Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 20 › Seite 130

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-04-26, Seite 130

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„Bottes Wort und Luthers Lehr' vergehet nun und nimmermehr.““

— ———————+II+ — —— —— —

Serausgegeben von der Deutſchen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten.
Nedigirt voun C. F. W. Walther.

FEEEFFFFFFFFFFF

Jahrg. 8.

No. 20.

St. Louis, Mo., den 24. Mai 1833.

Bedingungen:

ed Ler Lutheraner erſcheint alle zrei Wochen einmal für den jährlichen
Entſeriptiensrreis von Einem Dollar für die auewärtigen Unterſckreiber, welche denſelben voraus zube⸗
itier uad ras Peſtgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkauft.

aber.

Nar die Briefe, welche Mittheilungen für das Blatt enthalten, ſind an den. Redaktenr, alle anteren
welche Geſchäflliches. Beſtelungen. Abbeſtelungen. Gelder ꝛc. euthalten.
Mr. F. W. Barthel, care f C. F. W. Waltner, St. Louis, Mo., anher zu ſenden.

unter der Abrett

Auszügliche tabellariſche Überſicht

einiger offeubarer Irrthümer Paſtor Grabau's, mit den eigenen Worten deſſelben vorgelegt und mit
der falſchen römiſehen, ſowie mit der reinen lutheriſchen Lehre verglichen.

Lebreu Paſtor Grabau's.
IV.
Von der Ordination.

27. „Die Ordination iſt kein Adiapho-
ron (Mittelding), indem ſie ein weſentli⸗—
ches Stück des rite vocatum esse „(des ord⸗
entlichen Berufs),„ iſt.“ (Antikritik. S. Hir—
tenbrief ꝛe. S. 41.9

28. „Die Ordination ſelbſt iſt kein Adiaphoron und un⸗
weſentlich Ding. Sie gebört zu der gebotenen gölt⸗
lichen Ordnung nund het görtlichen urd aroſeoli⸗
ſchen Befehl.“ (Derſlb.) „Sie können richt begrei en,
warum ich behaupte, daz Cbriſtus der HErr rie chriſtliche
Ordination angefangen, die Apoſtel aber auekrüclich gebo⸗
len haben. — Habeu Sie nicht àleſen Jol. 2). u. Matth.
B. Hat da der HCrr Seinen erwätlten Apobeln das Amt
nicht keſohlen und auigebunden? War nicht dieſe erſie Or⸗
Lination u. Befehl zugleich vie Einſetzung des Amts für alle
Zeiten u. Länrer? .. Ja er hat ſogar u's (nicht zum Ge⸗
lett, ſordern) zum Eremeel, bei ſolchem Befebl zum Amte
ſit jegnend, ihnen die Hände au'gelegt Luc. 21.5) Vocirt
batte er ſie ſchon vocatione immediate, ſeitdem er von Jo⸗
hanne getanft war. . Aber Ler nachmalige Befehl: Gehet
kin ꝛc., war die unumſchrän'te Bevollmächtigung zu allen
kirchlichen Aemtern u. Handlunpen, gleichwie jekt vie chriſ.⸗
liye Ordination uoch iſt.“ (Derſib. 59.)

* Doß der Sarr hier den Apoſlein die Hände aufee.eg
labe, wird mit Unwaurrheit vorregeben. Er lob nur die
Hände ſegnenr in die Höne. — Hier überkietet Pa. Grabau
ſelbſt rie Römiſchen, welche ſo elriich ſind, zuzugeken: „es
ſeue nlcht geſchrieben, daß die Aßoßtel von Ebriſto durch
banreuflegung ordinirt worden ſeien.“ (Se ſchreit

Lehre der römiſchen Kirche.

Von der Ordination.

27. So ſchreibt das Trident. Coneil: „Wenn
jemand ſagt, der Ordo oder die heilige Ordination . ſei
irgend ein menſchliches Mach werk, ausgedacht von
in kirchlichen Dingen unerfahrenen Männern, oder ſie ſei
nur ein gewiſſer Ritus, um die Diener des
götilichen Wortes und der Sakramente zu
erwählen: der ſei verflucht!“ (23. Sitzg. 4. Cap.
3. Can.)

28. So ſchreibt der Jeſuit Cornelius a
Lapide: „Chriſtus hat die Apoſtel zu Bi—
ſchöfen ordinirt, dieſe wieder andere und ſo fort,
alſo iſt auch Paulus von ihnen ordinirt wor⸗
den, denn dieſes fordert der von Chriſto einge—
ſetzte geiſtliche Stand, daß, da er ſelbſt den Pe⸗
trus und die Apoſtel ordinirt hat, die übrigen
alle von ihnen oder von ihren Nachfolgern ordi⸗
nirt werden.“ (Cbristeis p. 507.)

Lehre der lutheriſchen Kirche.
welche Paſtor Grabau die miſſou⸗
riſche nennt.
IV.
Von der Oedination.

2). „Das Predigtamt hal zwar gewiſen Verehl u.
Ein ſetzung Job. 20., von ver Ordination aber zun
Amt lieſtman ſoetwas nicht, ſle iſ daher immer
in der orthodoren (rechtgläubigen) Kirche unter die
Avlaphora (Mittelbinge) gerechnet worden.“ (Bai⸗
duin in ſei er Auslegung der Brieſe St. Pauli, zu 1.
Tim. 4. S. 1336.)

28. „Außerdem daß die Or dination,
wenn man ſie von der Vocation unterſcheidet,
ein Adiaphoron iſt (jedoch ein ſolches, wei⸗
ches, obgleich es keinen Befehl hat, doch nicht
der Beiſpiele ermangelt), ſo iſt jener Gebrauch
ver Ordination, wie er von Bellarmin be⸗
ſchrieben wird, nicht einmal apoſtoliſch.“ (Kro⸗
mayer Theol. posit. p. 1023.) „Obgleich
wir freiwillig zugeſtehen, daß die Ordination
nicht durchaus und ſchlechterdings nothwendig
ei, noch auf göttliches Gebot ſich
ſtütze oder göttlichen Rechtens ſet,
ſondern kirchlichen, ja daß ſie ein indir⸗
ferenter Gebrauch ſei; und obgleich wir auch
nicht glauben, daß durch dieſelbe ex opere ρE
rato die zum Amte nöthigen Gaben mittheile⸗
ſo halten wir doch dafür, daß dieſe kirchlich⸗
Orrnung um wichtiger Urſachen willen feſtere

ſeh: rerden .. wenn auch derſelben im Patn⸗

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