Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 8, Nummer 6 › Seite 44
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-11-11, Seite 44
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(Offenb. Joh. LCap. 14, v. 6. 7.)
„Sottes Wort und ſuthers ehr' vergehet nun und nimmermehr.“
Herausgegeben von der Deutſchen
Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten.
Nedigirt von C. F. W. Walther.
Jahrg. 8.
St. Louis, Mo., den 11. November 1851.
No. 6.
Vebingungen:
Der kutberaner erſcheint ale iwei Wochen einmal für ren jährlichen
P. Kehſrriptiensrreie von Einem Dollar für die autwärtigen Unterſchreiber, welche denſelben vorauszude⸗
lhlen und das Poſtaeld zu tragen haben. — In Si. Leuis wird jede einzelne Re. fur 5 Cente verkauft.
br. M. Luthers Zeugniß
von
der evangeliſchen Wahrheit, was die Kirche
Chriſti weſentlich und eigentlich ſei?
Zum Gedaͤchtuiß des 31. Octobers 1817.
Der Gedächtnißtag des Aubruchs der geſegne⸗
ten Reformation liegt hinter uns; und wie der⸗
Iibe in der lutheriſchen Kirche dies⸗ und jen⸗
ſits des Oceans ſicherlich an vielen Orten kirch⸗
lich gefeiert wurde, ſo iſt es gewiß auch ange⸗
neſſen, ihn im „Lutheraner“ nicht ſtillſchweigend
vorübergehen zu laſſen.
Denn nicht ein Menſchenwerk war ſchon dieſer
Anfang, da Luther die 95 Theſen an die Schloß⸗
lrche zu Wittenberg anſchlug — wie denn auch
nes nimmer in ſeinen Sinn genommen, die Kir⸗
zu reformiren — ſondern ein Gotteswerk war
to, da Gott anfing, das Licht ſeines Wortes,
nit dem er, Jahrhunderte lang, verborgener
Beiſe, ſeine einzelnen zerſtreuten Kinder in der
numiſchen Kirche erhalten hatte, wieder mächtig
ind ſiegrtich hineinſcheinen zu laſſen in die lange
ſnſtere Nacht der durch die Menſchenſatzungen
ded Papſtthums ſo greulich verderbten Kirche.
Ein Gotteswerk, ſagen wir billig, war dieſer
Infang, ſo wie der wider alle Liſt und Gewalt
des Satans, des Papſtes und ſeiner Knechte,
ded Kaiſers und ſeiner Gewaltigen, ſo raſch und
vunderbar geſegnete Fortgang; denn weder Lu⸗
ther, dieſer Mann voll Glaubens und h. Geiſtes,
dieſes auserwählte Rüſtzeug, dieſes Schwert des
HErrn und Gideon — weder er, noch ſpäter
ſeine gleichgeſinnten Freunde und Mitarbeiter
waren etwas anderes und wollten etwas ande⸗
res ſein, als willige Werkzeuge des h. Geiſtes
zu Nutz und Frommen der h. Kirche. Und
grade vurch die heftigen Angriffe ihrer papiſti⸗
ſchen Widerſacher immer tiefer in das reine und
lautere Gotteswort hineingetrieben, und von
dem h. Geiſte durch dasſelbe immer heller erleuch⸗
tet, durchbrachen ſie dann mit dieſem Lichte einen
Nebel des Papſtthums nach dem andern und
warfen, mit den Sturmbock dieſes Wortes ein
Bollwerk des Satans nach dem andern über
den Haufen. Aber indeni ſie alſo zerbrachen,
bauten ſie, indem ſie alſo ausreuteten, pflanz⸗
ten ſie, indem ſie wider die verderblichen ſeelen⸗
mörderiſchen Irrthümer des Papſtthums, zu⸗
mal von der Verdienſtlichkeit der Geſetzeswerke
und des. Haltens von Menſchenſatzungen mit
Gottes Wort zeugten, legten ſie zugleich Zeug⸗
niß ab für und von der einen allein ſeligmachen⸗
den Lehre der Kirche Chriſti auf Grund des
göttlichen Wortes und ſonderlich von der im
Evangelio geoffenbarten rechtfertigenden Gnade
Gottes durch das alleinige Verdienſt des HErrn
Chriſti, das lediglich und ausſchließlich der
Glaube ergreife, ſich aneigne und feſthalte zur
Vergebung der Sünde, ohne Zuthun der Werke;
denn es war ferne von ihnen, eine neue dem
Worte Gottes widerwärtige und der Kirche Chri⸗
ſti freurde Lehre aufzubringen und durch und um
Rur die Brieſe welche Mittbellungen für das Blatt entbhalten, ind an den Redakteur, alle anberen
aber. welches Geſchäfrliches, Beſtellungen, Abbeſtellungen, Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adreſe
Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu ſenden.
dieſe ſich Anhänger zu ſammeln, wie eben grade
das Papſtthum unter dem Scheine des göttlichen
Wortes und der Kirche gethan und wie allezeit
Sectenſtifter und Rottenhäupter thun, ſondern
ſie waren ſtets gefliſſen und ſetzten großen Ernſt
und Eifer daran, die Einheit und den Zuſam⸗
menhang ihrer Lehre mit dem Bekenntniß der
Einen h. chriſtlichen Kirche von Anfang auf⸗
zuzeigen und nachzuweiſen.
Und ditſes thaten ſie denn, indem ſie mit dem
Lichte des göttlichen Wortes und der an ihm
entzündeten Leuchte der Lehre vom rechtfertigen⸗
den Glauben, auch das Lehrſtück des dritten Ar⸗
tikels: ich glaube „Eine heilige chriſtliche Kir—
che“, gründlich be⸗ und durchleuchteten und da⸗
durch die Nebel der papiſtiſchen Irthümer und
Lügen vertrieben, in denen das arme Chriſten⸗
volk gefangen war.
Da ward denn allen Augen, die ſich nicht
muthwillig dieſem alten und neuen Lichte zu⸗
ſchloſſen, klar und offenbar, warum die Kirche
Gottes die ein e, heilige, chriſtliche oder
katholiſche heiße und wie tröſtlich und glau⸗
bensſtärkend ſolches ſei.
Sie ſei und heiße alſo nicht deßhalb die Eine,
weil ſie (wie die Papiſten, ihren Papſt an Chriſti
Statt alſo als Antichriſt in den Tempel Gottes
ſetzend, logen und fälſchten) ein ſichtbares Ober⸗
haupt an dieſem habe, als Nachfolger Petri,
des Apoſtelfürſten und als Statthalter Chriſti,
der ſie nach göttlichem Rechte mittelſt ſeiner
Diener und Gehülfen (des Prieſterſtandes) mit
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