# Der Lutheraner_St. Louis Missouri_1853 11 10_S48 # Machine transcription, uncorrected — CHI Digital Archive (demonstration) Beweis, daß Herr Profeſſor Crämer in der Gemeinde Frankenmut, wirklich ein de— magogiſcher Theolog und Prediger geweſen iſt, aber nicht nach dem gehäſſigen Portrait, welches Herr Prof. Winkler in Nr. 2, Jahrg. 3 des „kirchl. Informatoriums“ aufge— hängt hat. Zur Erläuterung des Beweiſes möge erſt fol⸗ gendes dienen: Die ganze Menſchheit iſt im Grunde genommen eine Streiter— ſchaar und in ſtetem Kampfe begriffen, aber in Bezug auf das zu Bekämpfende herrſcht eine Grundverſchiedenheit unter ihnen und dieſer Unterſchied theilt die Streitenden in zwei Claſſen. Der eine Theil —und dies iſt lei⸗ der der größere — ſind die Kinder des Unglau— bens, die den Teufel zum Hauptmann haben; denn der hat, wie die heil. Schrift ſagt, ſein Werk in den Kindern des Unglaubens. Woge⸗ gen dieſe kämpfen, ſagt der Herr Chriſtus in die— ſen Worten: „Wer nicht mit mir iſt, der iſt wi⸗ der mich.“ Alſo wider Chriſtum und ſeine ſie ſtrafende Wahrheit ſtreiten ſie. Das ſind nun freilich böſe Streiter und als ſolche gebrau— chen ſie auch böſe Waffen. Der andere Theil ſind die wahren Gläubigen, die Kinder Gottes, die vom Siege Chriſti aus und in ſeiner Sie— geskraft ſtrriten, nicht wider ſondern für Chri— ſtum, und hinſichtlich ihrer Waffen bekennen: „Die Waffen unſerer Ritterſchaft uſind nicht fleiſchlich, ſondern mächtig vor Gott, zu verſtören die Befeſtigungen; damit wir verſtören die An⸗ ſchläge und alle Höhe,di: ſich erhebet wider das Erkenntniß Gottes, und nehmen gefangen alle Vernunft unter den Gehorſam Chriſti.“ Die— ſem Theile gilt jedem inſonderheit der Zuruf des Apoſtels: „Leide dich als ein guter Streiter Jeſu Chriſti.“ Eben ſo giebt es auch zweierlei Verführer. Ein Theil hält es mit dem Teufel und ſucht, von ihm getrieben, die auf der ſchmalen Bahn Wandeluden auf den bre ten Weg, der im Schwefelpfuhl der hölliſchen Ver— dammniß endigt, zu locken und zu führen. Das ſind böſe Verführer. Der andere Theil ſucht, getrieben vom heiligen Geiſte, mit der Stimme des göttlichen Wortes die armen gefangenen Menſchen aus dem Reiche des Teufels zu ent— führen und ſie einzuführen in Jeſu Neich, da⸗ rinnen wohnt: Gerechtigkeit, Friede und Freude in dem heiligen Geiſt. Das ſind gute Verfüh⸗ rer; ſolche wie ſie St. Paulies beſchreibet und unter die er ſich ſelbſt zählet, nämlich: „Als die Verführer und doch wahrhaftig.“ Wie es nun demnach böſe und gute Streiter, böſe und gute Verführer giebt, ſo giebt es auch boͤſe und gute demagogiſche Theo⸗ logen. Beider Eigenſchaften ſind ihrer äu⸗ beren Farbe nach gleich; denn demagogiſch heißt aufrühreriſch. Aber ihrem innern Weſen Igch ſind ſie ſo weit von einander verſchieden als der Himmel von der Erde. Wenn nun ein ſolcher demagogiſcher Theolog in einer Gemeinde Pre⸗ diger wird, ſa kann es nicht fehlen, er muß, weil er ein Aufrührer iſt, auch die ihm anbefohlene —46— Gemeinde zum Aufrahr ermuntern. Iſt er ein böſer Aufrührer, ſo wird der Aufruhr, den er ſtiftet, denſelben böſen Character bekommen. Iſt er aber ein guter Aufrührer, ſo wird er auch einen guten Aufruhr erwecken in denen, die er dazu ermuntert. „Wer aber Aufruhr ſtiftet, der muß auch Grund dazu haben und anzeigen, wo⸗ zu der Aufruhr nöthig iſt. Als der Goldſchmiedt Demetrins einſt zu Epheſus in das Horn des Aufruhrs blies, da war der Apoſtel Paulus der Gegenſtand des dem Demetrius gleichgeſinnten aufrühreriſchen Haufens. Paulus hatte näm— lich dem Demetrius und ſeinen Geſellen durch die Predigt: „Es ſind nicht Götter, welche von Händen gemacht ſind“, großen Abbruch in ſeinem gottloſen Handwerk gethan, wie ein Jeder die— ſen Handel Apoſtelg. 19 aus führlich leſen kann. den Aufrührer, ſeien ſie auf kirchlichen oder poli— tiſchem Gebiete, Grund und Urſach an, weshalb ſie Aufruhr zu ſtiften geſonnen ſind. Run, was für ein Aufrührer iſt denn Heir Pro⸗ feſſor Crämer unter uns geweſen und wie war der Aufruhr beſchaffen, den er in uns Allen durch ſeine Predigten und Ermahnungen öffent lich und fonderlich anzurichten, eifrig befliſſen war? Er war ein Aufrührer, wie der Herr Chriſtus ſelber einer geweſen iſt, da er ſpricht: fleiſchlichen, ſeelengefährlichen ð Frieden —zu brin⸗ genr, ſondern das Schwert“, und als ſelche hat Bitte nichts anderes im Schilde führen, als zu nach der Auslegung der ſechſten Bitte geſonnen ſind, uns! zu betrügen und zu verführen in Mißglauben, Schande und Laſter. Und nicht t allein hat er uns dieſe unſere Seelenfeinde recht gezeigt, wer mit Schwertern aus Stahl und Eiſen, ſondern mit dem Schwert des Geiſtes, welches iſt das Wort Gottes und mit dem Glauben, von dem geſchrieben ſteht: der Glaube iſt der Sieg, der die Welt überwunden hat.“ Daß nun Herr Prof. Cräm er in ſolcher Weiſe uns von Natur tert hat, weiß ich nicht allein aus meinem Ge: dächtniß, ſondern kann dieß auch ſchwarz auf weis geben, indem ich viele ſeiner Predigten. Hauptſache nach, aufgezeichnet habe. Der chriſt. liche Leſer möge nun hiernach ſelbſt urtheilen, zu Prof. Crämer zu rechnen ſel, ob zu denen, die gen ihn bewegen laſſen, möge er einſt ſeſbſt.⸗ wenn er's kann, vor Gott verantworten. —Übri⸗ So zeigen auch die noch heut zu Tage exiſtiren len und reichlichen Gaben, zum R gleich danken wir auch für die herrlichen Troſt⸗ „Ich bin nicht gekommen Frieden — nämlich er auch treulich unter der Fahne des Aufruhrs gerufen, nicht in's Blaue hinein,“ ſondern mit Hinweiſung auf unſere grauſamen Seclenfeind e, Teufel, Welt und Fleiſch, die als ein recht ver⸗„ Landrae Chor, nach der Auslegung der dritten, aufrichtige Theilnahme unſerer Brüder, und beſonders wohl. verhindern, daß Gottes Name von uns geheiligt werde und ſein Reich nicht zu uns komme und Verzweifeln und andere große ſie ſind, ſondern er hat uns auch treulich gelehrt, ö in welcher Ordnung und mit welchen Waffen“ wir gegen ſie zu kämpfen hätten, nämlich nicht mit einer Keule aus einem Holzblock, auch nicht eine ſolche Liebe gerührt. le“ und ein „Dank den Brüdern“ freudig dar. träge und faule Menſchen zum Aufruhr ermun⸗ Liebe gebracht hat, mit zeitlichen und ewigeit wenn auch nicht Wort für Wort, ſo doch der Seguͤungen in Chriſto erſtatten. Muthig ſi ſind dem in der Eile ein Haus von rohen Holzſtäm⸗ welcher Art von demagogiſchen Predigern Herr in hochmüthiger Silbſterhebung und ſeeſaliche Vermeſſenhelt vie Leute aufrühren, wider Chrt⸗ die ermuntern und ermahnen, zu kämpfen den guten Kampf des Glaubens wider die Feinde, gegen die Chriſtus, der allmächtige Gott, einſt, ſelbſt ſo tapfer kämpfte und ſie alleſammt aier⸗ reich für uus überwunden — ö Daß ferner Herr Prof. Winkler ungerech⸗ ter Weiſe in die Welt hinein .—½ wir, denen er auf ihrer Durchreiſe durch Detroit viel Gu⸗ tes erwieſen, hätten uns unter Paſtor Crä⸗ mers Leitung und Seelſorge zum Undank ge gens iſt nach Gottes Wort eines Chriſten Art, daß er die lin“ e Hand nicht wiſſen läßt, was di, rechte thut. ö H. Pinkepank, — 1 I (Eingeſandt.) Dankſagung. —— Der Unterzeichnete ſpricht hiermit im Namen ſeiner Gemeinde den innigſten und herzlichſten; Dank gegen die milden Geber aus, für die viek welche dieſelben Biederaufbau unſtrer durch Frevlers Hand niedergebrannten Kirche beigetragen haben. Zu⸗ und Ermunterungs-⸗Briefe, welche uns in jener ſchweren Zeit von verſchierenen Seiten her zu⸗ geſchickt wurden. Wir ſind durch dieſelben nicht nur zermuthigt. ſondern auch reichlechngetröſtet und erquickt worden. Wir ſahen daraus dit gerade dieſes that uns in jener Zeit der Noth“ Wir waren in großer Verle⸗ genheit. Es ſchien hier mit der lutheriſchen! Kirche aus zu ſein. Schon jubelten unſere Feinde: „Nun ſollen ſie wohl das Kirchenbauen unterwegs laſſen müſſeu“ Aber zſirhe, Gott⸗ erweckte Herzen und Hände der Brüder, dit uns ſo reichlich mitgetheilt haben, daß wir jetzt eine ſchönere Kirche bauen können, als wir vorher hatten und auch ſchwerlich würden je bekommen haben Als wir die erſte Liebesgabe von 8225.+ erhielten, waren wir ſchoͤn ganz erſtaunt über einen ſo reichen Beitrag. Manche konnten es kaum glauben und wurden bis zu Thränen über 4 Alle Herzen aber brachten wohl ein: „Lobe den Herrn meine See— Was ſollen wir aber erſt ſagen, nachdem nach und nach die Summe der Liebesgaben gar auf 4 747 Dollar geſtirgen iſt? Womit ſollen wir eine ſolche unverdiente Liebe unſerer Brüder vergelten? Der Gott aller Gnade wolle alle Opfer der Barmherzigkeit, welche uns chriſtliche wir nun wieder an das Werk gegangen. Nach⸗ men zu einſtweiliger Benutzung für Schule und ö Kirche errichtet worden war, ſo war das erſte Be⸗ ö dürfniß, dem aus dem früheren Pfarrhauſe per⸗ iagten⸗Prediger eine Wohnung zu bäuen. Dle⸗ ſtum und ſeim Wort zu hanveln, oder zu denen, ſe iſt vollenret. Es ſind auch bereits Vorberei⸗