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Eckhardt's Homiletisches Reallexikon, 1907–1917

A cumulative subject index to seven Missouri Synod periodicals, compiled by E. (Ernest) Eckhardt (1868–1939) and printed at St. Louis between 1907 and 1917. Under each headword it sets numbered theses, and beside each thesis the places where the periodicals had treated it — by volume and page, running twenty years past the last of Der Lutheraner's own registers. Where the archive holds the volume a citation names, the citation below is a link to that page.

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14 entries under schriftauslegung.

Schriftauslegung

—

Schriftauslegung. Grundſätze der lutheriſchen Kirche über Schriftauslegung. N. 67. Von der Auslegung der heiligen Schrift. L. W. 17, 261—265. Grundzüge der lutheriſchen Hermeneutik. L. W. 28, 57—72. 108—111. 148—157. Schriftauslegung und Analogie des Glaubens. L. W. 52, 481—486. 53, 11—18. 70 —77. 153—160. 529. The practice of exegesis. Theol. 2, 22-32. Variant interpretations. Theol. 6, 110-120. Baier, Pro. 177-179. Schriftauslegung.

  • L. W. 17, 261—265
  • L. W. 28, 57—72
  • L. W. 28, 57—72. 108—111
  • L. W. 28, 57—72. 108—111. 148—157
  • L. W. 52, 481—486
  • L. W. 52, 481—486. 53, 11—18
  • L. W. 52, 481—486. 53, 11—18. 70 —77
  • L. W. 52, 481—486. 53, 11—18. 70 —77. 153—160
  • L. W. 52, 481—486. 53, 11—18. 70 —77. 153—160. 529
  • Theol. 2, 22-32
  • Theol. 6, 110-120
  • Baier, Pro. 177-179

vol c, printed page 657–658 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0461_PA657

1. —

1. Jede Bibelſtelle hat einen Sinn. Nichtsſagende, leere Worte finden ſich nicht in der Schrift. Anm. a. Der vom Heiligen Geiſt beabſichtigte Sinn einer Stelle iſt der, welchen der Text und Kontext erzwingt, ſo daß jede andere Auslegung ausgeſchloſſen iſt. Anm. b. Zu unterſcheiden iſt 1. der grammatiſche Sinn, den die Worte in ihrer urſprünglichen eigentlichen Bedeutung ha⸗ ben, sensus literae, und 2. der logiſche, buchſtäbliche Sinn, der vom Heiligen Geiſt beabſichtigt iſt. Sensus litera— lis. — Der grammatiſche Sinn iſt nicht immer der logiſche. Pi. Hom. 208.

  • Pi. Hom. 208
  • Pi. Hom. 52 margin
  • Pi. Hom. 52, 210 margin
  • L. W. 51, 20 margin
  • Pi. Hom. 42 margin
  • Pi. Hom. 42. 43 margin

vol c, printed page 658 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0462_PA658

2. —

2. Der logiſche Sinn kann ausgedrückt ſein durch Worte, die in der eigentlichen oder uneigentlichen (bildlichen) Bedeutung ſtehen. Anm. a. Figürliche Redeweiſen ſind z. B. Luk. 13, 32: Herodes ein Fuchs, Joh. 15, 5.: Ich bin der Wein-ſtock 14, 6: der Weg 10, 7: die Tür 10, 12: ein Hirte 8, 12: das Licht 1 Kor. 10, 4: Fels 1 Kor. 11, 26: von dieſem Kelche trinket Joh. 6, 54: Wer mein Fleiſch iſſet Matth. 23, 14: der Witwen Häuſer freſſen 1 Moſ. 19, 14: Iſaſchar ein beinerner Eſel 1 Moſ. 47, 9: die Zeit meiner Wallfahrt Jeſ. 51, 2: Abraham, euer Vater Matth. 11, 14: er iſt Elias Mark. 9, 42—48: AÄrgert dich deine Hand, ſo haue ſie ab Matth. 7, 16: An ihren Früchten ſollt ihr ſie erkennen. Anm. b. In jeder Sprache gibt es Wörter, die eine doppelte Bedeutung haben. Die übertragene Bedeutung iſt o gut wie ein neues Wort. Anm. c. Keine Sprache iſt ſo reich an Worten, daß ſie flir jede einzelne Vorſtellung ein beſonderes Wort hätte. Anm. d. Bildliche Ausdrücke reizen zum Nachdenken, was der Schreiber eigentlich ſagen will und verſchönern die Rede. Anm. e. Bildliche Worte muß man auslegen im Lichte der Stellen, die in eigentlichen Worten davon reden.

  • Luth. 23, 115 margin
  • Luth. 23, 115. 13, 131 margin
  • Pi. Hom. 43 margin
  • Wis. 85, 19 margin
  • Luth. 4, 92 margin
  • Luth. 4, 92. 93 margin
  • Luth. 4, 92. 93. 23, 115 margin
  • W. 73, 36 margin
  • W. 73, 36. 37 margin
  • L. W. 13, 107 margin
  • Baier 3, 511—516 margin
  • Proc. 91, 24 margin
  • Mit. 88, 30 margin
  • Mit. 88, 30. 31 margin
  • L. W. 28, 222 margin
  • Luth. 23, 115 margin
  • Luth. 4, 93 margin
  • Mit. 88, 22 margin

vol c, printed page 658 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0462_PA658

3. —

3. Von der eigentlichen Bedeutung eines Wortes muß man abgehen, wenn der grammatiſche Sinn nicht der logiſche (vom Heiligen Geiſt beabſichtigte) Sinn iſt. a. Manchmalhzeigtdies die Schrift ſelbſt an, indem ſie in den folgenden Verſen die Auslegung gibt 3. B. Matth. 16. 6 und 12: Sauerteig der Phariſäer, Onk. 11, 20: Gottes Finger, d. i. der Geiſt Gottes Matth. 12. 28. Joh. 2, 19: Brechet dieſen Tempel. Vers 21: Tempel ſeines Leibes. b. Oftfordertes die Analogie des Glaubens. Beiſpiele: 1. Der Herr reizte David 2 Sam. 24, 1. Gott verſtocket, welchen er will. Röm. 9, 18. — Keine Stelle darf ſo ausgelegt werden, daß Gott der Ur⸗ heber der Sünde wird gegen Pſ. 5, 5. Jak. 1, 13. 2. Gott werden Arme, Hände u. ſ. w. zugeſchrie ben, z. B. 5 Moſ. 11, 2: der ausgereckte Arm. Pſ. 32, 4: Deine Hand war Tag und Nacht ſchwer auf mir. — Auf der andern Seite heißt es: Gott iſt ein Geiſt. Joh. 4, 24. 3. Vater und Mutter haſſen Luk. 14, 26, d. h. nach Matth. 10, 37 weniger lieben als Gott. c. Mitunter ſagt es ſchon der Augen-ſchein. Herodes iſt ein Fuchs, Iſaſchar ein beinerner Eſel. Anm. a. Wenn wir dieſe Stellen nicht im eigentlichen. ſondern uneigentlichen Sinn nehmen, bleiben wir doch beim buchſtäblichen Sinn. Anm. b. Der Beweis, daß eine Stelle uneigentlich zu verſtehen ſei, muß augenſcheinlich und hinreichend ſein. Ver da redet, daß er es rede als Gottes Wort.

  • Pi. Hom. 55 margin
  • Luth. 4. 101 margin
  • Luth. 4. 101. 23 margin
  • Luth. 4. 101. 23. 115 margin
  • Pi. Hom. 55 margin
  • Pi. Hom. 55, 200 margin
  • Luth. 4 margin
  • L. W. 28, 154 margin
  • L. W. 28, 154. 155 margin
  • Pi. Hom. 55 margin
  • Pi. Hom. 55. 56 margin
  • Pi. Hom. 55. 56. 208 margin
  • Luth. 4. 111 margin
  • Luth. 13, 131 margin
  • L. W. 13, 106 margin
  • Pi. Hom. 56 margin
  • Pi. Hom. 56. 209 margin
  • Luth. 23, 115 margin

vol c, printed page 658–659 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0462_PA658

4. —

4. Ohne zwingende Gründe darf man von der eigentlichen Bedentung eines Wortes nicht abgehen. Der eigentliche Sinn iſt immer der erſte und nächſte. Mit. 88, 33. Die wörtliche Auslegung hat das erſte Recht. Baier 3, 519. — Könnten wir uns nicht mehr auf jedes Wort verlaſſen, ſo ſteht kein Gottes Wort mehr feſt. Gilt nicht mehr der Worte Sinn, ei, ſo fällt ja alles hin. Mit. 88, 23.22. — Von der eigentlichen Vedeutung darf man nicht abgehen alnach Belieben. Stünde es in unſerer Willkür, dann wäre die Schrift eine wächſerne Naſe und kein Artikel des Glaubens wäre gewiß. Anm. a. Beiſpiele ſolcher willkürlichen Auslegung: Das große Licht 1 Moſ. 1 iſt der Paypſt, das kleine Licht der Kaiſer. Dann könnte man auch überſetzen: Am Anſang fraß der Kuckuck die Grasmücke. Luther. Anm. b. Es genügt nicht, zu zeigen, daß die Bibel an andern Stellen bildlich redet, man muß beweiſon, daß ſie hier bildlich redet. Anm. c. Iſt kein Grund vorhanden, von der eigent— lichen Bedeutung abzugehen, ſo iſt das ein wichtiger (rund, bei der eigentlichen Bedeutung zu bleiben. Sind gar Gründe dagegen, ſo iſt es Frevel, davon abzunehen. Anm. d. Kein Grund von der eigentlichen Vedeutung abzngehen. liegt z. B. vor bei dem Worte „Vrot“ in der 1. Bitte. Manche verſtanden darunter das geiſtliche Brot, das Brot des Lebens, das wir täglich gebrauchen ſollen. Anm. e. Vibelſtellen, wo eine Glaubenslehre darge— legt wird (Sedes), ſind immer in eigentlicher Bedeutung zu nehmen. Wären auch die Sedes in verblümten Wor— gegeben, dann hätten wir keine gewiſſe Glaubens— ehre; bweil dieeigentliche Bedentung unſerer Vernunft zu widerſprechen ſcheint eder wir das „wie“ nicht einſehen können. Dann müſite man die Lehren von der Dreieinigkeit, Gottheit Chriſti, Abendmahl u. ſ. w. ſtreichen. Die Vernunft kann die Schrift nicht korrigieren. Anm. Können wir von der eigentlichen Bedentung der Einſetzungsworte des Abendmahles abgehen, bloß weil wir ſie mit unſerer Vernunft nicht verſtehen können, dann können wir auch von andern Worten abgehen und ſagen; Chriſtus iſt nicht Gottes Sohn. Wir müſſen die Ein— ſetzungsworte nehmen, wie ſie lauten. Konk. 656, 45. Einwand. Ihr ſeid inkonſequent. Ihr ſagt: wir müſſen beim Wort bleiben. Wenn wir Chiliaſten bei der Auslegung der Propheten bei der eigentlichen Bedeutung bleiben wollen, ſagt ihr: Ihr müßt es figürlich deuten.

  • Mit. 88, 33
  • Baier 3, 519
  • Mit. 88, 23
  • Mit. 88, 23.22
  • Luth. 25, 140 margin
  • Luth. 25, 140. 4, 100 margin
  • Luth. 25, 140. 4, 100. 13, 131 margin
  • Süd. 1903, 14 margin
  • Süd. 1903, 14. 13 margin
  • W. 73, 36 margin
  • W. 73, 36. 37 margin
  • Wis. 85, 19 margin
  • Wis. 85, 19. 20 margin
  • Ka. 95, 11 margin
  • Pa. 150 margin
  • L. W. 13, 107 margin
  • S. Dak. 1913, 21 margin
  • Ka. 95, 11 margin
  • Luth. 4, 100 margin
  • Ka. 95, 11 margin
  • Mit. 88, 32 margin
  • Luth. 43, 72 margin
  • Wis. 85, 19 margin
  • Luth. 4, 100 margin
  • Süd. 1903, 14 margin
  • Süd. 1903, 14. 13 margin
  • Mit. 88, 38 margin
  • Mit. 88, 38. 39 margin
  • L. W. 13, 109 margin
  • L. W. 13, 109. 17 margin
  • L. W. 13, 109. 17. 264 margin
  • L. W. 13, 109. 17. 264. 51 margin
  • L. W. 13, 109. 17. 264. 51. 17 margin
  • L. W. 13, 109. 17. 264. 51. 17. 28, 149 margin
  • Pi. Hom. 55 margin
  • Pi. Hom. 55, 208 margin
  • L. W. 13, 108 margin
  • L. W. 13, 108. 21, 35 margin
  • L. W. 13, 108. 21, 35. 36 margin
  • Luth. 4, 111 margin
  • Pi. Hom. 56 margin
  • Konk. 656
  • Konk. 656, 45
  • Walth. Ev. 149 margin
  • Gna. 213 margin
  • Gna. 213. 214 margin
  • Syn. Frei. 98, 17 margin
  • Syn. Frei. 98, 17. 18 margin
  • Luth. 23, 113 margin
  • Luth. 23, 113. 13, 131 margin

vol c, printed page 659–660 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0018_PA659

5. —

5. Vom buchſtäblichen Sinn der Schrift darf man nie abtzehen, einerlei ob er in eigentlichen oder uneigentlichen Worten ausgedrückt iſt. Warum nicht? Weil a. die Schrift von Gott eingegeben iſt; b. Gott uns ſo ernſtlich davor warnt. 5 Moſ. 4, 2: Ihr ſollt nichts dazu tun und nichts davon tun. Joſ. 1, 7: Weiche nicht davon, weder zur Rechten, noch zur Linken. Saul hatte nur ein Wort verworſen und wurde ſelbſt verworfen. 1 Sam. 15, 23; — c. wir nur ſo Chriſti rechte Jünger ſind. Joh. 8, 31. d. es unvernünftig iſt, zu ſagen, daß man eine Schrift auslege, wenn man vom Sinn der Schrift abweicht. Wer der Schrift ſeinen eigenen Sinn unterlegt, legt nicht aus, ſondern verändert. Anm. a. Zum Abgehen vom Sinn des Wort Gottes hat der Teufel die Menſchen immer verführt. Adam und Eva. Die Verſuchung Chriſti. — Dadurch iſt aller Jammer in die Welt gekommen. Anm. b. WMie feſt hielten manche Gläubige am Wort. Abraham 1 Moſ. 22, 2—14. Konk. 656, 46. Paulus 1 Kor. 15, 1: nach der Schrift. Chriſtus: Es ſteht geſchrieben. Walth. Epi. 351. 352. Anm. c. Die Kirche nimmt den Sinn des Heiligen Geiſtes an und iſt in ſolchem Glauben gewiß. Die Lehre gehört nicht in das Vater Unſer.

vol c, printed page 660 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0463_PA660

6. Jede Bibelſtelle hat nur einen vom Heiligen Geiſt beabſichtigten Sinn

6. Jede Bibelſtelle hat nur einen vom Heiligen Geiſt beabſichtigten Sinn. Dieſer Sinn iſt der logiſche oder buchſtäbliche. Sensus literalis unus est. Ein Weg⸗— weiſer muß ſo zeigen, daß nur ein Weg verſtanden werden kann. Hätte die Schrift einen mehrfachen Sinn, dann wäre ſie zweideutig und alle Gewißheit hörte auf. Dann könnte man die Glaubenslehre nicht mehr beweiſen, noch die Gegner überführen. N. 67, 40. 41. Luth. 13, 133. 132. Jemand vermacht einem andern alle ſeine Anm. a. Er hatte aber 6 ſchwar„ſchwarzen und weißen“ Pferde. ze, 6 weiße und 6 ſchwarze und weiße Pferde. Was hat er ihm vermacht? Antitheſe. Origenes nahm einen dreifachen Sinn der Schrift an, Thomas. Lyra und die Scholaſtiker einen vierfachen: den buchſtäblichen, allegoriſchen, moraliſchen und analogiſchen Sinn. Anm. b. Dadurch wird allor Willkür Tor und Tür geöffnet. Es iſt eine vermeſſene Spielerei. Mit Recht trat Luther dagegen auf. Anm. c. Wir nehmen nur den buchſtäblichen Sinn für denjenigen, den der Geiſt uns mitteilen will. Nur dieſer iſt der wahre Sinn. Anm. d. Der allegoriſche Sinn 1. iſt nicht ein zweiter Sinn neben dem buchſtäb⸗ lichen Sinn. Die Geſchichte von Hagar im alten Teſtament hat nur einen Sinn, den hiſtoriſchen. Die Allegorie davon Gal. 4, 21—31 hat auch nur einen Sinn, den allegoriſchen, der hier der buchſtäbliche iſt; 2. iſt nur dann beweiskräftig, wenn er vom Hei⸗ ligen Geiſt ſelbſt angezeigt wird. Aus den Worten: und ließen ihn halbtot liegen Luk. 10, 30 kann man nicht beweiſen, daß der Menſch noch geiſtliche Kräfte habe. Wer einmal einen Text allegoriſch auslegt, muß zuſehen, daß ſeine Auslegung wenigſtens dem Glauben ähnlich ſei.

  • Luth. 13, 133
  • Luth. 13, 133. 132
  • Theol. 6, 110 margin
  • Theol. 6, 110. 120 margin
  • Luth. 23, 114 margin
  • Luth. 23, 114. 13, 132 margin
  • L. W. 28. 149—151 margin
  • L. W. 28. 149—151. 13 margin
  • L. W. 28. 149—151. 13. 105 margin
  • Il. 89, 55 margin
  • Baier, Pro. 177 margin
  • Pi. Hom. 52 margin
  • Pi. Hom. 52, 210 margin
  • Pa. 147 margin
  • Pa. 147. 148 margin
  • Theol. 6, 110 margin
  • Pi. Hom. 52 margin
  • Pi. Hom. 52. 53 margin
  • Pi. Hom. 52. 53. 54 margin
  • L. W. 13, 104 margin
  • L. W. 13, 104. 105 margin
  • Quart. 1, 138—140 margin
  • L. W. 13, 105 margin
  • Pi. Hom. 211—213 margin

vol c, printed page 660–661 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0463_PA660

7. —

7. Um den vom Geiſt beabſichtigten Sinn zu erforſchen, muß der Ausleger achten a auf die einzelnen Worte. Gal. 3, 16: Er ſpricht nicht: durch die Samen, als durch viele. Off. 20 ſteht nichts von den Leibern der Enthaupteten. Anm. a. Hier kommt in Betracht die Form des Wortes, die Etymologie (der Urſprung des Wortes), ferner der Sprachgebrauch (wichtig z. B. in der Stelle 3 Moſ. 8. 18: „eine zur andern“ . Syn. 78, 20.) und endlich die Söntar. Die Auslegung muß grammatiſch richtig ſein. L. W. 13. 101. Anm. b. Hätte Gott ſich nicht an die Regeln der Spra-che gebunden, ſo würden wir ihn nicht verſtehen. Anm. c. Der Ausleger ſehe das Subjiekt, das Prädikat des Satzes an, die Beifügung, die Verbindung des Subjekts mit dem Prädikat; er achte auf die Perſon, die da redet, von welcher geredet wird, zu welcher geredet wird,‚ auf die Sache, wovon gehandelt wird, auf Veranlaſſung des Textes. Anm. d. Beiſpiel papiſtiſcher Auslegung: Spr. 27, 23: Auf deine Schafe (die Laien) habe Acht (d. h. Beichte bören.) Konk. 185, 186: bauf den Urterxt. Der Urtert, der immer entiheiden muß (Walth. ev. luth. Kirche 79, 81), macht manchmal die Überſetzung noch klarer oder enthält manthes. wos in der Überſetzung nicht ſo hervortritt. Beikiele: Röm. 9, 22. 23. Bei den Gefäßen der Barmherzakeit ſteht „zuvor“ bereitet, was bei den Gezäßen des Zornes nicht der Fall iſt. Röm. 13, 11: denn da mirs alaubten. Aoriſt: da wir gläubig wurden. Theol. 9. 112. So kann man auch mit dem Urtert die falſche vodiſtiſche Überſetzung zurückweiſen: ſie (Maria) wird der Schlange den Kopf zertreten. N. 67, 34. Anm. Der Ausleger muß die Bedeutung der Wörter in der Urſprache genau erforſchen und auch gute Bücher mit richiigem Urtert haben; c. auf den Zuſammenhang. Man darf die Worte nicht aus dem Zuſammenhang reißen, ſonſt könnte 1 der Bibel auch beweiſen: Es iſt kein Gott. Pf. Anm. a. Keine Auslegung darf angenommen wer— uß welche das Vorhergehende oder Nachfolgende umtößt. Anmi. b. Wie viel Licht wirft der Kontext auf die Worte: Kinder Gottes 1 Moſ. 6, moder auf die Erſcheinung Samuels. 1 Sam. 28. Anm. c. Oft weiſen ſchon die Verbindungspartikeln auf den Zuſammenhang hin; d. auf den Skopus eines Kapitels oder Abſchnittes. Das iſt beſonders bei Gleichniſſen wichtig; e. auf den Parallelismus der Schrift. Die Schrift redet an verſchiedenen Stellen von derſelben Sache, damit man den Sinn des Geiſtes durch Vergleichung mit andern Stellen noch beſſer erfaſſen kann. Anm. a. Daß man bei Auslegung einer Schrift auf die Worte, Grammatik, Sprachgebrauch u. ſ. w. achten muß, ſagt uns ſchon die Vernunjt. Anm. b. Chiliaſten machen alle Fehler der Schriftauslegung, die man ungefähr machen kann. Sie achten nicht auf Worte, Zuſammenhang, Parallelismus und Analogie. Anm. c. In vielen Fällen iſt auch Kenntnis der Geſchichte u. ſ. w. nötig.

  • Syn. 78, 20
  • L. W. 13. 101
  • Spr. 27, 23
  • Konk. 185
  • Konk. 185, 186
  • Theol. 9. 112
  • W. 88, 19 margin
  • At. 1909, 27 margin
  • Theol. 2, 26—28 margin
  • Pi. Hom. 44—48 margin
  • Pi. Hom. 44—48. 227— 237 margin
  • Luth. 43, 72 margin
  • W. 77, 92 margin
  • W. 77, 92. 91 margin
  • L. W. 13, 104 margin
  • L. W. 13, 104. 17, 264 margin
  • Quart. 4. 212 margin
  • At. 1909, 27 margin
  • L. W. 28, 223 margin
  • Theol. 2, 23 margin
  • Theol. 2, 23. 24 margin
  • L. W. 28, 223 margin
  • L. W. 13, 106 margin
  • L. W. 13, 106. 50, 338 margin
  • L. W. 13, 106. 50, 338. 339 margin
  • S. Dak. 1913, 22 margin
  • Pi. Hom. 50 margin
  • Pi. Hom. 213 margin
  • Pi. Hom. 213. 49 margin
  • L. W. 17, 265 margin
  • W. 88, 22 margin
  • Mit. 88, 34 margin
  • Mit. 88, 34. 22 margin
  • W. 88, 19 margin
  • At. 1909, 28 margin
  • Can. 97, 15 margin

vol c, printed page 661–662 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0464_PA661

8. —

8. Die Schrift legt ſich ſelbſt aus, entweder a. unmittelbar, wenn die Erklärung gleich ſolgt. z. B. Joh. 2, 19. 21. Joh. 12, 32. 33, oder b. mittelbar durch Parallelſtellen, Ahnlichkeit des Glaubens, Zweck der Schrift. Beiſpiele: Gottes Finger Luk. 11, 20 ausgelegt Matth. 12, 28. Hebr. 4, 7 wird geſagt, daß der 95. Pſalm von David geſchrieben ſei. Anm. a. Anführung einer altteſtamentlichen Stelle im neuen Teſtament iſt einer Auslegung gleich zu achten. Und ſie iſt immer richtig, da die Schreiber in— ſpiriert waren. L. W. 13, 111. Oft erklärt auch das neue Teſtament, daß es ſich an der betreffenden Stelle handelt um die Erfüllung einer altteſtamentlichen Weis— ſagung. W. 88, 22. Anm. b. Der beſte Ausleger einer Schriſt iſt immer der Verfaſſer ſelbſt. Wer ein Geſetz gegeben hat, kann es auch ertlären. So iſt der Heilige Geiſt der alleinige authentiſche Ausleger der Schrift. Anm. c. Daraus folgt für den Ausleger die Regel, daß die Schrift durch Schrift ausgelegt werden muß. Scriptura scripturam interpreétatur. Die Auslegung muß ans der Schrift genommen ſein. Günth. 88. Man darf nichts hineintragen. Pa. 149. Anm. d. Luther war ein Meiſter der Schriftausle— gung. Er wollte nichts als die Schrift. Anm. e. Als Auslegung der Schrift mit Schrift müſſen wir auch zwingende richtige Schlußfolgerungen gel— ten laſſen. S. Schlußſolgerung. Anm. f. Die Schrift wird nicht mit Schrift ausgelegt, wenn man die Sprachregeln verletzt, Schlüſſe zieht, die andern Lehren widerſprechen, für eine gewiſſe Lehre Glieder aus einer andern Lehre hereinzieht u. ſ. w. Syſtemmacherei.

  • L. W. 13, 111
  • L. W. 13, 111. O
  • W. 88, 22
  • Günth. 88
  • Pa. 149
  • Mit. 75, 65 margin
  • Luth. 13, 132 margin
  • Can. 94, 28 margin
  • L. W. 48, 204 margin
  • Can. 97, 15 margin
  • L. W. 52, 485 margin
  • L. W. 52, 485. 50, 170 margin
  • L. W. 52, 485. 50, 170. 17, 262 margin
  • Luth. 23, 114 margin
  • L. W. 109, 110 margin
  • L. W. 109, 110. 52, 482 margin
  • Luth. 13, 131 margin
  • Min. 82, 61 margin
  • Min. 82, 61. 68 margin
  • Wis. Syn. 75, 35 margin
  • S. Dak. 1913, 21 margin
  • Mit. 75, 614 margin
  • Can. 94, 20 margin
  • Can. 94, 20. 19 margin
  • Syn. 94, 53 margin
  • Syn. 94, 53. 54 margin

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9. Analogie des Glaubens

9. Analogie des Glaubens. Alle Auslegung muß dem Glauben ähnlich ſein. Röm. 12, 7. Keine Auslegung darf andern Bibelſtellen, die von derſelben Lehre handeln, widerſprechen. Syn. 84, 10. Die Schrift iſt ein harmoniſches Ganze. O. 94, 50. Anm. a. Die Analogie des Glaubens iſt die Summe aller klaren Bibelſtellen. Sedes. Anm. b. Bibelſtellen, die eine Lehre nur im Vorbeigehen berühren, ſind auszulegen nach Stellen, die ausführlich davon handeln. Das alte Teſtament muß nach dem neuen Teſtament erklärt werden. N. 67, 24. Can. 7, 15. Anm. c. Die Bibelſtellen, nach denen man eine Stelle auslegen will, müſſen auch von derſelben Lehre handeln. Joh. 3, 16 gibt uns keinen Anfſchluß über die Gnadenwahl. Syn. 84, 36. W. 1901, 62. Syn. 94, Anm. d. Was gegen die Analogie des Glaubens iſt,“ iſt falich. Chriſtus weiſt, als er verſucht wurde, die falſche Auslegung einer Vibelſtelle durch andere Schriftſtellen zurück. Anm. e. VBeiſpiele: Man darf keine Stelle ſo auslegen, daß Gott zum Urheber der Sünde wird. — Chiliaſten ſtoßen durch ihre Auslegung den Artikel von Chriſti Reich, Auferſtehung. Wiederkunft Chriſti um. N.. 7, 50.—Flacius' Lehre von der Erbſünde ſtößt den Artikel von der Schöpfung, Erlöſung. Heiligung, Auferzehung um. S. Erbſünde 726. Die Worte: wirſt du dich ſelbſt ſelig machen 1 Tim. 4, 14 müſſen ausgelegt werden nach 2 Tim. 1, 9. Min. 82, 40. 41. Die ſal⸗ 35. vom Sonntag iſt gegen die Analogie. Min.“ Anm. f. Folgendes iſt noch zu beachten: 1. Daß eine Auslegung nicht gegen die Analogie verſtößt, iſt noch kein Beweis für ihre Richtigkeit. 2. Eine Stelle mag verſchieden ausgeleagt wer— den und beide Auslegungen können der Analogie gemäß ſein. Die Konkordia aibt Seite 601 zwei verſchiedene Auslegungen von 2 Kor. 6, mauf einer Seite: Seite 91, 22 gibt die Konkordia eine andere Auslegung von Gal. 3. 2als 638. 21, zu der dann noch die dritte Auslegung kommt, daß Chriſtus un⸗ ſer Zuchtmeiſter bis auf die Zeit des neuen Teſta⸗ ments iſt. — Sind Eph. 2. 20 die Apoſtel ſelbſt der Grund oder iſt der Grund gemeint, den ſie ge— leat haben? 1 Kor. 3. 11. — Die Auslegung mag varſchieden und die Lehre doch recht ſein. Theol. 6, 117. 120. 3. Solange die Auslegung dem Glauben gemäß iſt, kann man niemand einen falſchen Lehrer nen— nen, wenn er den rechten Sinn einer Stelle nicht ge⸗ troffen hat. Wir werden nie dahin kommen, daß wir jedes Wort der Schrift im rechten Verſtand er⸗ faßt hätten. Das bezieht ſich auch auf Gemeinde⸗ glieder und ihren Paſtor. N. 77, 50. 51. Syn. 84, 11. — Es kann auch vorkommen, daß man eine richtige Lehre aus einer Stelle begründet, aus der man ſie nicht erweiſen kann. Mit. 85, 18. 4. Den Grundſatz, daß man eine Stelle nach an⸗ dern auslegt, ſollte man auch anwenden auf den Ausleger ſelbſt, und einen etwaigen ſchiefen Aus⸗ druck nach ſeinen ſonſtigen Predigten zurechtlegen. 10. Dunkle Stellen. a. Dunkle Stellen ſind ſolche, denen wir keinen be⸗ ſtimmten Sinn abgewinnen können wegen Unkenntnis des Wortes in der Urſprache, Geſchichte, Chronologie u. ſ. w., z. B. Gal. 3, 20 (Theol. 6, 112) oder die mehr⸗ deutig ſind. b. Dunkle Stellen können keinen Glaubensartikel be⸗ ö gründen, weil aus ihnen nicht klar und unwiderſprech⸗ lich hervorgeht, was Gott uns darin lehren will. Anm. a. Jeder Glaͤubensartikel muß irgendwo we⸗ nigſtens an einer Stelle klar gelehrt werden, ſonſt hät⸗ ten wir keine Gewißheit der Lehre. Anm. b. Die Stelle, wo eine Lehre klar gelehrt wird und wo abſichtlich von einer Lehre gehandelt wird, nennt man Sedes doctrinae. Aus den Sedes werden die Glaubensartitel geſchöpft. Anm. c. An die dunklen Stellen hängen ſich gewöhn⸗ lich die Irrlehrer und laſſen die klaren beiſeite. c. Was an einer Stelle dunkel iſt, wird an andern Stellen klar gelehrt. d. Dunkle Stellen ſind auszulegen nach den hellen. Das iſt dasſelbe, was im letzten Paragraph ausgeſpro— chen iſt: ſie ſind auszulegen nach der Analogie des Glau— bens.

  • Syn. 84, 10
  • O. 94, 50
  • Syn. 84, 36
  • W. 1901, 62
  • Min. 82, 40
  • Min. 82, 40. 41
  • Theol. 6, 117
  • Theol. 6, 117. 120
  • Luth. 23, 114 margin
  • Luth. 23, 114. 13, 132 margin
  • Luth. 23, 114. 13, 132. 4, 33 margin
  • Luth. 23, 114. 13, 132. 4, 33. 110 margin
  • Luth. 23, 114. 13, 132. 4, 33. 110. 111 margin
  • Luth. 2, 5 Rationalism and the Bible. (Continued.) margin
  • Syn. 91, 53 margin
  • Syn. 91, 53. 54 margin
  • L. W. 13, 110 margin
  • Theol. 6, 113—118 margin
  • Syn. 86, 5 margin
  • Syn. 86, 5. 6 margin
  • Syn. 84, 11
  • Mit. 85, 18
  • Mit. 85, 18. 4
  • Theol. 6, 112
  • Min. 82, 68 margin
  • L. W. 13, 109 margin
  • L. W. 13, 109. 51, 24 margin
  • L. W. 50, 341 margin
  • L. W. 51, 16 margin
  • L. W. 51, 16. 53, 14 margin
  • L. W. 51, 16. 53, 14. 72 margin
  • Mit. 88, 38 margin
  • Mit. 88, 38. 39 margin
  • Theol. 6, 111 margin
  • Luth. 4, 142 margin
  • Brun 38 margin
  • Min. 82, 41 margin
  • Min. 82, 41. 42 margin
  • L. W. 50, 341 margin
  • L. W. 50, 341. 343 margin
  • L. W. 50, 341. 343. 13, 108 margin
  • L. W. 50, 341. 343. 13, 108. 17, 263 margin
  • L. W. 50, 341. 343. 13, 108. 17, 263. 28, 150 margin
  • Min. 82, 41 margin
  • Syn. 81, 35 margin
  • Syn. 81, 35. 36 margin
  • Syn. 94, Anm. d. Was geg

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11. Klare Stellen

11. Klare Stellen. Klare Stellen bedürfen keiner Auslegung. Sie können nicht nach der Analogie des Glaubens ausgelegt werden, da ſie ſelbſt ein Stück der Analogie ſind. Anm. a. Klare Stellen ſoll man nicht als dunkle be— handeln und aus andern Stellen erklären und aufheben wollen. Das haben falſche Lehrer immer getan und ſich dabei auf die Analogie des Glaubens berufen. Anm. b. Klare Stellen ſoll man nicht nach dunklen Stellen, die viel in Bildern und Gleichniſſen reden, aus⸗ legen und ſie noch verdunkeln. Anm. c. Man ſoll nicht klare Stellen durch andere klorrigieren oder ſich aus andern Stellen eine Lehre konſtruieren und danach die klaren verdrehen, z. B. die klaren Stellen von der Gnadenwahl durch andere Stel— len, die gar nicht von der Wahl handeln. L. W. 50, 2½%0. 291. 10. 29, 312. 313. Anm. d. Man muß die Analogie ganz annehmen und die Teile derſelben nicht einander entgegenſetzen. Anm. e. Werden zwei Lehren in der Schrift klar ge— lehrt, ſo muß man beide annehmen, auch wenn wir ſie nicht mit der Vernunft reimen können. Anm. f. Durch Parallelſtellen kann man nicht ſubtrahieren, ſondern nur addieren. Die Stellen z. B., da— rin Chriſtus Gott genannt wird, ſind nicht durch die, welche ihn Menſchen nennen, zu korrigieren, ſondern beide zu addieren.

  • Wis. Syn. 84, 39 margin
  • L. W. 28. 223 margin
  • L. W. 28. 223. 224 margin
  • L. W. 50, 290 margin
  • L. W. 50, 290. 53, 15 margin
  • L. W. 50, 290. 53, 15.9 margin
  • L. W. 50, 290. 53, 15.9 16 margin
  • L. W. 53, 153 margin
  • W. 88, 30 margin
  • L. W. 13, 108 margin
  • Luth. 4, 110 margin
  • Luth. 4, 110. 111 margin
  • L. W. 50, 2
  • L. W. 51, 17 margin
  • L. W. 13, 110 margin
  • L. W. 13, 108 margin

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12. Alle eigene Auslegung iſt zu verwerfen

12. Alle eigene Auslegung iſt zu verwerfen. Es iſt noch nie eine Auslegung aus menſchlichem Willen her— dorgebracht. 2 Petr. 2, 21. Menſchen können die Schrift nicht auslegen. Jede Lehre, die eine andere Ouelle hat als die Schrift, weiſen wir ab. Gottes Wort kann Glaubensartikel ſtellen, ſonſt niemand. Can. 94, 20. Norm der Auslegung kann nicht ſein a. die Tradition, die Auslegung der Väter, das Konzil. Einem Privatmann, der Schrift bringt, iſt mehr zu glauben als einem Konzil ohne Schrift. L. W. 14 169. Anm. a. Wir folgen nicht den Dogmatikern, weil ſie io gelehrt haben, ſondern weil wir überzeugt ſind, daß ihre Auslegung die Lehre des Wortes iſt. Anm. b. Selbſt Luther will nicht lutheriſch ſein, ohne ſoſeen er die heilige Schrift lehrt. Wir glauben nicht an Luther, ſondern an Chriſtum: b. die Vernunft. Sie iſt in geiſtlichen Dingen ind. Anm. Den organiſchen Gebrauch der Vernunft ver— werfen wir nicht. Aber man darf nicht mit ſeiner Ver— nunft über den Wortlaut zu Gericht ſitzen und ihn ver— werjen mit der Begründung: Das iſt unvernünftig: c. das innerliche Licht des Geiſtes. Anm. a. Jede Auslegung der Schrift nach einer Norm, dic nicht Schrift iſt, iſt nicht Auslegung, ſondern Kritik der Schrift. Anm. b. Man darf ſeinen eigenen Sinn nicht in die Schrift hineintragen. Falſche Lehrer finden zuerſt ihre Lehre und tragen ſie dann in die Schrift. Hat mian erſt einmal eine irrige Meinung gefaßt, dann ſieht man ſie überall, auch wo ſie nicht ſteht. Anm. c. Der Ausleger hat an der Schrift nicht Kritik zu üben, ſondern ſich nur zu bemühen, die Worte richtig auizufaſſen. Anm. d. Einen unfehlbaren Ausleger der Schrift, deſſen Auslegung man um ſeiner Perſon oder Amtes willen annehmen müßte, gibt es nicht „Ausleger ſind keine Diktatoren. Wer ſeine eigene Auslegung andern

  • Can. 94, 20
  • L. W. 14
  • L. W. 14 169
  • Can. 94. 18 margin
  • L. W. 14, 69 margin
  • L. W. 14, 69. 17, 262 margin
  • L. W. 14, 69. 17, 262. 13, 137 margin
  • L. W. 14, 69. 17, 262. 13, 137. 24, 210 margin
  • Mit. 75, 66 margin
  • Mit. 75, 66. 67 margin
  • Syn. 94, 14 margin
  • N. W. 77, 10 margin
  • N. W. 77, 10. 11 margin
  • Pi. Hom. 42 margin
  • Luth. 64, 91 margin
  • L. W. 17, 263 margin
  • Mit. 75, 69 margin
  • Mit. 75, 69. 70 margin
  • Mit. 75, 69 margin
  • L. W. 13, 103 margin
  • Luth. 16, 108 margin
  • Luth. 16, 108. 109 margin
  • Mit. 75, 72 margin
  • Can. 94, 19 margin
  • Min. 82, 69 margin
  • Min. 82, 69. 70 margin
  • W. 1906, 25 margin
  • W. 1906, 25. 24 margin
  • At. 1909, 29 margin
  • L. W. 53, 11—13 margin
  • L. W. 28, 115 margin
  • Mit. 88, 32 margin
  • Pi. Hom. 210 margin
  • Quart. 1, 163 margin
  • Mit. 75, 6 margin
  • Mit. 75, 6 65 margin
  • Walth. Ev. l margin
  • Can. 94, 27 margin

vol c, printed page 665 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0467_PA665

—

halb der Schrift durch die Kirche redet. „Der Geiſt macht lebendig.“ . Swedenborgianer. Die rechte Schriftaus— legung iſt nur in den Schriften Swedenborgs zu finden. durch die der geiſtliche Sinn des Wortes offenbart wird. d. Ouäker. Die Schrift wird durch das innerliche Licht erklärt. e. Die Neueren. 1. Nur der Lehrſtand könne die Bibel erklären. 2. Die Kirche muß erſt über die Lehre entſchei— den. 3. Die neueſten Bücher der Wiſſenſchaft ſind die Angalogie des Glaubens. Das Ergebnis der Wiſ⸗ ſenſchaft tragen ſie in die Schrift hinein. (Gedan— ten aus modernen Büchern der Schrift unterlegen, heiſßt ihrer ſpotten. Anm. a. Seit Luthers Tagen iſt die Anſicht über Schriftauslegung anders geworden. Wer die Inſpiration der Schrift nicht mehr glaubt und Göttliches und Menichliches unterſcheidet. wird anders auslegen. Daber der Einwand: Die alten lutheriſchen Exegeten laſſen ſich von der Dogmatik beherrſchen. Einwand. übertreffen nicht die neueren Eregeten die alten an Kenntnis der Sprache? — Luther und andere waren auch keine Stümper und die Sprachlehrer unſerer Zeit haben auch nicht immer pure Wahrheit zutage gefördert. Amn. b. Die höhere Kritik zerlegt die Schrift wie einen Menſchen auf dem Seziertiſch.

  • Günth. 89 margin
  • Günth. 90 margin
  • Mit. 75, 68 margin
  • L. W. 21, 322 margin
  • Mit. 75, 68 margin
  • Mit. 75, 68. 69 margin
  • W. 1901, 53 margin
  • L. W. 50, 9 margin
  • L. W. 50, 9. 10 margin
  • Pa. 149 margin
  • L. W. 48, 202 margin
  • L. W. 48, 202. 203 margin
  • L. W. 48, 205 margin
  • Theol. 2, 24 margin

vol c, printed page 667 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0020_PA667

13. Die Schrift recht auszulegen iſt eine Gabe Gottes

13. Die Schrift recht auszulegen iſt eine Gabe Gottes. 1 Kor. 12, 10: die Sprachen auszulegen. Ap. 18. 24: mächtig in der Schrift. Chriſtus Luk. 24, 27. Dazu ge⸗— hört die Erleuchtung des Heiligen Geiſtes. Ihn müſ— ſen wir darum bitten. Dabei muß man verzagen an ei— genem Sinn und Verſtand und alle Selbſtklugheit und Selbſtgerechtigkeit bekämpfen. Anm. a. Ungläubige können die Schrift nicht recht ouslegen, ſie mögen noch ſo ſcharfſinnige Sprachgelehrte jein. Die Vernunft kann den buchſtäblichen Sinn feſtſtellen, geiſtliche Dinge aber nicht erkennen. Sie muß erſt wiedergeboren werden. Anm. b. Der Zweck der Schriftauslegung iſt, ſich und andere ſelig zu machen oder die Ehre Gottes und die Erbauung der Menſchen. Anm. c. Die Schriftauslegung dient zum gemeinen Nutzen. Was uns in der Schrift nicht klar iſt, wird uns manchmal durch den Dienſt der Ausleger klar. Darum bält die lutheriſche Kirche die Gabe der Schriftauslegung boch. Walth. ev. luth. Kirche 136. 137. Anm. d. Die Weisſagung verachtet nicht. 1 Theſſ. 5. 20. (Weisſagung iſt nicht die Vorausverkündianng zukünftiger Dinge, weil der Apoſtel hinzuſetzt: Prüfet alles. Syn. 84, 7. 9. 10.) Man ſoll die Schriften rechtgläubiger Väter, z. B. Luthers Schriften, nicht verachten. Anm. e. Bei Auslegung der Schrift kann man die Arbeiten anderer benutzen. Paſtor 357. Anm. f. Die Schriftauslegung muß auch die Anwen-dung auf unſere Zeit bringen. Darin unterſcheidet ſich Luthers Auslegung von der Auslegung moderner Theologen, die dafür kein Verſtändnis haben. Anm. g. Manche ſind profeſſionelle Exegeten, andere beſchäftigen ſich vorwiegend mit Dogmatik. Die Art und Weiſe, wie ſie zu ihrer Auslegung kommen, mag verſchieden ſein.

  • L. W. 53, 529—531 margin
  • L. W. 53, 529—531. 17, 262 margin
  • Min. 82, 59 margin
  • Syn. 84, 10 margin
  • At. 1909, 28 margin
  • At. 1909, 28. 29 margin
  • Theol. 2, 30 margin
  • Theol. 2, 30. 31 margin
  • L. W. 17, 261 margin
  • Pi. Hom. 219 margin
  • Min. 82, 60 margin
  • Can. 94. 19 margin
  • L. W. 17, 265 margin
  • Syn. 84, 7
  • Syn. 84, 7. 9
  • Syn. 84, 7. 9. 10
  • L. W. 17, 265 margin
  • Ma. 3, 218—223 margin
  • Quart. 2, 39 margin

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