Collection › Der Lutheraner (Frankfurt am Main) › Jahrgang 3, Nummer 5 › Seite 58

Der Lutheraner Frankfurt am Main — Mai 1949, Seite 58

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Seite 58                                    Mai 1949                                    Nummer 5

[Bild: Illustration mit Jugendlichen, die im Kreis sitzen, darüber der Schriftzug „Wir sprechen uns aus“]

Die hier veröffentlichten Zuschriften stellen die Meinung des Einsenders dar. Sie werden nicht in
allen Punkten von der Schriftleitung vertreten.
Bei Briefen an die Schriftleitung wird das Einverständnis zur vollen oder auszugsweisen Veröffentlichung
vorausgesetzt, wenn nicht der Einsender andere Wünsche äußert. Die Schriftleitung behält
sich in jedem Falle vor, die Einsendungen nach redaktioneller Notwendigkeit zu kürzen.

Auch ein Weg?

In dem mit diesen Worten überschriebenen Aufsatz in
der März⸗Nummer des „Jungen Lutheraner“ sagt
Helmut Höller zum Schluß: „Du wirst feststellen,
daß du mit bescheidenen Mitteln bei etwas Abwechslung
allen Kindern etwas bieten kannst . . .
Und ist das nicht auch ein Weg, praktisch Jugendarbeit
zu leisten, die wirklich aufbauend ist?“
Da dieser aufgezeigte oder vorgeschlagene Weg ja der
Weg unserer Jugendkreise sein soll, so müssen wir
uns zunächst einmal grundsätzlich klar darüber sein,
ob wir christliche Jugendarbeit leisten wollen oder ob
wir Vereinsarbeit leisten wollen. Wenn es uns um
christliche Jugendarbeit zu tun ist, kommt es dann
darauf an, daß „etwas geboten“ wird? Kommt es
dann auf „Betrieb“ an? und darauf, „etwas los zu
machen“? Gibt es denn in unseren christlichen
Jugendkreisen wirklich nichts Wichtigeres zu tun, als
Gesellschaftsspiele, vielleicht noch solche von sehr
umstrittener Art, zu spielen? Es soll damit nicht
gesagt werden, daß eine leichte entspannende Unterhaltung
nicht auch einmal stattfinden dürfte. Aber
verfügen wir in unseren Jugendkreisen wirklich über
so viel freie Zeit, daß wir es uns leisten können, die
uns zur Verfügung stehende Zeit mit Unterhaltung
totzuschlagen?
Geben uns die Fragen, die in dem Fragekasten einer
unserer Industriejugendkreise aufgetaucht sind (siehe
„Junger Lutheraner“ Nr. 3), nicht sehr zu denken?
Wenn in einem unserer, also in einem christlichen
Kreise es noch zu den unbeantworteten Fragen gehört,
ob es eine Auferstehung gibt, warum junge Christen
konfirmiert werden, ob Adam und Eva gelebt haben
usw., — können wir es dann als Leiter oder Mitarbeiter
eines Jugendkreises wirklich noch verantworten
, auch nur eine Stunde lang auf unseren
Abenden zu spielen? Haben wir nicht vielmehr die
Verpflichtung, jede Stunde, die wir mit den uns anvertrauten
Jugendlichen zusammen sind, auszunutzen
für die Dinge unseres Glaubens, damit wir alle
immer sicherer darin werden?
Es hat früher große und mächtige christliche Jugendbewegungen
gegeben. Denken wir nur an Jünglingsvereine
wie den CVJM. Als der totale Herrschaftsanspruch
des Staates auch an die Jugendlichen
herantrat und unsere Arbeit verboten wurde, wie war
da die Lage? Bis auf ganz kleine Reste waren
unsere Jugendgruppen auf einmal verweht wie die
Spreu vor dem Winde! Warum wohl? Sollte sich
das Wort Gottes als zu schwach oder zu unmodern
erwiesen haben, um die Jugendlichen festzuhalten?
Nein! Aber Geländespiele spielte man auch im
Jungvolk, Museen und Kunstausstellungen besuchte
man auch mitunter in der Hitlerjugend, gemeinsame
Spaziergänge wurden wohl genügend sowohl in der
HJ wie auch im BDM unternommen. Und das war
es ja auch nur, was vorher von den meisten Jugendgruppen
getrieben worden war! Stiftungsfeste
wurden gefeiert, Ausflüge, Fahrten, Zeltlager wurden
unternommen. Daß aber jeder einzelne mit forderndem
Ernst unter das Wort Gottes geführt
worden wäre, oder daß jedem Einzelnen der jungen
Christen in seinem Jugendkreis die verantwortungsvolle
Verpflichtung seines Konfirmationsgelübdes und
seines Glaubens klar zum Bewußtsein gebracht
worden wäre, das ist, wenn überhaupt, dann leider
nur sehr vereinzelt der Fall gewesen. Und dann
konnte es geschehen, daß dem deutschen Volk ein Film
„Ich klage an!“ vorgeführt wurde und die überwältigende
Mehrheit, gerade der Jugend, sagte „Ja“
zur Euthanasie
Jeder, der in der Jugendarbeit unserer Kirche an
leitender oder mitarbeitender Stelle tätig sein darf,
kann die Verantwortung, die er trägt, nicht ernst

genug nehmen! Denn wir werden einmal Rechenschaft
ablegen müssen auch für jedes unnütze Wort,
das wir geredet haben! (Math. 12, 36.) Es soll damit
kein Abweisungsurteil ausgesprochen werden über jede
Art von Spiel und entspannender Unterhaltung.
Aber wohl gemerkt: Entspannung! Nicht Unterhaltung
oder Ausflüge um jeden Preis, um ihrer
selbst willen, vielleicht sogar weil wir vorher geistig
zu träge waren, ein rechtes Programm auszuarbeiten,
oder gar deshalb, weil wir Rücksicht nehmen müßten
auf die Jugendlichen, die mit dem Wort Gottes nichts
anzufangen wissen! Darüber wollen wir uns klar
sein, für die Menge des Volkes bleibt das Wort
vom Kreuz eine Torheit, und für die Menge der
Jugendlichen ist unser christlicher Glaube eine lächerliche
Angelegenheit! Wir dürfen diese Jugendlichen
natürlich nicht fallen lassen und uns zurückziehen
von der Außenwelt zu einem Kreis der „moralisch
Besseren“ (vgl. hierzu was in Nr. 3 des „Jungen
Lutheraners“ von Lutz Poetsch über unsere Verantwortung
gesagt wurde!). Aber wir sollen endlich
einmal allen Kleinglauben fahren lassen und Vertrauen
haben zum Wort Gottes, das ja viel stärker ist als
alle Gesellschaftsspiele. Wir sollen endlich darauf vertrauen
, daß Gott den Glauben schafft durch das
Evangelium. Wenn in unserm Kreis das Wort
Gottes, die persönliche Erarbeitung des Bibeltextes,
das gemeinsame Bibellesen nicht ausgeübt wird,
brauchen wir uns auch nicht zu wundern, wenn selbst
unsere Jugendlichen es für zu langweilig halten, in
der Bibel zu lesen! Meiner Ansicht nach ist das der
Weg, den wir gehen sollten, ganz gleich, ob es sich
dabei um Sonntagsschulkinder oder um unsern
Jugendkreis handelt. Selbstverständlich müssen wir
mit den uns anvertrauten Jugendlichen in persönlichen
Kontakt kommen, aber wir müssen uns hüten
vor dem Fehler, der heute vielfach gemacht wird:
daß wir über dem Persönlichen die Hauptsache und
das allein Wichtige vergessen. „Eines ist not!“ (vgl.
Luk. 10, 38—42). Gn.

Hier stehen nun in der Frage der Jugendarbeit zwei
Ansichten einander gegenüber. Wer von beiden hat
recht? Oder wie müssen die Jugendstunden gestaltet
werden, wenn christliche Jugend zusammenkommt?
Die Zuschrift stellt nicht die Ansicht des „Jungen
Lutheraners“ dar. Teilt uns eure Meinung mit und
sendet sie an die Schriftleitung des „Lutheraner“,
Herrn Pastor Hans Kirsten, (16) Oberursel/Taunus,
Altkönigstr. 50, mit dem Vermerk: Für den „Jungen
Lutheraner“.

Religionsunterricht in der Berufsschule

In der letzten Nummer des „Jungen Lutheraner“
wurde diese Frage nach dem Religionsunterricht in
der Berufsschule aufgeworfen, die für viele Leser nicht
nur darum von Interesse ist, weil sie selbst die Berufsschule
besuchen, sondern mehr noch darum, weil
sie hier eine Gelegenheit haben, zu dieser Frage
gegenüber Berufs- und Schulkameraden ein klares
Zeugnis abzulegen.

Das Frankfurter Kirchenblatt „Weg und Wahrheit“
bringt in Nr. 11/12 einen Bericht über eine Umfrage
, die zu diesem Thema in der hauswirtschaftlichen
Berufsschule einer Großstadt unter vierzehn⸗
bis siebzehnjährigen Mädels durchgeführt wurde,
und worin den 660 Schülerinnen folgende drei Fragen
gestellt wurden: 1. Möchtest du in der Berufsschule
Religionsunterricht haben? 2. Wer soll ihn geben?
(Pfarrer oder Lehrerin?) 3. Was möchtest du hören?
Über das Ergebnis dieser Umfrage berichtet „Weg
und Wahrheit“ u. a. folgendes: „Von den 660 ausgewerteten
Arbeiten sprachen sich 449 für die Erteilung
von Religionsunterricht aus. Das sind 68
Prozent aller Niederschriften. 36 Mädels treten

bedingt für die Einführung des Religionsunterrichtes
ein. — Welches sind nun die Begründungen der
Schülerinnen für den Wunsch nach Religionsunterricht
? Gut ein Drittel der positiv zum Religionsunterricht
eingestellten Mädels verspricht sich von ihm
eine Vermehrung des Wissens um die religiösen
Dinge. Dabei wird aus vielen Antworten deutlich,
daß die Mädel hoffen, durch besseres Wissen wieder
zum Glauben zu kommen, den sie ersehnen
. Aber auch die Erkenntnis, in der vergangenen
Zeit viel zu wenig von religiösen Dingen
gelernt zu haben, ist wohl bemerkenswert. Ein
Mädel schreibt: „Ich war noch nie in einem Religionsunterricht
, ich bin weder getauft, noch konfirmiert
und war überhaupt noch nie in einer Kirche.
Ich weiß nicht, ob ich überhaupt von meinen Eltern
aus so etwas mitmachen darf. Ich möchte es ja
schrecklich gerne, denn ich bin in der Beziehung
ziemlich dumm und möchte auch so etwas lernen.“
Ein Viertel der Mädchen erhofft sich vom Religionsunterricht
eine Lebenshilfe. In einer Niederschrift
heißt es: „Ich erwarte, daß der Religionsunterricht
unsere Gedanken wieder fester zusammenhält, um den
Weg in die Zukunft leichter zu finden.“ Eine andere
schreibt: „Ich bin über viele Fragen im unklaren, die
ich sehr gerne beantwortet haben möchte.“ Die Antwort
einer Dritten lautet: „Ich möchte gern vom
Sinn des Lebens erfahren und von dem, was gerade
uns junge Menschen angeht, wie wir uns im christlichen
Sinn in der heutigen Zeit verhalten sollen.“
Was viele Mädel vom Religionsunterricht erhoffen,
geht aus einer Niederschrift hervor, in der es heißt:
„Religionsunterricht in der Berufsschule? Ja, das
ist schwer zu sagen. Meiner Meinung nach sollte Religionsunterricht
erteilt werden, um den Glauben zu
stärken, der in der Jugend ist und der nicht so fest
und standhaft ist, wie er eigentlich sein sollte, z. B.
bei mir. Ich kann nicht an Gott glauben, möchte es
aber.“ — Im Gegensatz zu diesen Mädeln, die
positiv zur Einführung des Religionsunterrichtes
stehen, sind 175, also 26,5 Prozent, gegen den Religionsunterricht
. Über die Hälfte von ihnen geben
an, kein Interesse zu haben. Andere, etwa ein
Zehntel, geben an, wohl die Religion zu bejahen,
aber keinen Religionsunterricht haben zu wollen. Als
Begründung hierfür wird vielfach angegeben, daß
man ja in Kirche und religiöser Jugendgruppe über
die Dinge der Religion unterrichtet werde. — 21
Mädel bekunden eine direkt anti-religiöse Haltung.
Sie stellen reichlich drei Prozent der Befragten dar.
So schreibt ein Mädel: „Der Religionsunterricht
war schon in der Volksschule nichts für mich gewesen
. Ich habe dafür noch nie Interesse gehabt.
Aus dem einfachen Grund, weil es keinen Gott gibt.
Ich hatte noch nie Gelegenheit, ihn zu begrüßen.“ —
Bei einigen dieser 21 Mädel liegen allerdings auch
Erlebnisse zugrunde, die in ihrer Schwere erschütternd
sind. So heißt es in einer Niederschrift: „Da im
Jahre 1944 mein Vater gefallen ist, bin ich ganz
von der Religion abgekommen, weil es hieß, wenn
wir an Gott glauben, dann kommt der Vater auch
nach Hause. Ich habe, bis er gefallen war, gebetet.
Dann habe ich die Hoffnung aufgegeben. Ich möchte
vom Religionsunterricht Abstand nehmen.“ Eine
andere schreibt: „Ich für meine Person kann nicht an
Gott glauben nach all dem Furchtbaren der letzten
Jahre. Könnte mir nicht vorstellen, daß es einen Gott
gibt, wenn er zugesehen hat, wie täglich Tausende
von unschuldigen Kindern umkamen. Wie soll man
an Gott glauben, wenn einem die liebsten Menschen
genommen werden?“ Aber dieses Mädel beendet seine
Ausführungen mit dem Satz: „Vielleicht könnte mich
ein Religionsunterricht von Gott überzeugen. Ich
weiß nicht. Vielleicht?“ —

Soweit der Bericht des genannten Blattes. Alles das
zeigt uns doch mit eindringlicher Deutlichkeit, welch
große und ernste Verantwortung wir als junge
lutherische Christen haben gegenüber unsern Berufskameraden
und ⸗kameradinnen. Auch du bist dazu
berufen, denjenigen, die an der Arbeitsstätte oder in
der Berufsschule neben dich gestellt sind, Antwort
zu geben auf die Fragen, die sie bewegen, und sie
durch ein ganz klares Wort auf den rechten Weg
hinzuweisen, der zum Leben führt, und den du durch
Gottes Gnade kennst. Was haben wir nun zu dieser
Frage: „Soll Religionsunterricht an den Berufsschulen
erteilt werden?“ zu sagen? Und welche Aufgaben
erwachsen uns als jungen Lutheranern aus
jenen Meinungen und Fragen der heutigen Jugend,
wie sie in dem angeführten Bericht zum Ausdruck
gebracht werden? Heinrich Huebener

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Page 58                                    May 1949                                    Number 5

[Image: Illustration with young people sitting in a circle, above it the caption "We speak our minds"]

The letters published here represent the opinion of the sender. They are not
represented in all points by the editorial staff.
With letters to the editorial staff, consent to full or excerpted publication
is assumed, unless the sender expresses other wishes. The editorial staff
reserves the right in every case to shorten submissions according to
editorial necessity.

Also a Way?

In the essay bearing this title in the March issue of "Der Junge Lutheraner,"
Helmut Höller says at the end: "You will discover that with modest means and
a bit of variety you can offer all the children something ... And is that not
also a way to carry out practical youth work that is truly constructive?"
Since this way that is shown or proposed is supposed to be the way of our
youth groups, we must first of all be fundamentally clear about whether we
want to carry out Christian youth work or whether we want to carry out club
work. If our concern is Christian youth work, does it then depend on
"something being offered"? Does it then depend on "activity" and on "getting
something going"? Is there really nothing more important to do in our
Christian youth groups than to play parlor games, perhaps even ones of a very
controversial kind? This is not meant to say that a light, relaxing
entertainment might not also take place occasionally. But do we really have
so much free time available in our youth groups that we can afford to kill
the time available to us with entertainment?
Do the questions that arose in the question-box of one of our industrial
youth groups (see "Junger Lutheraner" No. 3) not give us much food for
thought? If in one of our own, that is, in a Christian group, it still
remains among the unanswered questions whether there is a resurrection, why
young Christians are confirmed, whether Adam and Eve lived, etc. — can we
then, as leaders or coworkers of a youth group, really still justify playing
games even for one single hour on our evenings? Do we not rather have the
obligation to use every hour that we spend together with the young people
entrusted to us for the things of our faith, so that we all become ever more
certain in it?
There have formerly been great and powerful Christian youth movements. Let
us think only of young men's associations like the CVJM. When the total
claim to authority of the state also reached out toward the young people and
our work was forbidden, what was the situation then? Down to quite small
remnants, our youth groups were suddenly scattered like chaff before the
wind! Why was that so? Should the Word of God have proven too weak or too
unmodern to hold the young people fast? No! But field games were also played
in the Jungvolk, museums and art exhibitions were also occasionally visited
in the Hitler Youth, joint walks were certainly undertaken sufficiently both
in the HJ and in the BDM. And that was, after all, only what had previously
been carried on by most youth groups! Anniversary celebrations were held,
outings, trips, camping trips were undertaken. But that every single one
should have been led with demanding seriousness under the Word of God, or
that every single one of the young Christians in his youth group should have
been made clearly conscious of the responsible obligation of his
confirmation vow and his faith — that has, if it happened at all,
unfortunately been the case only in very isolated instances. And so it could
happen that the German people were shown a film "I Accuse!" and the
overwhelming majority, precisely of the youth, said "Yes" to euthanasia.
Everyone who is permitted to serve in the youth work of our church in a
leading or assisting capacity cannot take the responsibility he bears
seriously enough! For we shall one day have to give account also for every
idle word that we have spoken! (Matthew 12:36.) This is not meant to
pronounce a verdict of rejection over every kind of game and relaxing
entertainment. But mark well: relaxation! Not entertainment or outings at
any price, for their own sake, perhaps even because we were previously too
mentally lazy to work out a proper program, or even because we had to show
consideration for those young people who do not know what to make of the
Word of God! Let us be clear about this: for the mass of the people the word
of the cross remains foolishness, and for the mass of young people our
Christian faith is a laughable matter! We must of course not let these young
people fall and withdraw from the outer world into a circle of the
"morally better" (compare what was said in No. 3 of "Der Junge Lutheraner"
by Lutz Poetsch about our responsibility!). But we should at last let go of
all little faith and have trust in the Word of God, which is indeed much
stronger than all parlor games. We should at last trust that God creates
faith through the Gospel. If in our group the Word of God, the personal
working through of the Bible text, the common reading of the Bible is not
practiced, we need not be surprised if even our young people consider it too
boring to read in the Bible! In my opinion, that is the way we should go,
regardless of whether it concerns Sunday school children or our youth group.
Of course we must come into personal contact with the young people entrusted
to us, but we must guard against the mistake that is often made today: that
over the personal we forget the main thing and the only important thing.
"One thing is needful!" (compare Luke 10:38–42). Gn.

Here now, on the question of youth work, two views stand opposed to one
another. Which of the two is right? Or how must the youth hours be shaped
when Christian youth comes together? This letter does not represent the
view of "Der Junge Lutheraner." Let us know your opinion and send it to the
editorial staff of "Der Lutheraner," Pastor Hans Kirsten, (16) Oberursel/Taunus,
Altkönigstraße 50, with the note: For "Der Junge Lutheraner."

Religious Instruction in Vocational School

In the last issue of "Der Junge Lutheraner" this question of religious
instruction in vocational school was raised, which is of interest to many
readers not only because they themselves attend vocational school, but even
more because here they have an opportunity to bear a clear witness on this
question toward their work and school comrades.

The Frankfurt church paper "Weg und Wahrheit" carries in No. 11/12 a report
on a survey conducted on this topic in the domestic-science vocational
school of a large city among girls aged fourteen to seventeen, in which the
660 pupils were asked the following three questions: 1. Would you like to
have religious instruction in vocational school? 2. Who should give it?
(Pastor or teacher?) 3. What would you like to hear? "Weg und Wahrheit"
reports the following, among other things, about the result of this survey:
"Of the 660 evaluated papers, 449 spoke in favor of the provision of
religious instruction. That is 68 percent of all the written responses. 36
girls are conditionally in favor of introducing religious instruction. —
What now are the reasons the pupils give for the wish for religious
instruction? A good third of the girls positively disposed toward religious
instruction expect from it an increase in knowledge about religious matters.
It becomes clear from many answers that the girls hope, through better
knowledge, to come again to the faith that they long for. But the
recognition of having learned far too little about religious matters in the
past time is also quite notable. One girl writes: "I have never yet been in
a religion class, I am neither baptized nor confirmed and have never even
been in a church at all. I do not know whether I am even allowed by my
parents to take part in such a thing. I would love to do it terribly much,
for I am rather ignorant in this respect and would also like to learn
something like that." A quarter of the girls hope for help for life from
religious instruction. In one written response it says: "I expect that
religious instruction will hold our thoughts together more firmly again, in
order to find the way into the future more easily." Another writes: "I am
unclear about many questions that I would very much like to have answered."
The answer of a third reads: "I would like to learn about the meaning of
life and about what concerns us young people in particular, how we should
conduct ourselves in the Christian sense in today's time." What many girls
hope for from religious instruction emerges from a written response in
which it says: "Religious instruction in vocational school? Yes, that is
hard to say. In my opinion religious instruction should be given in order
to strengthen the faith that is in the youth and that is not as firm and
steadfast as it should actually be, for instance in my case. I cannot
believe in God, but I would like to." — In contrast to these girls, who are
positively disposed toward the introduction of religious instruction, 175,
that is, 26.5 percent, are against religious instruction. More than half of
them state that they have no interest. Others, about a tenth, state that
they do indeed affirm religion but do not want to have religious
instruction. As a reason for this it is frequently stated that one is
already instructed about matters of religion in church and in a religious
youth group. — 21 girls declare a directly anti-religious attitude. They
constitute a good three percent of those surveyed. Thus one girl writes:
"Religious instruction was already nothing for me back in elementary
school. I have never had any interest in it. For the simple reason that
there is no God. I have never yet had occasion to greet him." — With some
of these 21 girls, however, there also lie behind this experiences that are
shattering in their severity. Thus it says in one written response: "Since
my father fell in 1944, I have turned completely away from religion,
because it was said that if we believe in God, then Father will also come
home. I prayed until he fell. Then I gave up hope. I want to keep my
distance from religious instruction." Another writes: "I personally cannot
believe in God after all the terrible things of the last years. I could not
imagine that there is a God, if he looked on as thousands of innocent
children perished daily. How is one supposed to believe in God, when the
people dearest to one are taken away?" But this girl ends her remarks with
the sentence: "Perhaps religious instruction could convince me of God. I
don't know. Perhaps?" —

So much for the report of the paper mentioned. All this shows us with
urgent clarity what a great and serious responsibility we have as young
Lutheran Christians toward our fellow workers and coworkers in trade and
occupation. You too are called to give an answer, to those who are placed
beside you at the workplace or in vocational school, to the questions that
move them, and to point them, through a quite clear word, toward the right
way that leads to life, and which you know by God's grace. What then do we
have to say on this question: "Should religious instruction be given in
vocational schools?" And what tasks arise for us as young Lutherans from
those opinions and questions of today's youth, as they are expressed in the
report cited above? Heinrich Huebener