Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 8, Nummer 6 › Seite 51

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-11-11, Seite 51

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Mit Kraft und Nachdruck lehre.
Nicht uns, nicht mir, nein, dir gebührt,
Daß man dich lobt, dir triumphirt,

Gieb deinem Namen Ehre.

Und mir

Gieb hier
Demuth, Liebe, Gnadentriebe, Hirtentreue
Und des Geiſtes wahre Weihe.

So wolleſt du denn mit mir gehn,
Und dann laß es auch bald geſchehn,
Daß ich geſendet werde
Zur Heerde, die du mir beſcheert,
Zum Amte, das du mir gewährt,
Ja führ mich ohn Beſchwerde
Die dir
Soll erblühen, ſoll erglühen nur alleine
Grund⸗ und Eckſtein der Gemeine!

Halt mich in deiner rechten Hand
Des heil'gen Geiſtes Kraft und Pfand
Erfleh' ich mir zum Lehren,
Beſtätige von Innen mich,
Laß aber auch nach außen ſich
Gar kräftiglich bewaͤhren,
Daß ich

— 24
4—

́

Sei geſchicket, reich geſchmücket mit den Gaben,
Wie ſie treue Hirten haben.

—— —

Wie der Glaube, der durch die Liebe thä⸗
tig iſt, jetzt bei Wenigen zu finden iſt.

Wo ſind die, welche Gott lieben, (fragt Lu⸗
ther) und nicht an Geld und Gut hängen?
Siehe die ganze Welt, auch diejenigen, welche
Chriſten heißen, an, ob ſie Geld und Gut ver⸗
achten? Es will Mühe haben, das Evange⸗
lium zu hören, und auch darnach zu thun. Wir
haben das Evangelium, Gott Lob, dieſes kann
Niemand läugnen. Was thun wir aber dazu?
Wir denken allein daranf, daß wir davon zu
reden wiſſen, mehr wird nichts daraus, und
laſſen uns denken, es ſei genug, daß wir es wiſ⸗
ſen: wir haben keine Sorge, daß wir auch der⸗
maleins darnach thäten. Wenn irgend einer
einen Gulden oder zwei verlieren ſollte, da ſorgt
er, und fürchtet ſich, daß ihm das Geld nicht

geſtohlen werde, aber des Evangeliums könnte

er ein ganzes Jahr über entbehren. Und es iſt
hier kein ſolcher Fleiß und Ernſt, wie wir daſ⸗
ſelbe behalten, daß es uns nicht genommen wer⸗
den möge.

Die Welt kann ihren Unglauben nicht in den
groben, äußerlichen Sünden verbergen: denn
man ſieht, daß ſie mehr einen Gulden, als
Chriſtum und alle Apoſtel liebt, wenn ſie auch
ſelbſt da wären und predigten. Ich kann das
Evangelium täglich hören, aber es ſchafft nicht
täglichen Nutzen in mir, es mag aber wohl kom⸗
men, wenn ich es ein ganzes Jahr gehört, daß
mir auf Eine Stunde der heilige Geiſt daſſelbe
wohl gebe; wenn ich es nun dieſte Stunde er⸗
langte, ſo erlangte ich nicht allein fünfhundert
Gulden, ſondern mehr, als mir alle Welt geben
kann; denn was hätte ich nicht, wenn ich das
Ev angelium hätte? Gott hätte ich bekommen,

2*9.——

der macht Silber und Gold, und alles, was auf
Erden iſt. Das iſt viel mehr, als wenn ich die
Kirche voller Gulden hätte. ö

Wie Luther den nicht für einen Gläubi⸗
gen hält, welcher ſeinen Glauben nicht
ö mit der That beweiſ't.

Es iſt nichl möͤglich, (antwortet er,) daß der

nicht lieben und Gutes thun ſollte, der Chriſtum
für einen gerechten Heiland hält. Thut er aber
nicht Gutes, oder liebt nicht, ſo iſt es gewiß,
daß der Glaube nicht da iſt. Darum erkennt
der Menſch aus ſeinen Früchten, was er für ein
Baum iſt, und an der Liebe und Werken beweiſt
es ſich, was Chriſtus in ihm iſt, und ob er an
ihn glaubt.

Darum tilgt der Glaube viel anders die Sün⸗

de, als die Liebe, der Glaube tilgt ſie mit eige⸗
ner That allein; aber die Liebe und gute Werke
bewähren und beweiſen, daß der Glaube ſolches
gethan habe, und daß er da ſei, ſo, daß auch

Paulus 1 Cor. 13. ſagen darf: Wenn ich
allen Glauben hätte, daß ich auch

Berge verſetzte, und hätte die Lie⸗
de nicht, ſo wäre ich nichts, wa⸗
rum? Ohne Zweifel, weil auch der Glaube
alsdann nicht da iſt, denn ſie bleiben nicht von
einander: darum ſiehe zu, daß du dich nicht
irre machen, ſondern vom Glauben auch auf die
Werke führen laſſeſt.

„Womit wollen ſie mich vom Gegentheil üb er
zeugen, wenn ich Ihnen ins Angeſicht behaupte:
Es iſt kein Gott?“ So fragte einſt ein frecher

Gottesleugner den ehrwürdigen Biſchof Bo⸗

rowsky in Königsberg. „Ich weiß nicht, ob
ich mir dieſerhalb ſonderliche Mühe geben und
nicht vielmehr die Antwort der heiligen Schrift
überlaſſen ſoll, in der ja ohnehin ſchon von Ih⸗
nen die Rede iſt“. — Von mir? — „Ja,
ja, von Ihnen und zwar Pſalm 14, 1.“ Die
Bibel wurde gebracht und laut vorgeleſen: „Die
Thoren ſprechen in ihrem Herzen:
Es iſt kein Gott.“

—.—

—I—— ——.—

Erhalten
a. zur Synodal-Miſſions-Caſſe:

von der Geneind des Herrn P. Nüßel am Erntie-Dan!⸗

ſeſte geſammelt 46/00.

„ Oerrn Langbein in St. Lonis

„ Herrn P. Habel in Pom troy, O. 4,00.

„. Frau R.in St. Louis 20500.
Ertrag einer Collecte vurch Herrn P. Lochner ein⸗

geſendet 8,00.

von de ſſen Gemeiude in Milwaukie 3/00.

„ Herrn Garbiſch daſ. 1,00.

b. für arme Studenten:
von Herrn Garbiſch in Milwaukis 1,00.

d. an Beiträgen zu den Reiſekoſtem der
Herreu Delegaten nach Deutſchlaud:
von der Gemeinde in Centreville, Ills. 6/35.
„ der Gemeinde zu Freiſtadt bei Milwaukit 500.

F. W. Barthel, Calſllrer.

Bezahlt
den 6. Jahrg. Herr Wippel.
den 7. Jahrg. vie Herren Erk, Heinrich Gerken, Georg

Greb, Jacob Hoſſtävter (2. Hälfte), Ludwig Jung,

M

Jockel, Johannes Kuhl (2. Hälſte), Wilh.

Launhardt, Ott und Köſter, Rauſch, P. J. C.
Schulze. —
den B. Jahrg. die Herren Böhning ſen., Böhning jun.,
Bergmann, Jacob Fiſcher, Heinr. Gerken (1. Pälſte),
P. Grabau, W. Harmeyer, Wittwe! Hartmann
Hölter, Johannes Kudl (1. Hälſte), Eruſt Ruhl⸗
mann, Kraffert, P. Lauge, Geog. Legler, P. Quaß
Ph. Reinhardt, P. Schulze, Heinrich Trier, g
Wichmann, P. Winkler, Jacob Weber.

Veränderte Adreſſen.
◻Brieſe nach Frankenmuth, Frankentroſt und Frau⸗
kenhilf mögen hinflihro nicht mehr unter der Adreſſe:
Bridgeport P. O.
ſondern:
P. O. Frankenmuth, Saginaw Co., Mich.
abgeſendei werden.

Bücher und Pamphlets
zu haben in der Expedition des Lutheraners
um die beigeſetzten Preiſe.

—

Dr. Martin Luthers kl. Catechismus,
unveränderter Abdruck ‚
Das Dutz end à 1. Hundert Stück § 7.

Die Verfaſſung der deutſchen evang.
luth. Synode von Miſſouri, B510 u. a. St.

nebſt einer Einleitung und erlänternden Bemerk.

Das Dutzend 50; 25 Stück § 1.

Erſter Synodalbericht der deutſchen evang.
luth. Synode von Miſſouri, Ohio u. a. St.
vom Jahre 184⁷

Zweiter, Dritter, Vierter nund Fünf⸗
ter Synodalbericht derſelben Syn ode, jeder

Dritter VbHe des Lutheraners
von 1846 — 47. Ne. 8 — 26.

(Der 1. u. 2. Jahrgang ſind vergriffen.)

Vierter, fünfter, ſechster u. ſiebenter
ZJahrgang des Lutheraners, jeder

Aſache es Concordien buch, d. i. Sym⸗
boliſche Bücher der evang. luth. Kirche, New⸗
Rorker Ausgabe in gepreßtem Leder gebunden

Geſpräche zwiſchen zwei Lutheranern
über den Methodismus, (in Pamphlet⸗
form) 1 Stück — ö

Dr. Martin Luthers Tractat von der
wahren Kirche, 2 Stüch

Dr. Luthers Hauspoſtille, oder Predigten
über dic Evangelien auf die Sonn -und Feſitage
des ganzen Jahrs, New-Horker Ausgabe, ge⸗
bunden in Kalbleder 42.

Kirchen⸗Geſang buch ſür cvang. luth. Ge⸗
meinden, welchem ſonn⸗ und die ſeſitäglichen
Perikopen beigefügt ſind, verlegt von der d 1
evang. luth. Gemeinde U. A. C. in gepreßtem
Lederbande, das Stück ‚

100 Stüd 962. 503 gegen Baarzahlung.

Daſſelbe inkleinerm Format mit denſelben

Anhängen und gleichem Einband, das Stück
100 Stüh 8600. gegen Baarzahlung.

Melodien deutſcher Kirchengeſänge
nach Dr. Frindrich Lagriz .

A B(-⸗Buch, und in gehöriger Stu⸗-
fenfolge geordnete Uebun goſtücke
zur Erlernung desveſens, fürchriſt⸗
liche Schulen. bearbeitet, im Verlag
der ev. Eta ů 6 von Miſſouri, Ohio und
anderen Staaten

‚ im Dutzend 51.00.

ZJobaun Hübners Bibliſche Hiſtorien aus dem

Alten und Neuen Ier Auegabe mEimsewen 2
ew-Horker Ausgabe, im Einzelnen

Abdruck, New-2 Ausg ˙n an Putend 42. G.

Dr. Martin Luthers Auslegung des 90. ů

ſchi d beſchnitten 5.
Pialme, broſchirt un 0 im Dutz end §1. 50

buch zum kl. Catechiamus Luiberi. Im Auſ⸗

Sinnge e Emnove Ir. Wynecd ꝛc. b34 Ctud 40

paſtlor Fr. Wynecken, das Stü „

iragen von Paſ 5 1 Gcben
irtenbrief des Herrn L. Granbau zu

Dgafale v. J. 180 nebſt dem zwiſchen ibm und

mebreren iutb. Paßeren von Miſſouri gewechſel⸗ 6.

Schriften

Brie . Marlin Luthers von Einſetzung der

Kirchenviener an den Rath zu Prag in öbmen

vom Jahre 1523. aus dem ateiniſchen überſeyt

s Speratus „
Ti morbeu 8. Ein Geſchenk für die confrwirte
Mgend. Be arbrüet nach Hiller, gebunden

10.
10.
30.
.
8 1. 2⁵.
6.
5.

1.
.

Gedruckt bei Moritz Niedner.,.
Norb-Eche der dritten und Cheinuttreſe.

English translation

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