Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 17 › Seite 131

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-03-28, Seite 131

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Katechismus 3 · Miſſion 29

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—— ——— —— IIIII-- ——3— —.—

ö onantaegeben von der Deutſchen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten
Nedigirt von C. F. W. Walther.

Jahrg. 10.

.

St. Louis, Mo., den 11. April 1854.

Bebingungen:

ſpricht man ſich in Deutſchland über
die Lehre der evangeliſch⸗lutheriſchen Sy⸗
4 * node von Miſſouri, Ohio und anderen
Staaten aus?

Da die l. Leſer in neuerer Zeit mehrere Stim⸗
nen aus dem alten Vaterlande haben hören
müſſen, welche zu bekunden ſcheinen, daß unſere

1 Synode jenſeits des Meeres nur übel angeſehen
dei, ſo dürfte es ihnen wohl recht ſein, auch an⸗
ee Stimmen von dort zu hören, welche bezeu⸗
gen, daß es eine nicht geringe Anzahl deutſcher
Deologen gebe, die wenigſtens die Lehre un⸗
ſtrer Sonode als die echt lutheriſche und bibli⸗
ſche mit großer Freude anerkennen. Wir mei⸗
nen, daß uns dies reichlich tröſte für die Ungunſt,
womit hie und da über unſere Handlungs⸗
weiſe im Betreff der Buffalo Synode geurtheilt
Worden iſt; denn dies betrifft unſer Leben,
s beſtimmende Urtheil aber unſere Lehre. So
wir aber überzeugt ſind, daß ſo wohl unſere
VGegner, als unſere Freunde auch unſere Hand⸗
lungsweiſe mit Recht nicht ſtrafen können, ſo
vichtig iſt es für uns, daß beide wenigſtens un⸗
ſereLehre unangetaſtet laſſen müſſen. Daß wir
* mit unſer Leben vor Gott nicht beſtehen können,
daß wiſſen und geſtehen wir, unſerer Lehre
naber rühmen wir uns vorClott u. Menſchen. Wir
rinnern hierbei an jenes Wort Luthers:

„Summa, meine Lehre iſt das Hauptſtück, dar⸗⸗

Der Lutderaner erſcheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen
„Subſcriptionspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchreiber, welche denſelben voraus zube·
nnnmdas Poſtgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkauft.

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— — — — — —.—

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v„Sottes Wort und Luthers Lehr⸗ vergehet nun vu nmernahe. 61

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No. 17.

auf ich trotze, nicht allein wider Fürſten und Kö⸗

nige, ſondern auch wider alle Teufel, und habe
ſonſt zwar nichts mehr, das mein Herz erhält,
ſtärkt, fröhlich und je länger je mehr trotziger
macht.

wohl, daß es ſündlich und keines Trotzens iſt:

ich bin ein armer Sünder, und laſſe meine Feinde
eitel Heilige u. Engel ſein. Wohl ihn en, ſo
ſie es können erhalten! Nicht daß ich
vor der Welt und den Unchriſten ſolches ſein

will, ſondern vor Gott und ſeinen lie⸗

ben Chriſten. Vor der Welt will ich auch

from ſein, und bin's, ſo ſehr, daß ſie nicht werth

ſollen ſein, mir die Schuhriehmen aufzulöſen;
ſie ſollen mir auch mit der Wahrheit nicht bei⸗
bringen, vaß ich vor der Welt jemand zu nahe
lebe oder thue, wie ich wohl will ihnen beibrin⸗
gen. Kurz, ich bin niemand zu demüthig und
niemand zu hochmüthig, gleich wie St. Paulus
ſagt: „Ich kann hoffärtig ſein und kann auch
demüthig ſein, ich kann mangeln und kann auch
genug haben! Phil. 2, 3. Meiner Lehre
halben bin ich dem Teufel, Kaiſer, König, Für⸗

ſten und aller Welt viel, viel, viel zu ſtolz, ſteif

und hoffärtig; aber meines Lebens halben
bin ich auch einem jeglichen Kinde demüthig u.
unterworfen. Wer das nicht gewußt hat, der
höre es jetzt.“
England Läſterſchrift. XIX, 510. 511.)

So höre denn der Leſer, wie man in Deutſch⸗

welche Geſchäftliches, Beſtellungen, Abbeſtelungen, Gelder ꝛc. enthalten, unter der 2 e

Nur die Briefe, welche Mit theilungen für das Blatt enthih
aber.
Mr. Y. W. Barthel, care of C.

Das andere Stück, mein Leben und
perſönlich Weſen, weiß ich zu guter Maßen ſelbſt

ſind an ben Redakteur, alle andeen
W. Walther, St. Louis, Mo., auhe“ zu ſenden.

land über unſere Lehre urtheilt. Die Gelegen⸗
heit, ſich darüber auszuſprechen, hat den deutſchen
Theologen das von unſerer Synode herausge⸗
gebene Buch: „Die Stimme unſerer Kirche in
der Frage von Kirche und Amt,“ gegeben.

So lautet erſtlich die Recenſion, Geurtheilung)
der genannten Schrift unſerer Synode in dem
„Leipziger Repertorium der deutſchen

(Antwort auf des Königs in

und ausländiſchen Literatur. Unter Mitwirkung
der Univerſität Leipzig heraus gegeben von Dr.
C. G. Gersdorf. 0
„Während unſere deutſchen Brüder hinüber
ziehen nach Amerika, um dort ſich ein Aſyl leib⸗
licher Art zu gründen, iſt Amerika im Stande,
der evangeliſch⸗lutheriſchen Kirche im deutſchen
Mutterlande rathend und helfend un ter die Ar⸗
me zu greifen. Es war in den Tagen nach der
Leipziger Conferenz als Profeſſor Walther aus;
St. Louis das deutſche Vaterland wieder einmal
beſuchte, und bei dieſer Gelegenheit Kenntniß
nahm von der traurigen Erlahmung des prote⸗
ſtantiſchen Bewußtſeins und. von den krankhaften
Erſcheinungen auf dem Kirchengebiete daſelbſt.
Kirche und Amt hatten die Conferenz beſchäftigt
und waren doch zu keinem ſicheren Abſchluß ge⸗
bracht worden, vielleicht weil man — bei aller
Anerkennung des redlichen Willens jener Confe⸗
renz — mehr neu konſtituirte, als eigentlich
hiſtoriſch entwickelte. Und es zeigte ſich bald,
daß die evangeliſche Kirche Amerika's, unter

tauſend Stürmen, Drangſalen, Täuſchungen und

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