Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 4, Nummer 13 › Seite 98

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1848-02-22, Seite 98

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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Abendmahl

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2. euch zu eurer Warnung auch ſein
Schickſal in jener Welt vor Augen
ſtellen.

Gott, wir wiſſen, daß Du das Herz prüfeſt,
und Aufrichtigkeit iſt Dir angenehm, darum bitten
wir Dich, behüte uns, daß unſer keiner mit bloßem
Scheine des Glaubens und Chriſtenthums ſich
betrüge. Gib uns ſelbſt zu erkennen, wie wir ſind
und wie wir mit Dir ſtehen, damit Du uns nicht
einſt, wenn wir vor Deinem Angeſichte erſcheinen,
als unnütze Knechte von Dir weiſen müſſeſt, ſon⸗
dern daß wir Dir hier von ganzem Herzen dienen
und einſt von Dir als die Deinigen erkannt und
ſelig werden. Erhöre uns, Du treuer Gott, um
IEſu Chriſti, Deines lieben Sohnes willen.

Amen.
1.

Soll ich euch, meine Lieben, das Bild eines
Scheinchriſten entwerfen, ſo muß ich euch zweierlei
zeigen, erſtlich den chriſtlichen Schein, den ein
ſolcher Menſch hat, und zweitens, was ihm, um
ein Chriſt zu ſein, fehle, alſo mit einem Worte
erſtens ſein Aeußeres und zweitens ſein Inneres.

Was nun das Erſte betrifft, ſo beſchreibt Chri⸗
ſtus den Scheinchriſten in dem in unſerm Evan⸗
gelio enthaltenen Gleichniſſe als einen ſolchen,
welcher die Einladung zur Hochzeit angenommen
und ihr Folge geleiſtet hat, der in den Hochzeits⸗
ſaal eingegangen iſt, ſich unter die feſtlich ge⸗
ſchmückten Gäſte gemiſcht und ſich mit an die
Tafel geſetzt hat, der nun mit ißt und trinkt, und
ſich gänzlich wie die andern Hochzeitsgäſte ge⸗
berdet. Hiermit gibt uns Chriſtus ſelbſt in wenig
Worten das vollſtändige Bild eines Scheinchriſten
nach ſeiner äußeren Geſtalt.

Hieraus ſehen wir: ein Scheinchriſt iſt alſo nicht
derjenige, der in offenbarem Unglauben oder in
offenbaren Sünden lebt. Nein, wer nicht einmal
an das Wort Chriſti und ſeiner heiligen Propheten
und Apoſtel und überhaupt nicht an das heilige
Bibelbuch glaubt, dasſelbe nicht für Gottes Wort
und Chriſtum nicht für Gottes Sohn hält; daher
die Gnadenmittel verachtet, nicht zur Kirche und
zur Feier des heiligen Abendmahls kommt, ſich
des Betens ſchämet, Chriſtum vor der Welt ver⸗
leugnet, ſich von den Chriſten abſondert und ſich
zu den Spöttern hält; oder wer in Fluchen und
Schwören, oder in ungebändigtem Zorn, in Un⸗
verſöhnlichkeit, Feindſchaft und Rachſucht, oder in
unzüchtigen Worten und Geberden und in
Trunkenheit und Völlerei, oder in Betrug,
Wucher und offenbarem Geiz, oder in Lügen
und Verleumdung anderer und in Prahlerei und
Selbſilob, und dergleichen, lebt und alle Luſt und
Eitelkeit der Welt offenbar mitmacht: ein ſolcher
gehört nicht zu den Scheinchriſten, ſondern zu den
Unchriſten, nicht zu den Heuchlern, ſondern zu den
Gottloſen, nicht zu den falſchen Brüdern, ſondern
zu den offenbar Abgefallenen, nicht zu dem leicht
täuſchenden Unkraut unter dem Waizen auf dem
Acker Gottes, ſondern zu den Dornen und Diſteln.

Der Scheinchriſt hat vielmehr, wie uns Chriſtus
im Evangelio ſagt, die Einladung zur himmliſchen
Hochzeit auch angenommen und ihr Folge geleiſtet;

er iſt alſo auch ein getaufter Chriſt und rühmt ſich

9

ſeiner Taufe, er hört auf das Wort Gottes, und
bekennet, daß er daran glaube, und daß er Chriſtum
für den Sohn Gottes halte, der gekommen ſei, ein
Himmelreich auf Erden zu ſtiften. Der Schein⸗
chriſt iſt, wie Chriſtus ferner ſagt, auch in den
Hochzeitsſaal eingegangen; das heißt, er hat ſich
auch zu der rechten Kirche gewendet, hält es
mit ihr, bekennt ſich zu ihr, nimmt die reine
Lehre an, hat vielleicht eine ſehr gute Erkenntniß
von derſelben und vertheidigt ſie wohl auch mit
großem Ernſt und Eifer. Der Scheinchriſt hat
ſich ferner, wie Chriſtus ſagt, unter die feſtlich ge⸗
ſchmückten Gäſte gemiſcht; das heißt, er hält ſich
nicht mehr zur Welt, ſondern hält Freundſchaft
und Gemeinſchaft mit wahren gläubigen Chriſten,
unterredet ſich mit ihnen gern über geiſtliche
Gegenſtände, beſucht ſie und ladet ſie zu ſich ein.
Der Scheinchriſt hat ſich ferner, wie Chriſtus ſagt,
mit an die Tafel geſetzt und ißt und trinkt mit;
das heißt, er gebraucht die Gnadenmittel, wie die
wahren Chriſten, genießt fleißig das Brod des
Lebens, hört nemlich fleißig Gottes Wort, und er⸗
ſcheint oft am Tiſche des HErrn, treibt auch wohl
Gottes Wort mit den Seinigen und lieſ't eifrig in
der Schrift und andern gottſeligen Büchern. Der
Scheinchriſt geberdet ſich endlich, wie Chriſtus
ſagt, wie die andern Hochzeitsgäſte; das heißt,
er lebt äußerlich, wie fromme Chriſten zu leben
pflegen; man kann ihm keine offenbaren Sünden
vorwerfen; er lebt ehrbar; ſeine Reden ſind chriſt⸗
lich und verrathen keine Hoffart; ſeine Geberden
ſind anſtändig und zeigen Beſcheidenheit; ſeine
Werke ſind löblich; er eifert gegen das Unrecht;
er iſt freigebig, dienſtfertig und nimmt ſich des
allgemeinen Beſten, wie es Chriſten geziemt, an;
er gibt jedem das Seine und iſt kein loſer Schuld⸗
ner; er iſt mäßig; er iſt fleißig in ſeiner Arbeit;
er zeigt ſich verſöhnlich gegen ſeine Beleidiger und
läßt ſich, wo er eines Fehlers überwieſen wird,
ſtrafen. Worin beſteht alſo die äußerliche Geſtalt
eines Scheinchriſten? Es iſt mit kurzen Worten
die Geſtalt eines rechtſchaffenen frommen Chriſten.

Aber wie? ſollte es möglich ſein, ſo chriſtlich zu
leben, und doch nur ein Scheinchriſt zu ſein? —
Iſts nicht erſchrecklich, daß ein Menſch trotz eines
ſolchen rühmlichen Wandels verloren gehen ſoll?
Denn werden ſelbſt viele, die ſo chriſtlich leben,
nicht ſelig, welche Hoffnung können ſich dann die
machen, die es noch nicht einmal ſo weit gebracht
haben? Wer kann dann noch ſelig werden? —
So ſchrecklich dieſe Wahrheit iſt, ſo iſt ſie doch eben
Wahrheit, denn Chriſtus ſetzt deutlich hinzu:
„Viele ſind berufen, aber wenige ſind
auserwählt.“

Was iſt es nun, was allen Scheinchriſten fehlt,
daß ſie bei allem ihrem chriſtlichen, ehrbaren Leben,
ihren guten Werken, ihren gottſeligen Uebungen
und ihrem thätigen Eifer doch keine wahren Chri⸗

ſten ſind? — Chriſtus ſagt, es fehle ihnen das

„hochzeitliche Kleid“. Was mag Chriſtus
hiermit meinen? Um Chriſti Meinung gewiß zu
treffen, müſſen wir die heilige Schrift ſelbſt zu
Rathe ziehen und dürfen nicht nach unſeren eigenen
Gedanken gehen. Die heilige Schrift redet aber
auch an anderen Stellen nicht ſelten von gewiſſen

Kleidern, deren ein Menſch bedarf, lwenn er ſelig

werden ſoll. Unter anderen läßt Chriſtus dem
Biſchof zu Laodicäa ſagen: „Ich rathe dir, daß
du Gold von mir kaufeſt, das mit Feuer durch⸗

läutert iſt, daß du reich werdeſt; und weiße Kle⸗I

der, daß du dich anthuſt, und nicht offenbar werde
die Schande deiner Blöße.“ Dahin geht, was

von der Kirche Chriſti geſchrieben ſteht im 19ten.

Capitel der Offenbarung St. Johannis, woſelbſt

es heißt: „Und es ward ihr gegeben, ſich anu⸗

thun mit reiner ſchöner Seide“; zur Erklärung

aber wird hinzugeſetzt: „Die Seide aber iſt die

Gerechtigkeit der Heiligen.“ Daher ſpricht auch

Jeſaias: „Der HErr hat mich angezogen mit

Kleidern des Heils, und mit dem Rock der Ge⸗
rechtigkeit gekleidet.“ Am allerdeutlichſten aber
wird die Meinung Chriſti durch den Ausſpruch

St. Pauli im Briefe an die Galater: „Wie viel
euer getauft ſind, die haben Chriſtum angezogen“,

oder, wie er an die Römer ſchreibt: „Ziehet an
den HErrn IEſum Chriſtum.“

Hieraus iſt klar, wenn Chriſtus den Schein⸗
chriſten als einen Hochzeitsgaſt ohne ein hochzeit⸗
liches Kleid darſtellt, ſo will er ſagen: ein Schein⸗
chriſt iſt ein Menſch, der bei allem ſeinem hert⸗

lichen äußerlichen chriſtlichen Schein doch den!

wahren Glauben, durch welchen die wahren

Chriſten Chriſtum und ſeine Gerechtigkeit wie ein

Kleid anziehen, noch nicht in ſeinem Herzen trägt.

Der Scheinchriſt glänzt wohl äußerlich vor Men⸗
ſchen durch ſein ſcheinbar chriſtliches Leben, aber
vor Gottes allſehenden Augen hat ſein Leben eine
Geſtalt, die ihm nicht gefallen kann, denn, ſagt dit
Schrift, „ohne Glauben iſt es unmöglich, Gott zu
gefallen.“ Der Scheinchriſt iſt wohl reich an ſo⸗
genannten guten Werken, aber weil dieſelben nicht

aus der guten Quelle eines durch den wahren

Glauben gereinigten Herzens fließen, ſo ſind ſie
vor Gott nichts Beſſeres, als Sünden, denn, ſagt

die Schrift, „was nicht aus dem Glauben geht,
Der Scheinchriſt redet wohl ſchͤn
von Chriſto, aber Chriſtus iſt nur auf ſeiner

iſt Sünde“.

Zunge, nicht im Herzen. Der Scheinchriſt trägt
wohl den Namen eines Chriſten, aber er iſt nicht,

was der Name ſagt, denn ein Chriſt heißt auf 3

deutſch ein Geſalbter, nemlich mit dem Heiligen

Geiſt, und dieſer wohnt nicht in ſeiner Seele.

Der Scheinchriſt iſt wohl durch ſein rechtgläubiges

Mundbekenntniß ein Rebe am Weinſtock Chriſto,
aber ein dürrer Rebe.

Wandels, aber die Früchte ſind innerlich faul,
denn er ſelbſt iſt noch ein wilder fauler Baum,
der noch nicht auf den Baum des Lebens, auf
Chriſtum gepflanzt iſt. Der Scheinchriſt hat wohl
auch eine Decke über ſeinen Sünden, aber es ſind

das die Feigenblätter ſeiner Einbildung, aber nicht FU

das Kleid, welches geſponnen iſt von der Wolle
des Lammes Gottes, das der Welt Sünden trägt.

Der Scheinchriſt bringt
auch wohl ſchön ausſehende Früchte eines ehrbaren

Der Scheinchriſt iſt ein Grab, vas äußerlich lic⸗

lich ausſieht, aber im Innern iſt noch der Moder
des geiſtlichen Todes; er iſt dem Bilde eines
Chriſten gleich, das zwar große Aehnlichkeit, abe
kein Weſen noch Leben hat. Der Scheinchriſt iſ
daher wohl in der Kirche, aber nicht von de

English translation AI translation

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2. set before your eyes, for your warning, also his fate in that world.

God, we know that thou triest the heart, and that uprightness is pleasing to thee; therefore we beseech thee, keep us, that none of us deceive himself with a mere semblance of faith and Christianity. Grant us ourselves to know how we are and how we stand with thee, that thou mayest not, when we one day appear before thy countenance, have to dismiss us as unprofitable servants, but that we may here serve thee with our whole heart, and one day be acknowledged by thee as thine own, and be saved. Hear us, thou faithful God, for the sake of Jesus Christ, thy dear Son. Amen.

1.

If I am to sketch for you, my beloved, the picture of a false-seeming Christian, I must show you two things: first, the Christian appearance which such a man has, and second, what he lacks in order to be a Christian — in a word, first his outward form, and second his inward state.

As for the first, then, Christ, in the parable contained in our Gospel, describes the false-seeming Christian as one who has accepted the invitation to the wedding and complied with it, who has entered the wedding hall, has mingled among the festively adorned guests and has sat down with them at the table, who now eats and drinks and comports himself entirely like the other wedding guests. With this Christ himself gives us in a few words the complete picture of a false-seeming Christian according to his outward form.

From this we see: a false-seeming Christian is, accordingly, not one who lives in manifest unbelief or in manifest sins. No; whoever does not even believe in the word of Christ and of his holy prophets and apostles, and does not at all believe the holy Bible, does not hold it to be God's Word and Christ to be God's Son; who therefore despises the means of grace, does not come to church and to the celebration of the holy Lord's Supper, is ashamed to pray, denies Christ before the world, separates himself from Christians and holds with the scoffers; or whoever lives in cursing and swearing, or in unbridled anger, in unforgivingness, enmity and vengefulness, or in unchaste words and gestures and in drunkenness and gluttony, or in fraud, usury and manifest greed, or in lying and slandering others and in boasting and self-praise, and the like, and openly joins in all the lust and vanity of the world — such a one does not belong among the false-seeming Christians, but among the un-Christians; not among the hypocrites, but among the godless; not among the false brethren, but among those who have manifestly fallen away; not among the readily deceiving tares among the wheat in God's field, but among the thorns and thistles.

The false-seeming Christian, rather, as Christ tells us in the Gospel, has also accepted the invitation to the heavenly wedding and complied with it; he is, then, also a baptized Christian and boasts of his baptism; he listens to the Word of God and confesses that he believes it, and that he holds Christ to be the Son of God who came to establish a kingdom of heaven on earth. The false-seeming Christian, as Christ further says, has also entered the wedding hall; that is, he too has turned to the true church, holds with it, professes it, accepts the pure doctrine, perhaps has a very good knowledge of it, and indeed defends it well, even with great earnestness and zeal. The false-seeming Christian has, further, as Christ says, mingled among the festively adorned guests; that is, he holds no longer to the world, but keeps friendship and fellowship with true, believing Christians, gladly converses with them about spiritual matters, visits them and invites them to himself. The false-seeming Christian has, further, as Christ says, sat down with them at the table and eats and drinks along with them; that is, he uses the means of grace as the true Christians do, diligently partakes of the bread of life, that is, diligently hears God's Word, and often appears at the Table of the Lord, occupies himself too with God's Word together with his household, and reads eagerly in Scripture and in other godly books. The false-seeming Christian, finally, comports himself, as Christ says, like the other wedding guests; that is, he lives outwardly as pious Christians are accustomed to live; one can charge him with no manifest sins; he lives honorably; his speech is Christian and betrays no arrogance; his bearing is decent and shows modesty; his works are praiseworthy; he is zealous against injustice; he is generous, ready to serve, and concerns himself, as befits Christians, with the common good; he gives every man his own and is no dishonest debtor; he is temperate; he is diligent in his work; he shows himself reconcilable toward those who wrong him, and lets himself be corrected where he is convicted of a fault. Wherein, then, does the outward form of a false-seeming Christian consist? In a few words, it is the form of an upright, godly Christian.

But how? Should it be possible to live so Christian a life, and yet be only a false-seeming Christian? — Is it not appalling that a man, despite so praiseworthy a walk, should be lost? For if even many who live so Christian a life are not saved, what hope, then, can those have who have not even come that far? Who, then, can still be saved? — Terrible as this truth is, it is nevertheless truth, for Christ adds distinctly: "Many are called, but few are chosen."

What is it, then, that all false-seeming Christians lack, that with all their Christian, honorable life, their good works, their godly exercises and their active zeal, they are still not true Christians? — Christ says they lack the "wedding garment." What might Christ mean by this? To be sure of Christ's meaning, we must consult Holy Scripture itself, and must not go by our own thoughts. Now Holy Scripture, in other places too, speaks not seldom of certain garments which a man needs if he is to be saved. Among other things, Christ has it said to the bishop of Laodicea: "I counsel thee to buy of me gold tried in the fire, that thou mayest be rich; and white raiment, that thou mayest be clothed, and that the shame of thy nakedness do not appear." To the same effect is what is written of the church of Christ in the nineteenth chapter of the Revelation of St. John, where it says: "And to her was granted that she should array herself in fine, pure, bright silk"; and by way of explanation it is added: "For the silk is the righteousness of the saints." Hence Isaiah too says: "The Lord hath clothed me with the garments of salvation, and covered me with the robe of righteousness." But the meaning of Christ is made clearest of all by the saying of St. Paul in the epistle to the Galatians: "For as many of you as have been baptized into Christ have put on Christ"; or, as he writes to the Romans: "Put ye on the Lord Jesus Christ."

From this it is clear that when Christ portrays the false-seeming Christian as a wedding guest without a wedding garment, he means to say: a false-seeming Christian is a man who, for all his splendid outward Christian appearance, does not yet bear in his heart the true faith by which true Christians put on Christ and his righteousness as a garment. The false-seeming Christian indeed shines outwardly before men through his seemingly Christian life, but before God's all-seeing eyes his life has a form that cannot please him, for, says Scripture, "without faith it is impossible to please God." The false-seeming Christian is indeed rich in so-called good works, but because these do not flow from the good spring of a heart cleansed by true faith, they are before God nothing better than sins, for, says Scripture, "whatsoever is not of faith is sin." The false-seeming Christian indeed speaks beautifully of Christ, but Christ is only on his tongue, not in his heart. The false-seeming Christian indeed bears the name of a Christian, but he is not what the name says, for a Christian, translated into German, means "an anointed one," namely with the Holy Spirit, and this Spirit does not dwell in his soul. The false-seeming Christian is, through his orthodox confession with the mouth, indeed a branch on the vine, Christ, but a withered branch. The false-seeming Christian indeed also bears fair-looking fruits of an honorable life, but the fruits are inwardly rotten, for he himself is still a wild, rotten tree that has not yet been grafted onto the tree of life, onto Christ. The false-seeming Christian indeed also has a covering over his sins, but these are the fig leaves of his own imagining, and not the garment that is spun from the wool of the Lamb of God who bears the sin of the world. The false-seeming Christian is a grave which looks fair on the outside, but within is still the mold of spiritual death; he is like the picture of a Christian, which indeed has a great resemblance, but has neither substance nor life. The false-seeming Christian is, therefore, indeed in the church, but not of the