Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 4, Nummer 15 › Seite 121

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1848-03-01, Seite 121

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Abendmahl · Glaube 25

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von der Auferſtehung der Todten.

er Lutheraner.

„Gottes WMort und Luthers Xehr' vergehet nun und nimmermehr.“

Herausgegeben von der deutſchen evangeliſch⸗lutheriſchen Synode von Miſſouri, Ohio und anderen Staaten.

Redigirt von C. F. W. Walther.

Jahrgang 4.

St. Louis, Mo., den 4. April 1848.

Bedingungen: Der Lutheraner erſcheint alle
vorauszubezahlen und das Poſtgeld

zwei Wochen einmal für den jährlichen Subſcriptionspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchreiber,
N tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne Nummer für 5 Cents verkauft.

Nur die Briefe, welche-⸗Mittheilungen für das Blatt enthalten, ſind an den Redacteur,
enthalten, unter der Adreſſe: Mr. F. W. Barthel, care of C. F.

W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu ſenden.

welche denſelben

„alle anderen aber, welche Geſchäftliches, Beſtellungen, Abbeſtellungen, Gelder ꝛc.

Predigt,
gehalten Dom. IV. p. Epi ph. 1848 in
der evangeliſch-lutheriſchen Dreieinig—
keits-⸗Kirche, St. Clair Co., Ills., von
P. A. Schieferdecker.

Es giebt einen Schiffbruch, welcher unter allen
der gefährlichſte iſt, und vor welchem uns darum
die heilige Schrift ſelbſt warnt, das iſt der Schiff⸗
bruch am Glauben, denn ſo ſagt St. Paulus:
Dies Gebot befehle ich dir, mein Sohn Timo⸗
theus, nach den vorigen Weiſſagungen über dir,
daß du in denſelbigen eine gute Ritterſchaft übeſt
und habeſt den Glauben und gutes Gewiſſen,
welches etliche von ſich geſtoßen und am Glauben
Schiffbruch erlitten haben; unter welchen iſt Hy⸗
menäus und Alexander, welche ich habe dem Sa⸗
tan übergeben, daß ſie gezüchtiget werden, nicht
mehr zu läſtern.“ Im andern Brief an den Ti⸗
motheus klagt der Apoſtel wieder über dieſe bei⸗
den, daß ihr Wort, nämlich ihr Irrthum, um ſich
fräße, wie der Krebs, und viele rechtſchaffene
Seelen anſtecke; er führt auch dort ihren Irrthum
namentlich an, nämlich, daß ſie lehrten, die Auf⸗
erſtehung der Todten ſei ſchon geſchehen. Daraus,
neine Freunde, geht hervor, was der Schiffbruch
am Glauben iſt. Jene beiden Männer hatten
eine neue Lehre auf die Bahn gebracht, welche
einem deutlich geoffenbarten Artikel des chriſtli⸗
chen Glaubens widerſtritt, nämlich dem Artikel
Deshalb war
es ein grund⸗ und ſeelſtürzender Irrthum. Da
ſie nun von dieſem Irrthum, trotz der mehrmali⸗
gen Ermahnungen des Apoſtels, nicht abſtehen
wollten, ſondern denſelben vertheidigten und aus⸗
. briteten, ſo litten ſie Schiffbruch am Glauben:

. aber nicht blos ſie allein, ſondern auch alle, die
übren folgten; denn ihr Wort, ſagt der Apoſtel,

fraß um ſich wie der Krebs, wie jene ſchreckliche
Krankheit, die erſt einen kleinen Anfang nimmt,

dann aber immer weiter um ſich greift, und auch

über die geſunden Theile Zerſtörung und Ver⸗
derben verbreitet. Es ſcheint zwar, als dürfe

nn nicht ſo ſrreng richten, wenn ein ungelehrter

Mann durch Andere, die große Weisheit und

Gelehrſamkeit vorgeben, zum Irrthum verführt
wird. Allein Gift bleibt dennoch Gift, und be⸗
hält ſeine tödtliche Wirkung ſowohl bei dem, der
es mit Wiſſen und Willen nimmt, als auch bei
dem, dem es durch Hinterliſt beigebracht wird.
Wer darum einen Irrthum annimmt, der von
dem ewig wahren Worte Gottes, wodurch wir
allein ſelig werden, und von dem rechten Ver⸗
trauen auf den alleinigen Heiland und Selig⸗
macher IEſum Chriſtum abführt, und wer dazu
auch denſelben ausbreitet und trotz mehrmaliger
Ermahnung und Belehrung feſthält, der leidet
Schiffbruch am Glauben. Indeß iſt's nicht nur
irrige Lehre, ſondern auch Sünde wider das
Gewiſſen, wodurch man Schiffbruch am Glau⸗
ben leidet; denn der Apoſtel ſagt: „welche haben
Glauben und gutes Gewiſſen von ſich geſtoßen“.
Wer wider beſſer Wiſſen und Gewiſſen ſündigt,
verliert ſein gutes Gewiſſen und leidet Schiff⸗
bruch am Glauben. Doch iſt der erſtere Schiff⸗
bruch gefährlicher, als der letztere; denn die falſche
Lehre und der falſche Glaube wird von denen, die
darin ſtecken, nicht für Sünde gehalten, ſondern
als Wahrheit vertheidigt, und weil ſie wollen recht
haben, ſo müſſen ſie die gute heilſame Lehre läſtern;
die aber in Sünden und Fehler des Lebens gefallen
ſind und ihr gutes Gewiſſen verletzt haben, denen
kann wieder aufgeholfen werden, weil ſie doch
Chriſtum und ſein Wort nicht verwerfen. Dies
lehrt auch die Erfahrung; die nämlich durch
Irrthum und falſche Lehre am Glauben
Schiffbruch gelitten haben, die kommen weit
ſchwerer wieder zurecht, und denen iſt weit ſchwe⸗
rer zu helfen, als denen, die durch Sünden des
Lebens am Glauben ſchiffbrüchig geworden ſind.
Gleichwie der Schiffbruch auf dem Meere mit
Gefahr des Lebens und Eigenthums verbunden
iſt, ſo iſt auch der Schiffbruch am Glauben mit

Gefahr des ewigen Lebens, mit Verluſt der Seele

verbunden. Gleichwie aus dem leiblichen Schiff⸗
bruch noch Einige davon kommen und das Le⸗
ben erretten, doch Schiff, Hab' und Gut im Stich
laſſen müſſen, ſo kommen auch wohl aus dem
Schiffbruch am Glauben noch Einige davon und
erretten ihre Seele, doch ſo, daß ſie das Schiff

ihres falſchen Glaubens, welches ſie ſich aus
ihrem nichtigen Wahn und Gedanken zuſammen⸗
gezimmert hatten, zerſcheitern ſehn, und dasſelbe
ſammt ihren guten Werken, darauf ſie bauten, im
Stich laſſen müſſen, und nackt und bloß ſich an⸗
flammern an den ewigen Fels des Heils, welcher
iſt Chriſtus. Um ſolchen gefahrvollen Schiffbruch
zu vermeiden, müſſen wir uns auf das Schiff
begeben, welches uns durch alle Wogen und
Wellen ſicher hindurchbringt zum Hafen der ewi⸗
gen Seligkeit, weil es nicht untergehen kann;
und dies Schiff iſt die Kirche Chriſti, die ſein
Wort rein und lauter behält im feſten unbeweg⸗
lichen Glauben, wie uns das heutige Evangelium
lehrt. Wir erbitten uns zur geſegneten Betrach⸗
tung desſelben Gottes gnadenreichen Beiſtand.
Text: Matth. 8, 23—27.

Dies Evangelium lehrt uns nicht, was wir
thun, ſondern was wir glauben ſollen, wenn wir
in Nöthen und Anfechtungen ſind. Denn es iſt
in dieſem Evangelium nichts geſagt von guten
Werken, die wir thun ſollen, ſondern es lehrt uns
allein, was unſer Troſt und Zuverſicht ſein ſoll,
wenn es ausſieht, als ſollten wir verloren und
gänzlich zu Grunde gehen. Laſſet mich demnach
euch vorſtellen:

Daß wir in aller Noth unverzagt ſein können,

wenn wir Chriſtum bei uns haben.

1.) Dies erfuhren die Jünger auf

dem Meere;

2.) Dies erfuhr die Kirche zu allen

Zeiten.

„Und er trat in das Schiff und ſeine Jünger
folgten ihm.“ Das Meer war ruhig, der Himmel
klar, die Schiffer ahnten keinen Sturm, ſonſt
würden ſie ſich nicht auf die See gewagt haben.
Aber „ſiehe! da erhob ſich plötzlich ein groß Un⸗
geſtüm im Meer, alſo, daß auch das Schifflein
mit Wellen bedeckt ward.“ St. Marcus und
St. Lucas, die eben dieſe Geſchichte erzählen,
nennen es einen großen Windwirbel, welcher noch
viel gefährlicher iſt, als ein gewöhnlicher Sturm,
weil er das Schiff im Kreiſe herumdreht und aus
dem Gleichgewicht bringt, oder gar umſtürzt und
in den Grund bohrt. Die ruhigen Elemente ge⸗

English translation AI translation

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Der Lutheraner.

"God's Word and Luther's teaching shall now and nevermore pass away."

Published by the German Evangelical Lutheran Synod of Missouri, Ohio, and Other States.

Edited by C. F. W. Walther.

Volume 4.

St. Louis, Mo., April 4, 1848.

Terms: Der Lutheraner appears once every two weeks, at the annual subscription price of one dollar for subscribers living away from St. Louis, who must pay it in advance and bear the postage. — In St. Louis each single issue is sold for 5 cents.

Only letters containing contributions for the paper are to be sent to the editor, under the address: Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo.; but all others, containing business matters, orders, cancellations, moneys, etc. ...

Sermon,
delivered on the Fourth Sunday after Epiphany, 1848, in the Evangelical Lutheran Trinity Church, St. Clair Co., Illinois, by P. A. Schieferdecker.

There is a shipwreck which, of all shipwrecks, is the most dangerous, and against which Holy Scripture itself therefore warns us: that is shipwreck of the faith. For thus says St. Paul: "This charge I commit to you, my son Timothy, according to the prophecies previously made concerning you, that by them you might wage the good warfare, holding faith and a good conscience, which some have thrust from themselves and thereby suffered shipwreck concerning the faith; among whom are Hymenaeus and Alexander, whom I have delivered to Satan, that they may be chastened, no longer to blaspheme." In his second letter to Timothy the apostle again complains of these same two men, that their word — that is, their error — eats about it like a cancer, and infects many upright souls; there too he names their error specifically, namely, that they taught that the resurrection of the dead had already taken place. From this, my friends, it appears what shipwreck of the faith is. Those two men had put forward a new doctrine which contradicted a clearly revealed article of the Christian faith, namely the article of the resurrection of the dead. It was therefore a fundamental and soul-destroying error. Since they would not desist from this error, despite the apostle's repeated admonitions, but rather defended and spread it, they suffered shipwreck of the faith — not they alone, however, but also all who followed them; for their word, says the apostle, ate about it like a cancer, like that dreadful disease which begins with only a small beginning, but then spreads ever further, and even upon the healthy parts spreads destruction and ruin. It may indeed seem that one ought not to judge so severely when an unlearned man is led into error by others who pretend to great wisdom and learning. Yet poison remains poison nonetheless, and retains its deadly effect both in one who takes it knowingly and willingly, and in one to whom it is administered by treachery. Whoever, therefore, accepts an error which leads away from the eternally true Word of God, through which alone we are saved, and from the right trust in the sole Savior and Redeemer, Jesus Christ, and who moreover spreads that same error and, despite repeated admonition and instruction, holds fast to it, suffers shipwreck of the faith. Yet it is not only false doctrine but also sin against conscience by which one suffers shipwreck of the faith; for the apostle says: "who have thrust from themselves faith and a good conscience." Whoever sins against better knowledge and conscience loses his good conscience and suffers shipwreck of the faith. Yet the first kind of shipwreck is more dangerous than the latter; for false doctrine and false faith are not held to be sin by those who are caught up in them, but are defended as truth, and because they wish to be right, they must revile the good, wholesome doctrine; whereas those who have fallen into sins and faults of life and have wounded their good conscience can be helped up again, because they do not reject Christ and his Word. Experience, too, teaches this: those who have suffered shipwreck of the faith through error and false doctrine come back to their senses with far greater difficulty, and are far harder to help, than those who have been shipwrecked in the faith through sins of life. Just as shipwreck at sea is bound up with danger to life and property, so also shipwreck of the faith is bound up with danger to eternal life, with the loss of the soul. And just as from a bodily shipwreck some still come away and save their lives, yet must abandon ship, goods, and possessions, so too from shipwreck of the faith some do come away and save their souls, but in such a way that they see the ship of their false faith — which they had built for themselves out of their vain delusion and imaginings — go to pieces, and must abandon it together with the good works on which they had built, and cling naked and bare to the eternal Rock of salvation, which is Christ. In order to avoid such a perilous shipwreck, we must betake ourselves to the ship which safely carries us through all the waves and billows to the harbor of eternal blessedness, because it cannot sink; and this ship is the Church of Christ, which keeps his Word pure and unadulterated in firm, unshaken faith, as today's Gospel teaches us. We ask for God's gracious help toward the blessed consideration of the same.

Text: Matthew 8:23–27.

This Gospel teaches us not what we are to do, but what we are to believe, when we are in distress and temptation. For in this Gospel nothing is said of good works that we are to do; rather, it teaches us alone what our comfort and confidence should be when it appears as though we are to be lost and utterly perish. Let me accordingly set before you:

That we can be undismayed in all distress, when we have Christ with us.

1.) This the disciples experienced on the sea;
2.) This the Church has experienced at all times.

"And he entered into the ship, and his disciples followed him." The sea was calm, the sky clear, the sailors suspected no storm, otherwise they would not have ventured out upon the sea. But "behold, there arose a great tempest in the sea, insomuch that the ship was covered with the waves." St. Mark and St. Luke, who tell this same story, call it a great whirlwind, which is far more dangerous than an ordinary storm, because it spins the ship around in a circle and throws it off balance, or even overturns it and drives it into the depths. The calm elements suddenly...