Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 6, Nummer 24 › Seite 177
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1850-07-20, Seite 177
⤓ Download page image (full resolution)
German transcription machine transcription, uncorrected
mann fing an zu lachen, und ſagte: Sohn, hörſt
du wohl, was der Bauernknecht für eine Predigt
hält? Gehe geſchwind hin, und nimm eine
Frau. Gedenket doch der Bauernknecht, der nicht
viel weiß, mit einundzwanzig Gulden eine Frau
zu ernähren, du aber, der du auf hohen Schulen
lange Jahre ſtudirt haſt und einundzwanzig⸗
tauſend Gulden jährliche Renten bekommſt,
haſt noch nicht ſo viel gelernt, deinem Gott zu
trauen, daß du ebenſowohl eine Frau wirſt er⸗
nähren können, wie dieſer Bauernkerl?
Das treuherzige, einfältige Vertrauen des
Bauernbräutigams bewirkte, daß der Sohn des
Edelmanns in ſich ging, von ſeinen thörichten
Sorgen abließ, und ſeines Vaters Wunſch er⸗
füllte. Hat er das „Leib und Seel wird Gott
wohl bewahren“ immer vor Augen gehabt, ſo
wird ihm der Segen auch nicht gefehlt haben.
Mit dem Sinne dieſes Bauern ſoll jeder Haus⸗
ſtand angefangen werden. Wer da weiß, daß
Gott Leib und Seel bewahren will, der hat Gott
immerdar vor Augen und im Herzen, und em⸗
pfiehlt ihm Leib und Seel, die eigene und die des
Ehegatten und der Kinder. Dann bleibt die Seele
beſchützt vor Ueppigkeit und Verſchwendung, vor
Freſſen und Saufen, Geiz und Habgier, vor
Hader und Zank, vor Ehebruch und Schande.
Aber wer da denkt, wenn es an das Heirathen
geht: es wird ſich ja ſchon machen — kommt
Zeit, kommt Rath; wer da denkt: ei nun, gehts
nicht, ſo laſſen wir uns ſcheiden, weiß der auch,
daß Gott Leib und Seel bewahren wird, und
wird Gott deſſen Leib und Seele bewahren? Und
der, welcher nur nach der reichen Frau heira⸗
thet, und der, welcher ſich ſchämt, klein anzu⸗
fangen, und von Anfang an alles nicht groß
genug, und nicht prächtig und herrlich genug ha⸗
ben und einrichten kann, hat der gelernt ſeinem
Gott vertrauen?
Mönchsreſpect vor Gottes Wort.
Die Franziskanermönche hören das Evange⸗
lium ſitzend bei Tiſche vorleſen, die Regel des
heiligen Franziskus ſtehend, und deſſen Teſtament
knieend.
—*
Was nicht gen Himmel gehört, das bringt
niemand hinein, wenn man es (auch) in Stücken
zerriſſe; was aber hinein ſoll, das muß hinein,
wenn ſich (auch) alle Teufel daran hingen und
ſich drob auch zerriſſen. Luther.
Sylben-Räthſel.
Die erſte Sylbe.
Ich bin ein Wegbaumeiſter, wie keiner in aller Welt,
Alljährlich zimmere ich Brücken, dazu kein Baum wird
gefällt.
Ich bin ein Heeresmeiſter; wenn Halt! ich kommandir',
So rücken, mit weißen Fahnen, die Truppen in's Winter⸗
quartier.
Ich bin ein Kerkermeiſter, was ſich reget, ſchließe ich ein;
Fällt meine Feſtung im Sturme, iſt freier Abzug mein.
Ich bin ein Schiffbaumeiſter und habe das Monopol,
Daß ſich meine kreuzende Flotte mit Bären bemannen ſoll.
176
Bin ich ein Speiſemeiſter, ſo ſeh' ich vornehm aus,
Und komme vielgeſtaltig aus unterirdiſchem Haus.
Doch hab ich Einen Meiſter: klingt deſſen Machtgebot,
So freut ſich alle Welt — ich weine mich zu Tod!
Die beiden Letzten.
Ich bin eine liebende Muiter, die all die weite Welt,
Wie ein Kind, ernährend und pflegend, in wiegenden Ar⸗
men hält.
Wer iſt doch ſo kräftig geliebet, wie ich geliebet bin!
Mich liebt das Würmlein im Staube und Saba's Königin.
Wer iſt doch ſo kräftig gehaſſet, wie gehaſſet ich bin!
Es haͤßt mich der erſte Haſſer bis heute von An beginn.
Doch daß er mich nicht verſchlinge, mein Fürſt hat ſich
ihm geſtellt:
Er hat an Dem ſich vergriffen — das hat ihn auf ewig
gefällt.
Willſt du ein König werden? Komni her, ich bin deine
Kron'!
Willſt du ein Diener werden? Komm her, ich bin dein
Lohn!
Nun frag' ich: wer iſt ſo geliebet, wie ich geliebet bin?
Ich bin das ſelige Kleinod, der frommen Erb und Gewinn.
Das Ganze.
Noch einmal wollt' er's wagen, der alte böſe Feind,
Das Kleinod uns zu rauben, und hat's gar ernſtlich ge⸗
meint.
Da erblickte in mir das Zweite, der vom Zweiten auch
zeugen ſollt',
Daß die müden, beladenen Seelen an ſeinem Wort ſich
erholt.
Drauf hat er Valet gegeben dem Zweiten an meinem
Ort,
Doch hat er das ewige Zweite, die Kirche ſein' Lehr' und
Wort.
F. B.
—
An die Glieder der deutſchen evangeliſch⸗lu⸗
theriſchen Synode van Miſſouri, Ohio
und anderen Staaten.
Da mit Gott vermuthet werden darf, daß
bis Anfang Herbſt die Cholera ans St. Louis
verſchwunden ſein werde, und nachdem von meh⸗
reren Gliedern unſerer Synode der Vorſchlag ge⸗
macht worden iſt, daß unſere diesjährigen Syno⸗
dalſitzungen mit dem erſten Mittwoch im Octo⸗
ber a. c. beginnen möchten, ſo wird dieſer Vor⸗
ſchlag ſämmtlichen betreffenden Gliedern hierdurch
vorgelegt und werden dieſelben hierdurch aufge⸗
fordert, ihr Vota dafür oder dawider ſchleunigſt
an das derzeitige Präſidium einzuſenden. Das
Ergebniß dieſer Abſtimmung ſoll ſeiner Zeit
durch den „Lutheraner“ bekannt gemacht werden.
C. F. W. Walther,
d. Z. Präſ.
Berichtigung.
In No. 18 iſt quittirt über §2.50 für die Miſſion auf
den Namen Paſtor Meyer in Benton County.
Es ſoll aber nicht „Paſtor Meyer“ heißen, ſondern
„Jo ſt Meyer“.
Empfangen
für den Bau des deutſch evangeliſch⸗lutheriſchen College in
St. Louis:
Von der lutheriſchen Gemeinde des Herrn Paſt. Perle⸗
witz in der Hahlerſchen Niederlaſſung bei Peru, Ill., 8.00.
Von Herrn Paſtor Eirich in Cheſter, Ill., 51.00. Von
Herrn Paſtor Lehmann in Cape Girardeau, Mo., 75 Cts.
Von der zweiten deutſchen evang.⸗luiheriſchen Gemeinde in
Baltimore, Md. 5622.00.
E. Roſchke, Kaſſirer.
Erhalten
zur Synodal-Miſſions⸗Caſſe:
Von den Gliedern der lutheriſchen Gemeinde U. A. C.
in St. Louis P3.35.
Bezahlt.
Den 6. Jahrg. Die HH. Matth. Ambroſius, Heinr.
Fritzſche, Paſtor Lehmann, Nicol. Morgenthaler, Friedr.
Thürwächter, Wuſtum; letzterer den 5. und 1. Hälfte vom
Jahrgang 6. Paſtor Wichmann 86.00 für Andr. Dübel,
Heinr. Armbrüſter, Wilh. Lührmann, Mart. Reichert,
Wilh. Schack, Jakob Zahn.
Bücher und Pamphlets zu haben in der Expedition
des Lutheraner um die beigeſetzten Preiſe.
Dr. Martin Luthers kleiner Katechismus, un⸗
veränderter Abdruck..—.—. 0.10
Das Dutzend P51.00. Hundert Stück §7.00.
Merkwürdiger Brief einer Dame, welche im
Jahre 1703 der ev.-lutheriſchen Religion halber
mit ſechs meiſt unerzogenen Kindern ihr Vater⸗
land und all' ihr Hab und Gut verlaſſen hat..
Das Dutzend 50 Cts. 25 Stück 81.00.
Die Verfaſſung der deutſchen ev.⸗luth.
Synode von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten
nebſt einer Einleitung und erläuternden Be⸗
merkungen.... .
Das Dutzend 50 Cts. 25 Stück Pl.00.
Erſter Spnodalbericht der deutſchen ev.luth.
Synode von Miſſouri, Ohio u. a. Staaten
v. J. 1847J——.——..—.—.—.— 0.10
Zweiter Synodalbericht derſelben Synodt
v. J. 1848——..ç——.——.—— — 0.10
Dritter Jahrgang des Lutheraner v. 1846
—1847. No. 826.——.—.— 0.50
(Der 1. und 2. Jahrgang ſind vergriffen.)
Chriſtliches Concordien buch, d. i. Symbol.
Bücher der ev.⸗luth. Kirche, New Rorker Aus⸗
gabe, in gepreßtem Leder gebunden. 1.2⁵
Geſpräche zwiſchen zwei Lutheranern
über den Methodismus, (in Pamphlet⸗
form) 2 Stückkt... —— 0.0⁵
Dr. M. Luthers Tractat von der wahren
Kirche (aus No. 9. des Lutheraner beſonders
abgedruckt), 2 Stück. — 0.05
Dr. Luthers Hauspoſtille, oder Predigten
über die Evangelien auf die Sonn⸗ und Feſt⸗
tage des ganzen Jahres, New Aorker Ausgabe,
gebunden in Kalbleder.... 2.00
Kirchen geſangbuch fürev.-luth. Gemein⸗
den, verlegt v. d. hieſ. ev.⸗-luth. Gemeinde
U. A. C., gebunden das Stückk.... 0.75⁵
100 Stin 662.50 gegen Baarzahlung.
A B C Buch, New Norker Ausgabe, das Stück. . 0.10
Im Dutzend.. 1.00
Der Hirtenbrief des Herrn Paſtors Grabau zu
Buffalo (in No. 17. des Lutheraner Jahrg. 5.
ausführlicher angezeigt)... —. 0.2⁵
Joh. Hübners Bibliſche Hiſtorien aus dem Alten
und Neuen Teſtamente. Unveränderter Abdruck,
New Zorker Ausgabe, im Einzelnen .. 0.25
Im Dußzend. . 2.50
Dr. Martin Luthers Auslegung des 90. Pſalms,
brochirt unbeſchnitten. h—..—. 0.1⁵
Im Dutzend.. 1.50
Spruchbuch zum kleinen Catechismus Lutheri.
Im Auftrage der Synode von Miſſouri ꝛc. zu⸗
ſammengetragen von Paſtor Fr. Wyneken, das
tückt.—.—— 0.20
Im Dutzend. 2.25
EDer Unterzeichnete, welcher mehrere der
obengenannten Bücher für eigne Rechnung be⸗
zieht, ſieht ſich genöthigt, bei künftigen Beſtellun⸗
gen Baarzahlung zur Bedingung zu machen,
da ihm ſeine geringen Mittel nicht verſtatten,
fernerhin auf längere Zeit Credit zu geben. Nur
in Betreff der Geſangbücher kann, wenn ſie, in
größern Parthien beſtellt, als Commiſſionsartikel
zu betrachten ſind, je nach Umſtänden mehrmo⸗
natlicher Credit gegeben werden. Die Betrreffen⸗
den werden freundlichſt erſucht, ſich die Zuſen⸗
dung ihrer Rechnungen nicht befremden zu laſſen.
F. W. Barthel.
Gedruckt bei Moritz Niedner,
Chestnut Street, between Main & Second, No. 16.
. ——
English translation
Not yet translated.