Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 8, Nummer 6 › Seite 56
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-11-11, Seite 56
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und rein ſich halte, wie mich das erſte Gebol
dtingt. Ich begehre auch kein Zeichen von ihm,
ibn zu verſuchen. Ich traue beſtändiglich auf
ihn, wie lange er verzeucht, und ſetze ihm nicht
Ziel, Zeit, Maaß ader Weiſe; ſondern ſtelle es
heim ſeinem göttlichen Willen in einem freien
richtigen Glauben. So er denn allmächtig iſt,
was mag mir gebrechen, das er mir nicht geben
er thun möge? So er Schöpfer Himmels
und der Erde iſt, und aller Dinge Herr; wer
will mir etwas nehmen oder ſchaden? Ja, wie
wollen mir nicht alle Dinge zu gut kommen und
kienen, wenn Der mir Gutes gönnt, dem ſie
alle geborſam und unterthan ſind? Dieweil
er denn Gott iſt, o macht er, und weiß, wie er
ts machen ſoll mit mir aufs Beſte. Dieweil
er Vater iſt, ſo will er es auch thun und thut
ts herzlich gerne. Dieweil ich daran nicht
zweifle und ſetze mein Vertrauen alſo auf ihn,
ſo bin ich gewiß ſein Diener und Kind und Erbe
twiglich, und wird mir geſchehen, mwie ich
glaube. Amen.
.
Berichtigung eines Artikels im „kirchlichen
Informatorium“des Herrn Paſt. Grabau,
die Angelegenheiten der lutheriſchen Ge⸗
meine zu Detrait, Mich., batreffend.
Unter dem DTitel „kirchliches Informatorium“
erſcheint ſeit Juli d. J. bei Conrad Bär in
Buffalo ein monatliches Blatt, redigirt vou Herrn
Paſt. Grabau. Dasſelbe enthält in ſeiner zweiten,
rritten und vierten Nummer einen Artikel mit
derAufſchrift ;„Rottereiin.der deutſchen evangel.
lutheriſchen St. Matthäus Gemeine in Detroit
im Jahrr 1851“, in welchem. nicht nurder Unter⸗
zeichnete, ſandern auch der ehemalige Präſes un⸗
ſerer Synode, Herr Prof. Walther und die Sy⸗
node ſelbſt.als Rottenhänpter und Rotteubeſchützer
gar gräulich dargeſtellt. ſind. Wäre nun. Schrei⸗
ber dieſes allein perſönlich angegriffen, ſo könnte
tt, trptz all. der auf ihn gehäuften Schmach, füg⸗
lich dazu ſchweigen, ſintemal aus dem betreffen⸗
den. Artikel ſelbſt. nicht: unſchwer erſehen werden
kann und in unſern vor⸗ und diesjährigen Sy⸗
nodalverhandlungen zu Acten liegt, daß er ohne.
ſeinen. Willen, ohne ſein Zuthun auf berufs⸗
näßigem Weg in dieſe Sache verflochten worden,
rie Synvde aber ſchon im vorigen Jahr. den.
Bericht, den er ihr über ſein dabei beobachtetes
Verfahren abſtattete, ſorgfältig geprüft und letz⸗
teres einmüthiglich gebilligt hat, auch zum Uber⸗
fluß alle Bedenken, die im heurigen Jahr von
zwri übelberedeten. jungen Brüdern gegen die
Vahrhaftigkeit jenes Berichtes erhoben worden
ſind, ſich als unbegründet erwieſen haben. Aber
außer der Perſon des Unterzeichneten iſt ja die
Syuade ſelber, in ihren Beamten und und ihrer.
Geſamuitheit nicht. bloß angegriffen, ſondern
aufs heftigſte geſchmäht und verläumdet und
nicht jeder dürfte ſie bereits ſo genau kennen, daß
er zu den im angezogenen Artikel wider ſie vor⸗
gebrachten Anſchuldigungen und Bedräuungen
lächeln könnte. Da erfordert es denn die heili⸗
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ge Pflicht der Liebe und die Wahrheit zwiefältig,
der durch freches Lügenreden ſo ſehwer ſich ver⸗
ſündigenden, und der dadurch etwa geärgerten
wegen den Mund aufzuthun und die Sache im
rechten Licht darzuſtellen.
von Herrn Paſtor Winkler verabfaßten Artikel im
Infermatorium Schritt vor Schritt gefolget wer⸗
den. Derſelbe beginnt mit einer hiſtoriſchen
Einleitung über die angebliche Entſtehung der
von ihm ſogenannten Rotterei, darinnen akten⸗
mäßig verprüfter Wahrheit zuwider die Privat—
beichte der eigentliche und ſchier einzige Zank⸗
apfel ſein muß, um welchen geſtritten wurde.
Denn das giebt ja dem Herrn Paſtor Winkler
Gelagenheit, an uns armen Miſſouriern zum Nit⸗
ter zu werden, und veranlaßt ihn, zu bemerken:
er habe mit den Schwachen um ſo mehr Nach⸗
ſicht haben wollen, weil einer und der andere
angefangen, ſich auf die Miſſourier und deren
Larheit in Bezug auf den 11. Art. der A. Conf.
zu berufan. Da wird nun freilich von einer
Larheit, die wir uns in Bezug auf ein Stück
des luther. Bekenntniſſes zu Schulden kommen
ließen, als von einer ausgemachten Sache gere⸗
det. Aber Herr Paſtor Winkler beweiſe doch
nur erſt mit einem einzigen Beiſpiel, daß wir,
ſeis in. Lehre oder Praxis, in dieſem Punkt wirk⸗
lich lar ſind. Wird er das nicht thun, oder wi⸗
drigenfalls ſeine leere Behauptung nicht zurück⸗
nehmen, ſo wird ſie eben als grundlas und.
ſchmähſüchtig daſtehen, und bei allen auffichti⸗
gen Seelen nicht uns, ſondern nur ihm ſelber
ſchaden. — Ferner ſagteer, daß Schreiber dieſes
ſchon zuvor den ganzen Stand der Dinge in ſei⸗
nen Gemeine, bezüglich der Privat- und allge⸗
meinen. Beichte genau gekannt habe. Aber
Herr Paſtor Winkler erinnere ſich doch nur,
auf welche. Weiſe derſelbe überhaupt einige
Kunde von dieſer Sache erhalten hat. Ex. war
nämlich einmal mit Herrn Paſt: Winkler. in De⸗
troit zuſammen, als ihn eines von deſſen Ge⸗
meindegliedern, das zugegen und ihm ſchon von
Deutſchland her bekannt war, bei Seite rief,
ihm klagte, daß ihr Paſtor jetzt durch ſtürmiſche
Einführung der Privatbeichte viel Leute aus der.
Kirche treibe, und ihn; bat, daß er doch⸗ einmal
mit ihm. darüber reden wolle. Schreiber dieſes
ſagte ihm, er würde doch nicht zurſchüchtern ſein,
um ſelber mit ihm zu reden, führte ihn zu Wink⸗
tern hin und ging lieber abſeits, um ſich ja nicht
einzudrängen.
te, ſagte ihm Winkler blos, daß nur noch wenige
ſeiner Gemeindeglieder die allgemeine Beichte ge—
braucht hätten, daß ihnen aber die Beichte durch
die Art und Weiſe des Vor- und Nachſprechens
verleidet: worden ſei und er ihnen nun geſagt
habe, daß ſie ſich die gemeine Abſolution nach
der Predigt aneignen ſollten. Letzteres konnte
der Unterzeichnete nicht gut heißen und ſo nahm
das Geſpräch einer andere Wendung. — Gewiß,
wenn Herrn Paſt. Winklers Gedächtniß nicht ganz
untreu iſt, wird er gern die unwahre Behaup⸗
tung zurück nehmen, daß ich zuvor den ganzen
Stand der Dinge in ſeiner Gemeine, bezüglich der
Dabei ſoll nun dem
Als ſich der Mann entfernt hat⸗
daß die Streitſache, in welcher der Unterzeichnete
betheiligt iſt, zunächſt die Privatbeichte berühre,
eben ſo wenig als ſie gerade die Artikel von der
chriſtlichen Freiheit und vom geiſtlichen Prieſter⸗
tbume betrifft, obgleich Herr Paſtor Winkler ih⸗
rer geſchickt zu erwähuen weiß, nur damit er be⸗
haupten könne, die Leute hätten aus unſerer
Schrift wider des Herrn Paſtor Graubaus Hir⸗
tenbrief Dinge gelernt, die ſie zur Rotte Korab
geſtempelt hätten. Das iſt eben wieder eine Be⸗
hauptung, die erſt bewieſen werden muß, oder
weik das unmöglich ſein dürfte, Zu rücknahme
erheiſcht, wenn ſie nicht den gerechten Vorwurf
der Schmähſucht und Läſterung auf Paſtor Wink⸗
ler bringen ſoll. — Die Mittheilung, die der
Unterzeichnete über die Entſtehung des Streits
in einem Briefe erhielt, den ihm das obbenannte
Gemeindeglied unterm 17. Februar v. I., ihm
unverhofft zuſandte, lautet gar anders. Darin⸗
nen beklagt ſich jener Mann bitter über Herrn
Paſtor Winkler, daß er uämlich wie ein Wolf
unter den Schafen hauſe. Die Sache ſei die:
vor nicht langer Zeit ſei ein junger Mann aus
Berlin, Namens Schubert, zu Winklern gekom⸗
men, habe ſich erſt für einen Miſſionar ausge⸗
geben, hernachmals habe ſich herausgeſtellt, daß
er bereits in Wisconſin drei Gemeinden bedient,
ſie aber wegen zu großer Anſtrengung verlaſſen
habe und daß derſelbe der Union angehöre. Dem
habe. Winkler ohne Weiteres erlaubt, Leſegottes⸗
dienſte zu halten, Jünglingsve reine zu grün—
den ꝛc. Darüber ſei in der Gemeinde Unzufrie⸗
denheit entſtanden. und das habe Winklern ſo
erzürnt, daß er diejenigen, die ihm über ſein Ver⸗
fahren Vorſtellungen gemacht, ſofort in den Bann
gethan und ſelbſt ihre Kinder aus der Schule
und Singſtunde verwieſen. Und zwar habe er
wie immer ſo auch dieſe Banue vollzogen, ohne
die Sache vor die Gemeinde zu bringen, drohe
aber gleichwohl jedem, der mit dieſen unrecht⸗
mäßig. Gebannten die geringſte Gemeinſchaft
pflegen würde, ebenfalls den Bann. Sie ſeien
darüber in der größten Beſtürzung und wüßten
ſich nicht zu rathen noch zu helfen; er ſolle mich
daher im Namen vieler anderer bitten, ich möchte
doch wo möglich nach Detroit kommen und ihnen
mit Rath und That beiſtehen. — Der Unter⸗
zeichnete ging zwar auf dieſe Mittheiluug keines⸗
weges hin, ſchrieb vielmehr zurück, ſie ſollten
um. Gottes willen, ſo viel an ihnen liegt, mit
ihrem. Paſtor friedſam ſeiu, ſollten ihm, wenn er
unrecht gebannt hätte, beſcheidentlich Gottes
Wort vorhalten, und wenn er etwa nicht höre,
ſo ſollten ſie doch von mir abſehen, der ich mich
in dieſer Sache nicht berufen glaube, ſollten ſich
ader füglicher an eine rechtgläubige Körperſchaft
um Rath und Beiſtand wenden. Doch das iſt
aktenmäßig gewiß, daß der Streit um ver be⸗
rührten. Urſachen willen angehoben hat. Denn
alſo heißt es in derſelben Schrift vom . März
v. J., von der Herr Paſtor Winkler ſchreibt, daß
darinnen Klage wider den Paſtor, Urtheil über
ihn und Foͤrderung der Ausführung des Urtheils,
mit angehängter Drohung, andere Hilfe zu brau—
Privat- und allgemeinen Beichte, genau gekannt ſchen, wenns nicht geſchähe, ſchon alles fertig
hätte. — Üübrigens iſt es ganz und gar falſch,und beiſammen ſei:
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