Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 22 › Seite 153
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1853-06-21, Seite 153
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Cited in Eckhardt's Reallexikon (1907) under: Gemeindeſchule
er ſagt, das will ich annebmen. Alſo könnteſt
du dem Teufel entlaufen und vor ihm ſicher
ſein, wenn du Chriſtum vor Augen hielteſt;
wenn man ihn aber aus den Augen verlieret,
ſo iſt's aus. Sonſt ſoll man Angen, Ohren
und Herz zuthun, und nur glauben, was er
ſagt.
St. Antonius hat auf eine Zeit geſehen, daß
die Welt gar voller Stricke gelegt war, und ei⸗
ner nach dem andern gelegt; da ſeufzte er tief
und ſprach: Wer will den Stricken alleu ent⸗
laufen? Da wird ihm geantwortet: Wer da
demüthig iſt. Das iſt dunkel geredet, wenn es
von Gott gertdet wäre, es iſt zu ſchwach; denn
die Welt iſt voller Stricke,
fleiſchlicher Sünden, ſondern voller Mißglau⸗
ben, Verzweiflung und andrer Laſter. Aber
rer kann des Teufels nicht loswerden, noch ihm
entlaufen, der nicht Chriſtum kennet.
ſage: Ich weiß nichts, denn Chriſtum, den will
ich allein hören, was er redet; da müſſen denn
alle Stricke zerreißen. Will ich aber die De—
muth haben, ſo falle ich auf meine Werke, werde
ein Mönch, die demüthigen ſich vor den Leuten.
Als, ein Barfüßermönch dücket und bücket ſich
vor den Leuten, auch vor Gott, und machet doch
aus ihm ſelber einen Schalk; aber wenn ich zu
ihm ſage: Du biſt ein Schalk, ſo wird er zor⸗
nig, toll und thöricht.
Darum ſo iſt's ein finſter Wort, Demuth;
wenn er's ſo meinet, ſo wollte er, daß man nur
verzweifeln ſollte. Es iſt aber nicht genug, daß
man thue, wie Judas. Aber wenn du deine
Demuth fahren läſſeſt, hältſt und traueſt
auf den einigen Mann, Chriſtum, das thut's.
Darum iſt's auch zu thun; wie er denn ſagt:
Wenn ihr mich kennet, ſo kennet ihr auch den
Vater. Hebe nicht hinten an, noch oben an,
daß du wollteſt den Vater vor kennen lernen,
es wird nichts daraus; ſondern alſo thue ihm:
ſchleuß die Augen zu, und ſage, ich weiß nichts
von Gott, noch vom Vater, ich komme denn hie⸗
her, und höre was Chriſtus ſagt. Deun was
ſonſt außerhalb dieſes Mannes Wort, wie hoch
es auch ſein mag und was es nur iſt, gepredi⸗
get und erdacht wird das iſt nicht der Vater,
ſondern bleibt Blindheit, Irrthum und der Teu⸗
fel ſelber. Wenn ihr aber mich kennetet, ſo ken⸗
netet ihr auch den Vater; aber kennet ihr mich
nicht, ſo wiſſet ihr auch nichts vom Vater, denn
der Vater hat geſagt, er will durch den Sohn
erkannt ſein. Und nimmt uns aus allen hohen
Schulen, aus aller weiſen Leute Geſetz, aus al⸗
ler heiligen Leute Leben, aus allen Neligionen,
Glauben und Lehren, aus den Kloſterkappen
und Platten, und ſpricht: Wer will wiſſen, wer
ich, Gott der Vater, ſei, der höre Chriſtum, den
Sohn.
Das iſt unſre chriſtliche Lehre. Wir wollen
es vom Papſt nicht wiſſen noch lernen, oder den
Hals drüber laſſen, wenn er uns will gen Him⸗
mel führen, denn er kennet den Vater nicht;
wir wollen ſeines Glaubens nicht; es iſt der
türkiſche, jüdiſche und papiſtiſche Glaube faſt
Ein Ding. Sondern ſage: Lehre mich ehe
Chriſtum erkennen, und führe mich zu dem
nicht allein voller!
Darum
1
*
—
—152 —
Manne; hat's der Mann geſagt, ö
Wort, kömmt's aus ſeinem Munde, ſo will ich's
annehmen, und will dir die Füße küſſen, und
will dir noch wohl mehr Ehre thun. Aber
wenn du mir ihn willſt aus den Augen thun,
ſo will ich dich nicht hören, ja, ich will dich
noch wohl dazu mit Füßen treten laſſen. Es
ſoll dein Leben und Lehre gegründet und ge⸗
ſtiftet ſein auf Chriſti Wort und Lehre, daß es
gehe aus des Mannes Munde und Wort. Ich
ſoll getauft ſein und an Chriſtum gläuben:
denn werde ich ſelig durch ſeinen Tod u. Blut-—
vergieben. Alſo gläube ich und lebe; das gehet
alles aus des Mannes Munde, und nicht aus
des Pabſts, aus der Türken oder der Jüden
Munde.
Darnach ſo treiben wir die Liebe unter⸗
einander und richten unſern Beruf und Aemter
aus; bas geht alles aus des Mannes Munde.
Da weiß ich denn, wen ich höre und wem ich
nachfolge. Da ſpricht denn Gott: Wenn du
den Mann, Chriſtum, höreſt, ſo höreſt du mich,
und wenn du mich denn gehöret haſt: was du
darnach thuſt in deinem Stand und Beruf, das
iſt fein und recht; denn mein Sohn hat's alſo
geordnet und befohlen. Das iſt, daß er ſaget:
„So ihr mich kennetet.“ Als ſollte er ſagen:
Ikr wiſſet nicht, was er ſonſt will, over wie er
geſinnet iſt, ſondern durch mich werdet ihr's er—
fahren, der ich zu euch geſandt bin, der ich euch
predigen ſoll; wenn ihr mich aufnehmet und
höret, und hänget euch an meinen Mund, ſ.
werdet ihr's alles lernen. Schlaget ihrs aber
in Wind, und ſaget, wie die Jüden ſprechen:
Wo iſt dein Vater? ſo ſeids gewiß, daß ihr den
Vater nicht kennet; denn ihr höret den Pabſt,
Türken und die Mönche. Denn heißets: Wenn
ihr mich nicht wollt hören, ſo kennet ihr mich
und den Vater nicht, wiſſet von Gott noch von
Chriſto nichts; denn er iſt darum kommen, daß
er es uns ſagen ſollte.
Darum ſo iſts alles darum zu thun, daß
man Ceriſtum erkenne und ein Chriſt nichts
wiſſe von Gott ohne Chriſto und was ihm ſonſt
zur Seligkeit vonnöthen iſt, und ſonſt gegen al⸗
len Predigern u. Gedanken die Augen zuſchließe
und ſage: Ich höre keinen Prediger, nehme
auch keinen Gedanken an; fallen ſie mir ein,
ſo laſſe ich ſie wieder ausfallen; Chriſtum höre
ich, was der mir ſaget. Gegen den andern all—
zumal ſtopfe ich die Ohren zu und ſpreche: Es
iſt alles eitel Plauderei; waſche hin und her, ich
höre es nicht; bringe mir aber dieſes Mannes
Gedanken und Spruch her, ſo will ich dich hö—
ren; das andere alles mag ſich trollen.
—7k —
Eingegangen
für die ev. lutb. Gemeinde in Neumelle, Mo., zum
Aufbau ihrer durch Freplers Hand abgebrannten Kirche:
Von der rb in und um Miſchawaa, St.
Joſeph Co., Ja. 4.50
„Hrn. Eergtd in Bremen 1.00
„Hrn. Ph. Merz in St. Louis Co., 0.5
„Glledern der Gemeinde des Hrn. Paſtor Riedel,
nemlich den HH. H. Aldemeier 0.55., H. H.
Alvdemeier und Hnuger, je 80 25 1.05
„„ Gliedern der Gemeinde in St. Louis, u. zwar:
„ Hrn. Ph. Schubarih 0⁵⁰.
„Hru. Steinmeier 3.8.
„den H. H. Brockſchmidt, A. Dellit, Chr. Lange
in Rord St. Louis, A. Hermann und einem
iſt es ſein !
—
—
nt ic 33.00
* 1 *
den 55. C. Römer, Fr. Schuricht, A. Ublich,
Oin. . Et
„ Hrn
„ den 58. W. wemitlc, Fr. 2.0* F. Scheel,
Schuritht. 52.
„den H5. B. Tichirpe, E. Schröder je 81.50
. . . Wiebuſch, Fr. Bünger, Fd, Schie⸗
mann, J. H. Luren, F. Bode, H. Bünger.
H. Käſemann, Talennn M. Eſiel, Trampe,
H. Kublenkeck, H. Heimſoth, Profeor Wal⸗
iber, Nector Gönner, D. A., Eckert, Har⸗
niſch. M. Große, F. Holzel, G. Richter,
Mad. Dökerlein, Mad. N., je 81.00
„den HH. Spielmann d. ä.t., Störtemann, S.
Lindner, J. Günther, G. Vetter, Reiz, Va⸗
ter Schuricht, Schau, Holzkamp, Mad. Del⸗
porte, Madame Jelper, Wittwe Kuhlenbeck,
je 80.50
den 5. Behme, 0½3er d. ält., Igfr. Wa⸗
gentreiber, je 20
bd folgt.)
J. F. Bünger, Paſtor.
Bücher und Pamphlets
zu haben in der Erpedition des Lutheraners
um die beigeſeßten Preiſe.
Dritter Jahrgang des Entheraers
von 1816 — 47. No. 8 — 26.
(Der J. u. 2. Jakrgang ſind vergriffen.)
Vierier, fünlter, ſechsrern. ſiebenter
Jahrgang ſdes Lutnerancro, ſe der
Geſpräche wiſchen zwei Lutberanern
über den Metrodismus, (in Pampolet⸗
form) 1 Stück. „
Dr. Martin duthers Tractat von der
wahren Kirche, 2 Stück ‚
Die Verfaſſung der deutſchen evang.
lut b. Synode von Miſſouri, Otio u. a. Si.
Z3weiter. Dritrer, Vierter nnd Fünf⸗
ter Synodalbericht derſelben Synode, jeder
Kirchen⸗Geſangbuch für evang. lutb. Ge⸗
meinden, verlegt von der hieſigen evangel. luth.
Gemeinden U. A. Conf. in hepreztem Leder⸗
bande, das Stück. ů
100 Stück 8 62,
Daſſelbe in kleinerm Format, d das Stück
— Das Dutzend 8 5
Dr. Martin Vuihers kl. Catechismue,
unveränderter Abdruck .
100 Stück 5 40,0.
— — —/
23.00
6.00
0.
Das Dutzend 88.
7
70
50.
5.
10.5
„
50.
50.
„25.
Im Dubend 51.
A B C-⸗„Buch, und in gehöriger Stu⸗
jenfolge geordnete Uebungsſtücke
u. ſ. w, herausgegeben von unſerer⸗ Sonode
Im Duſtend 81,
Jobann Hübners Vitliſche Hiſtorien. New
Aorker Ausgabe, im Einzeinen
Im Dutzend 352
Dr. Martin Luthers Anslegung des 90.
Pſalms, broſchirt und beſchnitten.
Im Dutzend 81,
Spruchbuch zum kl. Catechismus L eutheri ů
Im Dußend L,
Der Hirtenbrief des Herrn Paſt. Graban zu
Buffalo v. J. 1810 nebſt den zwiſchen ihm
und mehreren Paſtoren in Miſonri gewech⸗
ten Schri ten „ ů
Brief Br. Martin Lutbers von intng der
Kirchendiener an den Rath zu Prag in Böhmen
vom Jahre 1525. aus dem Latemiſchen überſetzt
von Paulus Speratus
Timotheus. Ein Geſchenk für die confirmirte
Jugend. Bearbeitet nach Hiller, gebunden
Im Dutzend 33,6
Predigt am Obert'ae 1851. in Louis, Mo.,
gebalten von Proſ. C. F. W. Waltter
Deſſen Predigt über Theſſ. 4, 1—7: Die
Ermahnung des heil. Apoſtels, immer völliger
werden
(Beide Prediaten aus dem „Vutherauer“
beſonders abgedruckt.)
Neue Teſtamente, „Orbötentbeis mit dem
Pſaiter, Stuttgardter, Londoner u. Hambur: er
Ausgabe, in dewebinthen Einband mit dei
Pfalmen — ů
dito obne Pf. Iter
in Goldſonet
2 Confirmations⸗-Scheine mit Bibel⸗
ſprüchen und Liederverſen, ingl. mit bidliſchen
Bildern und Randzeichnungen; lithographirt und
berausgegeben von veopold Gaſt —
16 Taufſchenne mit Bibelſprüchen nebſt dergl.
Bitdern und Randzeichnungen; lithographirt und
herauegegen von Gaſt u. Brother „
10.
0.
0.
15.
50.
15.
50.
15.
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15.
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Gedruckt bei M. Niedner,
Nord⸗Scke ver dritten und Theßnut-Straße.
English translation
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