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Sonntag.
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Collection › Eckhardt's Reallexikon › index › sonntag
A cumulative subject index to seven Missouri Synod periodicals, compiled by E. (Ernest) Eckhardt (1868–1939) and printed at St. Louis between 1907 and 1917. Under each headword it sets numbered theses, and beside each thesis the places where the periodicals had treated it — by volume and page, running twenty years past the last of Der Lutheraner's own registers. Where the archive holds the volume a citation names, the citation below is a link to that page.
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15 entries under sonntag.
Sonntag.
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1. Die Feier des Sonntags iſt nicht von Gott gebottr, ſondern eine freie kirchliche Einrichtung. Konk. 67. In neuen Teſtament iſt kein beſtimmter Tag fejſtgeſetzt Sabbath. Anm. a. Daß die Chriſten der erſten Zeit neben dem Sonntag noch den Sabbath feierten, zeigt, daß ſie kein Sonntagsgebot bekommen hatten. Anm. b. Wenn Leute ſich von den Verſammlungen der Chriſten fernhielten, wurde nur das geſtraft, daß ſie ihr geiſtliches Wohl vernachläſſigten, nicht aber, daß ſie den Tag nicht gehalten hätten. Anm. c. Zeugniſſe: 1. Aus der erſten chriſtlichen Kirche: Barnabas, Ignatius, Juſtin Martyr u. ſ. w. Keiner der Schreiber der erſten drei Jahrhunderte weiß etwes von einer göttlichen Einſetzung des Sonntags. Mich. 89, 118. 2. Luther wollte von der Verbindlichkeit des Sonntags nichts wiſſen. L. W. 45, 234. 10, 235 bis 333. 3. Die Bekenntnisſchriften: Konk. 67. 68. 161.X 100 —103. 1J. Spätere Zeugniſſe: Chemnitz, Bengel, Brenz u. ſ. w. — Geſchichte der Lehre vom Sonntag ſeit der Zeit der Reformation Mich. 89, 10. 11. Anm. d. Soll der Sonntag um des Gewiſſens willen gefeiert werden, ſo müßte man ein beſtimmtes Gebot dafür haben.
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2. Wann iſt die Feier des Sonntags aufgekommen? Sie ſtammt wohl noch aus der Zeit der Apoſtel. a. Die erſten Chriſten waren täglich verſammelt As. 2, 16, ſpäter wurden dann einzelne Tage beſtimmt. b. Längere Zeit wurden Sabbath und Sonntag ne⸗ ben einander gefeiert. c. Die erſten Spuren der Sonntagsfeier finden ſich Ap. 20, 7: auf einen Sabbath, d. h. an dem erſten der Sabbather, am erſten Tag der Woche. Luk. 24, 1. — Kor. 16, 2. Off. 1, 10: des Herrn Tag. Anm. Die Apoſtel haben erſt nach und nach die völ⸗ lige Freiheit gebraucht, damit die jüdiſche Kirche mit Eh— ren begraben würde.
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3. Warum wählten die erſten Chriſten gerade den Sonntag zur Feier? a. Weil Chriſtus an dieſem Tage aui erſtanden iſt, das Predigtamt eingeſetzt wurde und der Heilige Geiſt ansgegoſſen worden iſt. Amn. Aus dieſem Grunde unterließ man am Sonn—
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tag den Feiertag wieder auf den urſprünglichen Ze bath verlegt. b. In einer ſo wichtigen Sache hätten die Aden ſicherlich nicht eigenmächtig gehandelt. Chrtn⸗ habe es ihnen mündlich anbefohlen. — Aber wo n Schriftgrund für dieſe Annahme? Dann ſind wit de Römiſchen gegenüber in Vezug auf Tradition verloten. c. Iſt nicht anzunehmen, daß die Apoſtel unte: Leitung des Geiſtes handelten, als ſie den Sim— tag ordneten? — Auf Vermutungen kann ſich unen Glaube nicht gründen. d. Die Apoſtel haben den Tag geordnet. — N. alle Anordnungen der Apoſtel ſind für uns gewiſſers verbindlich. Dann dürften wir auch kein Blut eſen Ap. 15, 29. Es wird uns nur berichtet, wie es d⸗ Apoſtel gehalten haben in ihren Gemeinden. e. Vor dem 4. Jahrhundert habe ſich kein Ronze darüber ausgeſprochen. Folglich haben ſie von eine Veränderung des Tages nichts gewußt. — Gerade dieie⸗ Schweigen ſpricht für uns. Es war kein Streit darüden wie über die Oſterfeier. Die größten Kirchenlehrer ſore. chen es unverhohlen aus, daß der Sabbath abgetan ſe— Wären ſie ſo ſchreckliche Irrlehrer geweſen, wären i— nicht in Zucht genommen worden? f. Der Sonntag ſei freilich menſchliche Einrichtenn aber man ſolle ihn halten als aus göttlichem Rech 4. . juris divini.“ Konk. 67, 61. Bei unſerer Lehre vom Sonntag habe man kein Waffe gegen die Saͤabbathſchänder. der Sonntag nicht geboten, warum ſoll ich ihn feiern! Wie will man der Sonntagsentheiligung ſteuern? 1. Was Gott gelehrt hat, muß gepredigt werden Predige das Wort. 2 Tim. 4, 2. Ich habe en nichts verhalten. Ap. 20, 27.
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2. Es iſt verkehrt, mit göttlichem Geſetz zu kom. men, wo keins iſt. Mit Geſetz wird man die Her ligung des Sonntags nicht erhöhen. Was wan geholfen, wenn wir ſo die Leute äußerlich in di Kirche bringen? Die wahre Sonntagsfeier kann nick: Anm. Falſche Lenre durch falſche Lehre erzeugt werden. Nur iſt immer ſchädlich. Ein wenig Sauerteig! reine Lehre tkann Gott wohlgefällige Früchte hen vorbringen.
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3. Gerade die lutheriſche Lehre ſchärft den Cbri Wort heilig zu halten und ſtran ſten ein, Gottes alle Verachtung des Wortes. Die evangeliſche Sonntagsfeier iſt viel höher und ſtrenger als die bloß äußerliche. Brun 86.
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J. Wenn wir bloß die Lehren predigen ſollten. welche nicht mißbraucht werden, welche Lehre ken— nen wir dann noch predigen? Anm. Man kann die rechte Lehre vom Sonn— tag nicht eher mit Segen vorlegen, als bis man alle el⸗ e Meinung vom Sabbath widerlegt hat. Erſt muß les aus dem Wege geräumt werden, was die Gewiſſen unruhigen könnte.
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6. Was hat die falſche Lehre vom Sonntag für Fol'n? Die Lehre, daß der Sonntag von Gott geboten nd an die Stelle des Sabbaths getreten ſei, a. hebt den Unterſchied zwiſchen dem alen und neuen Teſtament auf, führt ins Ju— entum zurück und bringt die Chriſten wieder unter die nechtſchaft des Geſetzes. Anm. Wer nur ein Stück des Zeremonialgeſetzes als ötig beobachten will, iſt verbunden, das ganze Zeremoialgeſetz zu halten. Wer da meint, der Sonntag ſei n Stelle des Sabbaths getreten, darf auch am Sonntag ein Werk tun. Luth. 48, 125. Jo. 79, 69. 20. 21; b. taſtet den Artikel von derſchriſthichen Freizeit an. So beſtehet nun in der Freiheit und laßt uch nicht wieder in das knechtiſche Joch fangen: c. verfälſcht die Rechtfertigung allein durch den Glauben. Sind wir noch an das Geſetz gebunden, dann macht nicht allein der Glaube gerecht. Gal. 5, 2. . 4, 11: d. verleugnet das vollkommene Verdienſt Chriti. Chriſtus hat dann ſein Werk nicht vollbracht; e. macht Chriſtum zu einemnenen Geſetzgeber. Hat Chriſtus den Sonntag feſtgeſetzt, ſo hat er ein neues gebot gegeben; f. führt auf eine ſchiefe Ebene. Fängt man erſt einnal an, aus kirchlichen Ordnungen Gebote zu ma— cthen. Sünde zu machen, wo keine iſt, ſo iſt kein Auf— halten mehr. Anm. Die Lehre vom Sonntag iſt ein ſekundärer ((ölaubensartikel, aber dennoch ein wichtiger Artikel. Wer darin abweicht, irrt ſehr. Konk. 67, 58.
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7. Antitheſe. a. Adventiſten. Das Sabbathsgebot gehört zum neuen Moralgeſetz. Darum iſt der Sabbath auch im neuen Teſtament noch zu feiern. 22 Gründe dafür Mich. 89, 67. Hinweis auf die Zahl 7 in der Schrift Mich. 89, 59. 60. Ihre Einwände ſ. Sabbath § 8. b. Papiſten. Die Apoſtel haben den Sonntag ſeſtgeſetzt. c. Reformierte. Der Sonntag iſt von Gott an— ſatt des Sabbaths geboten. Anm. Urſprünglich hatten die Reformierten die rechte Lehre. Calvin über die Sonntagsfeier Luth. 6, 106. 107. d. Methodiſten, Presbyterianer u. ſ. w. Ein Tag aus ſieben muß gefeiert werden. Das ſei das Morale des dritten Gebotes. Min. 88, 31. Auch manche Lutheraner ſtimmen dem bei. Anm. Hingegen ein Zeugnis für die reine Lehre aus dem Lager der Kongregationaliſten L. W. 48, 184. e. Puritaner. Der Sonntag iſt an Stelle d Sabbaths getreten. f. Aus lutheriſchen Kreiſen: Generalionch Ka. 89, 51. Herold und Zeitſchrift Luth. 42, 66. Lutheran Observer L. W. 51, 473. Lutheran Worli. Der jüdiſche Sabbath ſei abgeſchafft, nicht aber der un ſprüngliche Sabbath der Schöpfung. g. Jowaſynode. Die in den Symbolen enthol tene Lehre vom Sonntag iſt in Gottes Wort geoffenden und ſoll und darf vom Verbindlichen nicht ausgeſchloſen werden. Aber die theologiſche Ausführung. ob zun Morale des dritten Gebotes die Feier eines von ſieten Tagen in der Woche gehöre oder nicht, iſt zwar richtigKonſequenz aus der Sonntagslehre im Bekenntnis, abtr nicht ein verbindlicher Teil der Symbollehre. Dies ge hört vielmehr zu den offenen Fragen. Anm. a. Falſche Stellung zur Sonntagslehre haben auch eingenommen: 1. Tertullian, welcher die Sonntagsfeier zur Ge wiſſensſache machen wollte; 2. Gerhard. L. W. 14, 303. Amn. 3. Quenſtedt. Die Apoſtel haben den eriten Ten der Woche in göttlicher Autorität feſtgeſetzt. 4. Walch. 5. Veit Dietrich u. ſ. w. Anm. b. Vielleicht drückten ſich manche der Väter “ ſtark aus, um der Sonntagsentheiligung zu ſteuern. “ daß man meint, ſie ſtünden auf der andern Seite. Anm. c. Daß große Männer irren. macht den Irrtim nicht zur Wahrheit. Zu ſagen: Weil Gerhard abgemi. chen iſt, dürfen auch wir abweichen, wäre ähnlich, alz wenn es jemand Abraham nachtun wollte, der die Haher zu ſich nahm.
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8. Sonntagsarbeit. a. Arbeit am Sonntag iſt an ſich kein Sünde. Das Verbot der Arbeit gilt uns nicht meon Nur die Werke ſind verboten, denen Verachtung des Wortes zu Grunde liegt. Brun 88. Anm. a. Arbeiten ſtreitet nicht gegen Gottes Heilig keit, noch verletzt es die Liebe zu Gott. Anm. b. Das Verbot der Arbeit gehört zum Zere. monialgeſetz, weil das Feiern zur Erinnerung an dir Ausführung des Volkes Israel aus Agypten verordnen wurde, weil es im neuen Teſtament nicht wiederholt wind und weder Chriſtus noch die Apoſtel dieſes ſtreng beob. achtet haben. 4 Amm. c. Halten Leute dafür, daß Sonntagsarbeit. Sünde ſei und tun ſie doch, ſo tun ſie etwas an ſich Un. ſchuldiges, ſündigen aber doch. S. Irrendes Gewifſen Einwand. Sollte man nicht den Wahn, daß Arben am Sonntag verboten ſei, den Leuten laſſen, damit ſe die Arbeit liegen laſſen? — Ein Irrtum kann nie etwas Gutes bewirten. Dadurch würde der Chriſt wieder zum Juden und der Gedanke in ihm erweckt, daß das CEhn tentum in Vollbringung äußerlicher Dinge beruhe. Anm. d. Der Unterſchied zwiſchen altem und neuem Teſtament beſteht nicht darin, daß jetzt Werke der Not und Liebe erlaubt ſind und damals nicht, auch nicht bloß darin, daß wir jett den Sonntag an Stelle des Sabbaths iern, ſondern vor allem darin, daß die altteſtament⸗ iche Feier geboten war, die neuteſtamentliche Feier eine reiwillige iſt. b. Werke der Not und Liebe fallemenicht unter die Verachtung des Wortes. Sie rerden vielmehr vom Geſetz erfordert: Die Liebe iſt des heietzes Erfüllung. Quart. 2, 255. 256. Gehorſam it beſſer denn Opfer. Jak. 1, 27: Ein reiner und un⸗ beileckter Gottesdienſt u. ſ. w. Anm. a. Werke der Liebe und Not dispenſieren auch vom Gottesdienſt. Sie ſind kein Hindernis der rechten Sonntagsfeier. Ma. J, 276. Anm. b. Darf der Farmer am Sonntag Weizen ſchneiden, wenn er überreif iſt und es ſich nicht anders machen laſſen will? Es mögen Umſtände eintreten, wo man ihm keinen Vorwurf daraus machen wird. Aum. c. Werke der Not und Liebe waren auch im alien Teſtament erlaubt am Sabbath. Beiſpiele: 1. Chriſtus heilte am Sabbath. Mark. 2, 1—6. Luk. 14, 1.—5. Joh. 5, 6—9. 2. Einen Ochſen oder Eſel hätten auch die Phari⸗ ſäer am Sabbath aus dem Brunnen gezogen. Luk. 14. 5 3. Die BVeſchneidung war auch am Sabbath er— nr. Matathias ſetzte ſich , Sabbath gegen ſeine Iende zur Wehr. 1 Makk. 2, 32—41. Anm. d. Doch ſiehe zu, daß nicht ſündige Trägheit und Gleichgültigkeit des Herzens gegen Gottes Wort ſich dahinter verbirgt. . Wir unterlaſſen die Werktagsarbeit am Sonntag, um Zeit zum Got⸗z tesdienſt zu haben. Dnu ſollſt von dein Tun nien ab, daß Gott ſein Werk in dir hab'. Es wäre verkehrt, ſich unnötigerweiſe durch Arbeit vom Gottesdienit abhalten zu laſſen. Aum. a. Durch Sonntagsarbeit geben wir auch leicht unierm Nächſten Argernis und ſollten darum ſehr vor— ichtig ſein. Die Welt beobachtet die Chriſten. Anm. b. Die Erfahrung lehrt, daß ſolche, die am Sountag arbeiten, im Irdiſchen auch nicht weiter kom— men als andere. Oft hat Gott auch ſolche Sonntagsarbeit geſtraft. Luth. 61, 219.
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9. Sonntagsfeier. a. Die wahre Stonntagsfeier. Die wahre Soͤnntagsfeier beſteht darin, daß man Gottes Wort zerne hört und lernt. Konk. 102. Ohne Not ſollte man keinen Gottesdienſt verſüumen. Min. S. 88, 53. Kir⸗m chengehen. Bei einem Chriſten heißt es auch nicht: Nir man denn den Sonntag feiern? Er ſpricht: Ich wu Luth. 3, 105. Schmidt 1, 54. Anm. a. Der Chriſt feiert ſeinen Sonntag. Sein Seele ruht in Gott. Dieſe wahre Sabbathsruhe ker— ein Menſch mitten in der Arbeit haben. Dieſe inner— Sonntagsfeier macht uns nicht träge zum Hören deWortes. Aus der innerlichen folgt auch eine freimili äußerliche Feier, die Beiſeitelegung aller unnötigen in— diſchen Arbeit. Anm. b. Das Wort ſoll bei uns auch zur Tat wer den. Seid aber Täter des Wortes. Liebeswerte hn Gottesdienſt. Anm. c. Es iſt nicht nötig, wie Harms meint. den ganzen Tag in der Kirche zu ſein Luth. 37, 133 oder den Nachmittag mit der Vibel dazuſitzen, man kann aun in Geſellſchaft gehen, wie Chriſtus am Sabbath in daHaus des Phariſäers ging. Anm. d. Auch Erholung, Spiel, .— a Sonntag iſt keine Sünde. Was an andern Tagen ken Sünde iſt, iſt auch am Sonntag nicht unrecht, wenn men dabei Gottes Wort nicht verachtet. Selbſt im alten Te— ſtament durfte man 1 Sabbatherweg gehen. Mi 88, 21. 22. L. W. 11, 16. 17. Anm. Anm. e. ur ein Chriſt den Sonntag zubrinn. Schmidt 1, 51. 5 Wie geſegnet iſt ſolche Feier! Me 10, 312. 313. Vollkommen 2 iſt ſie nie, ſolanze wir auf Erden ſind. Walth. L. 582. Anm. f. Hinderniſſe der ruchien Sonntagsfeier ſind Werke des täglichen Vernfs, die ohne Not vorgenommes werden, und Werke des Fleiſches. — b. Die verkehrte Sonntagsfeier. r verkehrte Sonntagsfeier kann ſich auf verſchiedene Beie zeigen: 1. Man feiert nicht eimmal äußerlich und zeiz damit die Verachtung des Wortes Gottes an. 2. Man hält es für Sünde, von der LKirche zn Haus zu bleiben, iſt aber zufrieden mit dem äußer⸗ lichen Werk des Kirchengehens. 3. Man feiert äußerlich ſehr ſtreng, ſetzt aber de Gebote Gottes aus den Augen. Amn. a. Beiſpiele: 1. Man ſcheut ſich, die geringſte Arbeit zu tun— macht ſich aber kein Gewiſſen daraus, den Gones · dienſt zu verſäumen. 2. Man ſtraft alle irdiſche Arbeit und achtet di eigentlichen Sünden nichts: Werke des Fleiſches, weltliche Vergnügungen, ſündliche Worte, Verleum⸗ den u. — w. Anm. b. Die Phariſäer waren ergrimmt. wenn Curi ſtus am Sabbath heilte, aber „ſie hielten auf ihn.“ Das galt bei ihnen nichts. Solcher Sabbathsfeier war der Herr feind. Jeſ. 1, 13.
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Anm. c. Die verkehrte Feier iſt eine äußerliche Feier ohne Liebe und Gehorſam gegen Gott und ſein Wort. Man macht die äußerliche Ruhe von der Arbeit zur Hauptſache und das Heiligen zur Nebenſache. Anm. d. Sonntagsausflüge, Pikniks, wobei man Gottes Wort verſäumt und ſich weltlichen Vergnügungen hingibt, ſind ſchon vielen zum Fallſtrick geworden. Anm. e. Verachtung des Wortes. das iſt die große Sonntagsſünde. Wie viel Klagen hört man darüber in unſerer Zeit! In Städten geht nicht die Hälfte der Leute zur Kirche. Anm. f. Man ſoll die Freiheit nicht mißbrauchen.
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10. Sonntagsgeſetze. a. Der Staat hat das Recht, einen Tag zu beſtimmen, an dem alle Geſchäfte, Fabriken, Saloons u. ſ. w. geſchloſſen ſein müüſſen. Er kann alles tun, damit niemand in ſeiner Ruhe geſtört wird. Anm. a. Das Wohl der Bürger fordert es, daß ſie auch ihre Ruhetage, und zwar in regelmäßigen Zwiſchenräumen, genießen. Je ein Tag aus ſieben iſt eine paſjende Ordnung. Der Staat handelt aus Zweckmäßigleitsrückſichten. Ka. 89, 51. 52. Anm. b. Werke der Not und Liebe (im weiteren Sinne) ſind auch vom Staat nicht verboten. Verſchiedene Handwerke können in gewöhnlicher Weiſe verrichtet werden, wenn ſie die Ruhe anderer nicht ſtören. Poſtweſen 97, 76. 77. Eiſenbahnweſen n. ſ. w. Anm. c. Weil wir den Sonntag zum Gottesdienſt anwenden, freuen wir uns, daß wir ihn ungeſtört ausüben können. Anm. d. Geſetze. die den Adventiſten, die bereits den Sabbath gehalton haben, das Kornpflügen u. ſ. w. am Sonntag verbieten, ſollte der Staat nicht erlaſſen. Es ört niemand in ſeiner Ruhe. Anm. e. Das erſte Sonntagsgeſetz wurde am 7. März 321 von Kaiſer Konſtantin erlaſſen. Anm. f. Sonntagsgeſetze in verſchiedenen Staaten Jo. 97, 74. Canada L. .W. 52, 565. Ontario Can. 910, 25. Anm. g. Als Kirche gehen uns ſolche Geſetze nichts an. b. Den Sonntag zu ſfeiernals den „Tag des Herrn,“ kann der Staat nicht gebie⸗— ten. Der Staat hat mit religiöſen Dingen nichts zu tun. Es wäre Vermengung von Kirche und Staat. — Außerdem iſt der Sonntag nicht einmal göttlicher Einſetzung. Anm. Befürwortet werden ſolche Geſete von der National Sabbath Association“ Ka. S9, 45. 48. Die Blairbill W. 95, 17. — Auch die Generalſynode hat ſich dafür ausgeſprochen. Ka. Sh, 51. c. Den Sonntagsgeſetzen ſollen wir als Bürger gehorchen. Wer am Sonntag tut, was die Obrigkeit verbietet, widerſtrebt Gottes Ordnung.
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Homiletik. 17. Sonntag nach Trin. — Ev. Die Freiheit von dem Sabbath des alten Bundes, welche die Chriſten dun das Evangelium erlangt haben. Wovon die Chriſten durch das Evangelium a. rgeworden, b. nicht frei geworden ſind. — Luth. 3, 103. Bro. 186. L. W. 25, 38 Die wahre Sabbathjeier, von welcher das alte Teſtament nur ein Schanen und Vorbild war. a. Daß ſie in der Ruhe der Menſchen von allen ſündlichen Werken be— ſtehe, ba daß dieſer innerliche Sabbath zu einer freiwilligen auch äußerlichen Sas. bathsfeier dringend ermuntere. — Walth. L. L. 578. Die Lehre der lutheriſchen Kirche vom Sonntag. a. Wie richtig, b. wie wich— tig. — Ma. 15, 287. Wie unterſcheidet ſich die Feier des jüdiſchen Sabbaths von der des chrütliten Sonntags? a. Wodurch nicht? b. Wodurch? — Ma. 19, 310. Die geſegnete Sonntagsfeier. a. Worin ſie beſtehe, b. welcher Segen demt verbunden ſei. — Ma. 10. 312. Von der rechten tchriſtlichen Sonntagsfeier. a. Warum, b. wie wir den Sonn— tag ſeiern. — Ma. 1, 277. Von der Sonntagsfeier. a. Von der heuchleriſchen Sonntagsfeier, b. von der wahren Sonntagsfeier. — Ma. 12, 286. Die falſche und die rechte Sonntagsfeier. a. 0 3. iſäiſch geſetzliche, b. de chriſtlichevangeliſche. — Walth. Ev. 308. L. W. 25. 38. Zweierlei Sonntagsfeier. a. Eine böſe, gottmißfällige, verderbliche, b. ein rechte Gott gefällige, geſegnete Sonntagsfeier. — Ma. 22, 302. Worin beſteht die rechte chriſtliche Sonntagsfeier? a. Nicht darin, daß men von der Arbeit und leiblichen Werken ruht, ſondern b. darin, daß man den Tor zimn Gottesdienſt und zur Erbauung in Gott anwendet. — Schmidt 1, 50. Wann begeht ein Chriſt den Sonntag in rechter Weiſe? Wenn er a. allei was eine rechte Sonntagsjeier hindert, meidet, b. den Sonntag durch Gottes Ven heiligt. — Ma. 4. 276. Die rechte Sonntagsfeier. Sie beſteht darin, daß man a. Liebe am Nächemn— ibt, b. Liebe von Gott genießt. — Hön. Ent. 449. Zwei Tiſchreden über den Sabbath. a. Mit welchen Werken man den Sabbr wohl feiert, b. in welchem Sinn man den Sabbath recht begeht. —. Quart. 2, 255. Wie beweiſen wir bei der Seitiaung des Feiertags unſern Glauben? Inden wir a. als freie Kinder Gottes das Wort treiben, b. in aufrichtiger Demut uns ſelel erniedrigen. — Ma. 36, 283. he Christian Sabbath ofathe new testament. a. Which dav mustue observe in the newetestament? b. How must we observe that dayMa 4. 145. Neeping the Lord's Day in a truly Christian way as we learn it a. irm the ffce umo Which Jesus Christ is sent. b. from his example. —Kueg. 4.57 Sunday keeps us holy. It furnishes an opportunity a. to hear the teach. ings of Jesus, b. to practice Christian fellowship. —XIag. 3. 160. Jesus controv ersy with Pharisees concerning the Sabbath in the hass f one of their rulers. à. How the enemies dealt with Christ, b. how Chtis. compiletely silenced His opponens. Nla. 37, 420. Freiterte. 2 Moſ. 20. 8. — Die Seiligung des Feiertages. Daß wir a. das Wort homs heilig halten, gerne hören und lernen, b. durch dieſes Wort ſelbſt geheiligt werden — N. Pi. Pred. 1, 255. Matth. 12. 1—8. — Die rechte Sabbathfeier. Sie beſteht a. nicht in der n obachtung irgendwelcher äuſſerlichen Dinge, b. ſondern in dem gläubigen, dankbern Gebrauch der Gnadenmittel. — Ma. 34, 276.
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