Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 8, Nummer 5 › Seite 41

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-10-27, Seite 41

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M. Johann Mattheſi Bikonomia oder
Bericht vom chriſtlichen Hausweſen.
(befindlich im Anhang ſeiner Catechismus-Predigten.)

* Schluß.

Jedoch du Chriſten Ehmann ſchau,

Leb' gottsfürchtig mit deiner Frau,

Die dir in Ehren iſt vertraut,

Und die dir Gott ſelbſt hat gebaut.
Obgleich dein Weib zum erſten wird
Jämmerlich durch die Schlang' verführt,
Und iſt ein ſchwach's (wie Petrus ſpricht)
Gefäß, darüber veracht' ſie nicht;

Denn Gott will ſie mit dir zugleich

Zum Erben machen in ſein'm Reich.

Ob ſie ſchwach und gebrechlich iſt,

Halt ihr's zu gut, denk, daß du biſt

Ihr Bettgenoß, haſt auch viel Schuld,

So kann ſie mit dir auch hab'n Geduld.
Drum ſo lieb' dein Dorotheam,

Wie Jacob ſein pipleugigt (blödſichtig) Leamz
Freundlich dich ſtets mit ihr gehab,

Bis kein Kukuk, Specht oder Raab.

In dein'm Amt ernſt und emſig ſei,
Gleichwohl im Haus freundlich dabei.

Du mußt nicht all's zu Bolzen drehn,
Bisweilen auch durch die Finger ſehn.
Was du im Haus nicht wenden magſt,
Schau, daß du ſolch's geduldig tragſt.

So thät Joſeph und Socrates

Und der ſanftmüthig Moyſes.

Denn zum Regenten gar nicht taug,

Wer zuweilen nicht zuthut ein Aug.

Doch laß dich zu kein'm Sie⸗Mann machen,
Nach ſein'm Bild hat dich Gott geſchaffen,
Und will, daß du ſollt ſein ein Mann,
Dein Weib ſoll dir ſein unterthan.

Ob ſie wohl iſt dein Kron' und Zier,
Gleichwohl ſoll ſie gehorchen dir.

Du aber ſollt ihr freundlich ſein,

Eſſig zertreibt ein' Perle fein.

Alſo die Lieb auch oft verliſcht,

Wo man ſie nicht freundlich erfriſcht.

Im Bett ſoll gar kein Zanken ſein,
Friedlich ſoll man da ſchlafen ein.
Wenn man zu gar ſchärfet das Recht,
G'ſchieht oft Gewalt manch armen Knecht.
Kinder, die ſind ein' Gottes Gab,

Darum gut Achtung auf ſie hab,

Und zeuch ſie auf in Gottesfurcht;

Ein fromm Kind deſto eh'r gehorcht,
Wenn dein Haus iſt gleichwie ein Tempel,
Geziert mit ein'm guten Exempel.

Sobald Eltern gottfürchtig ſein,

Die ziehn auch fromme Kinderlein.

Man ſpricht, gleichwie die Alten ſungen,
So zwitſchern auch hernach die Jungen.
Wenn dein Sohn hat verbühret (verſehen) was,
So ſtraf ibn mit Vernunft und Maaß;
Denn Vaters Zorn ſoll gnädig ſein,

Das Kind merkt, daß er's treulich mein',
Und kann darnach dem Vater traun,

Wenn er was uͤbels hat gebraun (geargwöhnt?).
So kann man oft mit zeitigem Rath
Vorkommen manchem Schumpf und Schad.
Drum ſollt du ſein nicht gar zu g'ſchwind
Und tyranniſch gegen dein Kind.

Dein' Tochter behalt daheim im Hans,

Laß ſie nicht viel ſpatzieren aus;

G'wöhn ſie zur Arbeit und zum Rocken,

—35—

Daß ſie nicht ſtets ſpiel mit der Tocken.
Der Müßiggang manche verſuhrt,
Daß ſie thut, was ihr nicht gebührt.
Zu rechter Zeit gieb ihr ein'n Mannz
Doch daß ſie vor Haushalten kann.
Aufs freundlichſte gebar mit ihr,
Daß ſie ohn' Zwang gehorche dir.
Auch Maaß zu allen Dingen iſt gut,
Wohl dem Vater, der's treffen thut.
Hausſorg' das iſt ein' ſchwere Laſt,
Doch hat ſie Gott dir aufgefaßt.

So weis dein G'ſind zur Arbeit an,
Bei Leib' laß ihr' keins müßig gahn.

Schan auf das Dein und halt's zu Rathz
Denn wer da hält, derſelbig' hat.

Der Groſchen, den man oft erſpart,
Nutzt mehr, denn der gewonnen ward.
Verzehr nicht mehr, denn du erwirbſt,
Sonſt du in Grund und bald verdirbſt.
Hab' Acht, wie groß ſei deine Deck,
Darnach dich kehr, leg, wend und ſrreck.
Wer oft begeht St. Martins Tag,

Kein Gans noch Henn' aufbringen mag.
Letzlich Haus, Hof, Acker und Wies
Muß in den Vogel und am Bratſpieß.
Nicht gar zu hart die Knechte dein

Halt, denk', daß ſie auch Chriſten ſein,
Und noch ein'n Herrn im Himmel ha'n,
Der ſieht' es und nimmt ſich ihr'r an.
Dort wird ſein weder Herr noch Knecht,
Wer hie Chriſto traut, iſt gerecht,

Und wird Gott ſeh'n in ſeinem Reichz
Kuecht oder Herr gilt ihm als gleich.
Drum ſei freundlich, ſanft, lind, gütig,
Heftig' Zorn die Leut macht wüthig.

Mit Nachbarn fein einträchtig ſei,

In Noth und Armuth ſteh' ihn'n bei.
Und ſollt zu Ehren gar nichts ſpar'n,

Es wird doch ſonſt zum Teufel fahr'n.
Was man zu Ehren in der Noth

Erkargt, das kömmt zu Schand' und Spott.
Dein Obrigkeit halt ſtets in Ehr'n,

Auch die Kirchen und Schulen lehr'n,
Wie thät der fromm Centurio (Hauptmann)
Als ſteht im Evangelio.

Wenn dir Gott nimmt dein liebes Weib,
Du biſt noch jung, ſtark, g'rad am Leib,
Folg dem Altvater Abraham,

Der ſelbſt ein' andre Hausfrau nahm.
Denn Paulus ſagt, daß beſſer ſei,
Freien, denn brennen, darum frei'.
Wiewohl vor Zeiten zu Locris

Man 's andre Weib nicht nehmen ließ;
Wollten's der Kinder halb' nicht g'ſtatten,
Denn Stiefmutter ſelten g'rathen,

Und Stiefki der meinen mit Treu'nʒ
Auch mauchen Vater thut's gereun

Wenn er muß ſehen mit Unmuth,

Daß man ſein'n Kindern übels thut,

Und er ſpürt gar kein Mutterherz,

Das macht bös Blut und großen Schmerz,
Und thut ein'm Vater grauſam wehz
Letzlich wird draus ein' böſe Eh'.

Wer Kinder hätt', der freiet nicht;
Kann's aber je nicht anders ſein, 3 &
So nimm dein's Gleichen ein Fräulein. 77
Ein' harte Nuß, ein ſtumpfer Zahn,
Ein junges Weib, ein alter Mann,
Zuſammen ſich nicht reimen wohl,

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Sein's Gleichen ein jeder nehmen ſoll.

Drum ich für mein' Perſon auch rieth, π

Ein's alten Buhlers jedermann

Spott't, will an ihm ein'n Narren han.
Gleichwohl elend und Wittwer ſein,

Hat auch ſein Kreuz, Angſt, Noth und Pein.
Drum prüf ſich ſelbſt ein jedermann,

Auf daß er's greif' am beſten an.

Dein'n Kindern mag nicht geſchehen baß,
Dann ihnen ein'n guten Namen laß.

Mit reinem Herzen diene Gott,

Und hab für Augen ſein Gebot.

Mit ſtarkem Glauben auf ihn bau,

Min gutem Gewiſſen ihm vertrau.

Wenn nun dein' Zeit iſt vor der Hand,
Daß du ſollt in's recht' Vaterland
Wandern von hinn'n aus dieſem Leben,
Sollt du Gott von dein'm Gut was geben,
Zu Fördrung Gottes Lob und Ehr,

Und zu Erhaltung reiner Lehr.

Oder ſchaff's durch ein Teſtament,

Ehe denn's ergreifen andre Händ'.

Sonſt kommt es doch in die Rappus,

Wo Chriſt ſein's Theils gar darben muß.
Leb' gleich wie du morgen ſollt ſterben,
Dagegen ſollt du lehr'n und werben,

Als wollt'ſt du leben ewiglich.

In Gottes Wort laß finden dich;

Denn ohn' ſein gnädig Hülf' und Gunſt
Iſt unſer Thun doch all' umſonſt.

Unſer Fleiſch richt't ſehr wenig aus,

Wo Gott nicht ſelber b'hüt't das Haus.
Durch ihn verhüt't wird aller Schad,
All's was wir han, giebt er aus Gnad.
Acker, Haus, Hof, Gut, Geld, Weib, Kind,
Alles ſeinꝰ gnädig' Gaben ſind.

Sein' Güt allein reich machen kann,

Die ihm vertrau'n und den'n er's gahn.
Darnach thu' gleich wie Simeon,

Der fuhr in Fried' und Freud' davon,
Im ſtarken Glanben Chriſt er griff,
Darum er ſanft im Herrn entſchlief.
Wohl dem, der auch alſo ſchläft ein,
Spricht: O Herr Chriſt erbarm dich mein',
Laß mich in dir haben mein' Ruh',

Wenn mir jetzt gehn die Augen zu;

So tröſt' mich an mein'm letzten End',

Und nimm mein' Seel' in deine Händ'.
Denn mich dein Blut gewaſchen hat

Von Aller Sünd' und Miſſethat.

Wenn ich zu meinen Vätern werd'
Verſammelt und beſtatt't zur Erd,

All' mein Sünd' mir gnädig verzeih'

Und ein' fröhlich' Urſtend (Auferſtehung) ver⸗
lei 5.
Die rechte Sterbenskunſt das iſt,
Die verleih' uns Herr Jeſu Chriſt. Amen.

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Kirhliche Nachrichten.

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Erklärung.
Die Unterzeichneten, die bis dahero im Ver⸗
bande der evang. luth. Synode von Indianapo⸗
lis ſtanden, ſind auf deren ſechsten Sitzung,

gehalten am 5. September d. J. bei Mancheſter,
Ripley Co., Ind., aus deren Verbande ausge⸗
geſchieden und fühlen ſich gedrungen, dieſen ih⸗

ren Austritt hierdurch öffentlich nicht nur anzu⸗
zeigen, ſondern auch zu begründen.
Die Ehrw. Synode von Miſſouri ordnete auf

ihrer letzten Sitzung in Milwaukie eine Delega⸗

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