Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 21 › Seite 161

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-06-10, Seite 161

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.JIIIFTII————— ————————

(Offend. Joh. Cap. 14, v. 6. 7.)

„Bottes Wort und Luthers Lehr“ vergehet nun und nimmermehr.“

Herausgegeben von der Deutſchen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten.
Nedigirt von C. F. W. Walther.

——

Jahrg. 7.

St. Louis, Mo., den 10. Juni 1851.

No. 21.

Bedingungen; Der Lutheraner erſcheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen
Cubſtriptisnsprels von Einem Dollar für die auswärtigen wird ſebr ene welche deuſelben vorauszube⸗
ablen und das veſtgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkauft.

aber,
NMr.

Nur die Brie fe, welche Mittheilungen für das Blatt enthalten, ſind an den Nedakteur,
welches Geſchäftliches, Beſtellungen, Abbeſtellunge
F. W. Barthel, care of C. F.

alle anderen
n, Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adrellt
W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu ſenden.

(Eingeſandi.)
Von den heiligen Sakramenten.

Weil das Gebäude des methodiſtiſchen
Schwarmgeiſtes an einigen Stellen bereits zu
wanken und zu wackeln beginnt, ſo ſieht ſich Hr.
Naſt beſorgt nach großen, gleißenden Lügen um,
damit er dadurch daſſelbe ſtützen und ſchützen
nöchte. Beſonders gefährlich iſt nun dem Me⸗
thodismus die ſchriftgemäße, tröſtliche und le⸗
bensvolle Lehre der ev. lutheriſchen Kirche vom
Porte Gottes und den heiligen Sakramenten.
Denn würde dieſe Lehre von den Methodiſten
lecht erkannt und demüthig angenommen, dann
wäre es um den Methodismus geſchehen; dann
würden alle eifrigen und redlichen Chriſten in
der Methodiſten⸗Kirche ſich bedanken, auf der
dürren Sandwüſte menſchlicher Gefühle noch fer⸗
ner ihren Frieden zu ſuchen; dann würden ſie
ſch hinwenden zu den grünen Auen und den
fuſchen Waſſern, welche der gute Hirte uns in
Wort und Sakrament eröffnet und Ruhe finden
für ihre Seelen. Allein dieſe Ruhe gönnt Herr
Raſt den armen Herzen nicht, vielmehr ſucht er
ſie auf alle Weiſe von dem lebendigen Waſſer⸗
brunnen der reinen ev. lutheriſchen Lehre abzu
halten und auf der öden Haide des Schwarm⸗
geſtes feſtzubannen. Darum verfälſcht und
derläſtert er die ev. lutheriſche Lehre, von der er

doch ſelbſt weiß, daß ſie die wahre iſt.
Wir aber ſtreiten gegen Herrn Raſt, nicht:
weil wir dieſen elenden Lügner haßten; — wir

bedauern ihn, daß er ſich immer mehr verſtockt; —
ſondern weil wir den Kindern Gottes, die in
der Methodiſten-Secte gefangen ſind, den Troſt
des rechten Glaubens und den Schatz der vollen
Wahrheit wünſchen. Wir haben bereits die lä—
ſterliche Lüge des Herrn Naſt, daß wir die Gna⸗
denmittel an die Stelle des heil. Geiſtes ſetzten,
widerlegt. Er ſagt nun weiter, die „Formali⸗
ſten“, womit er uns ſchmäht, lehrten: „daß das
Gnadenmittel unfehlbar ſelig mache; daß
die Sakramente eine inwohnende göttliche
Kraft hätten, zufolge welcher Alle, welche ſie
empfangen, der Seligkeit ſicher ſein könnten;
daß der Gebrauch des Sakramentes ohne den
Gehorſam des Glaubens durch die dem Sakra—
mente inwohnende eigene Kraft ſelig machen
könne; daß die Sakramente eine an und für
ſich ſeligmachende Kraft hätten.“

Mit dieſen Worten bürdet Herr Naſt uns fol⸗
genden ſchändlichen Irrthum auf, als glaubten
wir, wer nur einmal mit dem Taufwaſſer be⸗
goſſen ſei, wer nur das Abendmahls⸗Brod
und⸗Wein genoſſen habe, der werde unfehlbar
ſelig, gleichviel, ob er glaube oder nicht. Er
beſchuldigt uns hiemit, daß wir die Sakramente
zu Zaubermitteln machen und den ſichtbaren
Elementen in den Sakramenten geheime, inwoh⸗
nende, zauberiſche Kräfte beilegen. Er beſchul⸗—
digt uns, daß wir lehren, gleichwie ein Amulet
oder Zaubermittel nach der Meinung aberglaͤu⸗
biſcher Leute dem, der es tuägt, durch ſeine in⸗
wohnende Kraft vor allen Gefahren Schutz und

Sicherheit gewähre, ſo brächten die Sakramente
einem Jeden, der ſie äußerlich gebrauchte, die
Seligkeit, wenn er auch der gottloſeſte und un⸗
gläubigſte Menſch wäre.

Allein ein Blick in unſeren kleinen lutheriſchen
Catechismus überzeugt einen Jeden, daß Herrn
Naſt's Beſchuldigung eine Lüge iſt. Denn nach⸗
dem dort geſagt iſt, daß uns in den Sakramen⸗
ten Vergebung der Sünden, Leben und Selig⸗
keit gegeben wird, ſo heißt es in Beziehung auf
die Taufe: Waſſer thut's freilich nicht; und in
Beziehung auf das Abendmahl: Eſſen und Trin⸗
ken thut's freilich nicht. Mit dieſen Worten
wird den ſichtbaren Zeichen in den Sakramenten
auf dasAllerbeſtimmteſte jede zauberiſche, inwoh⸗
nende, unfehlbar ſeligmachende Kraft abgeſpro⸗
chen. Auch bekennen wir in den ſchmakaldiſchen
Artikeln von der Taufe: „Und darum halten
wirs nicht mit Thomas und den Predigermönchen,
die des Wortes Gottes Einſetzung vergeſſen und
ſagen: Gott habe eine geiſtliche Kraft ins Waſſer
gelegt, welche die Sünde durch's Waſſer abwa⸗
ſche“. Ferner heißt es im großen Caiechismus Lu⸗
thers von dem Sakrament des Altars: „Hier ver⸗
drehen ſich aber unſere klugen Geiſter mit ihrer
großen Kunſt und Klugheit, die ſchreien und pol⸗
tern: wie kann Brod und Wein die Sünde ver⸗
geben oder den Glauben ſtärken? ſo fie doch hö⸗
ren und wiſſen, daß wir ſolches nicht vom Brod
und Wein ſagen, als an ſich ſelbſt Brod Brod
iſt, ſondern von ſolchem Brod und Wein, das
Chriſti Leib und Blut iſt und die Worte bei ſich

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