—
Vor ſteher.
Abhandlungen.
Vom Amt der Laienälteſten oder Vorſteher.
Luth.
über Laienälteſte oder
496—498. 72, 2—5.
57. 82—89. 110—113. Paſt. 355—364. Krauth und
104 —112. — Elders and Deacons in the Lutheran
1916, 206. 221. 240. 255. 269.
Abkürzung:
Trak. — Traktat: Hilfsbüchlein für Gemeindevorſteher.
Kähler — Predigt von Kähler: Vom Amte der Gemeindevorſteher.
Vorſteher.
vol d, printed page
219 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0303
1.
—
1. Das Amt der Vorſteher iſt nicht göttlicher Einſetzung, ſondern eine apoſtoliſche Einrichtung.
Anm. a. Vorſteher in der Gemeinde zu haben iſt nicht geboten; ſie abzuſchaffen iſt an ſich keine Sünde.
Anm. b. Daß man zur Zeit der Apoſtel Vorſteher hatte, zeigt 1 Tim. 5, 17: Die Alteſten, die wohl vorſtehen, die halte man zwiefacher Ehre wert; ſonderlich die da arbeiten am Wort und in der Lehre. Danach gab es zweierlei Älteſte: ſolche, die am Wort arbeiteten, und ſolche, die es nicht taten. — Vergl. Röm. 12, 8: Regieret jemand, ſo ſei er ſorgfältig. Die Regierer ſcheinen die Vorſteher geweſen zu ſein. 1 Kor. 12, 28. W. 83, 47. 48
Anm. c. Ebenſo haben die apoſtoliſchen Gemeinden die Diakonen gewählt. Ap. 6, 1
Anm. d. Da das Amt der Vorſteher eine ganz gute Einrichtung iſt, ſollten die Gemeinden dieſes Amt einrichten.
Einwand 1. Der Gegenſatz in 1 Tim. 5, 17 ſei nicht zwiſchen zwei Klaſſen, die ihrem Amte nach unterſchieden ſind, ſondern zwiſchen Gliedern derſelben Klaſſe dem Amt nach, von denen einige wohlvorſtehen, die andern nicht. Grabau. Die einen arbeiten und plagen ſich ab, die andern nicht. — Von letzteren aber könnte man nicht ſagen, daß ſie wohl vorſtehen.
Einwand 2. Wenn die Alteſten, die wohl vorſtehen, Laienälteſte ſind, ſo muß man ihnen nach Vers 18 auch Gehalt bezahlen. — Aber leibliche Verſorgung gehört nicht unter allen Umſtänden zur Ehre. Vorſteher verwenden nicht alle Zeit und Kraft auf ihr Amt.
Einwand 3. Wenn es unter den Alteſten zwei Klaſſen gab, dann hätten bei der Ordination auch die Laienälteſten die Hände mit aufgelegt, gegen Ap. 6, 6. Denn das Presbyterium hätte dann beide Teile umfaßt. — Aber ſelbſt wenn ſie die Hände aufgelegt hätten, was nicht bewieſen iſt, wäre es etwas Schreckliches geweſen?
Einwand 4. Das Amt der Laienälteſten ſei den früheren Theologen der lutheriſchen Kirche unbekannt, ſei weſentlich reformiert und dem Geiſte der lutheriſchen Kirche zuwider.
- W. 83, 47
- W. 83, 47. 48
- L. W. 4, 56 On Lay Elders, or Congregational Overseers.
margin
- W. 83, 47
margin
- Past. 355
margin
- Mag. 1, 56
margin
- Ma. 33, 285
margin
- Luth. 71, 496
margin
- Wit. 1916, 269
margin
- Wit. 1916, 269. 270
margin
- Mag. 1, 56
margin
- Mag. 1, 56. 57
margin
- Luth. 71, 458
margin
- Proc. 97, 28
margin
- W. 83, 47
margin
- W. 83, 47. 48
margin
- Past. 355
margin
- Günth. 329
margin
- L. W. . 57. 21
margin
- L. W. . 57. 21, 111
margin
- Wit. 1916, 221
margin
- Wit. 1916, 221. 222
margin
- Wit. 1916, 221. 222. 206
margin
- W. 83, 47
margin
- Ma. 33, 285
margin
- Mag. 1. 56
margin
- Theol. 7, 22
margin
- Luth. 71, 458
margin
- Past. 355
margin
- L. W. 21, 106
margin
- L. W. 21, 106. 109
margin
- L. W. 21, 106. 109. 110
margin
- L. W. 21, 106. 109. 110. 4
margin
- L. W. 21, 106. 109. 110. 4. 83
margin
- L. W. 21, 106. 109. 110. 4. 83. 84
margin
- W. 83, 47
margin
- L. W. 21, 107
margin
- L. W. 21, 107. 111
margin
- L. W. 21, 108
margin
- L. W. 21, 108. 111
margin
- L. W. 21, 108. 111. 112
margin
- L. W. 21, 108. 111. 112. 4, 57 On Lay Elders, or Congregational Overseers.
margin
- L. W. 21, 106
margin
- L. W. 21, 106. 110
margin
- L. W. 21, 106. 110. 107
margin
- L. W. 21, 106. 110. 107. 4, 45 "Luther or Arndt!"
margin
- Past. 357
margin
- Past. 358
margin
vol d, printed page
219–220 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0303
2.
—
2. Geſchichtliches.
a. Schon im Alten Teſtament gab Gott dem Moſes Gehülfen zur Seite. 4 Moſe 11, 14—17.
b. In den jüdiſchen Schulen gab es Vorſteher oder Oberſte der Juden. Luk. 7, 3. Mark. 5, 22. Ap. 13, 15.
c. In der erſten chriſtlichen Kirche findet ſich das Vorſteheramt bis ins 4. Jahrhundert. Mit dem Aufkommen des Papſttums iſt es aus der Kirche hinausgedrängt worden. ö
d. Zu Luthers Zeit und nachher findet ſich auch das Vorſteheramt wieder. Doch wurde es in der lutheriſchen Kirche nicht überall ins Leben gerufen, da in den meiſten lutheriſchen Ländern Kirche und Staat vermiſcht waren.
e. In unſerm Lande findet ſich dieſes Amt in der lutheriſchen Kirche von jeher. Mühlenberg.
vol d, printed page
220 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0304
3.
Das Vorſteheramt iſt ein durch die Gemeinde vom Predigtamt abgezweigtes Hilfsamt
3. Das Vorſteheramt iſt ein durch die Gemeinde vom Predigtamt abgezweigtes Hilfsamt. Darum ſind Vor⸗
ſteher
a. Gehilfen des Paſtors, dem Paſtor unterſtellt.
Es gibt bloß ein Amt in der Kirche, das
Anm. a.
Alle andern Amter ſind Hilfsämter. Predigtamt.
Anm. b. Alle Prediger ſind zugleich Vorſteher, ja. die
- Luth. 71, 459
margin
- W. 83, 47
margin
- Ma. 33, 285
margin
- Ma. 33, 285. 30, 315
margin
- Luth. 72, 3
margin
- L. W. 21, 110
margin
- Mag. 1. 56
margin
- Trak. 2
margin
- L. W. 21, 110
margin
- Luth. 5
margin
vol d, printed page
220 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0304
—
tution der Gemeinde. Inſonderheit ſollen ſie
a. Irrenden nachgehen und ſie ermahnen. Träge Kirchenbeſucher, Gemeindeglieder, die zu einer Loge gehören, falſchgläubige Gottesdienſte beſuchen. unverſöhnlich ſind, ſich der Welt gleichſtellen (Tanz. Theater);
b. mit dem Paſtor ſich über die Angelegenheiten der Gemeinde beraten, Streitigkeiten ſchlichten helfen, die Gemeindeverſammlung äußerlich leiten, das Gemeindeeigentum im Namen der Gemeinde verwalten u. ſ. w.
Anm. a. Die Alteſten in den erſten Chriſtengemeinden wurden mit geſchäftlichen Verrichtungen beauftragt. Ein beſtimmt abgegrenzter Wirkungskreis wird ihnen nicht zugeſchrieben. Man ſchenkte ihnen aber auch bei Beurteilung der Lehre großes Vertrauen. Ap. 15, 6.
Anm. b. Vorſteher können einen heilſamen Einfluß ausüben. Geſchichte: Der ſchweigende Vorſteher. Luth. 57, 186. 187.
Anm. c. Die Verrichtungen, die die Gemeinde den Vorſtehern überträgt, ſind in den verſchiedenen Gemeinden verſchieden. Was für eine Gemeinde paßt, paßt nicht immer für eine andere Gemeinde.
- Luth. 57, 186
- Luth. 57, 186. 187
- Luth. 72, 3
margin
- Luth. 72, 3. 4
margin
- Mag. 1, 57
margin
- Luth. 57, 459
margin
- Luth. 57, 459. 460
margin
- Luth. 71, 497
margin
- Wit. 1916, 270
margin
vol d, printed page
222 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0306
6.
Wahl der Vorſteher
6. Wahl der Vorſteher. Die Vorſteherwahl muß in dem Sinne einſtimmig ſein, daß die ganze Gemeinde damit zufrieden iſt und kein begründeter Proteſt gegen einen Kandidaten vorliegt.
Anm. a. Bei der Wahl ſoll es nicht nach der Ehre gehen oder der Reihe nach, ſondern nach den Gaben.
Anm. b. Ohne genügende Gründe ſollte man ſich nicht weigern, das Amt anzunehmen.
Anm. c. Die erwählten Vorſteher öffentlich in ihr Amt einzuführen, iſt eine ganz gute Sitte.
- Ka. 1901, 39
margin
- N. Il. 1910, 51
margin
- Ma. 33, 286
margin
vol d, printed page
222 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0306
7.
—
7. Das Vorſteheramt iſt ein Ehrenamt.
a. Der Vorſteher ſoll ſein Amt als ein Ehrenamt anſehen. Welche Ehre, Gottes Mitarbeiter zu ſein!
b. Die Gemeinde ſoll Vorſteher, die wohl vorſtehen, zwiefacher Ehre wert halten und ihnen volles Vertrauen ſchenken.
Anm. Ehre gebührt dem Vorſteher, auch wenn er nicht gerade der paſſendſte Mann ſein ſollte, aber doppelte Ehre, wenn er der rechte Mann am rechten Platze iſt.
Homiletik.
24—29. — Das Vorſteheramt i in der Gemeinde.
a. Was
zu dieſem Amte wählen ſoll, b. welches die Aufgabe ihres
a. Wie nötig und wichtig Amte der Gemeindevorſteher.
Gemeinde es anvertrauen ſoll. — Predigt von Kähler.
a. Veranlaſſung, es Amt der Diakonen in der Kirche.
der erſten Träger dieſes Amtes. — Ma. 33, 285.
duty and the honor of ruling elders.Mag. 1, 56.
- Ma. 33, 285
- Mag. 1, 56
- Mag. 1, 58
margin
- Mag. 1, 58. 59
margin
- Luth. 72, 5
margin
- Luth. 71, 474
margin
- Luth. 71, 474. 475
margin
- Mag. 1, 59
margin
- Mag. 1, 59. 4
margin
- Ma. 30, 313
margin
vol d, printed page
222 · scan: bub_gb_akAUAAAAYAAJ/n0306