Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 5, Nummer 20 › Seite 158

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1849-05-29, Seite 158

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Taufe 75

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nahme und überließen es den Herrn Autoren, in
demſelben Blatte, wo dieſelben Paſtor Selle zuerſt
angegriffen hatten, auch ihre Entgegnung auf
deſſen Vertheidigung zum Beſten zu geben. So
iſt denn die Entgegnung, da unterdeß der „Chriſt⸗
liche Hausfreund“ des Todes verblichen war, in
der Mainummer einer ſogenannten „Evangeli⸗
ſchen Kirchenzeitung“ erſchienen, welche der refor⸗
mirte Paſtor S. Miller zu Lawrenceburg in In⸗
diana herausgibt. Das Bemerkenswertheſte dabei
iſt, daß der Einſender, muthmaßlich der unirte
Pfarrer in Chicago, in ſeiner Einleitung dazu
bemerkt, der „Lutheraner“ habe ſich durch Ver⸗
ſagung der Aufnahme jener Entgegnung nur aus
der Klemme helfen wollen. Hierauf haben wir
nur zu erinnern, daß in der „Kirchenzeitung“
ſelbſt der ſchlagendſte Beweis geliefert worden iſt,
ob wirklich wir oder nicht vielmehr unſere Gegner
mit der mehr genannten Entgegnung in die
Klemme gekommen ſind. Nicht nur haben nem⸗
lich ſchon die Verfaſſer derſelben mehrere darin
vorgekommene gemeine Schmähreden bei der jetzi⸗
gen Veröffentlichung in aller Stille ausgelaſſen,
ſondern auch der kluge Herausgeber der „Kirchen⸗
zeitung“ hat ſelbſt in dem revidirten Texte einige
Schmähreden, die man hatte ſtehen laſſen, mitzu⸗
theilen ſich geſcheut. Wir meinen, da ſich hier—
nach offenbar die Verfaſſer ſelbſt ihres eigenen
Erzeugniſſes nun ſchämen und ſelbſt ihre Gönner
ihr Blatt damit nicht beſchmutzen laſſen wollten,
ſo ſind wir vollkommen gerechtfertigt, daß wir dem
Anſinnen einer Aufnahme in unſer Blatt nicht
Folge leiſteten; ja die Urheber ſollten ſich gegen
uns zu einigem Danke verpflichtet fühlen, daß
ihnen unſere Handlungsweiſe in der Sache eine
größere Beſchämung erſpart hat; ganz abgeſehen
davon, daß es unverſchämt iſt, einen Lutheraner
in dem Organ einer unirten Parthei anzugreifen,
und, wenn nun dieſer in einem Organ der luthe—
riſchen Kirche ſich vertheidigt, die Aufnahme der
ſein ſollenden Widerlegung dieſer Vertheidigung
in dem lutheriſchen Blatte zu fordern.

Uebrigens bemerken wir noch, daß unſere
ſchriftliche Antwort an die Einſender in der „Kir—
chenzeitung“ ſo incorrect abgedruckt iſt, daß wir
die Ehre haben, in dem Blatte als ein Mann zu
figuriren, der baaren Unſinn zu ſchreiben im
Stande iſt; wir wollen jedoch dies Mißgeſchick
und Hauskreuz ſo manches Redacteurs gern auf
Rechnung des Setzers ſchreiben. Zum Glück ha⸗
ben wir ſowohl von unſerem Schreiben als von
der Entgegnung eine Copie genommen und ad
Acta gelegt, wie wir bei dergleichen wichtigen
Documenten zu thun pflegen.

Wir würden über dieſe Sache nicht ſo viel
Worte verloren haben, hofften wir nicht dadurch
Manchem einen Wink zu geben, der in ähnlichen
Fällen von Nutzen ſein und manches unnöthige
und verdrießliche Schreiben für die Zukunft er⸗
ſparen dürfte.

158

Von der Seligkeit ohne Taufe ſterben⸗
der Chriſtenkinder,
ein Zeugniß gegen methodiſtiſche Ver—
läſterung der lutheriſchen Lehre und
Kirche.

Da die Herren Methodiſten ſehen, daß ſie, wenn
ſie wirkliche Lehren unſerer Kirche angreifen, damit
gegen einen Felſen anrennen, der, weit entfernt
von ihnen erſchüttert werden zu können, vielmehr
ſie zerſchmettert, ſo haben ſie nun einen andern Weg
eingeſchlagen, auf welchem ſie mit beſſerm Glück
unſerer Kirche einen Stoß verſetzen zu können
hoffen. Sie ſchreiben nemlich gewiſſe unbibliſche
Lehren, welche die lutheriſche Kirche von jeher ver⸗
worfen hat, derſelben zu, ziehen gegen ſolche Irr⸗
lehren zu Feld und erheben dann ein großes Ge⸗
ſchrei, daß ſie unſere Kirche gewaltig geſchlagen
haben. Solcher Dinge iſt das Methodiſtenblatt,
der „chriſtliche Apologet“, voll; es iſt daher un⸗
möglich, alles, was er lügenhaft der lutheriſchen
Kirche aufbürdet, zurückzuweiſen.

In der neueſten uns zugekommenen Nummer
des „Apologeten“ vom 10. Mai ergreift ein ge⸗
wiſſer Herr Köneke, deſſen Bekanntſchaft unſere
Leſer ſchon in ähnlichen Fällen gemacht haben,
wieder dieſelbe jeſuitiſche Maßregel, an unſerer
Kirche vor ſeinen grenzenlos unwiſſenden Metho⸗
diſten zum Ritter zu werden. Er ſchreibt nemlich:
„Die ſogenannten Altlutheraner behaupten, daß
kleine Kinder, welche ungetauft ſterben, verloren
gehen.“ Hierauf ſucht er nun dieſe uns bei⸗
gemeſſene Lehre zu widerlegen, doch ſo albern,
daß man mit dem armſeligen Menſchen nur Mit⸗
leid haben kann; er ſagt nemlich unter anderm:
„Chriſtus ſei ja ſowohl für die Erbſünde als für
die wirklichen Sünden geſtorben.“ Jeder ſieht
ein, daß nach dieſem Schluſſe alle Menſchen ohne
Glauben und ohne Taufe ſelig werden müßten.
Doch was fragt ein Methodiſt darnach, ob ſein
Schluß ſchließt; ihm iſt es genug, wenn er nur
einen Schluß gemacht hat; beweiſ't er zu viel, ſo
denkt er, das ſei deſto beſſer.

Wir können nicht unterlaſſen, bei dieſer Ge⸗
legenheit das Zeugniß eines alten rechtgläubigen
Lutheraners, des ſeligen Johann Gerhard,
von der Seligkeit der ohne Taufe ſterbenden
Chriſtenkinder unſeren lieben Leſern mitzutheilen.
Nachdem nemlich Gerhard in ſeinen Locis
theologicis, im Artikel von der heiligen Taufe,
die Papiſten widerlegt hat, welche lehren, daß die
ohne Taufe geſtorbenen Chriſtenkinder zwar nicht
in die Hölle, aber auch nicht in den Himmel, ſon⸗
dern an einen dritten Ort kommen, wo es ihnen
weder wohl noch wehe iſt; und nachdem er die
Calviniſch-Reformirten widerlegt hat, welche leh—
ren, daß alle Kinder der Gläubigen, ſie mögen
nun getauft oder nicht getauft werden, ſchon von
Mutterleibe durch das Erbrecht der Verheißung
heilig und im Bunde Gottes ſind: ſo fährt der
hocherleuchtete Gottesgelehrte alſo fort:

„Wir (Lutheraner) gehen hier die Mittelſtraße,
indem wir lehren, daß die Taufe zwar das Sacra⸗
ment des Eintritts in das Reich Gottes und das
Mittel der. Wiedergeburt ſei, welches allen, auch

den Kindern der Gläubigen, zu ihrer Wiedergeburt
und Seligkeit nöthig iſt, daß indeß doch im Fall
der Beraubung und Unmöglichkeit die Kinder der
Chriſten durch eine außerordentliche und beſondere
Dispenſation (Nachlaſſung) ſelig werden. Denn
die Nothwendigkeit der Taufe iſt nicht eine ab⸗
ſolute (unbedingte), ſondern eine (von Got́h)
geordnete. Wir Menſchen ſind von unſerer Seite
zu Annahme der Taufe verbunden, indeß iſt doch
Gottes außerordentliche Wirkung in den Kindern
nicht zu leugnen, welche Chriſto von frommen
Eltern und von der Kirche überhaupt durch ihr
Gebet zugebracht werden und ſodann ſterben, ehe
ihnen die Taufe zu Theil werden konnte, da Gott
ſeine Gnade und heilſame Wirkſamkeit nicht ſo an
die Taufe gebunden hat, daß er nicht im Fall der
Beraubung außer der gewöhnlichen Ordnung
ſollte wirken wollen und können. Wir machen
daher einen Unterſchied zwiſchen einer Nothwen⸗
digkeit von Gottes, und von unſerer Seite; zwi⸗
ſchen dem Fall der Beraubung, und dem ordent⸗
lichen Weg; auch zwiſchen den Kindern, welche in
der Kirche, und welche außerhalb der Kirche ge⸗
boren werden; von den Kindern, die außerhalb der
Kirche geboren werden, ſagen wir mit dem Apoſtel
1 Cor. 5, 12. 13.: „„Was gehen mich die draußen
an, daß ich ſie ſollte richten?““ Daher wir, da
wir für dieſe keine Verheißung haben, dieſelben
dem Gerichte Gottes überlaſſen; doch nehmen
wir keinen Mittelort zwiſchen Hölle und Himmel
an, worüber in der heiligen Schrift ein tiefes Still⸗
ſchweigen herrſcht. Aber von den Kindern, welche
in der Kirche geboren werden, haben wir eine
beſſere Hoffnung. Allerdings ſollen fromme
Eltern ihre Kinder, ſo bald als es geſchehen kann,
zur Taufe, als dem ordentlichen Mittel der Wie⸗
dergeburt, bringen und durch die Taufe Chriſto
darbringen; welche aber hierin nachläſſig ſich fin⸗
den laſſen, ſo daß ſie durch Sorgloſigkeit oder ver⸗
dammliche Verachtung des Sacramentes ihre

Kinder der Taufe berauben, dieſe werden von 3

Gott einſt zur ſtrengſten Rechenſchaft gefordert
werden, da ſie „„den Rath Gottes verachten““,
Luc. 7, 30. Indeſſen können und dürfen wir jene
Kinder, welche entweder in Mutterleibe oder durch
einen plötzlichen Zufall vor Empfangung der
Taufe ſterben, nicht unbeſonnener Weiſe ver⸗
dammen, ja wir halten vielmehr dafür, daß das
Gebet frommer Eltern, oder, wenn die Eltern hierin
fahrläſſig geweſen ſind, das Gebet der Kirche zu
Gott für dieſe Kinder gnädig erhört werde und
daß dieſelben zu Gnaden und zum Leben von Gott
angenommen werden, worüber man weiter nach⸗
leſen möge die Troſtbriefe und Schriften Luthers.“
(Loc. cit. § 237.)

(Eingeſandt.)

Grundſteinlegung.

Den lieben Freunden der „Erſten deutſchen
Evangeliſch Lutheriſchen St. Paulus-Gemeinde
in Chicago, Ill.“, die uns ihre chriſtliche Liebe
ſo thatſächlich bewieſen haben, diene hiermit zur
Nachricht, daß am Mittwoch nach Qua ſimodo⸗

geniti, den 18. April letzthin, der Eckſtein zur 4

English translation AI translation

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...and left it to the gentlemen authors to publish, in that very same paper in which they had first attacked Pastor Selle, their rejoinder to his defense as well. Thus the rejoinder — since in the meantime the "Christlicher Hausfreund" had perished — appeared in the May issue of a so-called "Evangelische Kirchenzeitung," published by the Reformed Pastor S. Miller of Lawrenceburg, Indiana. The most remarkable thing about it is that the writer, presumably the Union pastor in Chicago, remarks in his introduction to it that the "Lutheraner," by refusing to print that rejoinder, had only wished to help itself out of a tight spot. To this we need only point out that the "Kirchenzeitung" itself has furnished the most striking proof as to whether it is really we, or rather our opponents, who have gotten into a tight spot with the aforementioned rejoinder. For not only did the authors of it themselves quietly omit, in the present publication, several common abusive remarks that had occurred in it, but even the shrewd editor of the "Kirchenzeitung" himself shrank from communicating, in the revised text, some abusive remarks that had been left standing. We think that, since it is thus plain that the authors themselves are now ashamed of their own production, and that even their patrons did not wish their paper to be sullied by it, we are fully justified in not having complied with the demand to print it in our paper; indeed, the authors ought to feel themselves obligated to us for some gratitude, since our manner of proceeding in the matter has spared them a greater shame — quite apart from the fact that it is shameless to attack a Lutheran in the organ of a Union party, and then, when he defends himself in an organ of the Lutheran Church, to demand that the supposed refutation of this defense be printed in the Lutheran paper.

We remark further that our written answer to the correspondents is printed so incorrectly in the "Kirchenzeitung" that we have the honor of figuring in that paper as a man capable of writing sheer nonsense; we are willing, however, to charge this misfortune and domestic cross of many an editor to the account of the typesetter. Fortunately we took a copy both of our letter and of the rejoinder and filed it away, as we are accustomed to do with such important documents.

We would not have spent so many words on this matter did we not hope thereby to give many a person a hint that might be of use in similar cases, and spare much unnecessary and vexatious correspondence in the future.

On the Blessedness of Christian Children Who Die Without Baptism: A Testimony Against the Methodist Slander of Lutheran Doctrine and the Church.

Since the Methodist gentlemen see that, when they attack the actual doctrines of our Church, they thereby run up against a rock which, far from being shaken by them, rather shatters them, they have now taken another path on which they hope, with better luck, to be able to deal our Church a blow. That is, they ascribe to our Church certain unbiblical doctrines which the Lutheran Church has always rejected, take the field against such false doctrines, and then raise a great outcry that they have mightily defeated our Church. The Methodist paper, the "Christian Apologist," is full of such things; it is therefore impossible to refute everything that it mendaciously heaps upon the Lutheran Church.

In the most recent number of the "Apologist" that has reached us, that of May 10, a certain Mr. Köneke — with whom our readers have already become acquainted in similar instances — again resorts to the same Jesuitical device of making himself a knight in defense of our Church before his boundlessly ignorant Methodists. He writes, namely: "The so-called Old Lutherans maintain that little children who die unbaptized are lost." He then attempts to refute this doctrine ascribed to us, but does so so foolishly that one can only feel pity for the poor man; he says, among other things: "Christ, indeed, died both for original sin and for actual sins." Everyone can see that, by this conclusion, all men would have to be saved without faith and without baptism. But what does a Methodist care whether his conclusion holds; it is enough for him that he has drawn some conclusion; if he proves too much, he thinks that is all the better.

We cannot forbear, on this occasion, to communicate to our dear readers the testimony of an old, orthodox Lutheran, the blessed Johann Gerhard, concerning the blessedness of Christian children who die without baptism. After Gerhard, namely, in his Loci Theologici, in the article on Holy Baptism, has refuted the Papists, who teach that Christian children who have died without baptism do not indeed go to hell, but also not to heaven, but rather come to a third place, where it is neither well nor ill with them; and after he has refuted the Calvinist-Reformed, who teach that all children of believers, whether they be baptized or not, are already holy and within God's covenant from the womb by the hereditary right of the promise: the highly enlightened theologian then continues as follows:

"We (Lutherans) here take the middle way, in that we teach that Baptism is indeed the sacrament of entrance into the kingdom of God and the means of regeneration, which is necessary for all — even for the children of believers — for their regeneration and salvation; but that nevertheless, in the case of deprivation and impossibility, the children of Christians become blessed through an extraordinary and special dispensation (remission). For the necessity of Baptism is not an absolute (unconditional) one, but one ordained by God. We men are, on our part, obligated to receive Baptism; nevertheless God's extraordinary working in children is not to be denied — children who are brought to Christ by godly parents and by the Church in general through their prayer, and who then die before Baptism could be given to them — since God has not so bound His grace and saving efficacy to Baptism that He should not, in the case of deprivation, be willing and able to work outside the ordinary order. We therefore make a distinction between a necessity on God's part and one on our part; between the case of deprivation and the ordinary way; also between children who are born within the Church and those born outside the Church. Concerning the children who are born outside the Church, we say with the Apostle, 1 Cor. 5:12–13: "What have I to do to judge them also that are without?" Wherefore, since we have no promise for these, we leave them to the judgment of God; yet we admit no middle place between hell and heaven, concerning which a deep silence prevails in Holy Scripture. But concerning the children who are born within the Church, we have a better hope. To be sure, godly parents ought to bring their children to Baptism, as the ordinary means of regeneration, as soon as it can be done, and offer them to Christ through Baptism; but those who show themselves negligent in this, so that through carelessness or damnable contempt of the sacrament they deprive their children of Baptism, will one day be called by God to the strictest account, since they "despise the counsel of God," Luke 7:30. Nevertheless we neither can nor may rashly condemn those children who die either in the womb or through a sudden mishap before receiving Baptism; indeed we hold rather that the prayer of godly parents — or, if the parents have been negligent in this, the prayer of the Church — is graciously heard by God for these children, and that they are received by God into grace and unto life; concerning which one may further consult the comforting letters and writings of Luther." (Loc. cit., § 237.)

(Submitted.)

Cornerstone-Laying.

Let it hereby serve as notice to the dear friends of the "First German Evangelical Lutheran St. Paul's Congregation in Chicago, Ill.," who have shown us their Christian love so tangibly, that on Wednesday after Quasimodogeniti, the 18th of April last, the cornerstone of the