Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 8, Nummer 6 › Seite 50
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-11-11, Seite 50
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„ Gruß Dir. Stern der Mrrieirt
Jungfrau fiets, und hehre
Heil'ge Gotteomutter,
Sel'ge Himmelsyforte.
„Da ſeht ihr den ganzen römiſchen Sauerteig
ſaner vollen Blüthe aufgehen! Wir laſſen
dem Vercine ſeinen „Meerſtern“ und halten
uns gläubig an den Stern, der aus Jacob auf⸗
Legangen iſt, folgen ſeinem himmliſchen Lichte
nnd ſprechen getroſten Muthes:
Tröſte dich nur, vaß deine Sach
Iſt Gottes, dem befiehl die Rach
Und laß es ihn ſchlecht walten,
Er wird durch ſeinen Gidton,
Den er wohl kennt, dir helfen ſchon,
Dich uud ſein Wort erhalten.
Das Eine aber kbnnen wir doch dabei lerner:
vit auch wir nicht unterlaſſi en ſollen, uns einmü⸗
hig zu ſchaaren um das Panier unſeres Glau⸗
bens und kirchlichen Bekenntniſſes. Werden
vir nicht durch den Eifer, mit dem ſich der katho—
liche Verein ſammelt und verbündet, mindeſtens 9
liſhämt! So laßt uns denn treten auf den
bibliſchlautern, feſten, evangeliſchen Glaubens⸗
grund der Reſormation, und ſtehen auf demſel⸗
ben, angethan mit den Waffen des Lichts. Laſ⸗
ſer uns bleiben in der Apoſtel Lehre, in der Ge⸗
keinſchaft, im Gebet und Brotbrechen, und uns
kenntniſſe der hutheriſchen Kirche, deren Die⸗
ner und Glieder wir ſind durch die Gnade Jeſu
Griſii. Hört Ihr's? Sollte uns nicht auch
das Herz aufgehen, daß wir bekennen dürfen:
Ich bin ein Lutheraner? — Das walte
el — 37
* — —+ — “
den Chryſantus und Daria, den beiden
Märtyrern.
Hin zum Schauplatz der Triumphe, hin zum ho,
hen Capitol,
Zieht vom Nil Polemius der Alexandrer Hoch⸗
muth voll.
Rich an Dienern, reich an Würden, reich an
— Silber und an Gold
Iund in ſeinen Armen trägt er einen jungen Kna⸗
ben hold.
dort zu Rom am Kaiſerſitze wuchs Chryſant zum
Jüngling aunf
Seht, wie heil'ge Märtrer ſtarben, ſammelt
Wiſſenſchaft zu Hauf,
Dient den Göͤttern, fragt die Prieſter, iſt des
ö Vater's Kron und Ruhm.
Sieh, da rollt er auf, der Heide, einſt das Evan⸗
gelium!
—
—
uſet da, liest mit Verwundern; — neu erſteht
ihm eine Welt,
Lcht beſcheint ihn wunderbarlich und das Hei⸗
dendunkel fällt.
Und ein Sehnen nach der heil'gen Taufe leihet
Flügel ihm.
Worn hat die Heiligen verſcheucht der Möͤrder
Ungeſtüm?
Dort, wo in den Felſenklippen nichts das ſtille
ö Käuzlein ſchreckt,
ö W5 Carpophorus der Prieſter vor der Fende
Wuth ſich deckt:
bekennen mit Demuth und Glauben zu dem Be⸗
—
Da enthüllt ſich em Chryſantus ſeines Heils Ge⸗
heimniß gar 3
Und er kehret anders wieder, als er hingegan⸗
gen war.
Aber ach, Polemius erkennt, ein Wandel ſei ge⸗
ſchehu,
Nicht wie ehedem und immer iſt Chryſantus an⸗
zuſehn.
Nicht die Götter ehrt wie ſonſt er, — heilig, mild
und wunderbar
Iſt der Jüngling, und ein Fremdling, denen
ſonſt ein Sohn er war.
Und der Vater kummervoll befolgt den Rath des
Freundes jetzt,
Sieh das Mahl, wozu ein Kranz von Jung⸗
frauen ſich niederſetzt.
„O Chtyſantus, wähle Eine, wähle, die die
Liebſte ſcheint,
„Keine, unter allen Keine, o Chryſant, ſet dir
verneint.“
Aber tief im Herzen ruft der Jüngling heiß den
Herren an,
Was geſchieht? Urplötzlich eine Todtenſtile da
begann:
Sieh, die Jungfrauen, ſie ſanken all' in einen
tiefen Schlaf,‚
Keine aß und keine ihn mit einem falſchen Reize
. traf.
Neue Schlingen legte, ach, Polemius dein krom⸗3
men Sohn. *
Daria, vor Tauſenden begabt mit ſußer Rede
Ton,
Wird geſendet, ihn mit ihrer Schöne und dem
klugen Sinn,
Wie man eine Roſe pflücket, heimzutragen als
Gewinn.
*
72—
Daria mit goldnem Munde, Daria ſo ſchön und
klug,
Daria vergiht der Worte zauberiſchen Ton und
Flug.
An Chrpſant's Ermahnen ſtirbt ihr der erdach⸗
ten Rede Fluß.
So verwanzelt ſi ſich kein Bild von Silber durch
den neuen Guß.
Weich Dinge! beide reden, hier Chryſant, dort
Daria, —
Und ihr Wort wird ſchnell ein Brunn des Lebens
vielen fern und nah.
Täglich ſteigen aus der Taufe E.aaren aus der
Heidenſchaft.
Niemand kann dies Feuer dampfen, Niemand
dieſes Waſſer's Kraft.
Und der Präͤtor greift voll Wuth Chryſant und
ſchlägt in Feſſeln ihn,
Und mit ausgeſuchten Qualen Folterknechte ſich
bemühn.
Daria, die Edle, Reine wird ins Haus der
Schmach geſchleppt;
O ihr armen Heiligen, das Todtenhemd wird
euch gewebt.
Sieh jedoch! Ein ſtarker Löwe, aus dem Gar⸗
ten juſt entflohn,
Legt ſich hin vor ihre Thüre, ſcheucht den frechen
Fuß davon,
Vis man Feuer an den Seiten, ihn zu ſchrecken
angeflammt, ö
Da entwich er: und Daria, wird zum Tode
nun verdammt.
O Chryſant, wo willſt du hin.“ — Was blühet
auf dem Haupte Vein? —
O Daria und auch Du? — Iſt's Blut? — Ach
ſollen's Blumen ſein? —
Ach die Märtrerkronen roth! — Ach, ach, wer
dieſes Schauſpiel ſieht!
Und die Steine flogen heftig und das heilge Paar
verſchied.
Folgendes iſt eins der Lieder ves
ſeligen Paſtor Reißner,
welche in voriger Nummer wegen Mangel an Raum
nicht mit abgedruckt werden konnten:
Der König über'm Himmelszelt,
Er ſpricht: Geht hin in alle Welt.
Und predigt meinen Namen.
Tauft die erkauft mit meinem Blut,
Beſprenget mit der Gnadenfluth,
Was ſtammt aus ſünd'gem Saamen.
Dies Bad,
Voll Gnad,
Tilgt die Sünden, ſie verſchwinden, heilt vom
Falle,
Reinigt und beſeligt alle.
Gegeben iſt mir Allgewalt,
Im Himmel und auf Erden ſchallt
—Der Donner meiner Ehre
Zieht durch die Welt, ich bin mit euch,
Ich gründ, ich pflege ſelbſt mein Reich
Verkündet froh die Lehre,
Die ihr
Von mir
Habt empfangen, zu erlangen Licht vom Geiſte,
Der euch Hilf und Beiſtand leiſte.
Zieht nur getroſt, ich bin mit euch
Ich, der ich über alles reich,
Der Welt, des Himmels König.
Der euch mit Kraft hat angethan,
Der macht euch in die Herzen Bahn,
Daß ſie mir unterthänig.
Bei euch 2ι ........
Bin ich 1 Aabr. 7 5
Alle Tage, wie ich ſage, bis zum Ende
Sich der Lauf der Welt hinwende.
Herr Jeſu, ſieh auch ich zieh hin,
Erfülle du mein Herz und Sinn
Mit Kräften aus der Höhe!
Führ mich zu Herzen, die bereit
27
n
Zu ſchauen jene Herrlichkeit,
Die ich in dir, Herr, ſehe. —
Dein Wort, ½ Kit. ½
Mein Hort. —
Laß mich preiſen, Kraft erweiſen, daß es zünde,
Viele Herzen überwinde.
Gieß auf mich, Herr, den Freudengeiſt,
Den ſonſt dein Wort die Salbung heißt!
Laß ſie mich nun empfangen.
Die Leib's⸗und Seelenkräfte weih,
Schaff mir das Herz, die Zunge neu,
Laß nur an dir mich hangen.
Zur Stund
Mach kund,
Wenn ich lehre, was dich ehre, was da ſrommet,
Wenn der Hauf zuſammenkommet.
Behüte mich vor Stolz und Ruhm
Wenn ich dein Evangelium
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