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Eckhardt's Homiletisches Reallexikon, 1907–1917

A cumulative subject index to seven Missouri Synod periodicals, compiled by E. (Ernest) Eckhardt (1868–1939) and printed at St. Louis between 1907 and 1917. Under each headword it sets numbered theses, and beside each thesis the places where the periodicals had treated it — by volume and page, running twenty years past the last of Der Lutheraner's own registers. Where the archive holds the volume a citation names, the citation below is a link to that page.

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6 entries under sabbath.

Sabbath

—

Abriß. Die Einſetzung des Sabbaths § 1. Am Sabbath durfte man kein Werk tun Der Zweck des Sabbaths § 4. § 2. Die Begründung des Sabbathsgebotes § 3. Das Sabbathsgebot gehört nicht zum Moralgeſetz § 5. Das Sabbathsgebot iſt ab⸗ getan § 6. Chriſtus und der Sabbath § 7. Einwände § 8. Sabbath. 1. Der Sabbath war im alten Teſtament von Gott zu feiern geboten. 2 Moſ. 20, 8—11: Gedenke des Sabbaths, daß du ihn heiligeſt. Anm. a. Sabbath heißt Ruhetag oder ein dem Herrn geweihter Tag. Anm. b. Schon 2 Moſ. 16, 5. 23. 29 hatte Gott dem Volke den Sabbath gegeben und ſie ſo auf das ſpätere Sabbathsgebot vorbereitet. Darum heißt es ſpäter (2 Moſ. 20, 8.Jauch: Gedenket des Sabbaths. 2. Am Sabbath durfte man kein Werk tun. 2 Moſ. 20, 10. Verboten war z. B. pflügen und ernten 2 Moſ. 34. 21. Laſten tragen Jer. 17, 21. 22, kaufen und verkaufen Neh. 13. 15—18. Feuer anzünden 2 Moſ. 35, 3. Manna aufleſen 2 Moſ. 16. 26. — Was erlaubt und 240. 241. Werke der nicht erlaubt war Schulbl. 27. Liebe und Not waren erlaubt ſ. Sonntag § 8 b. Anm. a. Auf Sabbathsarbeit war auch harte Strafe geſetzt. Wer eine Arbeit tut am Sabbathtag, der ſoll des Todes ſterben. 2 Moſ. 31. 15. 14. Jer. 17, 27. — Darum wurde ein Mann, der Holz aufgeleſen hatte, geſteiniat. 4 Moſ. 15, 32—36. Il. 1907, 81. 82. Stöckh. A. T. 129. Anm. b. Dieſes Verbot wurde ſpäter durch die Auf— ſätze der AÄlteſten noch verſchärft. Die Phariſäer hiel⸗ten es für Unrecht, wenn Chriſtus am Sabbath heilte. Anm. c. Wie der Sabbath im alten Teſtament gefeiert wuͤrde Schulbl. 27, 240. 3. Die Begründung des Sabbathsgebotes. Der Herr begründete ſein Gebot auf zweifache Weiſe: a. Du ſollſt gedenken, daß du auch Knecht in Agyptenland wareſt. 5 Moſ. 5, 15. In Äaypten hatte das Volk ſchwer arbeiten müſſen, nun war es aus der Knecht-⸗ ſchaft befreit. b. Gott ruhte am ſiebenten Tage. 1 Moſ. 2, 2. 3. So war der jüdiſche Sabbath eine ſtete Erinnerung an das Schöpfungswunder. Anm, a. Gott hätte keinen beſſeren Tag wählen können als den, an dem er ſelbſt geruht hatte, wie wir keinen beſſeren finden können als den, an dem der Herr auferſtanden iſt. Anm. b. Dieſe Ruhe Gottes (der Schöpfungsſabbath) war ein Vorbild auf die Ruhe, die in Chriſto angebrochen iſt, und auf die ewige Ruhe Hebr. 4, in die das beilige Volk Gottes nach dem auf Erden vollbrachten Werke eingehen ſoll. Anm. c. Man unterſcheidet hiernach einen vierfachen Sabbath: den Schöpfungsſabbath, den jüdiſchen (theokratiſchen) Sabbath, den neuteſtamentlichen und den ewigen Sabbath. Anm. d. Dies iſt das einzige von den 10 Geboten, wofür Gott den Grund angibt. Dieſe Begründung zeigt, I. daß dieſes Gebot nicht eins der Hauptgebote iſt: 2. daß es ſich hier nicht bloß um leibliche Ruhe von der Arbeit handelt, ſondern auch um die Be⸗ trachtung der göttlichen Gnadenwunder.

  • Schulbl. 27
  • Il. 1907, 81
  • Il. 1907, 81. 82
  • Stöckh. A. T. 129
  • Schulbl. 27, 240
  • Schulbl. 27, 240. 3
  • Süd. 1912, 43 margin
  • Mich. 89, 51 margin
  • Mich. 89, 51. 52 margin
  • Min. 88, 20 margin
  • Ka. 1903, 41 margin
  • Ka. 1903, 41. 42 margin
  • Dall. 70 margin
  • Dall. 70. 71 margin
  • Ma. 24, 129 margin
  • Mag. 4, 145 margin
  • R. Pi. Pred. 1, 253 margin
  • Mezg. 29 margin
  • Luth. 3, 103 The Freedom from the Sabbath of the Old Covenant, Which Christians Have Received through the Gospel. margin
  • Min. 88, 20 margin
  • R. Pi. Kat. 1, 99 margin
  • Min. 88, 20 margin
  • Min. 88, 20. 21 margin
  • Dall. 70 margin
  • Il. 1907, 32 margin
  • Stöckh. A. T. 86 margin
  • Mich. 89, 52 margin
  • Mich. 89, 52. 53 margin
  • Bro. 186 margin
  • Bro. 186. 187 margin
  • R. Pi. Kat 1, 97 margin
  • R. Pi. Kat 1, 97. 98 margin
  • Stöckh. A. T. 379 margin
  • Min. 88, 21 margin
  • Mich. 89, 54 margin
  • Min. 88, 23 margin
  • Süd. 1912, 42 margin
  • Süd. 1912, 42. 43 margin
  • Mich. 89, 54 margin
  • Min. 88, 22 margin
  • R. Pi. Kat. 1, 97 margin
  • R. Pi. Pred. 253 margin
  • Theol. 3, 268 margin
  • Süd. 1912, 43 margin
  • Süd. 1912, 43. 44 margin
  • Luth. 24, 172 margin
  • Walth. L. L. 580 margin
  • Süd. 1912, 41 margin
  • Dall. 70 margin
  • Dall. 70. 71 margin
  • Mich. 89, 116 margin
  • Min. 88, 23 margin

vol c, printed page 592–593 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0407_PA592

4. Der Zweck des Gebotes

4. Der Zweck des Gebotes. Gott hatte dabei die Abſicht, daß das Volk Gottes a. leiblich ruhen, ſich erholen und erauicken ſollte, 2 Moſ. 23, 12. Daraus leuchtete die Liebe Gottes. Die Ruhe des Sabbaths ſoll denen, die ſchwer arbeiten müſſen, zu gute kommen: b. ſeinem Schöpfer immer ähnlicher werden ſol he. Am Sabbath ſollte man zuſammenkommen 3 Moſ. 23, 2. 3, um die großen Taten Gottes zu betrachten. Pſ. 27. 4. 42. 5. Anm. a. Durch den Sabbath ſollen wir geheiligt wer— den. Der Sabbath iſt um des Menſchen willen gemacht. Mark. 2. 27. Er ſoll uns zum Glauben und zur Kindſchaft Gottes bringen. Anm. b. Darum ſtrafte Gott es auch, als die Verachtung des Wortes überhand nahm, obwohl man äußerlich den Sabbath ſtreng hielt. Amos 5, 21: Ich bin eu— ren Feiertagen gram, und verachte ſie. Amos 8, 5. 10. Jeſ. 1. 13; cſich von andern Völkern unterſchei— den und abſondern ſollte. Der Sabbath ſollte ein Zeichen ſein zwiſchen Gott und dem Volk. Heſ. 20. 12. 20: d. an den wahren Sabbathin Chriſto er-innert werde. Vorbild. Matth. 11, 29: ſo werdet ihr Ruhe finden für eure Seele. Anm. a. Den wahren Sabbath in Chriſto ſoll man nicht bloß einen Tag in der Woche, ſondern täalich feiern. Man kann ihn halten mitten in der Arbeit. Umgekehrt kann jemand von der Arbeit ruhen und doch die wahre Sabbathruhe nicht haben. Ohne den innerlichen Sabbath kann kein Menſch ſelig werden. Anm. b. Auch die Rube des ewigen Sabbaths nach dem Tode ſollte der jüdiſche Sabbath abbilden.

vol c, printed page 593 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0408_PA593

5. —

5. Das Sabbathsgebot gehört nicht zum Moralgeſetz, ſondern zum Zeremonialgeſetz. a. Es war nur den Juden gegeben, wie 2 Moſ. 19 und 20 zeigt. 2 Moſ. 31, 13: Haltet meinen Sabbath: denn

  • Mich. 89, 58 margin
  • Mich. 89, 58. 12 margin
  • L. W. 11, 38 margin
  • Min. 88, 25 margin
  • Luth. 48, 104 margin
  • Mich. 89, 63 margin
  • Mich. 89, 63. 66 margin
  • Luth. 48, 104 margin

vol c, printed page 593 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0408_PA593

—

noch beſtanden hätte. Beiſpiel: Einer denkt: er dürfe lügen, ein anderer denkt, er dürfe nicht lügen. Jeder jei ſeiner Meinung gewiß. c. Gal. 4. 9 — 11. Der Apoſtel ſtraft die Galater, daß ſie Feſte und Tage halten. Wo wird je das Halten eines Gebotes geſtraft? Anm. a. Im neuen Teſtament iſt weder das Halten des Sabbaths noch irgend eines andern Tages geboten. Der neuteſtamentliche Sabbath geht durch alle Tage hin durch. Konk. 401. Zeugniſſe ſ. Sonntag. Anm. b. Wir können irgend einen Tag zum Feiertag wäblen. Weil wir frei ſind vom Sabbath, feiern wir gerade dieſen Tag nicht mehr. Anm. c. Moſes geht uns nichts mehr an. Anm. d. Auch die Strafe iſt aufgehoben. Nur die Straſe auf Verachtung des Wortes iſt geblieben. Wer Gaues Wort verwirft, ſoll auch verworfen werden.

  • Konk. 401
  • Mich. 89, 89 margin
  • Mich. 89, 89. 76 margin
  • Theol. 9, 177 margin
  • Luth. 48, 117 margin
  • Mich. 89, 83 margin
  • Mich. 89, 83. 84 margin
  • Mich. 89, 83. 84. 94 margin
  • Min. 88, 36 margin
  • Ka. 1903, 13 margin
  • Mag. 4, 148 margin
  • Ka. 1903, 15 margin
  • Min. 88, 31 margin
  • Walth. L. L. 576 margin
  • Bro. 190 margin
  • Il. 1907, 82 margin
  • Schulbl. 11, 74 margin

vol c, printed page 595 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0002_PA595

7. —

7. Chriſtus und der Sabbath. a. Chriſtus hat den Sabbathgehalten, aber für uns, um uns davon frei zu machen. Gal. 4, 4: unter das Geſetz getan. Anm. Damit hat Chriſtus den Sabbath abgetan. b. Chriſtus iſt der Herr des Sabbaths. Matth. 12, 8. Er zeigt den Menſchen, daß er nicht an den Sabbath gebunden iſt. Der dieſes Gobot gegeben hat, hat auch Macht, es wieder abzutun. Ma. 24, 130. Wenn Chriſtus mit dieſen Worten nicht ſagen wollte, daß er Macht habe, den Sabbath aufzuheben, ſo haben dieje Worte keinen Sinn. Mich. 89, 74. c. Chriſtus hat ſchon während ſeines Erdenwandels die Strenge des moſaiſchen Geſeves g m ildert. Er ſprach zu einem, den er geheilt hatte: Nimm dein Bette und gehe heim. Das gehörte nicht zu den Werken der Notwendigkeit und war dem moſaiſchen Geſetz zuwider. d. Die phariſäiſche Anslegung des Sabbathsgebotes weiſt Chriſtus zurück. Er hat verſchiedene Kranke am Sabbath geheilt. Anm. a. Durch Krankenheilungen oder Werke der Liebe und Not hat Chriſtus nicht das Sabbathgeſetz übertreten, ſondern nur die phariſäiſche Auslegung. Anm. b. Die Feinde erhoben darum gegen ihn die Antlage der Sabbathentheiligung. Joh. 9, 16: Der Menſch iſt nicht von Gott, dieweil er den Sabbath nicht hält. Anm. c. Chriſtus läßt auch ſeine Jünger am Sab— bath Ahren pflücken. Er ſtellt dabei das Sabbathgebot auf gleiche Stuſe mit dem Zeremonialgeſetz von den Schaubroten. Mark. 2, 23—28.

  • Ma. 24, 130
  • Mich. 89, 74
  • Mich. 89, 73 margin
  • L. W. 11, 16 margin
  • Luth. 48, 125 margin
  • Mag. 4, 146 margin
  • Can. 1900, 18 margin
  • Theol. 21 margin
  • Schulbl. 41, 97 margin
  • Stöckh. N. T. 85 margin
  • Stöckh. N. T. 85. 84 margin
  • Mag. 4, 145 margin
  • Mag. 4, 145. 146 margin
  • Mag. 4, 145. 146. 11, 74 margin
  • Kueg. 574 margin
  • Luth. 48, 125 margin
  • Schmidt 1 margin
  • Schmidt 1, 50 margin
  • Schmidt 1, 50. 51 margin
  • Stöckh. N. T. 46 margin
  • Stöckh. N. T. 46. 47 margin
  • Stöckh. N. T. 171 margin
  • Jo. 1907, 26 margin
  • Mich. 89, 74 margin
  • Stöckh. N. T. 84 margin

vol c, printed page 595 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0002_PA595

8. —

8. Einwände. Q. Der Sabbath ſei ſchon im Paradies gegeben wor— den. als Gott ruhte. Damit ſei der Sabbath für alle Zeiten. für alle Menſchen zur Heiligung geweiht. Dieſes Gebot ſei Moralgeſetz. — Daß Gott dieſen Tag da⸗ 68. 69. mals geboten habe, ſteht nicht da. Es wird nur be⸗ richtet, was Gott getan hat. Aus dem, was Gott ge⸗ tan hat, ein Gebot für uns Menſchen zu machen, geht nicht. Gott hat vieles getan. b. Der Sabbath ſei gefeiert worden, ehe das Sab⸗ bathsgebot gegeben wurde und muß darum Moralgeſetz ſein. Daß der Sabbath von Anfang an gehalten wurde, will man beweiſen mit folgenden Gründen: 1. Gedenket des Sabbathtages. 2 Moſ. 20, 8. Woran man gedenken ſoll, muß einem bekannt ſein. — Aber „Gedenke“ heißt nur: Merke wohl. 2. Am Sabbath fiel kein Manna. 2 Moſ. 16, 25. — Aber war nicht ſchon 2 Moſ. 20, 4. 5 eine Sabbathsinſtruktion gegeben? Anm. Dieſes iſt die erſte Erwähnung einer. Sabbathsfeier. Vorher findet ſich keine Spur da— von. Aus der ganzen Erzählung 2 Moſ. 16 geht hervor, daß der Sabbath bis dahin nicht gefeiert wurde. 3. Der Sabbath ſei ſchon von Adam gehalten worden. 1 Moſ. 4, 3: nach etlichen Tagen. Das ſoll heißen: am Ende der Tage, am letzten Tag. dem Sabbath. — Es bedeutet aber nur eine unbe⸗ ſtimmte Zeit. 4. Die Zahl ſieben bei den Tieren in der Arche Noahs weiſe darauf hin, daß Noah vom Sabbath gewußt habe. Anm. a. Wann die Gläubigen von Adam bis Moſe gefeiert haben, wiſſen wir nicht. Anm. b. War alles Moralgeſetz, was vor der Geſetz- gebung beſtand, dann müßten auch Opfer und Beſchnei⸗ dung zum Moralgeſetz gehören. c. Wie die Ehe im Paradieſe eingeſetzt worden ſei. ſo auch der Sabbath. — Aber die Ehe wurde geordnet durch Schöpfung des Weibes, das vom Manne verſchie⸗ den iſt. Wie will man nun nachweiſen, daß der Sab- bath von andern Tagen verſchieden ſei. übrigens wä— re dann auch jeder Menſch gezwungen, zu heiraten. d. Der ſiebente Tag ſoll bei verſchiedenen Völkern hei⸗ lig geweſen ſein. Das beweiſe die Einſetzung des Sab- baths bei dem Urſprung der Menſchen. — Es iſt außer Iſrael kein Volk gefunden worden, das den Sabbath ge— feiert hätte. e. Das Sabbathsgebot ſei aus dem Verhältnis des Menſchen zu Gott entſtanden und muß folglich gegeben worden ſein, als dieſes Verhältnis entſtand, und dauern, ſolange es beſteht. — Aber nicht darin beſteht das Ver- hältnis des Menſchen zu Gott, daß man einen beſtimm- ten Tag hält, ſondern daß man Gott über alle Dinge fürchtet, liebt und vertraut. f. Das Heiligen des Sabbaths ſoll eine ewige Wei⸗ ſe ſein. — Dagegen 1. ewig heißt oft mur eine lange Zeit. 1 Moſ. 17, 8. 2 Moſ. 12. 24. 5 Moſ. 15, 17. 2. Dasſelbe wird auch vom Paſſah geſagt. 2 Moſ. 12, 14. 24. Dann wäre auch das Paſſah Mo⸗ ralgeſetz. 3. Der Herr fügt auch noch hinzu: ein ewiges Zeichen zwiſchen mir und den Kindern Israel. Das Volk Israel beſteht heute nicht mehr. g. Das Sabbathsgebot ſteht mitten unter den 10 Ge⸗ boten, und muß darum wie die andern auch Moralge⸗ ſetz ſein. — Aber in den 10 Geboten ſteht manches, was nicht Moralgeſetz iſt. Wir ſind nicht alle aus Agypten geführt worden. S. Geſetze 5207, Anm. f. h. Ihr ſagt: Dieſes Gebot ſei bloß den Juden gege— ben, wie aus Kapitel 19 und 20 hervorgeht. Dann gin- gen auch die andern 9 Gebote bloß die Juden an. — Wir nehmen dieſe Gebote an, nicht weil Moſe ſie gege⸗ ben hat, ſondern weil ſie mit dem Naturgeſetz und dem neuen Teſtament übereinſtimmen. i. Ihr hebt das Geſetz auf. Röm. 3, 31. Ihr habt bloß neun Gebote. — Das ſei ferne. Wir ſtreifen vom 3. Gebot nur das Zeremoniale ab. Anm. Man muß im dritten Gebot unterſcheiden, was zum Moralgeſetz und was zum Zeremonialgeſetz ge— hört. 1. Zeremonialgeſetz iſt die Veſtimmung des Tages und das Verbot der Arbeit. (Vergl. Sonntagsarbeit, Sonntag § 8.) 2. Moralgeſeßtz iſt die rechte Stellung zu Gottes Wort, daß wir die Predigt und ſein Wort nicht verachten. Verachtung des Wortes iſt im neuen Teſtament die einzige Sünde wider das dritte Gebot. Das wird auch in neuen Teſtament wiederholt. L. W. 11, 70. Luther wiederholte darum das dritte Gebot nicht wörtlich, ſondern gibt nur den Kern desſelben. Luth. 50, 73. k. Chriſtus hat den Sabbath gehalten. — Uns da⸗ von frei zu machen. J. Chriſtus iſt nicht gekommen, das Geſetz aufzulöſen. Matth. 5, 17—19. — Er ſollte das Geſetz nicht einſach beiſeite ſchieben, ſondern erfüllen. daß es uns gegen⸗ über ſeine Macht und Herrſchaft verliert. m. Die Apoſtel haben den Sabbath gehalten. — Pau⸗ lus hat ſich jedermann zum Knechte gemacht. 1 Kor. 9, 19. Wenn er zu den Juden kam, mußte er die Zeit be⸗ nutzen, da ſie zum Gottesdienſt zuſammen waren. — Was wäre die Folge geweſen, wenn die Apoſtel gleich zu Pfinaſten die Aufhebung des Zeremonialgeſetzes im gan— zen Umjange getrieben hätten? Antitheſe und Homiletik ſ. Sonntag.

vol c, printed page 595–597 · scan: gb_xkEUAAAAYAAJ/0002_PA595

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