Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 2 › Seite 3

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-09-15, Seite 3

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Geſetz 21 · Gnadenwahlslehrſtreit. —— 33 · Predigtamt. — 15 · Ztaatsſchule 4 · Geſang · Tanz 9

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(Offenb. Joh, Cap. 13, v. 6. 7.)

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„Oottes Wort und Luthers Lehr“ vergehtt nun und nimmermehr.“

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Herausgegeben von der Deutſchen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten
Redigirt von C. F. W. Walther.

Jahrg. 10.

St. Louis, Mo.,

den 30. Auguſt 1853.

Bedingungen:

Vorwort des Redakteurs ů
zum zehenten Jahrgang des „Lutheraner.“

Thun wir bei dem Beginn dieſes neuen Jahr⸗
gangs einen Rückblick auf den nun beendigten,
ſo ſind es ſehr gemiſchte Gefühle, die ſich unſe⸗
rer bemächtigen. Vor allem erfüllt, wir müſſen
es geſtehen, hierbei eine tiefe Wehmuth unſer
Herz. Wir ſind genöthigt geweſen, in dem ver⸗
floſſenen Jahre einen ernſten Kampf nicht ſo⸗
wohl mit denen, die außerhalb unſerer Kirche
ſind, aufzunehmen, als vielmehr mit Solchen,
die die evangeliſch⸗lutheriſche Kirche mit uns
ihre Mutter nennen. Keinesweges fühlen wir
nun zwar darüber Reue, weder daß, noch wie
wir dieſen Kampf geführt haben. Wir danken
vielmehr Gott, daß er uns das Auge geöffnet
hat, die in unſerer Kirche jetzt auftauchenden
Irrlehren zu erkennen, und daß er uns durch
ſeinen heiligen Geiſt geſtärkt hat, dagegen ohne
Rückſicht auf Gunſt oder Ungunſt der Menſchen
unſere Stimme zu erheben. Nein, es iſt etwas
anderes, was uns jetzt mit tiefer Wehmuth
auf die nächſte Vergangenheit zurückblicken läßt.
Nicht nur iſt nehmlich unſer Kampf, wie immer
die Kämpfe innerhalb der rechtgläubigen Kirche
den Feinden der Wahrheit eine rechte Weide ih⸗
res feindſeligen ſchadenfrohen Herzens geweſen
ſondern derſelbe iſt wohl auch manchem redli—
chen Gliede unſerer Kirche zu einem Steine des

Ver Lutheraner erſcheint alle zwei Wochen elnmal für den jährlichen
Subſcriptiensrreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſcrerber. welche enſeiten relandube⸗
zahleu unt das Poſtgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkauft.

Anſtoßes geworden; und, was das Bedauer⸗

——

aber,

lichſte iſt, manche hieſige Lutheraner, denen es
noch kein wahrer Ernſt iſt mit der Bewahrung
unſerer Kirchenlehre und mit der ſtrengen Durch⸗
führung der in den Bekenntniſſen niedergelegten
Grundſätze, die daher gar wohl eines vereinten
Zeugniſſes von unſerer und von Seiten unſerer
Gegner wider ihr halbirtes Weſen bedürften,
haben unſeren Kampf benutzt, die Rolle über
den Partheien ſtehender Richter zu übernehmen
und haben ſo, anſtatt vorwärts zu ſchreiten,
vielfach Rückſchritte gethan. Ja, das iſt es⸗
was uns vor allem in dieſer Sache ſchmerzt und
beklemmt. Wir haben jedoch dagegen auch ei⸗
nen Troſt. Unſer Troſt iſt nehmlich, daß uns
Gott allein den Befehl gegeben hat, zu käm⸗
pfen ob dem Glauben, der einmal den Heiligen
vorgegeben iſt, Ind. 3, 4., daß Er uns aber
die Sorge für das Ende unſeres Kampfes
nicht überlaſſen, ſondern dieſe Sorge ſich ſelbſt
vorbehalten hat. Dies tröſtet uns daher auch
darüber, wenn wir ſehen, daß ſelbſt ſonſt uns
Wohlwollende und in der Lehre mit uns Einige
die Gerechtigkeit und Nothwendigleit auch un⸗
ſeres Verfahrens und der Art und Weiſe
unſeres Kampfes nicht einſehen, ſondern die
Schuld des entſtandenen Aergerniſſes zwiſchen
uns und unſeren Geg nern theilen wollen.
Denn wenn nur Gott Seine Ehre und die
Wahrheit das Ihre erhält, was iſt es dann,
wenn wir ſündhaften Diener Beider in dieſem
Dienſte nichts davon tragen, als Mißkennung

de Briefe, welche Mittheilungen für
Rue Gaſchäſtlicher te Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adreſſe

Mr. F. W. Barthel, care of C.

das Blatt enthalten, ſind an den Redakteur, alle anderen

Walther, St. Louis, Mo., anher zu ſenden.

und böſes Gerücht? Luther ſagt: „Man
laſſe dit Geiſter auf einander platzen und tref⸗
fen; werden etliche indeß verführt: wohlan, ſo
geht's nach rechtem Kriegslauf;
wo ein Streit und Schlacht iſt, da müſſen et⸗
liche fallen und verwundet werden; wer aber
redlich ficht, wird gekroͤnet werven.“

Doch es iſt, wie geſagt, nicht allein Weh⸗
muth, der wir uns bei dem Blick auf das letzt⸗
verfloſſene Jahr unſeres Blattes nicht erwehren
können, es iſt zugleich das Gefühl der innigſten
Freude und des demüthigſten Dankes, wovon
wir hierbei bewegt werden.; Unſer „Luthera⸗
ner“ hat ohne Zweifel in dem nun wieder hin⸗
ter uns liegenden Jahre die ſchwerſte Probe be⸗
ſtehen müſſen. Er hat in dieſer Zeit ein Bote
ſein müſſen, der ſeinen Leſern mit wenigen Aus⸗
nahmen faſt immer nur Unerquickliches u. Nie⸗
derſchlagendes bringen konnte; er hat es um
der Ehre Gottes und um der Wahrheit willen
ſelbſt auf die Gefahr hin thun müſſen, daß er
viele ſeiner Freunde verlieren werde. Und, dem
HErrn ſei Dank! der „Lutheraner“ hat ſeine
Probe beſtanden! Nicht nur hat ihm Gott
durch alle Hinderniſſe gnädig hindurchgeholfen,
ſo daß er heute wieder, allen ſeinen ihm Tod
und Verderben wünſchenden Feinden zum Trotz,
freudig ſeine neue Laufbahn beginnt; ſondern
er hat auch gerade im verfloſſenen Jahre wieder
hunderte von neuen Freunden gewonnen. Vor
allem aber müſſen wir Gott dafür demüthigſt

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