Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 10, Nummer 15 › Seite 111
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1854-02-28, Seite 111
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Katechismus 3
(Für den Futherauer.
Eingeſandt.)
Der ſogenannte Große
Hannöver ſchẽ Landes⸗Katechismus.“)
einigen der wichtigſten Stücke beleuchtet von
ö CE. J. M. Wege,
Iluth. Paſtor in Benton H Mo.)
n R von kleinen Aufſätzen zur Bulehrung
urund resp. Verantwortung.
Der öͤfentlichen Prüfung übergeben
—*
. **
Sererinnerung.
Motto.
„Wir glauben, lehren und bekennen, daß die
alleinige Regel und Richtſchnur, nach welcher
uglelch alle Lehren und Lehrer gerichtet und ge⸗
urtheilt werden ſollen, ſeind allein die propheti⸗
ſchen und apoſtoliſchen Schriften Alten u. Neuen
Teſtaments, wie geſchrieben ſteht: Dein Wort
iſt meines Fußes Leuchte und ein Licht auf mei⸗
nem Wege. Pſ. 119. und St. Paulus: Wenn
ders, der on werhurcht ſein. Galater“ Concord.
Formul.
Es iſt ein zablriiche und achtbarer Theil,
welcher der Lutheriſchen Kirche in Amerika aus
un Volte des hannöverſchen Landes zuwächſt.
naunten Buche unterrichtet worden und iſt es
gaͤher ſehr erklärlich, wenn ſie es in Ehren hal⸗
un und in Ehren gehalten wiſſen wollen.
Es wäre traurig, wenn der aus dieſer Vor⸗
b liebe entſpringende gutgemeinte Eifer dem Böſen
. nen geringen Theile, enthalten iſt.
Dieſes Böſe ſteckt nicht in den Bibelſtellen,
ondern in den Fragen und Antworten, welche,
werden.
den.
dere zu entdecken und finden daher keinen Grund,
warum ſie von dem Buche ablaſſen ſollten.
um dünkt es ihnen vielmehr Sünde zu ſein
Fihres Eifers für dieſes Buch.
mus Dr. Martin Luthers.
. digen bewieſen zu werden; den Unkundigen abe
dbieäuchlich in. Der eigentliche Titel aber lautet:
uns der chriſtlichen vehre.
. der Herzegthinner Bremen und Verden.
Katechis
Stadr.
ner Sylbe.
*ein Engel vom Himmel käme und predigte an⸗
Faſt Alle, die von da nach Amerika gekom⸗
wen, ſind in ihrer Jugend nach dem oben ge⸗
gülte, das leider! in dieſem Buche, nicht zu ei⸗
Zum Glück
aber iſt es Wahrheit, daß Viele nur auf das ſe⸗
E ben, was keinem rechtſchaffenen Chriſten einfal⸗
eeun wird anzugreifen, nämlich die Menge Bibel⸗
prüche —während ſie das Böſe völlig überſehen.
venn ſie Falſches enthalten, durch die Bibel—
üſprüche wohl geſchmückt, aber nicht gerechtfertiget
Nieht weniger ſteckt das Böͤöſe in der
Tgeſchichtlichen Darſtellung, wie wir ſehen wer⸗
Aber Menſchen von ungeübtem geiſtlichen
Sinne vermögen weder das Eine noch das An⸗
Dar⸗
venn ſie nicht eifern wollten um ein Vermächt⸗
niß, das ſie aus den Händen ihrer Eltern und
kehrer empfangen und das ihnen theuer gewor⸗
den in den Jahren ihrer Kindheit und Jugend.
Viele haben noch einen ganz beſondern Grund
Sie ſtehen näm⸗
lich in der Meinung, dieſer hannöverſche Lan⸗
des⸗Katechismus ſei der Große Katechis⸗
Daß dies ein
oßer Irrthum iſt, braucht keinem Sachverſtän⸗
) Das iſt der Name des Buches, wie er im Volle ge⸗
Zum Gebrauch in den Schulen
möge es dienen, wenn ſie darauf aufmerkſam ge⸗
macht werden, daß der richtige Große Katechis⸗
mus Luthers auch Luther's vollſtändigen Ra⸗
men trägt, der Titel aber des hannöverſchen Ka⸗
techismus erwähnt des Namens Luthers mit kei⸗
*˙
So leicht es nun iſt, dieſen letztern Grund in
ſeiner Nichtigkeit aufzudecken, ſo ſchwer iſt es,
[den erſteren zu beſiegen. Und wahrlich! wir
wollten die Mühe nicht übernehmen, gegen ein
von Jugend auf eingewurzeltes Vorurtheil an⸗
zukämpfen, wenn nicht Oefahr und Pfiicht es
forderten.
Die Gefahr iſt, daß manche Seele, die nicht
wider Chriſtum ſtreiten wollte, die Waffen doch
wider ihn erhebt, indem ſie, befangen durch menſch⸗
liches Anſehen, denjen igen vertheidigt, den ſie
nicht vertheidigen ſollte.
Die Pflicht iſt, daß Schreiber dieſes das geiſt⸗
liche Amt trägt. . 24 —
Darum wenn Forderungen darauf gegründet
werden, z. E. daß dieſer Katechismus in der
Schule eingeführt werde, ſo ſind wir ſchuldig,
nicht allein. Einſpruch zu thun, ſondern auch
Grund und Urſache anzugeben; wie in dem
Nachfolgenden geſchehen ſoll. *
Möge ſich Niemand dadurch“erbittern laſſen;
möge aber Jedermann zuſehen und ernſtlich prü⸗
fen, ob die Beſchuldigungen, die wir gegen den
hannöverſchen Katechismus erheben, richtigen
Grund in Gottes Wort haben oder nicht, und
möge allen denen, die nicht erkannt haben die
Tiefe des Satans Cals ſie ſagen,) das Wort des
HErrn zu gut kommen: „Ich will nicht auf euch
legen eine andere Laſt. Odffenb. 2, 24.
Von der heiligen S. Schrift.
Die heilige Schrift heißt nicht bloß Gottes
Wort, ſondern ſie iſt's.
Der Glaube, daß die heilige Schrift nicht
Menſchenwort ſei, ſondern Gottes Wort, iſt un⸗
zertrennlich von dem Glauben an die Ein 9
bung der heiligen Schrift.
Wer nicht glaubt an dieſe Eingebung, der
kann nicht glauben, daß die heil. Schrift wirk⸗
lich Gottes Wort ſei, denn er glaubt nicht an
den Unterſchied und Vorzug, den ſie ganz allein
und ausſchließlich hat vor allem Menſchenwort
in Rede und Schrift.
Wer die Eingebung nicht glaubt und, wenn
er ſie lehren ſoll, nicht lehrt, der raubt der heili⸗
gen Schrift nicht allein die Zuverläſſigkeit,
ſondern er macht ſie auch zur Lügnerin. Denn
die heil. Schrift iſt nicht alleinvon Andern für
eingegeben gehalten worden, ſondern
ſie lehret auch ſelbſt, daß man ſie dafür halten
ſolle. 2 Timoth. 3, 16. „Alle Schrift iſt von
Gott eingegeben.“
Daher iſt es falſch, wenn von den heil. Schrift—
ſtellern nicht etwas Größeres geſagt wird, als
was von allen ausgezeichneten Männern im
Reiche Gottes auch kann geſagt werden.
Eben darum iſt es auch falſch und eine offen⸗
bare Leugnung der Eingebung, wenn der Aus⸗
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2• —371
„
1
—
die da reden ⸗ ſondern euxts Vaters Geiſt iſt es,
der durch euch redet ausgegeben wird für einen!
ſolchen Ausdrug, der keine größere Verheißung
enthielte, als die eines außerordentlichen Bei⸗
ſtandes. Denn auch bei einem außerordentli⸗
chen Beiſtande Gottes hört der Menſch nicht auf,
es ſelber zu ſein, der da redet; bei der Einge⸗
bung aber tritt er ſo weit zurück, daß nicht mehr
er ſelbſt es iſt, der da redet, ſondern es iſt Gott,
der durch ihn redet. 2
Was ſagt aber der Hanndrerſche Kalichis⸗
mus?
Er ſagt: (1. Abſch. Fr. 10. S. 10.) „ſie
ſchrieben unter einem außeror⸗
dentlichen Beiſtande Gottes.“
und fernkr, indem er den Spruch Matth. 10, 20.
anführt, —
„Wie drückt Jeſus das aus?
(nämlich dieſes, daß er ſeinen Jüngern denſel⸗
ben Beiſta n verheißt, den die Dembern des
A. T. auch zů geniehen hatten.) 1
Wenn wir nun fragen: Was war rus für
ein Beiſtand? — ſo bekommen wir nicht die Er⸗
klärung:
1 Gott war es und nicht E ſelbſt, der da redete
und reden wollte — wie der Sunnd Matth.
40, 20. beweiſen würde—
ſonderrn:
„Das drückt Jeſus nur ſo aus,“ d. i.: Wenn
Jeſus gleich etwas mehr und Anderes zu ſagen
ſcheint, ſo iſt das nur ſeine Weiſe, ſich auszu⸗
drücken; die nackte Wahrheit aber nach dem
Sinne des hannöv. Katechismus, iſt dieſe:
Die ſogenannte Eingebung iſt nicht mehr, als
ein außerordentlicher Beiſtand.“
Damit wird Gottes⸗ und Menſchenwort in
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1*
ſeiner Geltung einander gleichgeſtellt.
Denn einen außerordentlichen Beiſtand Got⸗
tes bei Abfaſſung ihrer Schriften haben die aus⸗
gezeichneten Männer im Reiche Gottes z. E. ein
Luther auch erfahren.
Kommt darum ihren Sorfen auudg un⸗
ſehen zu?
Keineswegs.
Warum nicht?
Weil ſie nicht eingegeben ſi d.
Iſt es nun eine ſo geringe Sache, von der
heil. Schrift alſo zu reden, als wenn es genug
wäre, ſie allenfalls unterſcheiden zu koͤnnen von
ſolchen Büchern, die offenbar ohne Gottes Bei⸗
ſtand geſchrieben ſind?
Iſtes eine geringe Sache, alſo davon zu re⸗
den, daß man das klare Wort des HErrn für
eine Uebertreibung halten muß?
Iſt es eine geringe Sache, alſo davon zu re⸗
den, daß dem Zweifel an die Zuverläſſi igleit der
heil. Schrift Thor und Thür offen gelaſſen wird ?
Das geſchieht aber, weil das Zugeſtänpfeiß ei⸗
nes außerordentlichen Beiſtandes noch kein göͤtt⸗
liches Anſehen und Gültigkeit verleiht.
Dieſe Fragen beaniworte Ieder ſi ſich ſelbſt.
(Fortſetzung folgt.)
—
— *
ſpruch Chriſti Matth. 10, 20. „Ihr ſeid es nicht,
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