Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 11 › Seite 83

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-01-03, Seite 83

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Jeſuiten 1

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Herausgegeben von

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Offenb. Joh. Cap. 11 v 6. 7.

5Gottes Wort und Cuthers Lehr“ vergehet nun und nimmermehr.“

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der Deutſchen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten
Nedigirt von C. F. W. Walther.

Jahrg. 10.

St. Louis, Mo., den 17. Januar 1854.

No. 11.

Bedingungen: Der Lutheraner erſcheint all i ür den jährli
aungen: Luther erſe ſe zwei Wochen einmal für den jährlichen
eifriottensrreis von Einem Dolar für die auswärtigen Unterſchreiber, welche denſelben —
nhleu und das Poſtgeld zu rragen baben. — In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkauft.

Nur die Briefe, welche Mittbeilungen für das Blatt enthalten, ſind an den Redakteur, alle anderen
ů aber. welche Geſchäftliches, Beſtellungen. Abbeſtellungen. Gelder 1c. enthalten,
Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu ſenden.

unter der Adreit

—

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Jeſuitismus.

(Schluß.)
⁰ haben wir denn nun, was die Jeſuiten
betrifft, zweierlei unwiderſprechlich bewieſen:
eltlich, daß die Jeſuiten wirklich nicht nur den

brüchtizten Grundſatz, daß der gute Zweck das

Aſe Mittel heilige, ſondern auch überhaupt die
alerſchändlichſten, gottloſeſten Moralgrundſätze
hezen; und zweitens, daß dieſe Grundſätze nicht
Kewaͤallein von einzelnen ſchlechten Gliedern des
Iſuitenordens, ſondern von dem ganzen Orden
ſelbſt gehegt werden. Nach dem, was wir aus

eeneignen Schriften der berühmteſten

Schriftſteller aus den Jeſuiten, aus der Auf-
hebungsbulle Papſt Clemens des
IIV. und aus der Conſtitution der Jeſui⸗
tn ſelbſt mitgetheilt haben, müſſen nun die
hieſigen jeſuitiſchen Blätter entweder verſtum—
nen, oder wenn ſie ſich dennoch aufs Leugnen
legen wollen, ſo können ſie es in keiner andern
Peiſe, als der auf der That ertappte Dieb, der
ſtine Unſchuld betheuert, während die Enden der
zon ihm geſtohlenen Güter aus allen ſeinen
Taſchen hervorgucken und die unverdauten ge⸗
ſohlenen Feigen ſich richtig in ſeinem aufgeſchnit—
tenen Magen vorfinden. Wir haben aus einer
großen Schaar jeſuitiſcher Schriften
dieſhauderhafteſten Sätze angeführt. Ahuliche,
und zum Theil noch ſchmutzigere, Sätze könnten

wir aus Schriften von mehr denn zwanzig noch
nicht genannten Namen des genannten Ordens
beibringen, fürchteten wir nicht, daß der Ab—
ſcheu unſerer Leſer vor den Zeugniſſen von der
Immoralität der Jeſuiten ſich bereits in zu gro⸗

ßen Ekel verwandelt haben werde. Die Lite

ratur (das Schriftenthum) der Jeſuiten belegt
es zum Entſetzen, daß gerade im Gegentheil
ſolche Jeſuiten, welche Gewiſſen und Sittlichkeit
nicht für Gaukelei beſchränkter Köpfe hielten
unter ihnen vereinzelt daſtehen;“) viele von
dieſen verließen endlich den Orden und traten
zum Theil zur lutheriſchen Kirche über. Ein
herrliches Beiſpiel hiervon iſt das des Jeſuiten
Reihing, deſſen Bekehrung wir unſeren Leſern
bereits vor zehen Jahren in dem erſten Jahrgang
des „Lutheraner“ erzählt haben. Was das
Inſtitutum der Jeſuiten betrifft, das heißt,
jenes Werk, welches die Conſtitution, die Grund⸗
verfaſſung des Jeſuitenordens enthält, die jeder
Jeſuit bei dem Eintritt in den Orden beſchwö—
ren muß und auf welcher das ganze Gebäude
deſſelben, als auf ſeiner Grundlage, erbaut iſt, ſo
haben wir geſehen, daß die fluchwürdige Moral,
welche die einzelnen Jeſuiten der Welt frech und
unverſchämt zum Beſten gegeben haben, darin
ſchon völlig, wiewohl in der Wurzel, enthalten

*) So waren zur Zeit Gonzalez, Generals des Ordens
vou 1686 an, nur drei namhafte jeſuitiſche Schriftſteller
aufzut reiben, die ſich entſchieden gegen den ſchändlichen Pro⸗
babilismus ausge ſprochen hatten.

iſt. Aus dieſer Ordensverfaſſung haben wir
geſehen, daß eln Jeder, welcher in den Jeſuiten⸗
orden tritt, indem er jene Verfaſſung beſchwört,
damit zugleich feierlich ſchwören muß, nicht nur
aller chriſtlichen, ſondern auch aller menſchlichen ö
Moral abzuſagen und die unſittlichſten Grund⸗
ſätze zu vertheidigen und auszuführen. Es iſt
keine Frage, wenn es dem Teufel einfiele, eine
Geſellſchaft von Menſchen zur Aufhebung von
Religion und Sittlichkeit auf Erden ordentlich
zu organiſiren, ſo könnte er keine beſſere, für
ſeine Pläne wirkſamere Verfaſſung ſich aus ſin⸗
nen, als bereits in dem „Institutum Societatis
Jesu“ niedergelegt iſt. Wir müſſen unſere deſer
darauf wiederholt aufmerkſam machen; denn es
wird, beſonders hier in Amerika, ſo viel gegen
die Jeſuiten geſchrieben, was, ſo wahr es auch
immer iſt, ſeines Zweckes verfehlt, da man auf
jene Quelle, woraus die Scheuslichkeiten der
einzelnen Jeſuiten nothwendig fließen mußten,
nicht zurückweiſt. Daher ſind denn die Jeſuiten,
wenn ihnen die Schande ihrer Genoſſen vorge⸗
halien wird, immer ſogleich mit der Antwort
da, das ſeien Sachen Einzelner, die der ganze
Orden nicht vertreten könne; während ſie recht
gut wiſſen, daß gerade diejenigen Jeſuiten,
welche es gewagt haben, alle Unſittlichkeit grund⸗
ſätzlich zu vertheidigen, die kühnſten und conſe⸗
quenteſten Vertheidiger ihres Syſtems und ihre
treueſten Glieder geweſen ſeien und noch ſind, die
ſich für die Sache des Ordens geopfert haben

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