Collection › Der Lutheraner (St. Louis, Missouri) › Jahrgang 7, Nummer 7 › Seite 56

Der Lutheraner St. Louis, Missouri — 1850-11-10, Seite 56

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eins zu verſetzen, und wenn es nur mit einem:
„Wir wollen nicht glauben, daß“ ꝛc. ꝛc. geſchehen
kann. Wir können feierlich verſichern, daß unſer
Correſpondent weder uns, noch, ſo viel wir er⸗
kundet haben, irgend einem in unſerer Synode be⸗
kannt, geſchweige ein Glied unſerer Synode, ſon⸗
dern Glied einer Synode iſt, die das neue Ge⸗
ſangbuch angenommen hat. Wir können ferner
feierlich verſichern, daß wir das neue Geſangbuch
ſelbſt nicht geſehen haben, und da wir hörten, daß
daſſelbe in einem beſſeren Sinn redigirt worden
ſei, beſchloſſen hatten, darüber zu ſchweigen, wen
uns Gott nicht zu einem Zeugniß über daſſelbe
durch beſondere Umſtände nöthigen würde, gerade
weil wir befürchteten, der geringſte von uns aus⸗
geſprochene Tadel könne leicht den Schein auf uns
werfen, als liege demſelben die niedrige Motive
materiellen Intereſſes zu Grunde; um ſo mehr,
da wir dann nicht als einziges ſchmähliches
Beiſpiel, ſondern nur als eins unter vielen in
Amerika vor den Augen vieler daſtehen würden.

(Eingeſandt.)
9 geſ⸗

V.

Aus dem Lied der Lieder.

Wiſſet ihr, wo Saron lieget?
Saht ihr dort die Blume blühn?
Nazareth hat mich gewieget,
Saron ſah die Blume blühn.

Wie das Feld im Brautgewande
Blumen ſchüttelt, reich von Gold,
So bin ich dem öden Lande
Eine Blume wunderhold.

Eine Lilie in Thalen,

Weiß als Schnee und ſchmerzenreich,
Eingeengt in bittre Qualen,

Geb ich Duft vont Himmelreich.

Meine Freundin! Eine Roſe
Biſt du unter Dornen auch,
Eingehüllt in Trauermoſe,
Weinend unterm Myrrhenſtrauch.

Was kann lieblicher denn dulten,
Als das Röſelein ſo roth!

Es blüht anf den Todtengrüſten
Und ſchmeckt nimmmermehr den Tod.

Meine Freundin, ewig ſchöne,
Ewig wirſt du lieblich ſein,
Unausſprechlich Lobgetöne
Wird dich nach dem Leid erfreun!
G. Schaller.

Hochhaltung der Bibel.

Johannes Weſel, den man wohl unter
die Vorläufer Luthers zählen kann, hatte einen
großen Gönner an Franz von Ravero. Dieſer
General der Franziskaner Barfüßer ward ſpäter
Pabſt und ließ uun unſerem Weſel unter den
Thatbeweiſen, welche er ihm nun von ſeiner
Freundſchaft geben wollte, die Wahl. Weſel
war nicht in Verlegenheit, was er bitten ſollte,
er bat um eine Handſchrift der Bibel aus der
päbſtlichen Bibliothek, weil damals gedruckte Bi⸗
beln noch nicht zu haben waren. Der Pabſt
(Sixtus IV.) fand dieſe Bitte äußerſt läppiſch.
„Narr, ſprach er, warum verlangſt Du nicht lie⸗
ber eine Biſchofsmüͤtze?“ Er meinte ein Biſchofs⸗
amt mit reichen Einkünften. „Dieſe kann ich
nicht brauchen,“ erwiederte Weſel, nahm ſeine
Bibel und kehrte vergnügt in ſeine Vaterſtadt
Gröningen zurück, um da ungehindert in ſeiner
lieben Bibel leſen zu können.

Hätteſt Du, lieber Leſer, noch keine Bibel —

—56—

was ich hoffentlich von keinem Leſer fürchten darf
— würdeſt Du Dir auch unter allen Herrlichkei⸗
ten, die Du Dir auswählen könnteſt, eine Bibel
ausleſen? — Prüfe Dich!

Letzter Beſcheid.

In dem Buch, welches Bugenhagen unter
dem Titel: „Offentliches Bekenntniß vom Sa⸗
cramente des Leibes und Blutes Chriſti,“ gegen
die Zwinglianer ausgehen ließ, hält er mit den⸗
ſelben in folgenden Worten Abſchluß: „Die das
Wort Chriſti verleugnen, ſollen hernach nichts
mehr von mir erwarten, ſondern mögen Chriſtum
fürchten, wider welchen ſie in ſeinem Worte fechten
und ſtreiten.“

Offenes Geſtändniß.

Wie vortrefflich kurz vor der Zeit der Reforma⸗
tion das weltliche und geiſtliche Regiment beſtellt
geweſen ſein müſſe, kaun unter anderem aus dem
offenherzigen Ausſpruch eines damaligen Kaiſers,
Marimilians J. erſehen werden, welcher folgen⸗
dermqßen lautet: „Ewiger Gott! wie würde es
der Welt gehen, wenn du nicht eine beſondere
Aufſicht üͤber ſie hätteſt, unter einem Kaiſer wie
ich, der ich nur ein elender Jäger bin, und unter
einem ſo boshaften verſoffenen Pabſt, wie der
Julius II. iſt.“

—— —— — ——

Amtsperänderuug.

Soeben erfahren wir, daß unſer theurer Crä⸗
mer, welcher, wie den meiſten nnſeren Leſer be⸗
reits bekannt ſein wird, von unſerem Wahlcolle⸗
gium einſtimmig zum Nachfolger des ſeligen Wol⸗
ter erwählt worden, am 24. vor. Monats glück⸗
lich mit den lieben Seinen in Fort Wayne ange⸗
kommen iſt und ſein wichtiges Amt als zweiter
Profeſſor an dem Predigerſeminar daſelbſt bereits
angetreten hat. So groß, wie wir hören, die Be⸗
trübniß geweſen iſt, mit welcher unſer Eraͤmer
von ſeiner vormaligen Gemeinde zu Frankeumut
entlaſſen worden iſt, ſo groß iſt hingegen die
Freude geweſen, mit welcher ſelbigen Lehrer und
Studirende zu Fort Wayne aufgenommen haben.
Wir zweifeln nicht, daß hiermit der barmherzige
Gott die tiefe gefährliche Wunde, welche der An⸗
ſtalt zu Fort Wayne, und ſomit unſerer ganzen
Kirche durch den Hintritt des ſel. Wolter geſchla⸗
gen worden war, wieder geheilt habe; möge nun
Gott auch der lieben Frankenmuter Gemeinde,
welche der allgemeinen Wohlfahrt der Kirche ein
ihr ſo ſchweres Opfer in chriſtlicher Willigkeit ge⸗
bracht hat, den erfahrnen harten Verluſt bald
zu ihrem Troſte erſetzen!

Wir machen hierbei die Correſpondenten des
Obgenannten darauf aufmerkſam, daß von nun
an die Addreſſe desſelben folgende iſt:

Rev. Prof. A. Cræmer, care of Rev. Dr. W.
Sihler, Fort Wayne, Ia.

Erhalten
zur Synodal⸗Miſſions⸗Caſſe.

—

Von Herrn Jacob Archer 850.
„ Frau W. .. in Frohna 55.
„ Herrn Lorenz Frahs 1 00.

„ den Knaben der Schule in der hieſ. Dreieinig⸗

keitskirche 5 00.
„dem Lehrer und den Schül ern der hieſ. Concord.

Schule 3 00.
„ Von Gemeindegliedern in St. Louis 27 15.

F. W. Barthel, Caſſirer.

*.
Empfangen
für den Ban des evang. luth. College
bei St. Louis.
Von Herrn Lorenz Frahs 81 00.
E. Roſchke, Caſſrer.
Empfangen
für das luth. Seminar bei St. Lonis.
Von Herrn Lorenz Frahs 1 00.
„ der St. Johannis Gemeinde in Minden,
Washington Co., Ills. 1 30.

F. W. Barthel, Caſſirer.

Bezahlt

den 6. Jahrg. die Herren Carl Fr. Heck, T. F. Kleppiſch.

„ 7. „ die Herren G. Ebert, Lorenz Frahs, Conr.
Göbel, H. Harken, M. Heinlein, Heim, P. W.
Hunderdoße, Georg Ilgen, J. M. Kirchmeyer.
C. Kleppiſch, J. G. Kranß, Fr. Kanne, Eberh.
Muhly, J. H. Müller, Heinr. Müller, Fr. Meyer,
Chriſtian Roſe, P. Schliepſiek, J. G. Strobe““
Mich. Schönell, Conr. Trier, Adam Wildermutl,
Joh. Weidner, G. Wiedemann, Chriſt. Wöbking.

XVITITT

Bücher und Pamphlets
zu haben in der Erpedition des Lutheraners
um die beigeſetzten Preiſe.

Dr. Martin Luthers kl. Catechismus,

unveränderter Abdruck
Das Dutzend 8 1. Hundert Stück § 7.

Die Verfaſſung der deutſchen evang.
luth. Sonode von Miſſonri, Ottio u. a. St.
nebſt einer Einleitung und erlänternden Bemert.

Das Dutzend 50; 25 Stück §1.
Erſier Synodalbericht der deutſchen evang.
luth. Synode von Miſſvuri, Ohio u. a. St.
vom Jahre 1817
Zweiter Sonodalbericht derſelben Synode
vom Jahre 1848
Dritter Synodalbericht derſelben Synode
vom Jahre 1849
Dritter Jahrgang des Lutheraners
von 1816 — 47. No. 8 — 26.
(Der 1. u. 2. Jahrgang ſind vergriffen.)
Vierter und fünfter Jahrgang des
Lutheraners 81.
Chriſtliches Concordienbuch, d. i. Sym⸗

boliſche Bücher der evang. luth. Kirche, New⸗

Norker Ausgabe in gepreßtem Leder gebunden l. 25.
Geſpräche zwiſchen zwei Lutheranern

über den Methodismus, (in Pamphlet⸗

10.

—

10.
10.
10.

fornt) 1 Stück 5.
Dr. Martin Luthers Tractat von der
wahren Kirche, 2 Stück 5.

Dr. Luthers Hauspoſtille, oder Predigten
über die Evangelien auf die Sonn⸗und Feſttage
des ganzen Jabrs, New-⸗Horker Ausgabe, ge⸗
bunden in Kalbleder

Kirchen-⸗Geſangbuch für evang. luth. Ge⸗
meinden, welchem die ſonn ⸗ und feſttäglichen
Perikopen beigefügt ſind, verlegt von der hieſigen
evang. luth. Gemeinde U. A. C. in gepreßztem
Lederbande, das Stück

52.

—

*

A BC-⸗Buch, Rew ⸗-Norker Ausgabe, das Stück 10.
(Das Dutzend §l.)
Johann Hübners Bilbliſche Hiſtorien aus dem
Alten und Neuen Teſtamente. Unveränderter
Abdruck, New⸗Horker Ausgabe, im Einzelnen 25.
im Dutzend 52. 60.

Dr. Martin Luthers Auslegung des 90.
Pſalms, broſchirt und beſchnitten 15.
im Dutzend 81. 50.
Spruchbuch zum kl. Catechismus Lutheri. Im Auf⸗
trage der Sonode von Miſſouri ꝛc. zuſammenge⸗

tragen von Paſtor Fr. Wynecken, das Stück 15.
im Dutzend §1. 50.
Der Hirtenbrief des Herrn P. Graubau zu
Buffalo v. J. 1840 nebſt dem zwiſchen ibm und
mebreren luth. Paſtoren von Miſſouri gewechſel⸗
ten Schriften 15.

Gedruckt bei Moritz Niedner,
Nord ⸗Ecke der dritten und Cheſinutſtraße.

English translation

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