Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 3, Nummer 9 › Seite 106

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1846-12-22, Seite 106

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Abendmahl—Nutzen 49 · Tod 3 · Unglaube 6 · Sakramente 10

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Gott ſeufzen, daß er uns auch ein Wort, einen
Spruch, einen Troſt, eine Ermahnung, oder
eine Strafe zu Herzen gehen laſſe und uns
ſegne, ſo werden wir nie leer von hinnen gehen.
Iſt der öffentliche Gottesdienſt zu Ende, ſo laſ—
ſet uns die noch übrige Zeit entweder allein,
oder mit chriſtlichen Brüdern zum weiteren
Nachdenken und Beſprechen des Gehörten un—
ter herzlichen Gebeten treulich anwenden, ſo
werden wir gewiß jeden Abend des Sonntages
geſtärkt und erbaut beſchließen und die neue
Woche mit deſto getroſterem Muthe beginnen.

Bedenket, meine Brüder, unſere chriſtlichen
Vorfahren haben die chriſtliche Freiheit wohl
und beſſer als wir gekannt, und doch wie ſorg⸗
fältig waren ſie in ihrer Sonntagsfeier!
Wollen wir nun Lutheraner ſein, ſo laßt uns zu
ihrem Eifer zurückkehren, und je freier wir uns
erkennen, deſto freiwilliger die gute chriſtliche
Ordnung halten.

Laſſet uns ferner bedenken, die Obrigkeit
unſeres Landes hat ſtrenge Geſetze über die
Feier des Sonntags gegeben; hier müſſen wir
nicht bloß aus Noth, ſondern um des Gewiſ⸗
ſens willen gehorchen, nicht als Glieder der
Kirche, ſondern als Unterthanen. Das ſagt
uns das Wort Gottes: „Jedermann ſei unter⸗
than der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat,
denn es iſt keine Obrigkeit, ohne von Gott; wo
aber Obrigkeit iſt, die iſt von Gott verordnet.
Wer ſich nun wider die Obrigkeit ſetzet, der wi⸗
derſtrebet Gottes Ordnung; die aber widerſtre—
ben, werden über ſich ein Urtheil empfangen.“
Hier gilt keine chriſtliche Freiheit. Wer im ge—
ringſten am Sonntage thut, was die Obrigkeit
verboten hat, der widerſtrebet Gott und erwarte
ſein Urtheil.

So laſſet uns einander die Hände bieten,
daß der Tag des HErrn unter uns chriſtlich
von Jung und Alt gefeiert werde, laſſet uns
Gott bitten um Erhaltung ſeines Wortes und
Sacraments, es heilig halten, gerne hören und
lernen, ſo werden wir nicht ausgeſchloſſen wer—
den, wenn der ewige Sabbath im Himmel be⸗
ginnt. Dazu helfe uns allen IEſus Chri—
ſtus. Amen.

Einige Merkwürdigkeiten aus den letzten
Stunden ſogenannter ſtarker Geiſter oder
Freidenker.

Der große Philoſoph Kant ſtarb in dem
Wahne, er ſei eine Gans, und konnte allein
durch vorgeſtreute Gerſte beruhigt werden.

Plattner verharrte in ſeinem Unglauben
bis an ſein Ende, und doch verſchied er unter
der ſchrecklichſten Furcht vor dem Teufel, den
er vom Katheder herab immer geleugnet hatte.

Der Skeptiker (Zweifler) Condorcet ver⸗
giftete ſich ſelbſt, um dem Schaffot zu entgehen,
auf welches ihn ſeine vormaligen, republicani⸗
ſchen Freunde hatten bringen wollen.

Nachdem Carl Blount vieles gegen das
Chriſtenthum geſchrieben hatte, verfertigte er
einen Tractat, in welchem er beweiſen wollte,
daß auch ein Chriſt ſeines Bruders Wittwe
ohne Blutſchande heirathen könne, da er ſich in
die Wittwe ſeines Bruders verliebt hatte. Da
er daran verzweifelte, die Bewilligung der eng⸗
liſchen Kirche zu dieſer Heirath zu erlangen,

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machte er ſeinem Leben durch Selbſtmord ein
nde.

Nachdem der Gottesleugner Th. Hobbes
während ſeines Lebens das Chriſtenthum immer
nur als eine Popanz dargeſtellt hatte, womit
kluge Staatsmänner das Volk zu ſchrecken und
im Zaume zu halten geſucht hätten, ſo verfiel
dieſer ſonſt ſehr ſcharfſinnige Mann endlich in
eine ſo kindiſche Geſpenſterfurcht, daß er ſich
nirgends allein zu ſein getraute. ö

Der bekannte Satiriker Swift, der wäh⸗
rend ſeines Lebens nicht nur Menſchen, ſondern
auch die Religion ſelbſt mit den beißendſten
Spottreden durchzog, beſtimmte in ſeinem Te—
ſtamente den größten Theil ſeines Vermögens
zu einem Hoſpitale für Mondſüchtige und
Blödſinnige, „um,“ wie er ſelbſt ſagt, „mit ei⸗
nem ſatiriſchen Zuge darzuthun, daß kein Land
deſſen ſo ſehr bedürfe.“ Gott ließ es jedoch
geſchehen, daß Swift ſelbſt endlich im Wahn⸗
ſinn ſtarb.

Der berühmte Rouſſeau glaubte die letz⸗
ten zwanzig Jahre ſeines Lebens, daß ſich alle
Menſchen gegen ihn verſchworen haben, und
er war in ſeinem argwöhniſchen Wahnſinne von
dieſer allgemeinen Verſchwörung ſo ſehr über—
zeugt, daß er den Tod des Königs Ludwig des
Fünfzehnten beweinte, weil dieſer bisher den
allgemeinen Haß mit ihm getheilt habe, der ſich
nun in ihm allein vereinige.

Johann Wilmot, Graf von Rocheſter,
hatte eine chriſtliche Erziehung genoſſen; dem⸗
ungeachtet aber ließ er ſich in die ſchrecklichſten
Sünden und Laſter hineinreißen, und wurde
daher ein Gottesleugner. Endlich aber wurde
eine Krankheit die Gelegenheit zu ſeiner Ret—
tung; er beweinte und verabſcheute auf's tiefſte
ſein ehemaliges Leben. Um aber das der Welt
gegebene Aergerniß, ſo viel als möͤglich, wieder
aufzuheben, hinterließ er eine ſchriftliche Er—
klärung, welche er kurz vor ſeinem Tode unter⸗
ſchrieb und verſiegelte, und die bei ſeiner Lei—
chenpredigt, ſeinem ausdrücklichen Verlangen
gemäß, öffentlich vorgeleſen werden mußte. —
Sie lautet alſo: „Allen denen zum Beſten, wel⸗
che ich durch das Beiſpiel meines Lebens zur
Sünde gereizt haben mag, hinterlaſſe ich dieſe
meine Erklärung, welche hiermit vor dem An—
geſichte des großen Gottes, der das Innere
aller Herzen kennt, und vor deſſen Gericht ich
nun treten ſoll, abgelegt wird. Ich verfluche
und verabſchene meinen ganzen vorhin abgeleg—
ten Lebenslauf. Ich kann mich über die Güte
Gottes nicht genug verwundern, daß Er mich
meine ſchändlichen Meinungen und böſes Leben
einſehen und erkennen laſſen; denn ich habe
bisher ohne Gott in der Welt gewandelt, und
bin ein Verächter des Geiſtes der Gnade ge—
weſen. Das wichtigſte Zeugniß meiner Liebe
zu Gott ſoll ſein, Andere im Namen Gottes zu
ermahnen, die Wohlfahrt ibrer unſterblichen
Seele zu bedenken, Sein Daſein, oder Seine
Vorſehung nicht zu leugnen, Seine Güte nicht
zu verachten, mit der Sünde nicht zu ſcherzen,
und den reinen und herrlichen Glauben meines
gebenedeieten Erlöſers nicht zu ſpotten, als
durch deſſen Verdienſt ich, als einer der aller⸗
größten Sünder, Gnade und Vergebung zu
erhalten hoffe. —Verſiegelt in Gegenwart von
John Rocheſter, Anna Rocheſter, Robert Par⸗
ſon, den 19. Juni 1680.“

Nutz und Noth des Sacraments.

Kaiſer Maximilian lag einſt vor einer Fe⸗
ſtung und wollte Tages darauf dieſelbe mit
Sturm einnehmen; er hielt daher am Abend
zuvor ein Banket mit ſeinen vornehmſten
Kriegsräthen; alle waren fröhlich, nur Einer

ſaß traurig und finſter da. Der Kaiſer ſpricht
zu ihm: Wie ſo traurig, Rittmeiſter? Dieſer
antwortete: Allergnädigſter Herr, ich habe
meiner Schwermuth große Urſache. Mari—
milian ſagt: Iſt ihr denn auch zu rathen?
Der Rittmeiſter antwortet: Ja, Eure kaiſer⸗
liche Majeſtät könnte mir gar wohl helfen.
Der Kaiſer ermahnt ihn, zu ſagen, was ihn
drücke. Der Rittmeiſter ſpricht: Ja, wenn
Eure Maieſtät nicht zornig werden und einen
Widerwillen auf mich werfen wollte. Mari⸗
milian erwiederte: Verlaß du dich auf mein
kaiſerliches Wort, es ſoll alſo ſein. Nur ſage
geradezu. Da ſpricht der Rittmeiſter: „Aller⸗
gnädigſter Herr, wir ſollen uns morgen mit
dem Feinde ſchlagen; nun frißt das Schwert
itzt dieſen, itzt jenen, wie David ſagt 2 Sam. 11.
Anceps fortuna belli, d. i. Niemand weiß,
wer den Letzten begräbt. Ich habe aber ein
bös Gewiſſen und bin bekümmert, wie ich im
Fall der Noth möge ſelig werden, denn ich habe
30,000 Ducaten von der Kriegsleute Beſol—
dung veruntreuet; wo mir dieſe Eure kaiſer⸗
liche Majeſtät will ſchenken, und vergeben, ſo
will ich fröhlich ſein und mich morgen deſto
ritterlicher verhalten.“ Maximilian bedenket
ſich, lächelt ein wenig und ſpricht: Es iſt wohl
nicht ein geringes, aber alles ſei dir geſchenkt,
vergeben und vergeſſen, nur ſei fröhlich, mor⸗
gen kann eine kühne Heldenthat alles erſetzen.
Der Rittmeiſter bedanket ſich höchlich. Er iſt
aber mit dieſen Worten nicht zufrieden, ſondern
ſpricht: Eure Majeſtät ſei ſo demüthig und
trinke mir darauf einen guten Trunk zu, daß
ich auch weiß, daß es verziehen und vergeben
iſt. Das that der Kaiſer. — Eben ſo handelt
auch Gott in Gnaden mit uns, er läſſet uns
erſtlich ſeinen Willen durch ſein Wort wiſſen
und hören, und läſſet uns dann auch noch ſeine
Meinung in den hochwürdigen Sacramenten
mit Augen ſehen, damit unſer Herz alles Un—
glaubens und Zweifels ſich könne entbrechen.

(Herbergers Poſtille.)

Das Wort allein gibt Ruhe.

An den lutheriſchen Prediger Gigas ſchrieb
Matheſius einſt folgendes: O mi Gigas,
sis tenax verbi, d. i. o mein Gigas, bleib feſt
beim Worte. Da ich vor etlichen Jahren die
vier Worte: Das iſt mein Leib, verlor
und ſie mit Menſchenaugen anſah, erſchrak ich,
kam in große Aufechtung, Angſt und Trübſal.
Aber ich hielt am Gebet an, und ergriff wieder⸗
um die Mutterbruſt (Pſ. 131.), und ließ hier⸗
innen die großen Rechenmeiſter, Ptolemäus
und Euklides, mit ihrem Meſſen und Rechnen
fahren: da ward ich wiederum im Gewiſſen
ſtill und fröhlich. Dafür ich Gott in alle
Ewigkeit danke.

Textus non fallit: multos speciosa fefellit

Glossa; Dei verbo nitere —tutus eris.
Das iſt:
Der Text der Schrift nicht trügen kann,
Sondern die Gloß', ſo hanget dran:
Darum ſo trau dem Wort allein,
So wirſt du unbetrogen ſein.

Bezahlt.

3. Jahrg. die Herren Paſtor Selle, Zühlsdorf, Paſtor
Ernſt (5 Ex.), Paſt. Bürger (2 Ex.), Paſt. Winkler,
Bließ, Paſt. Schuſter, Ohm.

2. Hälfte des 3. Jahrg. die Herren J. Heinke, F. Lange,
Kauffung.

1. Hälfte des 4. Jahrg. Hr. F. Lange.

Gedruckt bei Arthur Olshauſen.

English translation AI translation

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...sigh to God, that he would let some word, some saying, some comfort, some admonition, or some rebuke go to our hearts, and bless us; then we shall never go away empty. When the public worship service has ended, let us faithfully spend the time still remaining — either alone or with Christian brothers — in further reflection on and discussion of what we have heard, together with heartfelt prayer; then we shall surely close each Sunday evening strengthened and edified, and begin the new week with all the more comforted courage.

Consider, my brothers, that our Christian forefathers knew Christian freedom well — better, indeed, than we do — and yet how carefully they kept their observance of Sunday! If we wish now to be Lutherans, let us return to their zeal, and the more we recognize ourselves as free, the more willingly let us keep the good Christian order.

Let us further consider that the government of our land has given strict laws concerning the observance of Sunday; here we must obey not merely out of necessity, but for conscience's sake — not as members of the Church, but as subjects. The Word of God tells us this: "Let every soul be subject unto the higher powers that have authority over him, for there is no power but of God; the powers that be are ordained of God. Whosoever therefore resisteth the power, resisteth the ordinance of God; and they that resist shall receive to themselves judgment." Here no Christian freedom applies. Whoever, even in the smallest matter, does on Sunday what the government has forbidden resists God, and let him expect his judgment.

So let us join hands with one another, that the Lord's Day may be kept among us in a Christian manner by young and old; let us ask God for the preservation of his Word and Sacrament, that we may hold it sacred, gladly hear and learn it, so that we shall not be shut out when the eternal Sabbath begins in heaven. To this end may Jesus Christ help us all. Amen.

Some Remarkable Facts concerning the Final Hours of So-Called Strong Spirits, or Freethinkers.

The great philosopher Kant died under the delusion that he was a goose, and could be calmed only by barley scattered before him.

Plattner persisted in his unbelief to the very end, and yet he passed away in the most dreadful fear of the devil, whom he had always denied from the lecture podium.

The skeptic (doubter) Condorcet poisoned himself in order to escape the scaffold, to which his former republican friends had wanted to bring him.

After Charles Blount had written much against Christianity, he composed a treatise in which he sought to prove that even a Christian might marry his brother's widow without incest, since he himself had fallen in love with his own brother's widow. When he despaired of obtaining the English Church's permission for this marriage, he put an end to his life by suicide.

After the atheist Thomas Hobbes had throughout his life always portrayed Christianity merely as a bogeyman with which shrewd statesmen had sought to frighten the people and keep them in check, this otherwise very sharp-witted man at last fell into so childish a fear of ghosts that he dared not be alone anywhere.

The well-known satirist Swift, who during his life assailed not only men but religion itself with the most biting mockery, designated in his will the greater part of his estate for a hospital for lunatics and the feeble-minded, "in order," as he himself said, "to demonstrate with a satirical touch that no country needed such a thing so badly." God, however, let it come to pass that Swift himself at last died insane.

The famous Rousseau believed, for the last twenty years of his life, that all mankind had conspired against him, and he was so thoroughly convinced, in his suspicious madness, of this universal conspiracy, that he wept at the death of King Louis the Fifteenth, because the king had until then shared with him the general hatred, which now, he thought, was united in himself alone.

John Wilmot, Earl of Rochester, had received a Christian upbringing; nevertheless he allowed himself to be swept into the most dreadful sins and vices, and thereby became an atheist. At last, however, an illness became the occasion of his rescue; he wept over and abhorred, most profoundly, his former life. But in order to undo, as far as possible, the offense he had given to the world, he left behind a written declaration, which he signed and sealed shortly before his death, and which, at his express wish, had to be publicly read at his funeral sermon. — It reads as follows: "For the good of all those whom I may have incited to sin by the example of my life, I leave behind this my declaration, which is hereby made before the countenance of the great God, who knows the inmost of all hearts, and before whose judgment I am now to appear. I curse and abhor my entire former course of life. I cannot marvel enough at the goodness of God, that He has let me see and recognize my shameful opinions and wicked life; for hitherto I have walked in the world without God, and have been a despiser of the Spirit of grace. The most important testimony of my love for God shall be to admonish others, in God's name, to consider the welfare of their immortal soul, not to deny His existence or His providence, not to despise His goodness, not to trifle with sin, and not to mock the pure and glorious faith of my blessed Redeemer, through whose merit I, as one of the very greatest of sinners, hope to obtain grace and forgiveness. — Sealed in the presence of John Rochester, Anna Rochester, Robert Parson, the 19th of June, 1680."

The Use and Need of the Sacrament.

Emperor Maximilian once lay before a fortress and intended to take it by storm the following day; the evening before, therefore, he held a banquet with his chief officers of war. All were merry, but one sat there sad and gloomy. The Emperor said to him: Why so sad, Captain? He answered: Most gracious lord, I have great cause for my heaviness of heart. Maximilian said: Can something be done about it? The captain answered: Yes, Your Imperial Majesty could indeed help me. The Emperor urged him to say what was weighing on him. The captain said: Yes, if only Your Majesty would not become angry and turn against me. Maximilian replied: Rely on my imperial word, it shall be so. Only speak plainly. Then the captain said: "Most gracious lord, tomorrow we are to fight the enemy; now the sword devours this man and now that one, as David says, 2 Samuel 11 — anceps fortuna belli, that is, no one knows who will be the last to be buried. But I have an evil conscience and am troubled how I might be saved in time of need, for I have embezzled 30,000 ducats from the soldiers' pay; if Your Imperial Majesty would forgive and pardon me this, I would be glad and would conduct myself all the more valiantly tomorrow." Maximilian considered a moment, smiled a little, and said: It is indeed no small matter, but let it all be forgiven you, pardoned and forgotten; only be glad — tomorrow a bold act of heroism can make up for everything. The captain thanked him most heartily. But he was not satisfied with these words alone, and said: Let Your Majesty be so gracious as to drink a good draught to me on it, so that I too may know that it is forgiven and pardoned. This the Emperor did. — In just this way God also deals with us in grace: he first lets us know and hear his will through his Word, and then also lets us see his intention with our own eyes in the venerable Sacraments, so that our heart may free itself from all unbelief and doubt.

(Herberger's Postil.)

The Word Alone Gives Peace.

To the Lutheran preacher Gigas, Mathesius once wrote the following: "O mi Gigas, sis tenax verbi" — that is, O my Gigas, stay firm by the Word. When, some years ago, I lost sight of the four words, "This is my body," and looked at them with merely human eyes, I was terrified and fell into great spiritual assault, anguish, and distress. But I persisted in prayer, and again took hold of the mother's breast (Ps. 131), letting go, in this matter, of the great calculators Ptolemy and Euclid with their measuring and reckoning; then my conscience again became quiet and joyful. For this I thank God for all eternity.

Textus non fallit: multos speciosa fefellit Glossa; Dei verbo nitere — tutus eris.

That is:
The text of Scripture cannot deceive,
But the gloss that hangs upon it can;
Therefore trust in the Word alone,
So you will not be deceived.

Paid.

Volume 3: Messrs. Pastor Selle, Zühlsdorf, Pastor Ernst (5 copies), Pastor Bürger (2 copies), Pastor Winkler, Bließ, Pastor Schuster, Ohm.

Second half of Volume 3: Messrs. J. Heinke, F. Lange, Kauffung.

First half of Volume 4: Mr. F. Lange.

Printed by Arthur Olshausen.