Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 6 › Seite 35
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-11-10, Seite 35
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Tanz 9
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(Offenb. Job. Cap. 14, v. 6.)
ö „Gottes Wort und Juthers Lehr“ vergehet nun und nimmermehr.“
—
Herausgegeben von der Deutſehen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten
Nedigirt von C. F. W. Walther.
Jahrg. 10.
St. Louis, Mo., den 25. Oetober 1853.
Bedingungen: Der Lutheraner erſcheint alle zwei Wochen einmat⸗ ür den jährlichen
Subſcriptienspreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchreiber, welche enſelben volanemn e⸗
zahleu und das Poſtgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkauft.
aber.
Nur die Briefe, welche Mittheilungen für
welche Geſchäfrliches, Beſtellungen.
Mr. F. W. Barthel, care o1 C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu ſenden.
das Blatt enthalten, ſind an den Redaktenr, alle andere
Abbeſtellungen, Gelder 2c. enthalten, unter der Adreſſ
—
Jeſuitismus.
Nicht nur werden jetzt die Umtriebe der Jeſui⸗
ten ſelbſt, inſonderheit in Amerika, immer frecher,
ſondern alle hieſigen Zeitungsblätter der römi⸗
ſchen Kirche ſtehen auch in ihrem Dienſt. Im—
mer unverſchämter werden ſie darin gefeiert und
als immer ebenſo unſchuldige und fromme, wie
allenthalben Segen verbreitende Leute dargeſtellt.
Ein jeder, welcher in die Geſchichte der Kirchen
und Staaten nur einen Blick gethan hat, weiß,
daß ſie mit ihren ſchändlichen und unmoraliſchen
Grundſätzen und gottloſen Ränken und Kniffen
bisher überall nur Jammer und Herzleid, Zer—
rüttung in Kirche und Staat, Verrätherei, Auf⸗
ruhr, heimlichen Mord und öffentliches Blut⸗
vergießen geſtiftet haben, ſo daß ihre Bosheit in
aller Welt ſprüchwörtlich geworden iſt und je—
dermann unter Jeſuitismus die abgefeimteſte
Bosheit und unter einem Jeſuiten einen zum
Meiſter gewordenen niederträchtigen Heuchler
verſteht. Jedermann weiß, daß es einmal eine
Zeit gegeben hat, in welcher die Jeſuiten keck
und immer kecker geworden, es endlich ſo grob
machten, daß ſelbſt faſt die ganze römiſche
Chriſtenheit über ihr verſchmitztes, in alle Ver⸗
hältniſſe eindringendes und Verderben ſäendes
Spiel ſo lange Zeter ſchrie, vis endlich der
Papſt ſelbſt den Orden der Jeſuiten als ei⸗
nen immer verderblicher werdenden, aufhob, ſo
jauer es ihm, dem Antichriſt, auch ankam, ſeine
geliebten treuen Helfershelfer wenigſtens äußer⸗
lich preis zu geben.
Je mehr man nun, beſonders von Seiten der
hieſigen „katholiſchen“ Zeitungsſchreiber, z. B.
der Herausgeber der New⸗Yorker Kirchenzeitung,
des Cincinnatier ſ. g. Wahrheitsfreundes, des
St. Louiſer Herolds des Glaubens ꝛc. darauf
ausgeht, die Gräuel der Jeſuiten in der Vor⸗
zeit in Vergeſſenheit zu bringen und die bluttrie⸗
fende Geſchichte ihres Wirkens in allen Theilen
der Erde aus dem Buche der Vorzeit auszulö⸗
ſchen, die Welt wieder einzulullen und in die
neu aufgeſpannten Netze der Jeſuiten, als der
endlichen Retter in dieſer Nothzeit, aufs neue
hineinzulocken: deſto nöthiger iſt es, immer wie⸗
der die getünchten Gruftdeckel des Jeſuitismus
aufzuheben und der Welt zu zeigen, wie das
Grab deſſelben „voller Todtenbeine und alles
Unflaths“ iſt.
Für diesmal nur ein Beiſpiel wieder.
Unter den vielen blutigen Kriegen, die zum
guten Theil durch Anhetzungen der Jeſuiten
entweder angezettelt, oder doch verlängert wor⸗
den ſind, iſt eins der ſchrecklichſten Beiſpiele der
vom Jahre 1618 bis 1648 fortgeführte dreißig⸗
jährige Krieg, der das blühende proteſtantiſche
Deutſchland nach und nach faſt in eine Wüſte
verwandelt hat.
Wie thätig hierbei die Jeſuiten geweſen ſind,
bezeugt unter tauſend anderen noch vorhandenen
Documenten ein Brief eines Jeſuiten, den der⸗
*—
lig gebracht.
ſelbe am 8. April im Jahre 1628 von Prag
aus an einen vornehmen Herrn geſchrieben und
den der berühmte Alterthumsforſcher V. E. Lö⸗
ſcher in ſeiner Urkundenſammlung vom Jahre
1712 aus der Originalſchrift, die in ſeine Hände
gekommen war, mitgetheilt hat. Der Brief iſt
ziemlich lang und voll blutiger teufliſch ſchlauer
Rathſchläge, wie das proteſtantiſche Deutſchland
entweder zur römiſchen Kirche zurückzuführen
oder zu vernichten ſei. Wir wollen nur Einiges
mittheilen. Darin heißt es:
„Zu ſchuldiger Continuation“ (Fortſetzung)
„unſerer vertrauten chriſtlichen Correſpondenz
kann ich Denenſelben nicht verhalten, daß ich es
mit Gottes Hülfe, auf Befehl und Infor⸗
mation unſeres ſeligen Ordens⸗
Herrn⸗Generals zu Ro m, bei dem aller⸗
chriſtlichſten, eifrigſt catholiſchen und glückhaf⸗
tigſten römiſchen Kaiſer und ſeinen geheimſten
Räthen ſo weit befördert, daß Ihre Kaiſerliche
Majeſtät der Päpſtlichen Heiligkeit, in meiner,
des Herrn Herzogen von Friedland und zweier
geiſtlichen Herren Gegenwart von neuem einen
leiblichen Eid geſchworen: ehe Ihren Kopf nicht
ruhen zu laſſen, bis Sie alle ketzeriſche Königreiche
und Lande hinwieder zu der uralten und allein
ſeligmachenden römiſchen Kirchen und zu der
Päpſtlichen Heiligkeit abſoluten Gehorſam völ⸗
Wofür Gott dem HErrn benann⸗
en Tages durch ein beſonders von der Päpſtli⸗
chen Heiligkeit verordnetes hochfeierliches Feſt in
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