſchluß der Synode
von Chicago ſagt: „Die Synode will auch, daß
bei Einführung irgend einer Ceremonie keiner⸗
lei Zwang angewendet, ſondern daß dabei nach
vorausgegangener gründlicher Berichtung der Ge⸗
wiſſen Alles in die chriſtliche Freiheit der betref⸗
fenden Gemeinden geſtellt werde.“

Weil es ſich hier zu Lande, bei der köſtlichen,
aber oft viel mißbrauchten Freiheit in kirchlichen
Dingen häufig zuträgt, daß einzelne Gemeinde⸗
glieder, wenn ſie gegen ihren Seelſorger feindſelig
geſinnt ſind, alsbald von Predigern anderer Ge⸗
meinden amtliche Verrichtungen verwalten laſſen;
ſo hielt die Conferenz dafür, daß man ſolchem
Unfug nicht ruhig zuzuſehen habe, ſondern daß
ſolche Glieder ernſtlich zur Verantwortung gezogen
werden ſollen und, wenn ſie nach ordentlicher
Anwendung der in dem Worte Gottes vorgeſchrie⸗
benen Stufen der Ermahnung nicht hören wollen,
von der Gemeinde förmlich auszuſchließen ſeien.

Ebenſo wollen die Conferenzglieder ſtreng darauf

ſehen, daß, wenn fremde Gemeindeglieder zu ihnen
auf ſolche Weiſe kommen, ſie nicht angenommen
werden ſollen.

Es kamen auch zur Sprache die ſo häufig vor⸗
kommenden gemiſchten Ehen, welche nur ſelten
zum Heil der Seelen ausſchlagen und oft auch in
den Gemeinden nicht geringe Störung verur⸗
ſachen. Die Conferenz ſah einſtimmig dafür an,

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...has [omitted]; but whatever was either wholly unattested and irreconcilable with other credible reports, or at least seemed doubtful, the author has left out without further ado. All the more can the reader rely on the rest, for wherever there might still be some obscurity or unresolved contradiction, the author himself for the most part draws attention to it in the notes.

d.) The author has not disdained, where the sources gave him occasion to do so, to depict many a less important episode in Luther's life with great thoroughness down to the smallest detail, in the hope that such vivid scenes would heighten the vividness of the whole. Here belongs, for example, his encounter with the two Swiss men at the inn "Zum Bären" in Jena, several of his illness- and travel-narratives, and the like.

e.) Luther's last days, his death, and burial have perhaps been depicted somewhat too extensively in proportion to the whole; this would probably not have happened had the completion of the work not coincided precisely with the three-hundredth anniversary commemoration of Luther's day of death. This called for consideration.

In addition, it should further be noted:

3.) Where the sources were accessible to the author in the Latin language, he never contented himself with the existing translations, but translated independently, taking pains in doing so to capture the archaic color of the language. Often enough he will not have succeeded, but on a few occasions he has had the pleasure that even connoisseurs took the translation for the original.

To enable the reader to find his way about in the book, provision has as far as possible been made through the tables of contents and chronological overviews at each book, and through the double index (prepared with great care by Dr. Pasig) at the close of the work."

Note of the Editors. Should anyone wish to possess Pastor Meurer's work in the German language, we offer to have it sent to him from Germany by the cheapest possible route. The ordinary edition with one steel engraving costs 14 Thaler Prussian Courant; the deluxe edition with forty illustrations, 22 Thaler.

(Submitted.)
Report on the Fairfield District Pastors' Conference of the German Evangelical Lutheran Synod of Missouri, Ohio, and Other States.

The above-named conference was held from October 11–13, 1847, on Hocking Hill, Fairfield Co., Ohio, at Pastor Richmann's. — Present were Pastor Richmann, Pastor Schneider of Marion, Ohio, Pastor Schürmann of Huntersville, Franklin Co., Indiana, Assistant Pastor Seidel of Neudettelsau, Union Co., Ohio, and Pastor Ernst of the same place.

Pastor Richmann was elected chairman, and the undersigned was elected secretary.

The proceedings of this conference may perhaps not appear important enough to many to be given over to the public; yet for good reasons, as well as to render an account of them, it shall nevertheless be done.

Already on the preceding Saturday the members of the conference assembled, and together with a large number of members of the local congregation they celebrated the Holy Supper on the following Sunday. Preaching took place several times in Pastor Richmann's three congregations. In one of them we attended the dedication of a new frame church, which received the name German Evangelical Lutheran St. Peter's Church. With regard to the sermons to be held during future conferences, it was determined that the local pastor must notify the conference members concerned six weeks before the conference is held, that and when they are desired to preach. Following the example of the brethren in Missouri, the conference kept the same practice in its proceedings, namely that the brethren, according to seniority in office, the younger ones first, should give their judgment on the subject under discussion. The sessions were opened and closed with singing and prayer. At the beginning of the conference the chairman communicated his view on the purpose of the conferences. The following were the proceedings:

Since the conference, in full agreement with the whole synod, recognizes the necessity of introducing the institution of private confession — hitherto entirely neglected, and yet so salutary — this was the first subject of deliberation. Because it cannot be denied that even many pastors have, along with their congregations, become estranged from this exalted practice, the question was in particular by what means one could most easily attain this goal here, and, once it were attained to some degree, how one ought to proceed in holding private confession. It was unanimously agreed that, above all, thorough instruction on the nature and benefit of private confession should be given to the congregations, and especially to the youth in confirmation instruction. If the confirmands were won over to private confession, this would be a fine beginning also for the adults in the congregations. But it should never come to pass that congregations might entirely rob their pastors of the freedom to hold private confession. For that would be wholly un-Lutheran, according to the forceful testimonies of Luther which have been cited by Pastor Keyl in the "Lutheraner" Nos. 2 and 3. Once a beginning had been made, the conference held that it would not be enough merely to confess individually and be absolved, as some might perhaps think, but that in doing so the necessary instruction must not be neglected, for the sake of which private confession first obtains its proper benefit. The place for this act would necessarily have to be chosen in a church such that the penitent could be well seen with his confessor, but not overheard. The former would forestall the possibly ill judgments of worldly people, the latter the false shame among the penitents.

Another subject of the conference was the exercise of church discipline. It is not entirely without cause that certain so-called Lutheran pastors and congregations are accused by sects of leaving manifest sinners — such as adulterers, drunkards, mockers of the divine Word, and others — untouched in their congregations, and of administering the Holy Supper to them again and again without further ado. This is unfortunately to be lamented and testifies to the sorry condition of many a Lutheran congregation and its pastors, who as hirelings seek only to maintain a false peace. The members of the conference, however, by God's grace wish to resist this evil, and they strengthened one another by sharing various experiences, resolving that, trusting in the Lord and according to His holy Word as it is found in Matthew 18:15–18 and 1 Corinthians 5:1ff., they will discharge their office as is fitting.

Since the members of the conference are so frequently assailed on account of the introduction of Lutheran church customs (ceremonies), they also conferred about this. The accusation is often made, even by so-called Lutheran pastors, that we impose such customs on the congregations and place too great a value on them, and can therefore do nothing but destroy the congregations. The conference therefore felt compelled to declare once again what the resolution of the Chicago Synod states: "The Synod also wills that in the introduction of any ceremony whatsoever, no compulsion of any kind be applied, but that, after thorough prior instruction of the consciences, everything be left to the Christian liberty of the congregations concerned."

Because it frequently happens in this country, given the precious but often much-abused liberty in church matters, that individual congregation members, when they are hostilely disposed toward their pastor, promptly have pastors of other congregations perform official acts for them; the conference held that such mischief must not be looked upon quietly, but that such members should be seriously called to account and, if after the orderly application of the steps of admonition prescribed in the Word of God they will not listen, should be formally excluded from the congregation. Likewise the members of the conference intend to watch strictly that, when members of other congregations come to them in such a manner, they shall not be received.

There also came up for discussion the mixed marriages that occur so frequently, which seldom turn out to the salvation of souls and often cause no small disturbance in the congregations as well. The conference unanimously held