Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 21 › Seite 169

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1851-06-10, Seite 169

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„Golles Wort und cuihers Lehr' nergchet nun und nimmermehr.

—8

—n—

2 .· 4— — 2 22N 2:
L l oihis
—

71.1.—

(Otfenb. Jeb. Cay. 14. v. 6. 7.)

— ————— ———2 —— ———— —

ö Herausgegeben von der P Deutſchen CE v. Luther. Synode von Miſſouri, Obio und andern Eiaaten.

ö Jahrg. —.— .

Redigirt von C. F. W. Walther.

St. Louis, Mo., den 2¹. Juni 1851.

Fo. 22.

N.

edüängungen⸗

lien unt tas Poſtgeld zu tragen bahen. — Iu S

Der Lutheraner erſcheint alle zwel Woochen einmal für den jäbrlichen
Lubſrirtinsrreis non Elnem Dollar für die zauawättigen Unterſchreiker, welche renſelben voraus zube ·
St. Leuis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkauft.

— 1

³

Nur die hutle. velche Mirtheilungen für das enthalzen, ſind an den Redalteur, alle autere
aber, welches Geſchäftliches, Beſtellungen,
Mr. F. W. Barthel, care of O. F. W. Wanher, St. Louis, Mo. auber i waben.

bbeſtellungen. Gelder c. enthalten, unter der Adreſſe

ö (Eingeſandt.)—
x Mferderung zur Bildung von Jünglings⸗
vereinen.a
11 alle frommen Junglinge der evaugeliſch⸗
E lutheriſchen Kirche.
Als im Frühjahr 1848 wieder drei Knaben
ten St. Louis in das damals zu Altenburg,
ßrirs Co., Mo., befindliche lutheriſche College
gibracht werden ſollten, um daſelbſt zum Dienſt
uin der Kirche vorbereitet zu werden: ſo fand ſich
Einer unter dieſen Dreien, welcher ſo ganz und
ar keine Unterſtützung von ſeinen Eltern erhal⸗
ten konnte und für den man auch die St. Loui⸗
ſer Gemeinde nicht anzugehen wagte, indem ſchon
keren Kräfte für andere ſo ſehr in Anſpruch ge⸗
ienmen worden waren. Der Knabe aber zeigte
urben einer großen Luſt, ein Prediger des Wor⸗
irs Goties werden zu wollen, auch beſondere
Gaben; ſo daß es Schade geweſen wäre, wenn
'r nur aus Mangel an Unterſtützung nicht hätte
in das College aufgenommen werden können.
da kam man auf die Jünglinge, deren viele in
der Gemeinde waren, und meinte, ſie könnten
die Verſorgung dieſes Knaben übernehmen. Es
rurde ihnen vorgeſtellt, wie ſie, wenn ſie zuſam⸗
nn träten, dies gar leicht ausführen könnten;

nie es ihre Pflicht wäre, ſich alſo in der Aus⸗

Ilnitung des Reiches Gottes zu bethätigen und
uhnen auch viele Freuve machen würde, wenn ſie
.ſthen ſollten, wie durch ihre»Mitwirkung ein
iner Arbeitir in das große Feld der Ertlie'ge⸗

ſtellt worden ſei. Der Gedanke fand alsbald bei

mehreren jungen Leuten Eingang. Man wurde
für die Sache begeiſtert. Einer theilte es dem
Andern mit. Es wurden nun Sonntag Abend
Verſammlungen von Jünglingen angeſtellt, Sta⸗
tuten entworfen, Ordnungen gemachk'; und ſo
entſtand der Jünglingsverein in St. Louis zur
Unterſtützung von Studirenden. Die vorzüg⸗
lichſten Sätze in den Statuten deſſ elben ſind
dieſe:

„Der Zweck des Vereins iſ, Einen oder meh⸗
rere Studirende, die ſich auf das heilige Pre⸗
digtamt in dem rechtgläubigen College von Miſ⸗
ſouri vorbereiten wollen, mit den nöthigen Sub⸗
ſiſtenzmitteln zu verſehen. — Als Mitglieder
können aufgenommen werden: Confirmirte jun⸗

ge Leute, die der lutheriſchen Kirche zugethan

ſind. — Würde ein Mitglied durch offenbare
Sünden, inſonderheit durch Trunkenheit, Ball⸗
gehen, over Offenbarung eines ketzeriſchen Sin⸗
nes ein Argerniß geben, ſo ſoll es nach vorher⸗
gegangener, von ihm aber verachteten Ermah⸗
nung aus den Verein ausgeſchloſſen werden. —
Jeden erſten Sonntkag im Monat iſt Verſamm⸗
lung. — Der monatliche Beitrag ſoll minde⸗

ſtens 10 Cents betragen. — Der Verein wählt

einen Vorſitzer, Secretair und Caſſirer. Der
Vorſitzer hat Ordnung in der Verſammlung zu
halten; der Secretair das Protokoll zu führen,
Briefe zu ſchreiben und empfangene Briefe auf⸗
zubewahren. Der Caſſirer verwahrt die Caſſe
und führt genaue Rechnung über Einnahme und

Ausgabe. — So oft ein Stipendtat ver von
dem Verein unterſtützt wird, außer dem gewöhn⸗
lichen Koſtgeld etwas bedarf, hat er ſich brieflich
an den Verein zu wenden und ſein Brief muß
von dem Directer der Anſtalt unteeichnet
ſein.“ — — .5 +1
Bereits drei Jahre beſteht jetzt der Berein und.
iſt gegenwärtig in einem blühenden Zuſtande.
Außer den erſt erwähnten Knaben konnte er bald
noch eines andern Sturirenden ſich annehmen, ſo
daß er jetzt beſtändig unbemittelte Studirende al⸗

lein und völlig verſorgt in Koſt, Kleidung, Buchern

und ſonſtigen Bedürfniſſen. Er hat auch ſchon die
Freude, daß Einer von den Unterſtützten im Pre⸗
digtamte ſteht. Doch dieſe Freude iſt nicht die
einzige. So oft ein dankſagender Brief kommt,
oder Einer von den Ihrigen eine Predigt hält,
ſo oft bekommt der Jünglingsverein einen neuen
Antrieb, in dem geſegneten Werke munter und
fröhlich fortzufahren. Gegenwärtig ſind über
70 Jünglinge in dem Vereine, die ſich fleißig
verſammeln. Nach Beendigung der Vereins⸗
angelegenheiien unterhält man ſich in den Ver⸗
ſammlungen mit dem Vorleſen eines erbaulichen
oder gemeinnützigen Buches. Die Erfahrenen
nehmen ſich der Unerfahrenen an. Wo es nö⸗
thig iſt geſchehen chriſtbrüderliche Ermahnungen
und Zurechtweiſungen. Jetzt fängt man an,
eine Bibliothek von erbaulichen, geſchichtlichen
und gemeinnützigen Büchern für den Verein zu
ſammeln und anzuſchaffen. Alljährlich wird der
Stiftungstag des Vereins, der 7. Mai, feierlich

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