Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 24 › Seite 191

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-08-03, Seite 191

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Katechismus 3

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u² E 292
fann, die ſich noch mit Ernſtzu Got⸗
tes Wort und zu den Symbolen der
Kirche halten. Den Schaden, den
Sie mit Ihrer Kritik“ (des „Hirten⸗
briefs“) „anrichten, werden Sie ver⸗
Dantworten müſſen, wenn ſie nicht

rren

irtungen abermalsbekennen wer⸗
den. Gott helfeuns, daß wir Ihrem
falſchen, unkirchlichen Geiſt, wenn
Siekeine Buße thun, kraft unſeres
beiligen Amtes, öffentlich und freu⸗
dig widerſtehen können. Wir werden
dann, wie es ſcheint, im öffentlichen Kampfe
gegen Sie vieles zu wiederholen haben, was wir
ſchon gegen den unirten unkirchlichen Liberalis⸗—
nus in Preußen durchgefochten haben.“ (S.
56.) So ſah, wir wiederholen es,
Herr Paſtor Grabau unſere Lehrdif⸗
ferenzan u. ſo ſchrieb er ſchon vor
„zehen Jahren unter ausdrücklicher ſchrift—
„ licher beigegebenener Beſtätigung der mit ihm
3. verbundenen Paſtoren; bereits den 12. Juli 1844,
ehe noch von uns ein ſogenannter
Rottenprediger ausgeſendet wor⸗
(ben war, was erſt ſpäterhin, als die
jalſche LehreHerrn Paſtor Grab au's
offenbar geworden war, von dem⸗
ſelben als die Grun durſache aller
Zerwürfniſſe bezeichnet wurde!
So gern wir die Lehrdifferenz als etwas behan⸗
deln wollten, was uns nicht trennen könne, was
daher auch nicht Urſache werden könne, die von
3 der anderen Gemeinſchaft ſich Trennenden auf—
4. zunehmen, ſo wenig wollten Herr P. Grabau und
u. dit Seinen dieſelbe ſo anſehen, ſondern erklärten
*unſere Lehre für einen Abfall von Gottes Wort
und dem kirchlichen Bekenntniß, forderten uns
4 deßwegen zur Buße auf und bedrohten uns mit
zffentlichem Zeugniß gegen uns! Auf ein
„ neues hieraufbezügliches rechtfer⸗
tigendes Schreiben der ſächſiſchen
„Prediger würdigte P. Grabau die—⸗
1½ ſelben ſchon keiner Antwort mehr,
1½ bis endlich die ganze (damals aus vier Paſtoren
beſtehende) Buffalo-Synode, nachdem ſie
die Sachſen in ihrem gedruckten
erſten Synodalbericht nun auch öf⸗
mfentlich für falſche Lehrer erklärt
HAuhatie, denſelben eine kurze dictatoriſche Auf⸗
jorderung zum Widerruf im Juni 1845 zuſchick⸗
ie. Nachdem aber die Sachſen zweimal Herrn
P. Grabau u. einmal Herrn P. Krauſe zu einer
mündlichen Beſprechung u. reſp. Beilegung der
»Streitſache eingeladen hatten, nehmlich im Jahre

K.

1846 u. 1847, ſo erſchien nun der zweite Sy⸗
1848, in welchem ſchon auf dem Titel „Löber,
Walther ꝛc.“ als „die miſſouriſchen Rottenbe⸗
. nun u. A.: „Demnach urtheilt gegenwärtige
„Shnode einmüthig, datz die Prediger Walther,
leben, über das heilige Predigtamt und den
u. Beruf dazu, über Kirche und Amt der Schlüſſel,

Hnodalbericht der Buffalo⸗-Synode, vom Jahre
ſchütze“ genannt werden. Ja, darin heißt es
Löber und ihre Genoſſen in falſcher Lehre
Kirchenregiment und geiſtlichem Prieſterthum,

inrechtſchaffener Buße Ihre Ver⸗

—180—

7
und daß aus dieſen falſchen Lehren
und Irrthümern öffentliche Sünden und
Freveleien hervorgegangen ſind und noch hervor⸗
gehen, von denen ſie trotz aller gegebenen Auf⸗
klärungen u. Ermahnungen, die ſeit 5 Jahren
unſerſeits an ſie ergangen ſind, nicht abſtehen;
daher wir ferner erklären mü ſſen,
daß ſie muthwillige ſtolze Sünder
ſind, die trotz allerſchriſtlichen An⸗
ſprache in Sünden zugenommen ha⸗
ben u. im Frevelſtarkgeworden ſind⸗
Wirhabenſie demnach fürmuthwil⸗
lige falſche Lehrer und öffentliche
thürſtige Sünderzuhalten u. ſollen
ſie nach Gottes Wort meiden, bis
ſie umkehren, Bußethun u. Verſöh⸗
nung mitunsehrlich ſuchen.“ (S. 17.
18.) Hiermit that denn die Buffalo⸗Synode
nichtnurdie bei Namengenannten
ſächſiſchen Prediger, von denen der eine
damals Präſident der Miſſouri⸗Synode war,
um ihrer angeblichen falſchen Lehre
und der daraus gefloſſenen gott⸗
loſen Werke willen öffentlich und
feierlich vor aller Welt in den
Bann, ſondern unter der Bezeichnung: „und
ihre Genoſſen“ die gan ze Synode von
Miſſouri; die denn auch „Ahabs⸗Synode,“
„das Chicagoer böſe Leumunds ⸗Collegium,“
„Gräuel-Synode“ genannt wird, inſonderheit
wegen ihres Urtheils über den damaligen Paſtor
Krauſe; der aber nicht nur ſelbſt das
ihm zur Laſt Gelegte, inſonderheit
ſeine ungerechten Banne, ſpäter
öffentlich eingeſtanden, widerru⸗
fen u. uns abgebeten, ſondern von
dem auch die Buffalo⸗Synode ſelbſt
ſpäter erklärt hat, daß er wirklich
ein Heuchler und Tyrann geweſen
ſei. In dem genannten zweiten Bericht der
Buffalo⸗Synode heißt es ferner von der Miſ⸗
ſouri-Synode: „So ſpricht aber Gott der Herr
über dieſe verjüngten Stephaniſten Zeph.3,3.:
Ihre Richter ſind Wölfe am Abend, die nichts
laſſen bis auf den Morgen überbleiben. Ihre
Propheten ſind leichtfertig und Verächter.“(S.
35.) Ferner: „Wirmeinen hierzu, daß
es ſehr guniſt, wenn alles unbuß⸗
fertige in dieſer Einen Ahabs⸗Sy⸗
node bleibt, damit ihre lügenhafte
Kräfte u. ihre tyranniſche Einheit
immer mehroffenbar werde.“ (S.
146.) „Bürger, Ernſt, Keyl ꝛc. ſind nach 1 Pet
4, 15. u. Joh. 10, 1. keine chriſtliche Prediger,
ſondern nur Rottenhäupter in Satans Dienſt.“
(S. 149.) „In dieſem Babels⸗Tempel ſchallt's
und brüllt's: Keinen Gehorſam in äußerlichen
Kirchen ſachen, denn er gehört nicht zur Selig⸗
keit!. . Der Herr ſchelte dich, Satan!
Wir wollen ſolche beelzebübiſche
Freiheitenicht.“ (S. 157.) — Im Juli
des Jahres 1851 kam endlich das Organ der
Buffalo⸗Synode, das „Informatorium,“ her⸗
aus, in welchem nun Herr Paſtor Grabau und
die Seinen gegen die Synode von Miſſouri recht

eigentlich gewüthet und geraſt haben. Darin

heißt es nicht nur: „Hiernach ſind Herr
Prof. Walther und die ihm an han⸗
gen, gewiß Ketzer“ (S. 2. Jahrg. S. 23.),
ſondern es werden darin auch dem Genannten
und den Gliedern der Miſſouri⸗Synode alle nur
erdenklichen Schimpfnamen gegeben. Ja, als

Herrn Paſtor Grabau vorgehalten worden war,

ob er ſich denn nicht wenigſtens denken könne,
daß ja, was er als ſchändliche muthwillig gott⸗

loſe Rottenbeſchützung anſehe, aus irrendem Ge—

wiſſen geſchehen ſein könne, da antwortete er

ſchon im erſten Jahrgange ſeines „Informato⸗
rium“: „Fürwabr, ſo müßte man beim

Teufel ſelbſt nur ſolch ein irrendes Ge⸗

wiſſen mutbmaͤßen.“ (S. 38.) — Wir
meinen, aus dergleichen iſt zur Genüge zu ſehen,

was davon zu urtheilen iſt, daß Herr P. Grabau
in Deutſchland geklagt hat, die Lehrdifferenz,
die in brüderlicher Einigkeit hätte ausgeglichen
werden können, ſei von uns muthwillig als
kirchentrennend angeſehen und behandelt wor⸗
den; während gerade wiralles auf
geboten haben, die Sache brüder⸗
lich beizulegen, Herr P. Grabau
aber und die Seinen uns ſtets

während unſeres Streites als

Ketzer angeſehen u. behandelt und
uns ſo ſelbſtgenöthigt u. gezwun⸗
gen haben, uns derjenigen anzu⸗

nehmen, deren Gewiſſen dießewige
Verdammen, Läſtern u. Schimpfen,
nicht ertragen konnte und die daher
den unverkümmerten Genuß der Gnadenmittel
bei uns ſuchten, die wir, wenn Herr P. Grabau
unſere reine evangeliſch-lutheriſche Lehre nicht
gottesläſterlich verketzert und trotz der Lehrdiffe—
renz brüderliche und kirchliche Gemeinſchaft zu—
gelaſſen hätte, mit Ernſt zu ihren, wenn auch
nach unſerer Ueberzeugung ſchwer irrenden, Seel⸗
ſorgern zurückgewieſen hätten. Wir meinen
auch, daß es bei ſolcher gottloſer
öffentlicherAusübung des Bannes
an uns ſchon hinreichend erwieſen
iſt, wie leichtfertig, wie ungerecht,
wie Päbſtiſch Herr Paſtor Grabanu
jene Kirchenſtrafe handhabt, dir
ein armer Sünder nur mit zittern⸗
den Händen ausüben ſollte.

Als eine beſondere Frage haben die Herren
Paſtoren Grabau und von Robr den Brüdern
in Deutſchland noch dieſe vorgelegt: „Ob bei
gedachtem Lehtſtreite die eine Synode Recht habe,
in den Gemeinen und Parochien der andern
Gegenaltäre aufzurichten?“ Gegen die wider
uns hiermit ausgeſprochene Beſchuldigung
glauben wir uns nun bereits mit dem Obigen
gerechtfertigt zu haben. Wir erlaubenuns jedoch
noch Folgendes dagegen zu erinnern.

Erſtlich, haben wir nie, auch nicht im ent⸗
fernteſten, Pelbſt einen Schritt gethan, der Buf⸗
falo-Synode auch nur Eine Seele zu entwen⸗
den; alle, welche von uns mit Gottes Wort
verſorgt worden ſind, haben ſich unaufgefordert;
an uns um Hülfe in ihrer geiſtlichen Noth ge⸗
wendet, und nur die Liebe Chriſti und zu den
durch Ihn erkauften Seelen hat uns vermocht,

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