Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 15 › Seite 136
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-03-18, Seite 136
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Petrus voll heiligen Geiſtes von der. Taufe
alſo, 1. Petr. 3, 20. 21.: In welcher (nämlich
der Arche Noä) Wenige, das iſt, acht Seelen
behalten wurden durch's Waſſer; welches nun.
auch uns ſelig macht in der Taufe, die durch
jenes bedeutet iſt, nicht das Abthun des Un⸗
flats am Fleiſch, ſondern der Bund eines guten
Gewiſſens mit Gott, durch die Auferſtehung
Jeſu Chriſti. Damit ſagt Petrus nicht, die
Taufe bedeute die Seligkeit, die wir ſonſt auf
eine andere Weiſe empfangen, ſondern er ſagt
ſchlechthin, die Taufe macht uns ſelig. Damit
wir nun aber nicht denken, daß die Taufe uns in
derſelben Weiſe ſelig mache wie Cott, ſo bezeugt
uns die heilige Schrift an. vielen Stellen, daß
Gott der höchſte und alleinige Urheber unſerer
Seligkeit ſei, als Jeſ. 43, 11.: Ich, ich bin
der Herr und iſt außer mir kein Heiland. Auch
der Apoſtel Petrus ſelbſt zeigt uns, wodurch die
Taufe das habe, daß ſie uns ſelig macht, näm⸗
lich: durch die Auferſtehung Jeſu Chriſti. Denn
wer getauft wird, der wird dadurch in die Ge—
meinſchaft des Todes und der Auferſtehung
Chriſti aufgenommen, Röm. 6, 3. 5. Wiſſet
ihr nicht, daß alle, die wir in Jeſum Chriſt ge⸗
tauft ſind, die ſind in ſeinen Tod getauft? So
wir aber ſammt ihm gepflanzet werden zu glei⸗
chem Tode, ſo werden wir auch der Auferſte⸗
hung gleich ſein. Der Getaufte wird alſo von
Gott nicht anders betrachtet, als habe er den
genugthuenden Tod Chriſti ſelbſt für ſich erdul⸗—
det und als ſei er in und mit Chriſto vom Tode
und allen Sünden auferſtanden und gerechtfer⸗
tigt. Denn es heißt Gal. 3, 27.: Wie viele
eurer getauft ſind, die haben Chriſtum angezo⸗
gen. Die heilige Taufe iſt alſo kein ſelbſtſtän⸗
diger Gnadengeber außer und neben Gott, ſon⸗
dern ſie iſt ein von Gott geordnetes Gnaden⸗
mittel, wodurch uns der heilige Geiſt Chriſtum
mit allen Gütern, welche uns derſelbe durch ſein
Leben, Leiden, Sterben und Auferſtehn erwor⸗
ben hat, mittheilt und zueignet. Und dasſelbe
gilt auch vom Sakramente des heiligen Abend⸗
mahls. —
(Fortſetzung folgt.)
(Eingeſandt.)
Kirchliche Nachricht
aus dem nördlichen Illinois.
Hochehrwürdiger Herr Profeſſor!
Es gereicht mir zu nicht geringer Freude, Ih⸗
nen und den Leſern des „Lutheraners“ die Bil⸗
dung einer neuen Gemeinde in dieſer Gegend an⸗
zeigen zu können.
Da nämlich eine Anzahl von Familien, die bis⸗
her ſich meiner Gemeinde gliedlich angeſchloſſen
hatten, zu weit von den kirchlichen Gebäuden ent⸗
fernt wohnten, um ſowohl an den Gottesdienſten
als auch beſonders an dem Schulunterrichte allezeit
gehörigen Antheil nehmen zu können, und ſomit
des Segens von Kirche und Schule in großem
Maaße beraubt waren: ſo haben ſich dieſelben
mit mehreren anderen lutheriſchen Famllien zu
der evangel. lutheriſchen Gemeinde Rodenberg
vereinigt. Die neue Gemeinde berief den Paſtor
—136—
Herrn Hermann Kühn, (bisheriger Paſtor der
Colonie Frankenhilf,) zu ihrem Seelſorger und
derſelbe wurde im Auftrage des Herrn Viceprä⸗
ſes von dem Unterzeichneten, unter Aſſiſtenz des
Paſtor Herrn Küchle am Sonntage Oculi in ſein
Amt eingewieſen.
Möge der HErr aller Barmherzigkeit auch die⸗
ſem Häuflein SEiner Heerde Schirm und Schutz
ſein und die Arbeit unſers lieben Bruders reich⸗
lich ſegnen.
Der HErr mit Ihnen und Ihrem
F. Hoffmann
Schaumburg, Ill., am 25. März 1851.
Adreſſe: Rev. H. Kuehn
Rodenberg, Bloomingdale P. O.
Du Pago Co. IIl.
Der wahre Weiſe nach des heiligen
Märtyrers, Huß, Urtheil.
„Die Weiſen,“ ſchreibt Huß, haben die Ge⸗
wohnheit, wenn eine Schwierigkeit, in Rückſicht
einer Wahrheit zur Sprache kommt, ſo betrachten
ſie zuerſt, was der Glaube der Schrift in dieſem
Stücke ausſage; und was die Schrift beſtimmt,
das halten ſie als Glaubensſatz feſt. Wo aber
die heilige Schrift weder von der einen noch der
andern Seite etwas entſcheidet, laſſen ſie es, als
ſie nichts angehend, und ſie ſtreiten nicht weiter
darüber, auf weſſen Seite die Wahrheit ſei. Und
das iſt die große Klugheit der Weiſen.“ (In der
Schrift gegen den römiſchen Ablaß.)
Merke es, lieber Leſer, das war der höchſte, in
allem ihn leitende Grundſatz eines Mannes, den
die römiſche Kirche,‚ als einen verfluchten Ketzer
zum Flammentode verdammte, ja, das war der
Grundſatz, deſſen Feſthalten von Hußen's Seite
die eigentliche und einige Urſache war, warum
Prälaten jener bluttriefenden Kirche den theuren
Mann auf dem Scheiterhaufen ſterben ließen,
nachdem ſie demſelben einen Anwald abgeſchlagen
hatten, ſo daß er ſeinen Richtern zurufen mußte:
„So ſei denn der OErr mein Anwald und Ver⸗
theidiger, der wird euch bald richten.“ Schon
iſt das geſchehen, und dies Gericht wird an allen D
einſt vollzogen werden, welche in der papiſti⸗
ſchen Kirche noch immer das über Huß gefällte
Todesurtheil durch den Beifall, den ſie demſelben
geben und durch die Vertheidigung, die ſie dafür
hervor ſuchen, unterſchreiben.
Confirmation.
„Das Abſterben des alten und das Aufſtehen
des neuen Menſchen — das vornämlich, eigent⸗
lich das ſoll in der Vorbereitung der Confirman⸗
den geſchehen, weshalb ſie Vorbereitung heißt.
Wäre dieß aber nicht die Confirmation ſelber?
Antwort: Wer nicht confirmirt iſt, ehe er confir⸗
mirt wird, der wird ſchwerlich confirmirt werden,
wenn er confirmirt wirdL. Claus Harms.
Berichtigung.
In einigen Exemplaren der vorigen Nummer 16 ſind fol⸗
gende Druckfehler ſtehen geblieben. Man leſe
Seite 123. Sp. 1. Z. 15. v. u.: Petrus ſtatt Paulus.
„ 121. „ 3. „ in der Anm. des ſt. der.
5. „ „
*
*** Empfangen
für den Bau des evangel. luth. Concordia⸗
College bei St. Louis: —
Von Herrn Fr. Hauſer in Haſtings, Oswe go Co.
New o˖ꝰrekkk
. Herrn Schullchrer J. K.
E Roſchke, Caſſrer.
8 1. 00.
1. 00.
Erhalten
zur Synodal⸗Miſſions-Caſſe:
Von der luth. Gemeinde in Elkhorn Prairie, Was⸗ ‚
hington Co. Iʒ́Iꝰu—u. 57. 35.
„ „ „ St. Petri Gem. Huntington, Ja. 3. 00.
„ „ „ St. Johannis Gem. in Whillep Co. 2. 00.
„ Herrn Fr. Schneller in St. Louis.
„ Mad. R. dai. 2.60.
„ Herrn G. Schm. 3. 00.
07
23511.„
F. W. Barthel, Caſſirer.
Bezahlt *
den 6. Jahrg. die Herren Daͤvid Heckel, Jacob Krieg.
„ 7. „ die Herren P. W. Albach, Balthas Biend,
Ludw. Baumann, Chriſtian Fahler, Earl P. Ger⸗
mann, Chriſi. Fr. Hauſer, Georg Hoffmann, Georg
Alügel, Ludwig Kircher, Phil. Knöller, Julius Koch,
Fr. Ochs, Wilh. Pieper, P. Fr. W. Richmann,
NVllius Schlimpert, P. Stecher, Chriſtian Spanna⸗
gel, Jacob Weber, Jacob Wacker.
den 8. Jahrg. die Herren Wilh. Schmidt, Fr. Schmidt.
Bücher und Pamphlets
zu haben in der Expedition des Lutheraners
um die beigeſetzten Preiſe.
—
Dr. Martin Luthers kl. Catechismus,
unveränderter Abdruck
Das Dutzend § 1. Hundert Stück g7.
Die Verfaſſung der deutſchen evang.
lut h. Synode vou Miſſonri, Ohio u. a. St.
nebſt einer Einleitung und ertäuternden Bemerk.
Das Dutzend 50 3 25 Stück 1.
Erſter Synodalbericht der deutſchen evang.
luth. Synode von Miſſouri, Ohio u. a. St.
vom Jahre 1817
Zweiter, Dritter und Vierter Synodal⸗
bericht derſelben Synode, jeder
Dritter Jahrgang des Luth
von 1 der 1. 22. Jahrgan
Der 1. u. 2. Jahrgang ſind vergriffen.
Vierter und fünfter Jahrg ang vos
Lutheraners 81
EIrüſc 5 Concordien buch, d. i. Sym⸗
boliſche Bücher der evang. luth. Kirche, New⸗
Rorker Ausgabe in gepretem Leder gebunden 51.
Geſpräche zwiſchen zwei Lutheranern
über den Methodismus, (in Pamphlet⸗
form) 1 Stück *
r. Martin vnthers Tractat von
wahren Kirche, 2 Stück
Dr. Luthers Hauspoſtille, oder Predigten
über die Evangelien auf die Sonn⸗ und Feſtrage
des ganzen aibbere New⸗Aorker Ausgabe, ge⸗
bunden in Kalbleder 52
Kirchen⸗Geſangbuch für evang. luth. Ge⸗
meinden, welchem ſonn⸗ und die feſitäglichen
Perikopen beigefügt ſind, verlegt von der hieſigen
evang. luth. Gemeinde U. A. C. in gepretztem
Lederbande, das 88 **
100 SlltrSe. W0 orgen Baatgahlung.
A BC⸗Buch, Rew⸗Norker Ausgabe, das Stück
. (Das⸗Dutzend 51.7
Johann Hübners Bibliſche Hiſtorien aus dem
Alten und Neuen Teſtamenke. Unveränderter
Abdruck, New⸗Yorker Ausgabe, im Einzelnen
im Dutzend 32.
Dr. Martin Luthers Auslegung des 90.
Pſalms, broſchirt und beſchnitten
24⁷
—
eraners
der
im Dutz end 81.
Spruchbuch zum kl. Catechismus Lutheri. Im Au.
trage der Spnode von Miſſouri ꝛc. zuſammenge⸗
tragen von Paſtor Fr. Wynecken, das Dug
im Dutzend 81.
Der Fais v. 8 1810 des Herrn P. Grauban zu
Buffalo v. J. 1810 nebſt dem zwiſchen ibm und 24
mehreren luth. Paſtoren von Miſſouri gewechſel⸗
ten Schriften
Gedruckt bei Moritz Niedner,
Nord⸗Ecke der dritten und Cheſnutſtrahe.
English translation
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