Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 2 › Seite 11
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-09-15, Seite 11
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Anhang · Tanz 9
ladungsſchreiben an die Stadt Thorn in lateini⸗
ſehen und verſpottet habe.
2⁴ di wünun
— — — —— —.
—— —
(ſenb. Zoh. Cap. 14, v. 6. 70
„Sottes Wort und Luthers Lehr“ —.— nun und nimbittmehten
Herausgegeben von der Deutſchen Ev. Luther.
——
Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten
* Redigirt von C. F. W. Walther.
—
*
Jahrg. 10.
St. Louis, Mo., den 13. September 1853.
No. 2.
2..—.—½.—
Bedingungen:
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aber.
Nur die Be —— welche Mittheilungen für das Blatt enthalten, ſind an den Redakteur, alle anteren
welche Geſchäftliches, Beſtellungen, Abbeſtellungen. Gelder 10. en thalten, unter der Adreſſt
Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu ſenden.
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Das Blutbad von Thorn.
Ein Bild aus der Geſchichtt der Jeſuiten
von
K. F. Ledderhoſe.)
(Jortſetzung.)
Es läßt ſich denken, daß die Jeſuiten, welche
mit dem Lügen ſo vertraut waren, den Verlauf
ber Sache ganz anders ſchilderten. In Poſen
erſchien eine ſolche Schrift, welche theilweiſe die
Umſtände übertrieben darſtellte, theils förmliche
Unwahrheiten einflocht. Die Prieſter erließen
Briefe an den polniſchen Adel, denſelben zur
Rache zu entflammen. Oeffentlich predigten ſie
wi der die Schänder der Heiligen und verſicher⸗
ten, daß die verſtümmelten Bilder geblutet hät⸗
ten. Beim Hofgericht in Warſchau reichten ſie
eine Beſchwerdeſchrift ein. Schon am 29. Juli
erließ König Auguſt II., ein Nachkomme der
ſächſiſchen Kurfürſten, eines Friedrich des Wei⸗
ſen, eines Johannes des Beſtändigen und eines
Zohann Friedrich des Großmüthigen, ein Vor⸗
ſcher Sprache. Er redete ganz aus dem Munde
der Jeſuiten heraus. Da heißt es, daß ein
Diſſident (Nicht⸗Katholik) jene Prozeſſion auf
dem Jakobskirchhofe mit bedecktem Haupte ange⸗
Ein katholiſcher
Gtudent habe aus gottesfürchtigem Eifer ihm
ken Hut abgenommen; ſei aber nach Beendi⸗
gung der Feierlichkeit von einem lutheriſchen
Bürger blutig geſchlagen und der Wache über⸗
liefert worden. Einige katholiſche Studenten
hätten bei dem Burggrafen und dem Präſidenten
ruhige Vorſtellungen, aber ohne Erfolg gemacht.
Auch hätten ſie den Bürger, welcher ſeine Ver—
haftung veranlaßt, gebeten, ſeine Befreiung zu
erwirken, mit dem Bemerken, derſelbe werde ſich
freiwillig wieder ſtellen. Er ſei aber nicht dar—
auf eingegangen, habe fogar noch die Verhaftung.
Er habe darauf
eines der Bittenden veranlaßt.
zwei andere Bittſteller ſchnöde abweiſen laſſen.
Die katholiſchen Studenten hätten dann ohne
Vorwiſſen ihrer Vorgeſetzten in ihrem Aerger
einen lutheriſchen Schüler als Geißel in die
Schule geführt, wo er ganz gut behandelt worden.
Die Obrigkeit habe ſodann den Pöbel aufge⸗
hetzt, der dann in der Schule Alles zertrümmert
ein Kruzifir und zwei Altäre zerſchlagen, die
Bilder der heiligen Jungfrau, des heiligen Fran⸗
ziskus und andrer Heiligen auf die Straßen ge⸗
ſchleppt, beſudelt und verſpottet, ein Feuer vor
dem Hauſe gemacht, nach Sitte der Heiden um⸗
tanzt, Gott und die heilige Jungfrau geläſtert
und unter anderm gerufen: „Vivat Maria,
Mägdlein, hilf dir ſelber und wehre dich!“
Sie hätten dann einige Bilder in das Feuer ge⸗
worfen und verbrannt. Im Kollegium hätten
ſie Alles zerſchlagen, die Heiligenbilder durchſto⸗
chen, zerſchoſſen und mit Füßen getreten und das
Oratorium beſchädigt, das Allerheiligſte ſei nur
unter göttlichem Beiſtande von einigen Jeſuiten
— *• *
ſunter Lebensgefahr gerettet worden. So geht's
fort. Die Vorladung wirft ſowohl dem Präſi⸗
denten Rösner, ſowie dem Vizepräſidenten Zer⸗
necke Unthätigkeit vor. Ja der letztere habe ſo⸗
gar vom Fenſter ſeines Hauſes aus den Solda⸗
ten befohlenauf die Jeſuitenſchüler zu ſchießen.
Die Vorladung ſpricht voreingenommen gerade⸗
zu aus: „Dieſes und dergleichen mehr iſt bis
um Mitternacht auf eine unerhörte, gottloſe,
grauſame und kirchenräuberiſche Weiſe verͤübt
und auf euern Befehl, mit eurer Zulaſſung und
Mitwirkung die Schule und das Kollegium in
eine arabiſche Wüſte verwandelt worden.“
Am. 7. Auguſt 1724 langte der königliche Be⸗
fehl in Thorn an. Der Magiſtrat liah alsbald
eine Erzählung des Geſchehenen nach Warſchau
abgehen. Das königliche Hofgericht übertrug
einer Kommiſſion, die in Thorn zu ſammentreten
ſollte, die Unterſuchung. Sie beſtand aus 22
Mitgliedern, theils Biſchöfen, theils adligen
Herren. Obwohl der Magiſtrat gegen die großr
Anzahl der Mitglieder und die bedeutenden Kor
ſten des Unterhalts Einwendungen erhob, ſo
half es nichts. Schon Ende Auguſt ſtellten
ſich dieſelben ein, in Begleitung von polniſchen
Soldaten und einer zahlreichen Dienerſchaft.
Sie beſuchten vorher ihren Gottesdienſt in der
Johanniskirche, ehe ſie ſich in die Gerichtsſtubt
des alten Rathhauſes begaben.
ſie ſich niedergelaſſen, ſo traten ſchon zwei Bern⸗
hardiner Mönche auf und begehrten die Marien⸗
Kaum hatten
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