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Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-10-27, Seite 36

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(Oſſenb. Irh. Cay. 14, v. 6. 7.)

„Sottes Wort und Luthers Lehr“ vergehet nun und nimmermehr.“

—.—

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Herausgegeben von der Deutſchen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten.

Redigirt von C. F. W. Waͤlther.

Jahrg. S.

St. Louis, Mo., den 28. Oetober 1851.

No. 5.

debingungen:

ilien und das Poſtgeld iu tragen haben. —

Erſte Nachricht
von
unsern Delegaten aus Deutschland.
Es wird den werthen Leſern des Lutheraners
und inſonderheit den Paſtoren und Gemeinden
unſerer Synode nur lieb und erwünſcht ſein, zu
umehmen, daß unſere beiden Delegaten, nach⸗
Uem ſie ſich am 27. Auguſt in New Rork auf dem
ngliſchen Dampfſchiffe Africa nach Liverpool
tingeſchifft hatten, durch die gute Hand un⸗
ſus Gottes und begünſtigt von trefflichem Wet⸗
ttr, am 6. September, Nachts gegen 12 Uhr ge⸗
ſund und wohl behalten in Liverpool landeten.
Da aber dieſer Tag grade auf den Sonn⸗—
abend traf, ſo konnten ſie erſt am Montag früh
ihre Reiſe nach Hull, an der Oſtküſte Englands

gelegen, fortſetzen, wo ſie nach einer ſchnellen

ſabn durch eine herrlich angebaute wunder⸗
ſchöne Gegend, queer durch ganz England hin⸗
urch, ſchon Montags gegen Abend anlangten.
bier aber war neue Verzögerung, da das
Dampfſchiff nach Hamburg erſt Mittwochs den
10. auslief. Den erſten Tag der Reiſe hatten
ſt auch hier das ſchönſte Wetter, und es war ſo
warm, daß das Sommerzelt auf dem Verdeck
auigeſpannt wurde; der zweite Tag indeſſen war
ſthr unangenehm; ſie hatten ſehr widrigen Wind,
Rgen und hoht Ste, alſo daß einer unſerer
Hreunde ſeekrank wurde, bis ſie in die Mün⸗
nung der Elbe einliefen. Freitags den 12.
füüh am Morgen kamen ſie durch die gnädige

Der Lutberaner erſcheint ale zwei Wochen einnal für den jährlichen
Sahferiptienzrreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchreiber, welche denſelben vorauszube⸗
In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Cente verkauft.

Bewahrung Gottes glücklich in Hamburg an
und begrüßten, der Eine nach 13jähriger, der
Andere nach 8jähriger Trennung hier zum er⸗
ſten Male wieder das alte Vaterland.

Hier erfuhren ſie nun zu ihrem großen Be⸗
dauern, daß die Synode der preußiſchen Luthe⸗
raner in dieſem Jahre nicht Statt finde, zu der
ſie ſonſt, wenn ſie in dieſe Zeit gefallen, alsbald
abgereiſet wären; und da ſie ſich ziemlich ermü⸗
det und angegriffen fühlten, auch ihre Wäſche
der Reinigung bedurfte, ſo beſchloſſen ſie, ſich
einige Tage bei den Verwandten des Herrn Paſt.
Woneken in und bei Verden auszuruben.

Sie reiſeten deßhalb ſchon den 12. Nachmit⸗
tags nach Harburg ab, ſchräg über von Ham⸗
vurg auf dem linken Elbufer in Hannover gelegen,
und trafen hier, zu ihrer großen Freude, vier
junge Männer, welche, von Löhe ausgeſendet,
auf dem Wege nach Amerika waren, der eine,
um in Michigan ein Predigtamt zu übernehmen,
der andere, um ſich ſonſt dem Dienſte der Kirche
zu ſtellen und zwei, um in Fort Wayne auszu⸗
ſtudiren. Sonnabends, den 13. Vormittags,
kamen ſie in Verden an, wo ſonderlich zwiſchen
Paſt. Wyneken und ſeiner hochbetagten nahe an
80 Jahr alten Mutter die Freude des Wieder⸗
ſehens unausſorechlich war.

In Hamburg, Harburg, in und bei Verden
trafen denn uuſre Freunde mannigfach mit auf⸗
richtigen rechtſchaffenen Lutheranern zuſammen,
Paſtoren und Anderen, von allerlei Ständen, zum
Theil ſchon alte Freunde von Paſt. Wyneken, mit

Nur die Brie fe, welche Mittbellungen für das Blatt
aber. welchts Geſchäfrliches, Beſtellungen, Abbeſtelungen, Gelder ꝛc. enthalten,
Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anher in ſenden.

enthalten, ſind an den Redakteur, alle anderen
unter der Adreſe

denen ſie liebliche und geſegnete Stunden in
brüderlicher Gemeinſchaft verlebten.

Doch die mancherlei Nachrichten, die ſie hier
über dieſe und jene trüben und ſchweren Zuſtände
der lutheriſchen Kirche in Deutſchland erfuhren,
bewegte den einen unſerer Brüder alſo ſeinen er⸗
ſten Brief zu ſchließen: ö

„Noch haben wir wenig gehört und geſehen,
aber Alles hat uns überzeugt, wie glücklich, wie
geſegnet wir Lutheraner und lutheriſche Prediger
doch ſind in Amerika vor den armen, gedrückten,
gefeſſelten, zuſammengeſchnürten Lutheranern
und lutheriſchen Predigern des unglücklichen
Deutſchlands. Da iſt Noth über Noth, und zwar
ſchwere, große Noth, Noth des Gewiſſens, von
der wir in unſerer herrlichen Freiheit nichts
wiſſen. Die fetten Pfründen, die Ruhe, die
Bequemlichkeit, die es hier giebt, haben wahr⸗
lich für einen Chriſten und chriſtlichen Prediger
wenig oder nichts Lockendes; denn daran hängt
eine faſt unerträgliche Gewiſſenslaſt und tau⸗
ſend und aber tauſend Schwierigkeiten, derſel⸗
ben loszuwerden. O lobet, lobet daher Gott,
ihr Alle, die ihr durch Gottes gnädige Führung
in Amerika ungeſtört eurem Gotte dienen kön⸗
net und bedenket, daß Tauſende eurer Brůüder
nach Dem bewußt orer unbewußt Tag und Nacht
ſchmachten, was ihr im reichſten Maße genießct.“

Ja! loben und danken ſollen wir billig un⸗
ſerm Gott, daß unſere Kirche hier zu Lande,
dem jenſeitigen Staatsgefängniß und Zürſten⸗
papſtthum entrückt, ſich im alleinigen Gehorſam

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