Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 22 › Seite 171

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-06-22, Seite 171

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Katechismus 3 · Kirche 8

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—— ⏑ + — — ——

„Gottes Wort und Luthers Lehr' vergehet nun un

—

————

* +.—

Herausgegeben von der Deu

1

.

Offenb. Joh. Cap. 14, v6. 7

7**

d nimmermehr.““

Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten

Redigirt von C. F. W. Walther.

—

Jahrg. 10.

St. Louis, Mo., den 20. Juni 1851.

—

No. 22.

Eubstrittenevreis von Einem Dollar für die auswärtigen Unterſchreiber, welche denſelben voraus zube⸗
tahlen unddas Poſtgeld zu tragen haben. — In St. Louis wird jede einzelne No. für 5 Cents verkauft.

deilngungen: Der Lutheraner erſcheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen
aber.

——

Rur die Brie ſe, welche Mittbeilungen für das Blatt enthalten, ſind an den Redakteur, alle andeen
welche Geſchäftliches, Beſtellungen. Abbeſtellungen, Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adreſſe
Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., auher zu ſenden.

— — ——

— ——

(Für den Lutheraner
Eingeſandt.)

Der ſogenannte Große hannöveriſche

ren und von Gott ſelbſt eingeſetzten.

mahle eigenthümlich. Wird das nicht feſtgehal⸗

5 710— 11. ve. ten, ſo werden jene beiden am höchſten ſtehenden
enr V. 0 on Handlungen, Taufe und Abendmahl, in ihrem
(donſeßung.) Range erniedriget.

Dadurch, daß er, ſtatt von Gütern, nur von
Verheißungen ſpricht, macht er nicht nur
die gegenwärtige ſofortige Wirkung des Sacra⸗
ments zweifelhaft, ſondern er macht auch, daß
Gebet und Predigtꝛc. ebenſowohl ein Sa⸗
crament heißen dürfen, als Taufe und Abend⸗
mahl, denn Predigtamt und Gebet ſind auch
Handlungen, die von unſerem Heilande
ſelbſtverordnekundmitſeinen Ver⸗
heißungen vetbunden ſind.

Dadurch, daß er die Handlung nur eine ſehr
feierliche nennt, ſtatt eine heilige, wie
nach dem kirchlichen Sprachgebrauch auch im
Volke allgemein üblich, beweiſt der Vf. entweder,
daß er den Unterſchied zwiſchen feierlich und
heilig**) nicht gekannt (was ſich kaum'an⸗

Von den Saeramenten.

Ein Sacrament in dem Sinne, wie das
Bort von Taufe und Abendmahl gebraucht
witd, iſt eine heilige Handlung, die von Gott.
ſelbſt eingeſetzt iſt und da unter ſichtbaren Zei⸗
chen himmliſche Güter ausgetheilt und empfan—
gen und damit die göttliche Gnade angeboten,
überreicht und verſiegelt wird.

Der hannöv. Kat. läßt bei Erklärung jenes
Worts die Zeichen weg und vertauſcht
die Güter mit Verheißungen und die
heilige Handlung mit einer nur ſehr feier⸗
licht n.

Dadurch, daß er die Zeichen wegläßt,
nimmt er eben dasjenige weg, wodurch Taufe
und Abendmahl von allen anderen heiligen
bandlungen unterſchieden werden; denn daß ſie
heilig ſind, haben alle gottesdienſtliche Hand⸗
lungen mit einander gemein, aber die ſicht ba⸗

*) Feierlich und heilig bedeuten beide Etwas, das
Anſpruch hat auf eine gewiſſe Werthhaltung. Aber bei dem
Heiligen gründet ſich die Werthhaltung darauf, daß es
einen inneren Werth hat und Gott angeht; bei dem Feier⸗
lichen hingegen darauf, daß die äußerliche Darſtellung eine
ernſie Werthhaltung ausſpricht, ohne Rückſicht, ob mit vol⸗
lem Recht oder nicht. So iſt z. E. eine Kaiſerkrönung feier⸗
lich, aber heilig iſt ſie nicht.—Darum iſt feierlich nicht eben
ſo viel als heili g.

*

) Abſch. 8. Fr. 1. S. 151. „Was verſtehen wir darun⸗
ter!“ (unter den Sacramenten.) Antw. „Zwo von unſerm
delarde ſeldſt vrrordnete und mit ſeinen Verheiß ungen
nebundene, ſehr feierliche Religionshandlungen.“

—

Zeichen ſind nur der Taufe und dem Abend⸗

nehmen läßt), oder daß ihm nicht viel daran ge⸗
legen, für Taufe und Abendmahl eine von Gott
hergeleitete Ehre in Anſpruch zu nehmen.

Von der Taufe.

Der eigentliche En dzweck der Taufe iſt die
Wiedergeburt, weil ſie das eigentliche
Mittel derſelben iſt.

Daher iſt es falſch, den Zweck der Taufe (wie
der Bf. thut) zu einer bloßen Ein weihung
zu machen 4); denn eine Einweihung (z. E. zu
einem Amt, Orden ꝛc.) ſchließt wohl eine Auf⸗
und Annahme, eine Feierlichkeit oder Ceremonie⸗
in ſich, aber nicht ein Wunder der Gnade, wie
in der Taufe durch die Wiedergeburt geſchieht.

Wer ſieht nun nicht, wie durch die Herabſetz⸗
ung der Taufe zu einer bloßen Einweihung
das Heilige gemein gemacht wird und die Hei—;
ligthümer von ihren Koſtbarkeiten ausgeleert:
werden? — ö

Wenn aber der Zweck und Zielpunkt einer,
Sache verkannt und verfehlt wird, wie muß nicht
die ganze Behandlung derſelben ſchief und un⸗
ſicher werden?

So finden wir den bekannten Spruch Tit. 3,
5. Er macht uns ſelig durch das Bad der Wie⸗
dergeburt ꝛc. ſeltſamer Weiſe als Beweisſtelle zu,
dem Satze „daß durch die Taufe die

) Fr. 4. S. 152. „Wozu iſt die Taufe eingeſet ?“
Antw. „Zur Cinweihung zum Chriſtenthum.“

English translation

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