Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 6 › Seite 48

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-11-10, Seite 48

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Tod 3

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Beweis, daß Herr Profeſſor Crämer in
der Gemeinde Frankenmut, wirklich ein de—
magogiſcher Theolog und Prediger geweſen
iſt, aber nicht nach dem gehäſſigen Portrait,
welches Herr Prof. Winkler in Nr. 2, Jahrg.
3 des „kirchl. Informatoriums“ aufge—
hängt hat.

Zur Erläuterung des Beweiſes möge erſt fol⸗

gendes dienen: Die ganze Menſchheit
iſt im Grunde genommen eine Streiter—
ſchaar und in ſtetem Kampfe begriffen, aber in
Bezug auf das zu Bekämpfende herrſcht eine
Grundverſchiedenheit unter ihnen und dieſer
Unterſchied theilt die Streitenden in zwei
Claſſen. Der eine Theil —und dies iſt lei⸗
der der größere — ſind die Kinder des Unglau—
bens, die den Teufel zum Hauptmann haben;
denn der hat, wie die heil. Schrift ſagt, ſein
Werk in den Kindern des Unglaubens. Woge⸗
gen dieſe kämpfen, ſagt der Herr Chriſtus in die—
ſen Worten: „Wer nicht mit mir iſt, der iſt wi⸗
der mich.“ Alſo wider Chriſtum und ſeine ſie
ſtrafende Wahrheit ſtreiten ſie. Das ſind nun
freilich böſe Streiter und als ſolche gebrau—
chen ſie auch böſe Waffen. Der andere Theil
ſind die wahren Gläubigen, die Kinder Gottes,

die vom Siege Chriſti aus und in ſeiner Sie—
geskraft ſtrriten, nicht wider ſondern für Chri—
ſtum, und hinſichtlich ihrer Waffen bekennen:

„Die Waffen unſerer Ritterſchaft uſind nicht
fleiſchlich, ſondern mächtig vor Gott, zu verſtören
die Befeſtigungen; damit wir verſtören die An⸗
ſchläge und alle Höhe,di: ſich erhebet wider das
Erkenntniß Gottes, und nehmen gefangen alle
Vernunft unter den Gehorſam Chriſti.“ Die—
ſem Theile gilt jedem inſonderheit der Zuruf
des Apoſtels: „Leide dich als ein guter Streiter
Jeſu Chriſti.“ Eben ſo giebt es auch zweierlei
Verführer. Ein Theil hält es mit dem
Teufel und ſucht, von ihm getrieben, die auf der
ſchmalen Bahn Wandeluden auf den bre ten
Weg, der im Schwefelpfuhl der hölliſchen Ver—
dammniß endigt, zu locken und zu führen. Das
ſind böſe Verführer. Der andere Theil ſucht,

getrieben vom heiligen Geiſte, mit der Stimme
des göttlichen Wortes die armen gefangenen

Menſchen aus dem Reiche des Teufels zu ent—
führen und ſie einzuführen in Jeſu Neich, da⸗
rinnen wohnt: Gerechtigkeit, Friede und Freude
in dem heiligen Geiſt. Das ſind gute Verfüh⸗
rer; ſolche wie ſie St. Paulies beſchreibet und
unter die er ſich ſelbſt zählet, nämlich: „Als die
Verführer und doch wahrhaftig.“

Wie es nun demnach böſe und gute Streiter,
böſe und gute Verführer giebt, ſo giebt es auch
boͤſe und gute demagogiſche Theo⸗
logen. Beider Eigenſchaften ſind ihrer äu⸗
beren Farbe nach gleich; denn demagogiſch heißt
aufrühreriſch. Aber ihrem innern Weſen Igch
ſind ſie ſo weit von einander verſchieden als der
Himmel von der Erde. Wenn nun ein ſolcher
demagogiſcher Theolog in einer Gemeinde Pre⸗
diger wird, ſa kann es nicht fehlen, er muß, weil
er ein Aufrührer iſt, auch die ihm anbefohlene

—46—

Gemeinde zum Aufrahr ermuntern. Iſt er ein
böſer Aufrührer, ſo wird der Aufruhr, den er
ſtiftet, denſelben böſen Character bekommen.

Iſt er aber ein guter Aufrührer, ſo wird er auch
einen guten Aufruhr erwecken in denen, die er
dazu ermuntert. „Wer aber Aufruhr ſtiftet, der
muß auch Grund dazu haben und anzeigen, wo⸗
zu der Aufruhr nöthig iſt. Als der Goldſchmiedt
Demetrins einſt zu Epheſus in das Horn des
Aufruhrs blies, da war der Apoſtel Paulus der
Gegenſtand des dem Demetrius gleichgeſinnten
aufrühreriſchen Haufens. Paulus hatte näm—
lich dem Demetrius und ſeinen Geſellen durch
die Predigt: „Es ſind nicht Götter, welche von
Händen gemacht ſind“, großen Abbruch in ſeinem
gottloſen Handwerk gethan, wie ein Jeder die—
ſen Handel Apoſtelg. 19 aus führlich leſen kann.

den Aufrührer, ſeien ſie auf kirchlichen oder poli—
tiſchem Gebiete, Grund und Urſach an, weshalb
ſie Aufruhr zu ſtiften geſonnen ſind.

Run, was für ein Aufrührer iſt denn Heir Pro⸗
feſſor Crämer unter uns geweſen und wie
war der Aufruhr beſchaffen, den er in uns Allen
durch ſeine Predigten und Ermahnungen öffent

lich und fonderlich anzurichten, eifrig befliſſen

war? Er war ein Aufrührer, wie der Herr
Chriſtus ſelber einer geweſen iſt, da er ſpricht:

fleiſchlichen, ſeelengefährlichen ð Frieden —zu brin⸗
genr, ſondern das Schwert“, und als ſelche hat

Bitte nichts anderes im Schilde führen, als zu

nach der Auslegung der ſechſten Bitte geſonnen
ſind, uns! zu betrügen und zu verführen in
Mißglauben,
Schande und Laſter. Und nicht t allein hat er
uns dieſe unſere Seelenfeinde recht gezeigt, wer

mit Schwertern aus Stahl und Eiſen, ſondern
mit dem Schwert des Geiſtes, welches iſt das
Wort Gottes und mit dem Glauben, von dem
geſchrieben ſteht: der Glaube iſt der Sieg, der
die Welt überwunden hat.“ Daß nun Herr
Prof. Cräm er in ſolcher Weiſe uns von Natur

tert hat, weiß ich nicht allein aus meinem Ge:
dächtniß, ſondern kann dieß auch ſchwarz auf
weis geben, indem ich viele ſeiner Predigten.

Hauptſache nach, aufgezeichnet habe. Der chriſt.
liche Leſer möge nun hiernach ſelbſt urtheilen, zu

Prof. Crämer zu rechnen ſel, ob zu denen, die

gen ihn bewegen laſſen, möge er einſt ſeſbſt.⸗
wenn er's kann, vor Gott verantworten. —Übri⸗

So zeigen auch die noch heut zu Tage exiſtiren

len und reichlichen Gaben,
zum R

gleich danken wir auch für die herrlichen Troſt⸗
„Ich bin nicht gekommen Frieden — nämlich

er auch treulich unter der Fahne des Aufruhrs
gerufen, nicht in's Blaue hinein,“ ſondern mit
Hinweiſung auf unſere grauſamen Seclenfeind e,
Teufel, Welt und Fleiſch, die als ein recht ver⸗„
Landrae Chor, nach der Auslegung der dritten,

aufrichtige Theilnahme unſerer Brüder, und
beſonders wohl.
verhindern, daß Gottes Name von uns geheiligt
werde und ſein Reich nicht zu uns komme und

Verzweifeln und andere große

ſie ſind, ſondern er hat uns auch treulich gelehrt, ö
in welcher Ordnung und mit welchen Waffen“
wir gegen ſie zu kämpfen hätten, nämlich nicht
mit einer Keule aus einem Holzblock, auch nicht
eine ſolche Liebe gerührt.

le“ und ein „Dank den Brüdern“ freudig dar.

träge und faule Menſchen zum Aufruhr ermun⸗

Liebe gebracht hat, mit zeitlichen und ewigeit
wenn auch nicht Wort für Wort, ſo doch der Seguͤungen in Chriſto erſtatten. Muthig ſi ſind
dem in der Eile ein Haus von rohen Holzſtäm⸗
welcher Art von demagogiſchen Predigern Herr

in hochmüthiger Silbſterhebung und ſeeſaliche
Vermeſſenhelt vie Leute aufrühren, wider Chrt⸗

die ermuntern und ermahnen, zu kämpfen den
guten Kampf des Glaubens wider die Feinde,
gegen die Chriſtus, der allmächtige Gott, einſt,
ſelbſt ſo tapfer kämpfte und ſie alleſammt aier⸗
reich für uus überwunden — ö

Daß ferner Herr Prof. Winkler ungerech⸗
ter Weiſe in die Welt hinein .—½ wir, denen
er auf ihrer Durchreiſe durch Detroit viel Gu⸗
tes erwieſen, hätten uns unter Paſtor Crä⸗
mers Leitung und Seelſorge zum Undank ge

gens iſt nach Gottes Wort eines Chriſten Art,
daß er die lin“ e Hand nicht wiſſen läßt, was di,
rechte thut. ö

H. Pinkepank,

— 1
I (Eingeſandt.)
Dankſagung. ——

Der Unterzeichnete ſpricht hiermit im Namen
ſeiner Gemeinde den innigſten und herzlichſten;
Dank gegen die milden Geber aus, für die viek
welche dieſelben
Biederaufbau unſtrer durch Frevlers Hand
niedergebrannten Kirche beigetragen haben. Zu⸗

und Ermunterungs-⸗Briefe, welche uns in jener
ſchweren Zeit von verſchierenen Seiten her zu⸗
geſchickt wurden. Wir ſind durch dieſelben nicht
nur zermuthigt. ſondern auch reichlechngetröſtet
und erquickt worden. Wir ſahen daraus dit

gerade dieſes that uns in jener Zeit der Noth“
Wir waren in großer Verle⸗
genheit. Es ſchien hier mit der lutheriſchen!
Kirche aus zu ſein. Schon jubelten unſere
Feinde: „Nun ſollen ſie wohl das Kirchenbauen
unterwegs laſſen müſſeu“ Aber zſirhe, Gott⸗
erweckte Herzen und Hände der Brüder, dit uns
ſo reichlich mitgetheilt haben, daß wir jetzt eine
ſchönere Kirche bauen können, als wir vorher
hatten und auch ſchwerlich würden je bekommen
haben Als wir die erſte Liebesgabe von 8225.+
erhielten, waren wir ſchoͤn ganz erſtaunt über
einen ſo reichen Beitrag. Manche konnten es
kaum glauben und wurden bis zu Thränen über 4
Alle Herzen aber
brachten wohl ein: „Lobe den Herrn meine See—

Was ſollen wir aber erſt ſagen, nachdem nach

und nach die Summe der Liebesgaben gar auf 4
747 Dollar geſtirgen iſt? Womit ſollen
wir eine ſolche unverdiente Liebe unſerer Brüder
vergelten? Der Gott aller Gnade wolle alle
Opfer der Barmherzigkeit, welche uns chriſtliche

wir nun wieder an das Werk gegangen. Nach⸗

men zu einſtweiliger Benutzung für Schule und ö
Kirche errichtet worden war, ſo war das erſte Be⸗ ö

dürfniß, dem aus dem früheren Pfarrhauſe per⸗
iagten⸗Prediger eine Wohnung zu bäuen. Dle⸗

ſtum und ſeim Wort zu hanveln, oder zu denen,

ſe iſt vollenret. Es ſind auch bereits Vorberei⸗

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