Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 21 › Seite 176
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-06-10, Seite 176
⤓ Download page image (full resolution)
German transcription machine transcription, uncorrected
B2112111:
nn-
aruer Die uttliche Ferne. .
Fir Monche iſt. Chriſus ar Ieberen, ge⸗
kerden und auferſtanden, aber noch nicht gen
Himmel gefabren. Sie ſind, den gauzen Tag
andächtig geſtimmt, weinen bei ihren Gebeten,
ſeufzen bei ihren. Betrachtungen. Alles iſt ib⸗
nen feierlich und ein fortwährendes Hallelujn
bören ſie in ihren Herzen erklingen. Dieſer
Milch müſſen ſie entwöhnt werden, ſie müſſen
unwillig und ſprach: Aſch,
Himmel zerriſſeſt und führ eh herab,
und Dayid war von der Bitte ſelbſt in den Ton⸗
des Befehls übergegangen, wenn er ausrief:
Stürze deine
feſte Speiſe genießen lernen, und 4riſt ihnen
gut, daß Chriſtus hingeht. Doch wann werden
ſie dieß verſtehen? Miber Verlaſſenheit, über
Entzichung der Gnade Alagen ſie. Allein ſie
mögen nur eine Weile warten, mögen in der
Stadt harren, bis ſie angethan werden mit der
Kraft aus der Höhen gleichwie die Apoſtel mit
Pfingſten zu einer erhabenen Stufe der Liebe
emporſtiegen, wo ſie nicht mehr. nach Thränen
ſuchten, ſondern ihre Luſt daran. fanden, über
das Boͤſe zu triumphiren und den, Hatan unter
dle Füße zu treten. —.
58 * Betnbard.
Gaft
Oſt läßt Chriſtus, die die Sonne der Gerechtig⸗
keit, im Anfange ihrer Bekehrung den Menſchen
alle ſeine Güte Empfinden: Dann wenden ſie
ſich ganz von der Welt ab, wollen nur ihm le⸗
ben. Aber ſie ſind noch ſchwach, wie junge
Pflanzen des Mais. Darum ſchaden ihnen in
dieſer Zeit der Reif und der Nebel. Reif fällt
über ſie, wenn ſie etwas ſein und ſcheinen
wollen, wenn ſie ſich der göttlichen Tröſtung
für werth halten und ſolches Glück verdient zu
baben meinen; Nebel aber umzieht ſie, wenn ſie
in dem ſüßen Gefühle beſtändig bleiben und
ruben wollen. Dadurch nämlich wird das Licht
der Vernunft verfinſtert, die Kräfte, welche offen
ſein und Blüthen und Früchte tragen ſollen,
—
ſchließen ſich und, die Erkenntniß der Wahrheit
wird vuhiuderi —
R uysbro e k.
Vom Kreuz und Leiden.
Thäte Leiden nicht web, ſo hieße es nicht
Leiden. Es iſt nichts Peinlicheres als Leiden
und nichts Fröhlicheres, als gelitten haben.
Leiden iſt ein kurzes Leid und eine lange Liebe.
Hätteſt du alle Kunſt der Sternenſeher, könnteſt
du ſo hoch von ihr ſprechen, als aller Menſchen
und Engel Zungen, es würde dich nicht ſo viel
zu einem guten Leben fördern, als wenn du dich
in deinem Leiden Gott kannſt geben und laſſen.
Sieche, die edle Seele grünt von Leiden, als die
ſchöne Roſe von dem Morgenthau.
eine Liebesruthe, ein väterlicher Schlag den
Auserwählten. Geduld im Leiden iſt ein le⸗
bendiges Opfer, iſt größer, denn Topte erwecken
oder andere Zeichen thun. Leiden kleidet die
Seele mit roſigem Kleide, ſchmückt ſie mit einem
grünen Palmenſcepter; in Ewigkeit ſingt ſie mit
ſüßer Stimme und freiem Muthe ein neues
Lied, das aller Engel Schaar nicht ſingen kann,
weil ſie das Leiden un empfunden haben. —
Su ſo.
Leiden iſt⸗
—176—
4 de deneftenme
11 2e 11 1
Oftmats verhleßen die Propheten die Ankunft
des Herrn; viele Herolde gingen ihm voraus,
aber ſie waren immer nur reich an Verſprechun⸗
gen. Der: Eine ſagte: Harre des Herrn,
ſei getroſt und unverzag t.rund
harre des Herrn!
verzieht, ſo harre ſeiner,der. wird
gewißlich kommen! Ieſaias ward faſt
daß udiu den
2 .„—
4½⁷
Himmel Aud⸗fahre
herab!“ So hatte der Propheten ganzer Chor
längern Wartens gleichſam überdrüßig, bald
bittend, Tbald klagend, bald gebietend ſeine
Wüuſche kund gegeben. Endlich kam der Er⸗
[ſehnte und ſchloß ihren Mund. Jetzt ſoll die
Stimme der Kirche ſich erheben, ſie ſoll laut.
rufen: Gott und Menſch iſt in Jeſu Chriſto
erſchienen.“
Hildebert, sermo II. in Epiphan. Dom.
Wer ſich vollkommen verleugnet, der iſt alſo
in Gott aufgenommen, daß, was ihn auch be—
treffen mag, zuerſt Gott berühren muß, da er in
Gott iſt und Gott in ihm. Wie der Trank nicht
eher den Gaumen erreichen kann, als bis er über
die Zunge. gefloſſen iſt, und wie er nach dem
ſchmecken lernt, was er der Zunge ſaftet, ſo be⸗
kommt für denjenigen, der ſich Gott hingiebt. D
Alles, was ſich ihm ereignen mag, einen würzi⸗
gen Geſchmack, und wird ganz göttlich. Trifft
ihn auch noch ſo großes Leid; er trägt es leicht,
da er es als aus des Herrn, nicht aus deſſen.
Hand, der es ihm verurſacht hat, annimmt;
und durch den Herrn kann ja Nichts Bitteres
gehen! —
Ruysbroek.
—
Auferſtehung des Fleiſches.
Urbanus Regius, der alte auftichige
Freund Luthers, hatte in ſeinem Hauſe einge⸗
führt, ſo oft ſeine Kinder das Credo (Das apo⸗
ſtoliſche Symbolum)iherſagten und wenn ſie auf
die Worte des dritten Artikels „Auferſtehung des
Fleiſches“ kamen, daß ſie mit Fingern auf ihre
Bruſt weiſen mußten. Damit wollte er ihnen
den wichtigen und tröſtlichen Artikel, daß einſt
derſelbe Leib, den wir jetzt tragen, nur ver—
klärt, auferſtehen werde, ſcon frühzeitig ein⸗
prägen.
Geſtändniß eines Atheiſten.
Der materialiſtiſche Atheiſt de la Mettrie legt
unter andern folgendes Geſtändniß ab: „Ich
geſtehe es, daß meine ganze Philoſophie mir
nichts hilft, daß ich nicht den Tod als die trau⸗
rigſte Nothwendigkeit der Natur derachten ſollte:
und ich wollte, daß ich dieſe Vorſtellung, die
mich ſo niederſchlägt, auf ewig verbannen könnte.
Denn ich höre gleichſam ſchon auf zu ſein, ſo oft
ich daran gedenke, daß ich einmal nicht ſein wer⸗
de“(Abregee des Syst. 48.) —
Ein Anderer:»Ober
räche, ſondern damit man der Lüge nicht einen
urtheil inee Heiden über denz3
Atheismns.
22
—
11aeſchreibt der Heide Cicero: „Wer uch ö
erkennt, daß die Seele und der Verſtand des
Menſchen, ſeine Vernunft, Ueberlegung und
Klugheit durch eine aͤbſichtliche göttliche Thä⸗
tigkeit bereitet worden ſei, dem ſcheint mir's
con an dieſen 2den wuoſt zu mangeln.“
(Lib. I. de N.D. 2•½⁷ ½
** — — 2
.—.——.—— — —
Auf Verleumdungen ſolk man nicht ſchweigen,
nicht, damit man ſich durch ſein Widerſprechen
ungehinderten Fortgang geſtatte und diejenigen,
welche dadurch verführt worden ſind, nicht in —
dem Schaden ſtehen laſſe, den ſie dadurch leiven.
.3⁷ 2 Basilius. M. (Ep. 31.)
—4
i T*
Vücher und Pamphlets
zu haben in der Erpedition des Lutheraners
um die beigeſetzten Preiſt.
—
Martin Luthers kl. Catechismus,
Abdruck
Das Dutzend 3 1. Hunvert Stück 8 7. f½
Die Verfaſſung der deurſchen evang —2
lurh. Synode von Migouri, Orio u. a. St.
nebſt einer Einitztung und cr.äuternden Bemert: ö.
Das Dußend 50; 25 Stück 8 1.
Erſter Synodaäalbeericht der deutſchen evang.
luth. Synode von Miiouri, Chio u. a. St.
vom Jare 1817. 10.
Zweiter, Dritter und Vierter Synotal⸗ ‚
bericht derſelven Synode, jeder An „ ! 10.
Dritter Jahrgang des Lutheraners
von 1816 — 47. No. 8 —- 26. 50.
(Der J. u. 2. Jakrgang ſind vergriffen.)
Vierter und fünfter Jahrgang des
vrutheraners 51.
Chriſtliches Concordien buch, d. i. Sym⸗
boliſche Büther ver cvang. lutb. Kirche, New-
glorter Ausgabe in gepreptem veder gebunden
Geſyräche wiſchen zwei Lutheranern
über den Methsdiemus, (in Pampplet⸗
ſorm) 1 Stück
Dr. Martin Luthers Tractat von der
Inhyren Kirche, 2 Stuct 917:
Dr. Luthers Hauspoſtiille, oder Predigten
über rie Cvangeiien au vie Sonn⸗ uur Feßiage
dts ganzen Jatrs, New⸗ Bopter 8 9r⸗
punden in Kalbleder 92.
Kirchen „Geſangbuch für trang. luth. Ge⸗
meinden, welchem ſoun.⸗ und die ieſtäglüpen ö
Perikopen beigeſügt ſind, venegt von der hieſigen
evang. lutyh. Gemeinre U. A. C. in gepreptem x
Leverbande, das Stacz 173
4• 4. 100 Srus 802. 503 gegen Daangahlung.
A BC⸗Buch, Rew⸗ Borker ArnoN. das Stück
(Das Dußend §1.)
Johann Hübners Bibtiſche Hiſtorien aus dem
Arten und Neuen Teſtamente. Unveränderter
Aboruck, New⸗ Rorker Ausgabe, im Einzelnen
7im Dußend 82. 60.
Dr. Martin Luthers Auolegung des YD.
Pfalms, broſchirt und beſchnitten 5.
im Dutzend 81.
Spr uchbuch zum kl. Catechismus Lutheri. Im Aufk
trage der Sonode von Migouri ꝛc. zuſammenge⸗
trasen von Pa ſtor Fr. Wyneceen, das Stück 1
51. 25.
10.
——
im Dutzend 81.
Der Hirtenbrief des Herrn P. Granbau zu —
Buffalo v. J. 1810 nebſt dem zteiſchen iim und
mehreren lutb. Paſtoren von Miſouri gewechſel⸗
ten Schriften 150
Brief Dr. Martin Luthers von Einſetzung der
Kirchenvirner an den Raͤth zu Prag in Böhmen
vom Jahre 1523. aus dem Latemiſcheu über ſetzt
von Paulus Speratus 10.
Ti mothe ùs. Ein Geſcheuk für die confirmirte
Jugend. Bearbeitet nach Hiller, gebunden E
Gedruckt bei Moritz Riedner, 7.
Rrorth Ecke der drittenennd Cpeſnuisiain
English translation
Not yet translated.