Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 11 › Seite 76
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-01-03, Seite 76
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Taufe 55
Urheberin (autrix).“ (Expos. in prov. Sal.
0. 9. n. 152.) Aehnlich ſchreibt Cornelius
a Lapide: „Chriſtus hinterließ ſein Fleiſch
in dem hl. Abendmahle, auf Wunſch und viel⸗
leicht Bitten der ſeligen Jungfrau.“ (In Syr.
0. 24. v. 19.) Ja, an eben dieſer Stelle führt
Cornelius weiter aus, daß Maria dieſe Bitte
darum gethan: „Damit auch ihr Fleiſch ſich
mit den Gläubigen vereinigen möge.“ Der erſt⸗
genannte Salazar erzählt auch am angezo⸗
genen Orte n. 144.: „Unſer heiliger Vater Ig⸗
natius“ (der Ordensſtifter) „dachte, daß Sohn
und Mutter Ein Fleiſch und Blut wäre, oder
daß der Sohn ein Theil von der Mutter ſei;
daraus ſchloß er, daß er in dem Abendmahl nicht
allein Chriſti, ſondern auch Mariens Fleiſch und
Blut, oder gewiß ein großes Theil von Maria
zu ſich nehme. Denn wenn Mutter und Sohn
Eines Fleiſches und Blutes ſind, ſo folgt noth⸗
wendig, wer des Sohnes Fleiſch und Blut ge⸗
nießet, der genießt auch der Mutter Fleiſch. Ueber
welche Gedanken denn das Gemüth des heiligen
Ignatius eine unglaubliche Wolluſt ( em⸗
pfand.“ — Man ſieht wohl, der Jeſuitenglaube
wird im heiligen Abendmahle nicht ſowohl durch
den Glauben, darin Chriſti, des Gottmenſchen,
Leib und Blut zu genießen, geſtärkt, als viel⸗
mehr durch die wahnſinnige Vorſtellung, da mit
dem Leib und Blut der heiligen Jungfrau ge⸗
ſpeiſt und getränkt zu werden. Der gute Zweck,
den Mariencultus zu heben, heiligt bei ihnen
auch das Mittel, daß man nicht eigentlich
Chriſtum den Stifter und die Gabe des hl. Sa⸗
cramentes ſein läßt, ſondern Maria!
Vasquez: „Wenn ein Kind, welches ge⸗
tauft werden ſoll, mit dem Tode ringt und man
es auf keine andere Art taufen kann, als daß
man es in einen Brunnen wirft und erſäuft, ſo
iſts billig, daß man es in den Brunnen hin⸗
unterwerfe, mit der Abſicht, es zu taufen.“
(Tom. II. in 8. part. Thom. disp. 145. o 3.)
In demſelben Sinne ſpricht ſich Escobar
aus und ſetzt noch hinzu: „Vollzieht man nicht
die Taufe wirklich, wenn man theils in der Ab⸗
ſicht zu taufen, theils in der zu todten, ein Kind
mit ſiedendem Waſſer begießt? Wer will das
leugnen, da ja die Tödtung nimmermehr ein
Hinderniß der Abwaſchung iſt?“ (Universae
th. mor. lib. II. sect. 2. probl. 19.)
Jo h. de Alloza, aus Lima in Peru, geſt.
1666, ſchreibt, „Im Nothfall iſt die Taufe mit
einer zweifelhaften Materie zu ertheilen, derglei⸗
chen Roſenwaſſer, Urin, Schweiß iſt.“ (Flores
summar. seu alphabetum morale p. 30.)
Gregorius de Valentia, oder Papſt
Clemens der VIII. Doctor Doctorum (Lehrer
über alle Lehrer) genannt, geſt. 1603, ſchreibt:
„Jeder iſt verpflichiet das zu glauben, wovon
das Gegentheil in der That wahr iſt, wenn ei⸗
eine Synode feſtſetzte, daß es zum Gluuben ge⸗
höre. (Tom. 3. disp 1. d. 2. p. 5.)
Cornelius a Lapide ſchreibt zu den
Worten Pauli: „Es iſt beſſer freien, denn Brunſt
leiden,“ Folgendes: „Für die, die das Gelübde
der Keuſchheit“ (ſo nennt er das Gelübde,
nicht zu heirathen) „abgelegt haben, ſowohl
—*—
Männer/ als Weiber, iſt Heſe
ie
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daß ſie in ih⸗
ren Begierden herbrennen und in AWS leben,
als daß ſie wieder heirathen.“ (Ad 1 Cor. c. 7.
v. 9.) Das ſpätere eigen erſonnene Gelübde
geht alſo über das in der Taufe abgelegte Ge⸗
lübde. Lieber ſoll man wider Gottes Gebot
Hurerei treiben, als wider des Papſtes Ver⸗
bot und das demſelben geleiſtete Verſprechen in
den von Gott gegen Hurerei und alles unreine
Weſen eingeſetzten heiligen Eheſtand treten! Wer
erkennt hier nicht in den Jeſuiten die echten
Kammerdiener der babyloniſchen Hure?
Edmund Campianus aus London
wurde zwar 1581 wegen ſeiner Jeſuitiſchen Um⸗
triebe enthauptet, wie wenig aber davon Urſache
Ueberzeugungstreue geweſen ſei, erhellt aus einem
Briefe, den er an den Ordensgeneral geſchrieben
hat und der zu Trier 1583 durch den Druck ver⸗
öffentlicht worden iſt; darin heißt es nehmlich:
„Der Zuſtand der Catholiken in England iſt ſehr
beſchwerlich, nichts iſt den Gemüthern freigelaſ⸗
ſen, nichts unangetaſtet, nicht die Rede, nicht die
Religion, man muß mit Anderen reden und durch
einen Eid bekräftigen, was die Anderen bekräfti⸗
gen, wenn man auch im Herzen weit anders
denkt, ſelbſt wenn man im Gewiſſen das
gerade Gegentheil fühlt“. IA. a. O. p 86.] Ar⸗
mer Menſch! Erſt ſieht er ſich gezwungen, um
der Verfolgung zu entgeheu, wider ſein Gewiſ⸗
ſen zu handeln und endlich verläßt ihn ſelbſt ſein
letzter Troſt! Lüge, Heuchelei, Meineid. Der
Jeſuit Paul. Bombini hat des unſeligen Men⸗
ſchen Leben und Tod als eine Märtyrerge⸗
ſchichte beſchrieben!
Steph. Bauni, vielleicht der underſchäm⸗
teſte und unflätigſte Moraliſt unter den Jeſuiten,
ein Franzos, geſt. 1649, ſchreibt: „Es iſt er⸗
laubt, die Gelegenheit zu etwas zu ſuchen, was
vorerſt und an ſich Sünde iſt, wenn es um eines
geiſtlichen oder leiblichen Nutzens willen, ſei es
um eines eigenen oder fremden, geſchieht.“
C(Tractat. de poenitentia q. 4. p. 94.) Wenn
damit der Grundſatz, daß der gute Zweck das
böſe Mittel heilige, nicht ausgeſprochen iſt, dann
wiſſen wir in der That nicht, wie er deutlicher
ausgeſprochen werden könne.
Mart. Creſſer, geſt. zu Brügge in Weſt⸗
flandern (Niederlanden) 1635, ſchreibt: „Nie⸗
mand kann ohne eine beſondere Offenbarung
mit Glaubensgewißheit gewiß ſein, o beer ein
gutes Gewiſſen habe, ob er jetzt in der
Gnade ſtehe, geſchweige ob er werde ſelig wer⸗
den. Dies iſt die Meinung aller Katholiſchen.“
(Lib. 2. de conscientia c. 13. p. m. 140.) —
Gewiß ein ſchauerliches Bekenntniß, das in den
Abgrund eines jeſuitiſchen Herzens ſchauen läßt.
Bei ihrer ſchändlichen Moral iſt es auch freilich
nicht möglich, daß ſie je ein gutes, der göttlichen
Gnade und des göttlichen Wohlgefallens ver⸗
ſichertes, heiteres Gewiſſen haben; aber iſt's
nicht erſchrecklich, daß ſie es ſelbſt als einen
Glaubensartikel in die Welt hinaus ſchreiben,
ſie könnten ohne eine außerordentliche Offenba⸗
rung nie wiſſen, ob ſie ein gutes Gewiſſeu ha⸗
ben? O ihr Lutheraner! preiſet, preiſet Gott,
daß ihr ein Evangelium habt, das eure Gewiſſen
kindlichen Geiſt gibt, der da rufet:
——
reinigt von den todten Werken und euch jenen
„Abba, lie⸗
ber Vater!“ Gr. 9, 14. Räm. 8, 15. Wäh⸗
rend ein Jeſuit ſelbſt bekennen muß, er gehöre
zu denen, von welchen unter anderem geweiſſa gt
iſt, daß ſie Brandmaal in ihrem Gewiſſen ha⸗
ber, 1 Tim. 4, 1—3.
J. Pet. Maffejus, geſt. 1603 zu Tivoli,
ſchreibt in ſeiner Biographie des Stifters des
Jeſuitenordens, Ignatius von Lojola
von demſelben Folgendes: „Ignaz beſaß eine
wunderbare Liſtigkeit, die Sterblichen zu locken
und von der Sclaverei des Satans zum Gehor⸗
ſam Chriſti herüberzuführen, und dieſelben
Künſte, deren ſich der böſe Geiſt zum Verderben
der Seelen bedient, wendete er, ſoweit es erlaubt,
und recht ſein mochte, (2) zum Heil und zur⸗
Wohlfahrt der Menſchen an. Die Reigungen
und Gemüthsarten derjenigen, mit denen er ver⸗
handelte, ſpürte er auf eine feine Weiſe aus, ſtellte
den Ehrſüchtigen Glänzendes, den Geizigen Nu⸗
tzenbringendes, den Wollüſtigen Angenehmes vor
und fing ſo einen jeden, wie man ſagt, mit ſei⸗
ner eigenen Angel u. Lockſpeiſe.“ (Vit. Ignatii
lib. 3. c. 11.) — Dieſe Bemerkung eines treuen
Jeſuiten von ſeinem Ordensſtifter ſchließt das
Geheimniß auf, wie doch die Jeſuiten ſo frech
haben ſein können, ihre über alle Maaßen lockere
Moral ſogar in die Oeffentlichkeit hinauszu⸗
ſchreiben. Dieſes ſollte die Lockſpeiſe ſein, durch
welche man auch die laſterhafteſten Menſchen für
den Orden gewinnen wollte. Man war alſo
von dem Ordensſtifter ſelbſt gelehrt, daß, wenn
man den guten Zweck habe, jemanden zur wah⸗
ren Religton (nämlich zum Pabſtthum) zu ge—
winnen oder dabei zu erhalten, auch das ſchlech⸗
teſte Mittel, nämlich die Anſtachelung des
Stolzes bei dem einen, die Nährung des Geizes
bei dem anderen, die Nachſicht gegen die Wolluſt
bei einem dritten ꝛc., gebraucht werden könne, ja
durch jenen guten Zweck geheiligt werde.
Es iſt freilich erſchrecklich, daß ſich ſolche Men⸗
ſchen die „Societas Jesu““ (Geſellſchaft Jeſu)
nannten. Sie hätten ſich vielmehr „Societas
Satanae“ (die Geſellſchaft des Satans) nen⸗
nen ſollen. Denn während Jeſus, um die
Menſchen zu gewinnen und zu bekehren, ihren
natürlichen ſündlichen Neigungen entgegentritt
und Buße für dieſelben fordert, ſo iſt es eben der
Satan, welcher bei dieſen ſündlichen Neigun⸗
gen anknüpſt und dieſelben dazu gebraucht, die
Menſchen für ſeine Teufelsreligion zu gewinnen.
Mit Recht hat man daher im vorigen Jahrhun⸗
dert anſtatt Jeſuiter— Jeſuwider geſagt. —
Hiernach und nach allem, was wir bisjetzt von
den Jeſuiten mitgetheilt haben, mag nun der Le⸗
ſer urtheilen, was von den hieſigen ſ. g. catho⸗
liſchen Zeitungsſchreibern, inſonverheit was von
Herrn Oertel zu halten iſt, der in ſeiner „ca⸗
tholiſchen Kirchenzeitung“ vom 7. April vor.
Jahres ſchreibt: „Auch laß ich mich mit
Freuden einen „„Handlanger,““
einen „„Fganz untergeordneten““
Handlanger der Jeſuiten nennen.“
—Fürwahr, deutlicher hätte dieſer arme Menſch
nicht bekennen können, wie tief er, nachdem er
die Wahrheit verließ, geſunken iſt!
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