Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 67, Nummer 13 › Seite 205

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1911-06-27, Seite 205

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Ich bin das Licht, ich leucht' euch für
Mit heil'gem Tugendleben.
Wer zu mir kommt und folget mir,
Darf nicht im Finstern schweben.
Ich bin der Weg, ich weise wohl,
Wie man wahrhaftig wandeln soll.

Ich zeig' euch das, was schädlich ist,
Zu fliehen und zu meiden
Und euer Herz von arger List
Zu rein'gen und zu scheiden.
Ich bin der Seelen Fels und Hort
Und führ' euch zu der Himmelspfort'.

So sollen wir Christum anziehen, Christo nachwandeln. Und die Fürsorge für unsern Leib, die ja berechtigt ist, sollen wir nicht in der Weise üben, daß dessen böse Begierden dadurch erregt werden.

Dazu werden wir ermahnt „durch die Barmherzigkeit Gottes".	C. M. Z.

Albert Friedrich Hoppe.

II.

Der selig verstorbene Prof. D. Hoppe erzählt in der Beschreibung seines eigenen Lebens weiter aus der Zeit seines Aufenthalts in New Orleans:

Von der Kriegszeit, aus den Jahren 1861 bis 1865, will ich hier nur dies erwähnen, daß die Lebensmittel ungemein teuer waren; für eine Kartoffel haben wir 10 Cents bezahlt, für einen kleinen Sack Mehl von 60 Pfund, der uns durch Gefälligkeit verschafft wurde, 10 Dollars. Eine Zeitlang erhielten wir durch die Mildtätigkeit unserer Nachbarin jeden Tag etwas Brot für unser kleines zweites Töchterchen, welches der HErr uns wieder genommen hat. Wir lebten hauptsächlich von cornmeal-mush. Nach der Passierung der Forts Philip und Jackson durch die nördlichen Schiffe standen wir mehrere Tage in der Befürchtung eines Bombardements der Stadt. Nachdem wir lange Zeit von aller Verbindung mit der Außenwelt abgeschnitten gewesen waren, erhielten wir die erste Zusendung des „Lutheraner", der „Abendschule", der „Lehre und Wehre" und etlicher Schulbücher, Gesangbücher ꝛc. von St. Louis, weil der Fluß noch nicht frei war, über New York. Die Transportkosten der kleinen Kiste, welche diese Gegenstände enthielt, betrugen 30 Dollars. Die Lebensmittel, welche der Stadt nach der Eröffnung des Hafens zugeführt wurden, waren schlecht, zum Teil verdorben und wurden zu enormen Preisen verkauft. Dies hatte darin seinen Grund, daß General Butler nur den von seinem Bruder beladenen Schiffen towboats zur Verfügung stellte, während eine ganze Flotte von Schiffen, die mit Lebensmitteln befrachtet waren, an der Barre liegen bleiben und ihre Waren verderben lassen mußte. Bemerken will ich noch, daß wir die Beschießung der Forts in nächtlichen Stunden ganz deutlich hören konnten; das Geräusch war dem gleich, als ob in unmittelbarer Nähe große Kisten zugenagelt würden; eine Zeitlang verstummte es dann, um bald von neuem wieder zu beginnen. Ein konföderierter Soldat aus unserer Gemeinde, der zu der Zeit in Fort Jackson gewesen war, bestätigte mir, daß das Bombardement seitens der Schiffe in der eben angegebenen Weise vor sich gegangen sei; die Bomben wären in das Glacis achtzehn Fuß tief eingeschlagen; sie hätten eine ausgegraben.

Nachdem ich von der Gelbfieberkrankheit wiederhergestellt war, richtete ich mein Amt aus wie zuvor und schonte mich auch nicht, als ich in der Passionszeit 1868 an einer schweren Erkältung zu leiden hatte, stellte auch weder Konfirmandenunterricht noch Passionsgottesdienste ein und wurde infolgedessen halsleidend, so daß ich nach der Konfirmation und der Osterzeit kaum ein lautes Wort reden konnte. Die Gemeinde wollte mir zu meiner Erholung zwei Monate Urlaub geben, und so reiste ich zu der Synodalversammlung des Westlichen Distrikts in St. Louis, welche am 6. Mai 1868 begann, und fand in dem Hause des Herrn Leonhardt gastliche Aufnahme. Da erhielt ich von meiner Gemeinde ein vom 10. Mai datiertes Schreiben, aus welchem ich folgendes mitteile: „Da Sie schon so viele Jahre hindurch der Zionsgemeinde durch gute und böse Tage das Wort Gottes lauter und rein gepredigt und ihr in jeder Beziehung in allen Verhältnissen nach Ihrem Vermögen treulich beigestanden und dadurch Ihre Gesundheit aufgeopfert haben, fühlt sie sich aus Dankbarkeit und Pflicht gedrungen, Ihnen vorzuschlagen, eine Reise nach Deutschland zu machen, um dadurch so viel wie möglich Ihre Gesundheit, die bei ihr sehr gelitten, wiederherzustellen." Die zu der Reise nötigen Geldmittel wurden von der Gemeinde dargereicht. Diesen Vorschlag nahm ich mit Freuden an, da es mir dadurch ermöglicht wurde, meinen alten Vater und meine liebe Schwester und andere teure Verwandte und Freunde noch einmal in diesem Leben zu sehen. Eine besondere Kur wegen meines Leidens vorzunehmen, war nicht vonnöten, da mir schon hervorragende Ärzte in New Orleans gesagt hatten, daß das einzige Mittel zu meiner Wiederherstellung möglichste Schonung sei, und dasselbe wurde mir von Professor Bock in Leipzig, den ich zu Rate zog, wiederholt.

Bald nach der Synode unternahm ich zugleich mit Herrn Leonhardt und Familie die Reise nach Deutschland, wo ich mich zwei volle Monate aufhielt. Dann trat ich die Rückreise an und noch im August langte ich wieder, bedeutend gebessert, in New Orleans an.

Nach einiger Zeit nahm ich dann den Beruf an, welchen die Zionsgemeinde, das ist, meine eigene Gemeinde, mir am 29. Dezember 1868 zustellte, in welchem sie, eine inkorporierte Körperschaft, mich „zum Professor einer höheren Schule" berief. So war ich denn aufgerückt zu der Stellung, die mir, als ich ein kleiner Junge war, als die höchste erschien, weil mein Großvater Professor gewesen war.

Ein Jahr lang zahlte mir die Gemeinde noch meinen bisherigen Pfarrersgehalt, „um mir bei der Errichtung der Akademie behilflich zu sein". Später bedurfte ich ihrer Beihilfe nicht mehr, wenigstens nicht einer pekuniären. Gern hätte ich es gesehen, daß die Gemeindeglieder ihre Kinder in meine Schule geschickt hätten, und ich ließ von den Kanzeln verkündigen, daß ich solche Schüler umsonst unterrichten würde. Aber mehrere Jahre hindurch hatte ich aus allen Gemeinden nur einen einzigen Schüler; von auswärtigen wurde ich auch nicht überlaufen. So war ich denn genötigt, neben der Schule Privatunterricht zu erteilen in den verschiedenartigsten Gegenständen. Ich erteilte Doktoren lateinischen Unterricht, lehrte Englisch in amerikanischen Häusern, Französisch bei Franzosen, Deutsch bei Deutschen und Amerikanern, Hebräisch bei Juden, außerdem Lesen, Schreiben, Rechnen, Mathematik, Buchhalten und Musik. Zum Teil wurde dieser Unterricht sehr gut be-

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I am the light, I shine for you
With holy life of virtue.
Whoever comes to me and follows me
Need not hover in darkness.
I am the way, I show well
How one should truly walk.

I show you what is harmful,
To flee and to avoid,
And to cleanse and separate your heart
From wicked cunning.
I am the rock and refuge of souls
And lead you to heaven's gate.

So we are to put on Christ, to walk after Christ. And the care for our body, which is indeed right, we should not exercise in a way that thereby stirs up its evil desires.

To this we are exhorted "by the mercies of God."	C. M. Z.

Albert Friedrich Hoppe.

II.

The late Prof. D. Hoppe, in the account of his own life, further relates from the time of his stay in New Orleans:

Of the war years, from 1861 to 1865, I will mention here only this, that food was extremely expensive; we paid 10 cents for one potato, and 10 dollars for a small 60-pound sack of flour that was obtained for us as a favor. For a time we received, through the charity of our neighbor, a little bread every day for our small second daughter, whom the Lord later took from us again. We lived mainly on cornmeal mush. After the passing of Forts Philip and Jackson by the northern ships, we stood for several days in fear of a bombardment of the city. After we had been cut off from all connection with the outside world for a long time, we received our first shipment of the "Lutheraner," the "Abendschule," the "Lehre und Wehre," and some schoolbooks, hymnals, etc., from St. Louis, sent via New York because the river was not yet open. The transport costs of the small crate containing these items came to 30 dollars. The food that was brought to the city after the opening of the port was poor, partly spoiled, and was sold at enormous prices. The reason for this was that General Butler made towboats available only to the ships loaded by his brother, while an entire fleet of ships freighted with food had to remain lying at the bar and let their goods spoil. I will also note that we could hear the bombardment of the forts quite clearly during the night hours; the sound was like that of large crates being nailed shut nearby; it would fall silent for a while, then begin again anew. A Confederate soldier from our congregation, who had been at Fort Jackson at the time, confirmed to me that the bombardment by the ships had proceeded in just the manner described; the bombs, he said, had struck eighteen feet deep into the glacis, and they had dug one out.

After I had recovered from yellow fever, I carried on my office as before and did not spare myself, so that when I suffered a severe cold during Lent in 1868, I still did not omit either confirmation instruction or the Lenten services, and as a result developed a throat ailment, so that after confirmation and Eastertide I could scarcely speak a loud word. The congregation wanted to give me two months' leave for my recovery, and so I traveled to the synodical assembly of the Western District in St. Louis, which began on May 6, 1868, and found hospitable lodging in the house of Mr. Leonhardt. There I received from my congregation a letter dated May 10, from which I quote the following: "Since you have for so many years, through good days and bad, preached to Zion Congregation the Word of God purely and clearly, and have faithfully stood by it in every respect and in all circumstances according to your ability, thereby sacrificing your health, it feels compelled out of gratitude and duty to propose to you that you take a trip to Germany, in order thereby to restore, as far as possible, your health, which has suffered greatly." The funds needed for the trip were provided by the congregation. I accepted this proposal with joy, since it made it possible for me to see my aged father and my dear sister and other beloved relatives and friends once more in this life. There was no need to undertake any special cure for my ailment, since eminent physicians in New Orleans had already told me that the only remedy for my recovery was the greatest possible rest, and the same was repeated to me by Professor Bock in Leipzig, whom I consulted.

Soon after the synod I set out, together with Mr. Leonhardt and his family, on the journey to Germany, where I stayed a full two months. I then began the return journey and arrived back in New Orleans, considerably improved, already in August.

After some time I then accepted the position that Zion Congregation — that is, my own congregation — offered me on December 29, 1868, in which it, as an incorporated body, called me "to be professor of a higher school." So I had risen to the position that had seemed to me the highest of all when I was a small boy, because my grandfather had been a professor.

For a year the congregation continued to pay me my previous pastor's salary, "to assist me in establishing the academy." Later I no longer needed their assistance, at least not financially. I would gladly have seen the members of the congregation send their children to my school, and I had it announced from the pulpits that I would teach such pupils free of charge. But for several years I had only a single pupil from all the congregations; nor was I overrun by outside students. So I was compelled, alongside the school, to give private lessons in the most varied subjects. I gave Latin instruction to doctors, taught English in American households, French to Frenchmen, German to Germans and Americans, Hebrew to Jews, and besides that reading, writing, arithmetic, mathematics, bookkeeping, and music. In part this instruction was very well...