Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 9, Nummer 5 › Seite 26
Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1852-10-27, Seite 26
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German transcription machine transcription, uncorrected
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(Oſſenb. Job. Ca v. 14, v. 6. 7.)
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„Sottes Wort und LCuthers Lehr' vergehet nun und nimmermehr.“
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Herausgegeben von der Deutſchen Ev. Luther. Synode von Miſſouri, Ohio und andern Staaten.
Redigirt von C. F. W. Walther.
Jahrg. 9.
St. Louis, Mo., den 12. Oetober 1852.
To. A.
Bedingungen:
Bed Der Lutberaner erſcheint alle zwei Wochen einmal für den jährlichen:
Subſcriptienerreis von Einen Dollar für die ausoärligen Unterſchreiber, welche denſelben vorauszube⸗
zablen und das Peſtgeld zu tragen haben. — In St. Louis wire jete einzelue Ro. für 5 Keuts verkauft.
(Eingeſandt.)
Reformations⸗Predigt,
gehalten am 31. October 1851 in der
Kirche zu Altenburg, Perry Co., Mo.,
und auf Verlangen in Druck gegeben.“)
Gebet.
Gelobet ſein du, Herr uuſer Gott, und gelobet ſei dein
beiliger Name imier und ewiglich, daß du dir nicht blos
durch deines Sohnes Blut und Tod aus dem verlornen und
verdammten Menſchengeſchlecht eine Kirche erwählt und
durch dein Wort und Geiſt geſammelt haſt, ſondern daß du
auch die ſelbe je und je bis dieſe Stunde erhalten, aus
großen Nötbhen u. Gefahren errettet, wider alle ihre Feinde,
wider des Tenfels Macht und Gewalk, wider ſo viele Rotten
und Secten beſchirmet, und ſie auf einen Fels gebaut haſt,
von welchem ſie nichts binwegſtoßen kann. Wohl ließeſt dun
geſcheben, daß ſie von ihren Feinden lange unter hartem
Druck gehalten wurde, daß ſie äußerlich die Einſame und
Verfolgte war, über die alle Wetter gingen, daß ſie mit ih-
rear HErrn und Heiland den bittern Leidenskelch trinken
mußte, und mit ſeiner Bluttaufe getauft wurde; aber immer
wie der erſtand ſie von neuem aus ihrer Ohnmacht und trug
den Sieg über die Welt davon; immer wieder brach ihr
Glanz hervor und überwältigte die Macht der Finſterniß.
Dieſer deiner Macht und Güte, die du je und je an deintr
Rirche erwieſen haſt, gedenken wir heute, am Eedächtnißtage
der ſeligen Reformation, durch welche du deine Kirche von
den Trüb ſalen der antichriſtiſchen Tyrannei errettet, und ihr
die reine Lehre'deines Wortes zum ſiegreichen Panier wie⸗
dergegeben baſt. Ob nun wohl ſchon über 300 Jahre ſeit
die ſer Zeit verfloſſen, und ihr ſo manche ſchwert Rämpfe und
*) Die hier mitgetheilte Predigt fanden wir ſchon bei un⸗
ſerer Rülkethr von Deutſchlans in dem Archiv des „Luthe⸗
laner vor, Wir ſheilen ſie jetzt mit, zugleich als Mittel
zur Vorbereitung guf dir Reformatiensſeſtfeier in dieſem
Monat.
Verſuchungen von ihren Feinden bereitet worden ſind, ſo
ſeett ſie docd durch deine Gnade noch beute unüberwunden,
und kein Feind hat ihr ibr Kleinod rauken können. Darum
ſagen wir dir Rubm, Preis, Ebre und Dauk für alle Wohl⸗
thaten, die du deiner Kirche erwieſen bad. Laß ſie auch fer⸗
ner deiner gnädigen Aufſicht u. deines allmächtigen Schutzes
genießen. Erhalte uns und unſre Nachkommen bei deiner
wahren Kirche und vergieb uns alle Sünden, womit wir
uns gegen die ihr ſchuldige Treue, Liebe und Dankbarkeit
vergangen baben. Fübre noch vitle ibrer ertarteten, abge⸗
fallenen Kinder zu ibr zurück. Heilt alle ibre Riſſe und
Brüche; vereinige auf dem lanteren Grund der Wabrheit,
was ſich getrennt hat; damit, während der Feind alle ſeine
Kräfte zum letzten Angriff ſammelt, er ſie wohlgerüſtet finde
und an ihr zu Schanden werde. Stärke alle deine Glieder
mit Muth und Glaubenskraft zu einem freudigen Bekennt⸗
niß und Zeugniß der Wahrbeit wider den Wankelmuth und
Unglauben derer, die von der Wabrheit gewichen ſind, und
bilf, daß alle, vie ſich nach deinem Namen nenzen, auch mit
Heiligkeit des Lebens die wahre Lehre deines Evangeliums
zierenz denn dein Wort iſt die rechte Lebre, Heiligleit iſt die
Zierde deines Hauptes ewiglich. Du haſt ein Reich und
herrſcheſt unter den Heiden. Du nirſt einen Samen ha—
ben, der dir dienet, von dir wird man verkündigen zu Kindes⸗
kind. Deine Gnade walle iber uns in Ewigkeit. Amen.
Andächtige und Geliebte in Chriſto JEſu!
Es war ein weiſer, vernünftiger Rath, den
einſt Gamaliel im Nath der Phariſäer zu Je—
ruſalem gab, als dieſe mit lauter Mordgedan—
ken und Plänen wider die Jünger und Apoſtel
des HErrn umgingen. Er ermahnte ſie näm—
lich, in ihrem Eifer nicht zu ſchnell zu ſein,
ſondern abzuwarten und zuzuſehn, wo es hin—
aus wolle und was es für einen Erfolg haben
werde mit der Lehre der Apoſtel. „Und nun
ſage ich euch,“ ſprach er, „laßt ab von dieſen
Menſchen und laßt ſie fahren. Iſt der RNath
Nur die Briefe, welche Mittbeilungen für das Blati enthalten, ſind an den Redakteur, alle anderen
aber. welche Geſchäfitiches, Beſtelungen. Abbeſtellungen. Gelder ꝛc. enthalten, unter der Adreße
Mr. F. W. Barthel, care of C. F. W. Walther, St. Louis, Mo., anher zu ſenden.
oder das Werk aus den Menſchen, ſo wird es
untergehn. Iſt es aber aus Gott, ſo könnet
ihr es nicht dämpfen; auf daß ihr nicht erfun⸗
den werdet, als die wider Goit ſtreiten wollen.“
Sehet alſo wohl zu, was ihr thut; es iſt ein
gefährlicher Handelz es handelt ſich um die Leh⸗
re, den Glauben und das Gewiſſen. Gott kann
ſeine Hand darunter haben; darum thut nichts
Unbeſonnenes, was ihr nachmals Urſache zu
bereuen habt, denn Gott wird ſich von euch
nicht ungeſtraft in ſein Regiment greifen laſſen.
Iſt's aber nichts, als der Menſchen Dünkel,
Vermeſſenheit und Frevel, der dieſe Bewegung
hervorgerufen hat, dann wird's Gott offeubar
machen, und die Urheber werden ihren Lohn be—
kommen, vertilgt und zerſtäubt werden, ehe ihre
Dornen reif werden.“
Es war dies ein kluger, vernünftiger, weiſer
Rath. Denn das iſt ja gewiß, was aus Gott
und Sein Werk iſt, das wird aller Macht und
Gewalt der Menſchen trotzen, wird unaufhalt—
ſam fortgehn, bis es zum Ziele kommtz' nnd die
dem Werke Gottes widerſtreben, werden nicht
nur nͤthts ausrichten, ſondern auch Schmach,
Schande u. Verderben auf ihr Haupt laden. —
Wäre zur Zeit der Reformation ein ſolcher wei—
ſer Gamaliel im Rath der Papiſten zu Rom ge—
weſen, und hätte derſelbe ſo geneigtes Ohr ge—
funden, wie dort Gamaliel bei den Phariſäern,
ſo würde der Papſt ſeiner Sache beſſer gerathen
haben, als damit, daß er den ganzen Erdkreis
wider Dr. Luther'n und die Chriſten erregte,
*
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